Hallo, ich habe ein paar Fragen zu Knotenpunktverstärkern respektive zur Summierung diverser Signale. Meines Wissens nach gibt es 2 Arten der Summierung. Einmal die Stromgesteuerte und einmal die Spannungsgesteuerte Summierung. Bei der Stromgesteuerten Summierung setzt man ja s.g. 0 Ohm Sammelschienenverstärker ein (Vx75) wo man 5,11 kOhm Vorschaltwiderstände einsetzt. Wie ist das nun aber bei der Spannungsgesteuerten Summierung? Nehmen wir mal an ich möchte zur Summierung einen Vx72 Ausgleichsverstärker nehmen, der ja einen Eingangswiderstand von ca. 10 kOhm hat. Nehmen wir weiterhin an, ich möchte 24 Mikrofonvorverstärker summieren, welche jeweils einen Ausgangswiderstand von 40 Ohm haben. Nun brauche ich ja einen guten Kompromiss aus a) einem nicht zu großem Pegelverlust (um die Verstärkung im Vx72 nicht zu hoch einstellen zu müssen), b) einer geringen Beeinflussung der 24 Kanäle untereinander , und c) einer annehmbare Ra-Ri Kombination. Im Prinzip kann man ja pro Kanal einen symmetrischen Spannungsteiler ?bauen?, nur nun zu meinen Fragen: 1) Wie dimensioniere ich die Längs- und Parallelwiderstände um eben den oben genannten Kompromissen gerecht zu werden (in Abhängigkeit von den jeweils 40 Ohm der 24 Kanäle und den 10 kOhm des Vx72) und 2. Wie berechne ich den Ra und Ri einer solchen Parallelschaltung von 24 Kanälen bei nachgesetzten Spannungsteiler, denn mir ist noch nicht einmal klar, wie ich Ra und Ri von nur einem Spannungsteiler berechne....:-) Ich hoffe es versteht jemand mein Anliegen und kann mir behilflich sein... Danke in Voraus Hendrik
es ist immer etwas mühsam, eine Schaltung zu kommentieren, die nur verbal - also ohne Schaltplan - übermittelt wird. Ich muß mir hier erst die Mühe machen und aus Deinen Ausführungen die Schaltung aufzeichnen. Das ist mir momentan ein zu zeitraubendes Unterfangen. Grundsätzlich aber eines: Eine Summation mit einen V 72 ist heute überholt. Denn bei jeder Spannungsaddition von Mischpultkanälen auf einen hochohmigen Eingang hat man zwangsläufig die sog. "Knotenpunkdämpfung" im Spiel, die im Extremfall so groß ist, wie Kanäle vorhanden sind. Also z.B. bei 10 Kanälen beträgt sie 1/10 also 20 dB. Der Innenwiderstand eines Spannungsteilers ist gleich der Parallelschaltung der beiden Teilerwiderstände. Und im Allgemeinen macht man die Längswiderstände hinter dem Ausgang der Kanäle so groß wie der Eingangswiderstand des folgenden Verstärkers. In Deinem Fall also 10 kOhm. Dann ist bei 24 Kanälen die Knotenpunktdämpfung 1/24 also ca. 28 dB. Diese 28 dB muß der V72 dann aufbringen. Vom Rauschen her ist diese Variante gegenüber der Stromaddition mit den V75-Verstärkern auf jeden Fall die schlechtere Lösung. Ich hoffe diese Information hilft Dir vorab erst mal weiter.
Hallo Rainer, ja, diese Information hilft mir schon mal sehr. Wenn es in Ordnung ist, würde ich meine Idee mal später am Abend aufzeichnen, und Dich dann bitten den Schaltplan zu kommentieren. Lieben Gruß Hendrik
""würde ich meine Idee mal später am Abend aufzeichnen, und Dich dann bitten den Schaltplan zu kommentieren"" Bitte dann die Bauteile - vor allem die Widerstände - durchnummerieren, dann kann ich (bei Formeln) besser Bezug nehmen. MfG R
Hallo Rainer, hier habe ich nun grob meine Idee aufskizziert. Ich hoffe es ist so richtig... Vielleicht könntest Du mir anhand dieses Schaltplans die Zusammenhänge erläutern. Ich würde mich sehr freuen. Lieben Gruß Hendrik
Nehmen wir mal an ich möchte zur Summierung einen Vx72 Ausgleichsverstärker nehmen, [...]
Hallo Hendrik, aufpassen; falls das X eine 6 ist, hat selbiger auch einen 0-Ohm-Eingang. Wenn Du lötend tätig werden möchtest, hätte ich evtl. ein paar V672-Eingangsübertrager... Grüße ;Matthias
die Widerstände R3 und R6 können entfallen, sie bringen nur zusätzliche Dämpfung. Die übrigen Widerstände sollten - wie ich im vorigen Posting schon schrieb - dem Eingangswiderstand des V*72 entsprechen. Es erscheint zwar auf den ersten Blick plausibel, diese so klein wie zulässig zu machen - nämlich 300 Ohm - aber es bringt nichts, weil der Teilerfaktor der Knotenpunktdämpfung sich aus der Parallelschaltung der restlichen Widerstände errechnet. Wenn Du also 24 Kanäle hast, dann ist der Teilerfaktor 1/24, egal wie groß die R1,2,4,5 sind, weil der Eingangswiderstand des V72 groß ist gegen den dann resultierenden Innenwiderstand des durch die Parallelschaltung aller Kanäle gebildeten Spannungsteilers und somit vernachlässigbar. R1 und R2, sowie R4 und R5 sollten dann jeweils dem halben Eingangswiderstand des V72 entsprechen. Die R7...R10 können ebenfalls entfallen, weil ja eine Entkopplung über die R1,2,4,5 vorliegt.
Hallo Rainer, danke für Deine Ausführungen. Ein paar Fragen dazu. 1. Du schreibst R3 und R6 können entfallen, aber ist es nicht generell empfehlenwert anstatt eines Widerstandes einen Spannungsteiler zur Dämpfung zu nehmen, oder übersehe ich da was? 2. Könntest Du mir erklären, wie man den resultierenden Innenwiderstand des durch die Parallelschaltung aller Kanäle gebildeten Spannungsteilers hier in meinem Beispiel errechnet? Ich kann einen simplen Spannungsteiler errechnen, aber mir fehlt in meinem Beispiel doch ein wenig der Überblick...:-) R7 bis R10 waren eigentlich zur 3 dB Dämpfung gedacht, falls man das Signal in die Phantommitte legt. Macht doch Sinn, oder? Wäre klasse, wenn Du meine Fragen beantworten könntest.. Danke schon mal im Voraus. Gruß Hendrik
Zu Punkt 1: Der Spannungsteiler wird hier gebildet durch die Vorwiderstände R1,2,4,5 und dem Eingangswiderstand des V72, sowie der Parallelschaltung aller weiteren Kanäle. Zu 2: Da der Quellwiderstand jedes Kanals gleich der Summe der beiden Widerstände R1 und R2 (bzw. R4 und R5) ist, wird der Innenwiderstand des gebildeten Spannungsteilers dann (R1+R2)/24. Also die Parallelschaltung aller Reihenschaltungen der beiden Widerstände jedes Kanals. Wenn also die beiden Widerstände je 5 kOhm haben, dann ist Rges = 10 kOhm und der Innenwiderstand des gebildeten Spannungsteilers somit 10kOhm/24 - also ungefähr 0,4 kOhm. Grundsätzlich gilt: Unabhängig vom Teilerverhältnis ist bei jedem Spannungsteiler der resultierende Innenwiderstand gleich der Parallelschaltung der beiden Widerstände. Wenn die Widerstände R7..10 zur 3 dB Dämpfung dienen sollen, müssen sie ungefähr um den Faktor R1(1,41 - 1) größer sein als R1 und R2. Der genaue Wert mußt Du errechnen, indem Du Dir die komplette Ersatzschaltung aufzeichnest und dort erst mal sämtliche Widerstandswerte einträgst. Denn die ca. 0,4 kOhm des resultierenden Teilerwiderstandes gehen in die Berechnung mit ein, im Gegensatz zu einem 0-Ohm-Knotenpunkt. Dort würde der obige Faktor (1,41-1) genau stimmen.