Preisunterschiede Toslink Kabel - Antwort auf Anfrage

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
wir hatten ja in einem Thread weiter unten die extremen Preisunterschiede für Toslink Kabel aufgezeigt (1m Kabel von 1,70? bis 389.99?). Ich habe mal den Anbieter des teuren Kabels angeschrieben und möchte euch die Antwort nicht vorenthalten:
........ da gibt es schon gravierende Unterschiede.
Dies fängt schon einmal beim Kabel als solches an.
Ein extrem hochwertiges Kabel wie zum Beispiel das Audioquest hat als Innenleiter tatsächlich auch Fiberglas. Daher auch die hohe Flexibilität.
Weiterhin sind bei einem optischem Kabel die Schnittkanten von extremer Bedeutung. Wenn diese nicht sehr sehr sauber geschliffen sind, kommt es natürlich zu Reflektionen und die Übertragungsqualität leidet extrem.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stecker als solcher. Dieser muss nach Möglichkeit 100% in der Buches sitzen. Sonst kommt es zueiner Streuung und damit wieder zu einem Qualitätsverlust.
Daher gibt es da auch extreme Klangunterschiede zwischen den einzelenen Kabeln.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr HIFI-REGLER Team

GerhardS schrieb:
Guten Tag,
können Sie mir bitte mal den klanglichen Vorteil ihres 389,99? teuren Toslink Kabels AudioQuest Optilink 5 gegenüber einem 1,75? teuren Toslink Kabel (z.B. bei Reichelt Elektronik) erklären. Ich muss mir jetzt ein solches Kabel anschaffen und bin bei diesem Preisunterschied etwas verunsichert.
mfg
Gerhard
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Antwort#2
Moin...
"Ein extrem hochwertiges Kabel wie zum Beispiel das Audioquest hat als Innenleiter tatsächlich auch Fiberglas. Daher auch die hohe Flexibilität."
Ah, ja. Wie wir alle wissen, ist Glas doch tatsächlich flexibler als Kunststoff... Hm.
"Weiterhin sind bei einem optischem Kabel die Schnittkanten von extremer Bedeutung. Wenn diese nicht sehr sehr sauber geschliffen sind, kommt es natürlich zu Reflektionen und die Übertragungsqualität leidet extrem."
Wo er recht hat, hat er recht. Allerdings ist das mit der "Übertragungsqualität" eher eine Frage von "geht" oder "geht nicht". Das, was an Licht einmal in die Faser reinkommt, kommt hinten auch genauso wieder raus.
"Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Stecker als solcher. Dieser muss nach Möglichkeit 100% in der Buches sitzen. Sonst kommt es zueiner Streuung und damit wieder zu einem Qualitätsverlust."
Auch da hat er recht. Allerdings hält sich der Zentrieraufwand bei einer Multimode-Kunststoffaser, in die Licht einer schlichten LED eingekoppelt wird, doch arg in Grenzen. Und auch hier wieder: "geht" oder "geht nicht". "geht ein bisschen" fällt aus...
"Daher gibt es da auch extreme Klangunterschiede zwischen den einzelenen Kabeln."
Mit diesem Satz disqualifiziert er sich und macht das zuvor (prinzipiell richtig) gesagte unseriös...
BTW: Hier wird immer von steigender Jittergefahr bei längeren Kabeln geredet. Mir ist nicht so recht klar, wo der Jitter innerhalb des Kabels herkommen bzw. warum er ansteigen sollte. Gibt es dazu aussagekräftige Messungen bzw. eine Erklärung? Selbst eine dicke Kunststoffaser hat eine derart niedrige Gesamtdispersion, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass da bei einem "langsamen" Signal auch auf hunderte von Metern etwas nenneswertes passieren soll...
Jens
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Antwort#3
" Das, was an Licht einmal in die Faser reinkommt, kommt hinten auch genauso wieder raus. "
Das ist allerdings Wunschdenken. Die Dämpfung in solch einem Lichtleiter ist z.B. erheblich.
Trotzdem tut es ein "billiger" Reichelt- Lichtleiter für die Adat/ SPDIF optical- Übertragung mit z.B. 3m völlig. Auch bei mir im Studio.
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Antwort#4
Moin...
"Das ist allerdings Wunschdenken. Die Dämpfung in solch einem Lichtleiter ist z.B. erheblich."
Das ist klar. Ich bezog mich dabei auf die zeitliche Ebene. Denn Jitter hat erstmal mit der Signalstärke am Ausgnag nicht soviel zu tun. Da geht es ja um zeitliche Schwankungen. Die können in der Faser eigentlich nur aus der Dispersion kommen, denn die Dämpfung (so groß sie auch sein mag) ist ja zeitlich konstant.
Jens
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Antwort#5
Denn Jitter hat erstmal mit der Signalstärke am Ausgnag nicht soviel zu tun. Da geht es ja um zeitliche Schwankungen.
Wenn die Signalflanken verschliffen sind und gar gedämpft werden die Signalwechsel entsprechend später und anders registriert.
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Antwort#6
Moin...
"Wenn die Signalflanken verschliffen sind und gar gedämpft werden die Signalwechsel entsprechend später und anders registriert. "
Auch das ist mir klar. Aber dennoch ändert sich die Dämpfung zeitlich nicht, dementsprechend dürfte ein zeitlicher Jitter aufgrund der Dämfung nicht enstehen. Jitter bezeichnet ja zeitliche Fluktuationen, und mir ist nicht klar, wo die herkommen sollen. Auch die stärkste Dämpfung verändert ja nicht die zeitliche Form der Pulse, sondern skaliert die Pulse linear herab.
Nochmal die Frage: Gibt es dazu irgendwo nachvollziehbare Aussagen?
Jens
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Antwort#7
Jitter bezeichnet ja zeitliche Fluktuationen, und mir ist nicht klar, wo die herkommen sollen.
Wenn die Signalflanken verschliffen sind, also ein Rechteck zu einem Sinus geworden ist und dieser noch gedämpft wurde wird der Umschaltzeitpunkt u.U. später detektiert.
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Antwort#8
...womit man bei der Erklärung einer Verzögerung aber nicht eines Jitters wäre...
Ist nicht das Hauptproblem des Kabels seine Steifigkeit, die Bruchgefahr, die relativ schlechte Messbarkeit des Durchgangs und die allgemeine Verletzlichkeit (die Oberfläche zählt...)? Das Kabelende als Schwachpunkt auszumachen ist unsinnig. Mit einem sehr scharfen Messer abgeschnittenes Kabel ist absolut ausreichend...Zentrierung ist denkbar einfach, nahezu unwichtig. Im Konnektor findet keinerlei Hi-Tec statt (denkbar billiges und unzuverlässiges Plastic, billige Sensoren und Dioden aus Massenfertigung...gerade deshalb so erfolgreich). Bleibt also als Kriterium hauptsächlich die Biegbarkeit und gleichzeitig eine zähe Umhüllung zwecks Kratzschutz möglichst nicht zu dünn. Ich habe schon Billig-LWL's von 20m einwandfrei arbeiten sehen, allein für Live-Einsätze habe ich meine Bedenken...
Ist möglicherweise LWL für professionelle Computeretzwerke eine gangbare Alternative (und möglicherweise günstiger, da Massenware)?
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Antwort#9
Moin...
"...womit man bei der Erklärung einer Verzögerung aber nicht eines Jitters wäre..."
Das sehe ich auch so.
"Ist nicht das Hauptproblem des Kabels seine Steifigkeit, die Bruchgefahr, die relativ schlechte Messbarkeit des Durchgangs und die allgemeine Verletzlichkeit (die Oberfläche zählt...)?"
Nein, nicht wirklich. Die relativ dicken Kunststoffasern sind vom Material her relativ flexibel, die Glasfasern zwar biegesteifer, dafür aber ungleich dünner. Bruchgefahr betsteht da nicht wirklich. Die Steifigkeit rührt aus der Schutzummantelung her, allerdings hat das meist einen anderen Grund: Je kleiner der Biegeradius eines LWL, umso höher sind die Streuverluste (bei "etwas mehr" übertragener Leistung kann man den Mantel an Biegestellen schön schimmern sehen). Deswegen macht man die Kabel eher steif.
Die Messbarkeit des Durchgangs ist eigentlich kein Problem. Es geht halt nur nicht mit dem Multimeter ;)
Verletztlich sind die Kabel eigentlich auch nicht, denn sie sind ja dick ummantelt. Übrigens zählt auch nicht die Oberfläche der Faser, sondern die des Faserkerns, an den man aber nicht herankommt. Eine Faser mit äußerlichverletztem Mantel verliert keineswegs ihre Lichleitfähigkeit. Man schafft nur eine gegen Bruch empfindliche Stelle...
"Das Kabelende als Schwachpunkt auszumachen ist unsinnig."
Oh nein. Das Kabelende ist das A und O. In der Faser propagiert das Licht bis auf die Dämpfung ungestört; entscheidend ist, wieviel Licht man in die Faser hineinbekommt.
"Mit einem sehr scharfen Messer abgeschnittenes Kabel ist absolut ausreichend... Zentrierung ist denkbar einfach, nahezu unwichtig."
Das beides gilt allerhöchstens für dicke Kunststoff-Fasern. Bei Glasfasern werden die Enden aufwändig poliert, sonst ist da überhaupt nichts zu wollen. Und was die Zentrierung angeht: Gut, bei einer mit einer LED beleuchteten, "dicken" Faser (500µ) ist das mit der Zentrierung eher nebensächlich. Aber bei "normalen" LWL, also Single- oder Multimode-Glasfasern sprechen wir über Kerndurchmesser von wenigen Mikrometern. Um da eine gute Kopplungseffizienz zu erreichen, darf der (Laser-)Strahldurchmesser am Ort der Faser nicht viel größer sein, was in allen drei Raumrichtungen Justiergenauigkeiten im Mikrometerbereich erfordert.
Nur um mal eine Hausnummer zu nennen, was die Wichtigkeit des Steckers angeht: Bei einer handelsüblichen Multimodefaser liegt der Meterpreis in der Gegend weniger Euro, ein fertig konfektioniertes Patchkabel liegt so in der Gegend von 50 Euro. Ob man da 1, 2 oder 5 Meter nimmt, macht im Preis fast nichts aus. Das Teure sind die Stecker und deren Konfektionierung. Ein professioneller Faserkoppler liegt dann übrigens gerne mal so bei 800-900 EUR (also das Gegenstück zur Faser).
Wie gesagt: für die "Micky-Maus-Kabel" aus Kunststoff ist das alles nicht so kritisch, weil dort aufgrund der hohen Dämpfung ohnhin so viele Verluste im Spiel sind, dass sich der Aufwand für ordentliche Stecker nicht lohnt.
"Im Konnektor findet keinerlei Hi-Tec statt (denkbar billiges und unzuverlässiges Plastic, billige Sensoren und Dioden aus Massenfertigung...gerade deshalb so erfolgreich). "
Wenn wir uns auf die typische S/PDIF-Optical-Variante beschränken, hast du recht. Das sieht aber schon bei Kurzstrecken-Datennetzen (10-100Mbit, auch z.T. auf Kunststoffbasis) ganz anders aus. Von "richtigen" Glasfasern ganz zu schweigen.
"Ist möglicherweise LWL für professionelle Computeretzwerke eine gangbare Alternative (und möglicherweise günstiger, da Massenware)? "
Das wären sie theoretisch schon. Nur muss das Gegenstück auch passen. Die Einkoppeloptik muss auf die Faser angepasst sein, und durch Netzwerk-LWL bekommst du mit einer simplen LED überhaupt kein Licht durch. Da muss es schon ein Laser sein, um vernünftig fokussieren zu können, und der Aufwand steigt beträchtlich (s.o.). Das lohnt dann eben auch nur für weite Strecken (also km aufwärts).
Jens
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Antwort#10
Hallo Jens und andere,

möchte als Ergänzung mal etwas zu den Glasfasern sagen: Ich habe hier an unserer FH im Rahmen des HF-Praktikums SM und MM-Fasern konfektioniert. Der Aufwand an Zeit ist relativ groß was die Schleiferei der Faserenden angeht. Nur sauberst geschliffene Enden gewähren geringe Einkopplungsverluste und Reflexionsdämpfungen an Kupplungsstellen. Die Faser wird zunächst mit einer Diamantklinge abgeschnitten und anschließend auf einer Schleifvorrichtung poliert, wobei verschiedene Polierfolien zum Einsatz kommen. Man muß zwischendurch mit dem Mikroskop die Flächen auf Schleifqualität kontrollieren. Wenn das ganze fertig ist wird die Faser dann mit einem OTDR-Meßplatz durchgemessen.
Der ganze Aufwand ist zwar ungleich höher als mit den billigen Kuststofflichtleitern, aber die kilometrische Dämpfung der SM und MM-Fasern ist extrem klein - ca. 1 dB/km.

Grüße
Rainer
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Antwort#11
Hi,
ergänzend wollte ich noch anmerken:
Für ungewöhnliche Längen gibt's Kunstofflichtleiter auch von der Rolle. Aufclipbare TOSlink-Stecker und Montagewerkzeug (ein Teppichmesser tut's auch) sind ebenfalls erhältlich.
www.farnellinone.de
gruss
joachim
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