Hallo! Ich hätte eine Frage bezüglich variabler Spannungsteiler und "Gain Potis": Für die Spannungsteilung eines symm. Signals werden je ein Widerstand in Serie mit "Pin 2" und "Pin 3" eingefügt - mit gleichem Widerstandswert. Der Parallelwiderstand ist zwischen Pin2 und Pin3 eingefügt. Wenn ich den Parallelwiderstand als Potentiometer ausführe, dann ist bei hohem Widerstandswert die Spannungsteilung minimal. Wenn ich die beiden seriellen Widerstände als Potentiometer ausführe, dann ist bei niedrigem Widerstandswert die Spannungsteilung minimal. Es würde mir sinnvoller erscheinen, die beiden seriellen Widerstände zu regeln, weil die Schaltung m.E. nach dadurch Impedanzunabhängiger wäre. Aber das würde bedeuten, dass man ein Tandem-2fach Potentiometer für einen Kanal benötigen würde. Lange Rede - kurzer Sinn: Wird die Spannungsteilung bei (Mikrofon)vorverstärkern nach der desymmetrierung des Signals eingefügt, oder ist sie noch im symm. Signalweg? Werden die beiden seriellen Widerstände oder der eine parallele Widerstand über Potentiometer geregelt? Grüße und Danke im voraus, Hermann
Hi Herrmann, das Gain Poti liegt in aller Regel im Gegenkopplungszweig des MV. Ob Symmetrich oder nicht, hängt ganz vom Schaltungsdesign ab. Es gibt den verbreiteten Ansatz, das Gain - Poti symmetrisch im Differenzverstärker, der aus einem Doppeltransistor realisiert wird und dann weiter in den OP geht. Mackie macht es z. B. so. Viele Grüße Holger
Hallo Hermann, Wir bei Lawo haben das Feinstellpoti von Mikrofonverstärkern innerhalb des Verstärkers im unsymmetrischen Teil angeordnet. Es kommt auf die Schaltungsvarinate an wie man es macht. Aber auf der Symmetrischen Signalseite ist es nicht sinnvoll, weil - wie Du ja auch schon sagst - die Impedanz veränderlich wird. Außerdem wäre es rauschmäßig ungünstiger. Bei einfachen Dämpfungsgliedern im Hochpegelteil einer Regieanlage haben wir auf der symmetrischen Ebene jeweils ein Doppelpotentiometer verwendet und die Enden miteinander verbunden. Somit lagen je in der a- und b-Ader ein Widerstand und der jeweilige Schleifer führte dann das abgehende Signal. Allerdings kann man das nur dann machen, wenn die nicht konstante Impedanz zu keiner Verschlechterung der Qualtitätsparameter führt. Vor allem wenn die nachfolgende Baugruppe einen Eingangsübertrager hat, der auf eine bestimmte Quellimpedanz bezüglich des Klirrfaktors optimiert wurde. Da muß man also aufpassen. Wenn jetzt wieder so ein paar "Klangapostel" einwenden sollten ob man das hört oder nicht, denen sei gesagt, daß bei einer sehr komplexen Anlage wie Rundfunkregieanlagen durchaus irgendwann mal hör- und meßbare Verschlechterungen auftreten können! Auf jeden Fall aber ist es so, daß je größer der Stellbereich des Pegelfeineinstellers in einem Mikrofonverstärker ist, die Rauscheigenschaften des MV negativ beeinflußt werden. Kurz gesagt: Je größer der Feinstellbereich des Mikrofonverstärkers desto mehr rauscht dieser.
Danke Rainer und Holger! Ich verstehe - bei aktiven Schaltungen wird der Potentiometer meist in den Transistor-Kreis eingeschlossen - daher ist es nicht nötig, ein Tandem-Poti zu benutzen. Bei einer reinen passiven Schaltung zur Abschwächung mit symmetrischem Signal scheint man aber nicht um einen Doppelpoti auf den beiden seriellen Widerständen herum zu kommen. Zur exakten Einstellung würde ich gerne ein gerastertes 10kOhm LIN Poti benutzen. Nun, ich finde lineare 10kOhm Potis, aber keine "gerasterten". Wie ist denn der Fachausdruck für ein "gerastertes" Potentiometer? Vielleicht finde ich ja wegen des fehlenden Fachwortes das Teil nicht. Herzliche Grüße, Hermann Verstehe ich das so richtig?
Hallo Hermann, eine Alternative zu Poti's könnte vielleicht eine Relaissteuerung von Widerständen sein. Habe da was im Auge: http://electronics.dantimax.dk/Kits/index.html Bin gerade auch in der Informationsphase. Die Dantimax Produkte scheinen ja noch bezahlbar zu sein. Gruss GerhardS
Wenn Du einfach nur das Signal abschwächen willst (ohne jetzt unbedingt ein Mikrofonsignal im Auge zu haben) und Du ohnehin schon vorgeschlagen hast, mit einem Stufenschalter zu arbeiten, hätte ich da noch eine Idee: Einen symmetrischen Spannungsteiler als Vierpol in "H"-Schaltung (das wären dann symmetrische T-Glieder. Also für ein Dämpfungsglied jeweils 5 Widerständen in einer "H"-förmigen Anordnung. Berechnen muß man das Gebilde dann nach den einschlägigen Vierpolgleichungen, wobei man die Formeln für die T-Schaltung verwendet und dann die Längswiderstände einfach halbiert und sie auf beiden Adern anordnet. Bei einem (R)/(2R)-Netzwerk hat man eine Stufendämpfung von 6 dB. Führt man es als H-Glied aus, muß man ein (1/2R)/(2R)-Netzwerk bauen. Man schaltet dann soviele H-Glieder in Kettenschaltung wie man Dämpfungsstufen haben will und greift wie bei einem symmetrischen Spannungsteiler die Spannung an den Verbindungspunkten ab. Man hat somit einen Kettenleiter. Wichtig ist, daß das letzte Glied mit - in diesem Fall 2R - abgeschlossen wird. Das hat den Vorteil, daß man a) nur einen 2-Ebenen-Schalter verwenden braucht anstatt 5 Ebenen (wo jeder Widerstand geändert werden muß) und b) daß weder die Quelle noch die nachfolgende Senke etwas "merkt" wenn man die Dämpfung umschaltet. D.h.: die Impedanz nach außen bleibt immer gleich. Wenn man es geschickt dimensioniert, berechnet man den Eingangswiderstand der folgenden Baugruppe mit ein und die Dämpfung ändert sich dann nicht wenn die Teilerkette durch den Eingangswiderstand belastet wird.