Stereaufnahme eines Musicals

Erstellt 17 Antworten18 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich würde gern nächste Woche ein Musical aufzeichnen. Gespielt wir in einem Stadttheater mit 450 Sitzplätzen. Die Sitze sind wie im Kino Kaskadenförmig aufgestellt. Jetzt ist die Frage welche Stereoanordnung sich hierfür am besten eignet. Hatte schonmal gedacht ein klein AB in der Hälfte des Raumes von der Decke abzuhängen, aber on das der Richtige Weg ist weiß ich nicht.
Gruß
Sebastian
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Antwort#2
Um nicht das störende Publikum mit den Popcorngeräuschen aufzunehmen, sondern das gute Musical-Orchester, empfiehlt es sich eher mit mindestens zwei Mikrofonen in die Nähe der Bühnenkante zu gehen.
Janus
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Antwort#3
Hallo!
Die Band spielt in nem geschlossenen Orchestergraben, die Musik kommt allein über die Pa. Zur Beschallung werden auf 12m Bühnenbreite 4 Boxen geflogen. Das Publikum soll schon noch mit drauf.
Gruß
Sebastian
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Antwort#4
Guck Dir doch bitte mal an, wie gross die Distanzen
Schallquelle-Mic bzw. Publikum-Mic sind und rechne Dir mit den
zu erwartenden Pegeln mal aus, wie das Verhaeltnis auf der Aufnahme
sein wird...
Man kann in ein Theater zwar ein Hauptsystem haengen, aber da wuerde
ich eher etwas gerichtetes bevorzugen, zB. ORTF.
Wenn die Band ueber die PA kommt und die Saenger auch ueber Mics auf die
PA gelegt werden - weshalb nimmst Du dann nicht direkt diese Signale ab?
Eventuell dann noch ein Raum-Mic alleine fuer das Publikum (Gross AB),
Mehrspurmitschnitt, dann mischen.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#5
Hallo,
Wenn die Band ueber die PA kommt und die Saenger auch ueber Mics auf die
PA gelegt werden - weshalb nimmst Du dann nicht direkt diese Signale ab?
Weil das gar nichts mit einander zu tun hat. Wenn man sich eine Saalmischung auf einer Aufnahme anhoert, klingt das meist sehr verkehrt, waehrend es im Saal stimmt.
Dirk
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Antwort#6
Wenn er das Signal der PA nimmt, dann besteht das Risiko, dass Körperschall, Raschelgeräusche durch z.B. Lavaliermicros und starke Pagelschwankungen durch Bewegungen der Akteure zum Problem werden.
Möglicherweise das Auskoppeln des Orchesters so sehr gut möglich, für die Akteure auf der Bühne sollte man möglicherweise noch mit Grenzflächen gute Ergebisse erzielen können.
Frank
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Antwort#7
Hallo!
Genau das war mein Problem, Keyboards meist zu laut, etc.
Gruß
Sebastian
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Antwort#8
Gedacht war ja nicht, die Saalmischung aufzunehmen, sondern von den einzelnen (!) Kanaelen zB. die
direct outs zu verwenden oder dgl.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#9
Ach so war das gemeint. Das ist natürlich prima, bloss man muss hoffen, genügend Splitter zu kriegen... :)
Dirk
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Antwort#10
Wozu brauchst Du Splitter wenn Du die Direct-Outs vom Saalpult benutzt??
Dies ist jedenfalls mit Abstand die beste Methode ein Musical aufzunehmen - es sei denn Du kannst ein seperates Pult samt Split Budgetieren - das muß aber auch nicht sein.
Gruß,
Christopher
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Antwort#11
Moin...
"Wozu brauchst Du Splitter wenn Du die Direct-Outs vom Saalpult benutzt??"
Weil die Direct Outs normalerweise Post-EQ und vor allem Post-Fader sitzen. Man ist also nicht unabhängig von der Saalmischung.
Jens
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Antwort#12
Der Splitter trennt mich nur vom EQ/Fader, wenn ein seperates Pult da ist >> Budget. Und dann kommt das ganze in einen seperaten Raum so möglich.
Aber POST Fader / post EQ macht die Aufnahme natürlich NICHT abhängig vom Saalsound.
In der Praxis hat sich gezeigt, das normale D-Outs überhaupt kein Problem darstellen,
solange der Bediener nicht *kompletten* Mist baut. Im Gegenteil, das was da passiert kann für die Aufnahme durchaus hilfreich sein (EQs, Solos anheben, Compressor-Insert, etc - nur bitte keine Gates...). Ich selber habe in letzter Zeit ca. 15 solcher Aufnahmen gemacht ohne Probleme beim Remix (meistens habe ich allerdings den PA-Sound auch gemischt und gewisse Fehler NICHT gemacht).
Grüße,
Christopher
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Antwort#13
Moin...
"Der Splitter trennt mich nur vom EQ/Fader, wenn ein seperates Pult da ist >> Budget. Und dann kommt das ganze in einen seperaten Raum so möglich."
Ja, das ist klar. Wenn aber das Budget sowieso nur für ein Pult reicht, warum dann nicht einfach einen Aufnahmemix über die Auxe machen?
Ein zweites Pult brauchst du doch auch bei Direct Out?
"Aber POST Fader / post EQ macht die Aufnahme natürlich NICHT abhängig vom Saalsound."
Naja... Du kannst natürlich einen ganz anderen Mix erstellen als den für den Saal, soweit stimme ich dir da zu. Du hast aber immer nur das, was der Saalmix herausgibt, als Grundlage. Sprich: wenn der Saalmixer einen Kanal mutet oder ganz runterzieht, bist du auf dem Ohr auch taub. Geschieht z.B. gerne mal in Livesituationen, wo der Gitarrenamp schon von der Bühne her zu laut / laut genug ist.
Zum zweiten musst du natürlich u.U. gegen Aktionen des Saalmischers anarbeiten. Dreht der am EQ, musst du das mitbekommen und gegenhalten.
"In der Praxis hat sich gezeigt, das normale D-Outs überhaupt kein Problem darstellen,solange der Bediener nicht *kompletten* Mist baut."
Ich würde das unterschreiben, solange Saalmischer und Aufnahmemischer ein- und dieselbe Person sind oder gut miteinander kommunizieren. In dem Fall halte ich aber einen Aux-Mix für einfacher.
"Im Gegenteil, das was da passiert kann für die Aufnahme durchaus hilfreich sein (EQs, Solos anheben, Compressor-Insert, etc - nur bitte keine Gates...). "
Das KANN hiflreich sein, keine Frage. Solange du mitbekommst, was da passiert oder es selbst machts (s.o.) auch gar kein Problem. Nur was tust du, wenn dein sorgfältig eingepegeltes Signal plötzlich im Laufe der Show Kanal für Kanal immer mal wieder lauter wird, weil der Saalmixer nur Faderrichtung "aufwärts" kennt, wenn der Mix aus der Balance gerät?
"Ich selber habe in letzter Zeit ca. 15 solcher Aufnahmen gemacht ohne Probleme beim Remix (meistens habe ich allerdings den PA-Sound auch gemischt und gewisse Fehler NICHT gemacht)."
Ich habe auch nicht gesagt, dass es mit Direct Outs nicht geht. wenn man alles allein macht, und womöglich aus den DOs erstmal nur mehrspurig mitschneidet und später mischt, kein Problem.
Sich aber an ein Saalpult per DO anzuhängen, mit einem Saalmischer, den man nicht kennt, und "live" einen Stereomix zu gestalten, der sich hören lassen kann, stelle ich mir extrem stressig vor. Dann doch lieber ein Split...
Jens
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Antwort#14
Hallo,
Der Splitter trennt mich nur vom EQ/Fader, wenn ein seperates Pult da ist >> Budget.
Naja, wenn das so ist, kann doch der PA-Mann gleich ne MiniDisc mitlaufen lassen, dann koennen wir uns das ganze sparen...
Also, worueber reden wir denn dann ueberhaupt, wenn die Budgetsituation noch nicht einmal ein seperates Aufnahmepult erlaubt!? Ich haette keine Lust, mich von den PreAmps eines anderen abhaengig zu machen, vor allem wenn man nicht weiss, ob da noch dran gedreht wird.
Dirk
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Antwort#15
""> Der Splitter trennt mich nur vom EQ/Fader, wenn ein seperates Pult da ist >> Budget.
Naja, wenn das so ist, kann doch der PA-Mann gleich ne MiniDisc mitlaufen lassen, dann koennen wir uns das ganze sparen...
Also, worueber reden wir denn dann ueberhaupt, wenn die Budgetsituation noch nicht einmal ein seperates Aufnahmepult erlaubt!? Ich haette keine Lust, mich von den PreAmps eines anderen abhaengig zu machen, vor allem wenn man nicht weiss, ob da noch dran gedreht wird.""
Ich weiß nicht worüber Du redest, meine Meinung war nur: Besser ein Mehrspurmitschnitt aus den D-Outs des Saalpultes als eine Aufnahme mit Raummikros mit eigenem Pult (es ging wohl gemerkt um eine Musical-Produktion).
Gruß,
Christopher
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Antwort#16
Hallo Jens,
ich glaube Du hast mich nicht verstanden.
"Mathematiker" schlug (richtig) vor, eine MT-Aufnahme über D-Out aus dem Saalpult zu machen,
darauf schrieb "Dirk F", das man hierzu "genügend Splitter" bräuchte, was natürlich nicht stimmt. Dies brachte ich ein, sowie die Tatsache, das Saalpult-D-Out Multitrack-Mittschnitte in aller Regel völlig unproblematisch sind, und das man eben nicht, so wie Du anbrachtest, sich vom Saal/PA-Sound abhängig macht. Du bist dann irgendwie auf die Idee gekommen ein zweites Pult über die D-Outs des ersten zu fahren, was auch irgendwie dummes Zeug ist, denn dann würde selbst ein splitterloses Y-Split des Signals mehr Sinn machen (sowas habe ich auch schon mit Erfolg verzapfen müssen, viele Multicoresysteme verfahren grundsätzlich nach diesem Prinzip, echte Splitter-Systeme gibt es nur bei wirklich guten Verleihern).
Deine Einwände zum Sallpult-D-Out Verfahren sind *theoretisch* alle haltbar, aber Du Argumentiest nur im "worst-case"-Modus. Warum sollte ein Techniker eine Spur ausschalten, wenn sie gebraucht wird? Und: Pegeländerungen sind schon auf der Bühne gang&gäbe, all sowas lässt sich spielend in DAW-Systemen kompensieren.
Wenn ich mal nicht selbst am Pult stehen kann bei so einer Aufnahme gebe ich dem Techniker zumindest ein paar Tips - soo dumm sind die Kollegen i.d.R. eben doch nicht.
Also, alles klar nun?
Gruß,
Christopher
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Antwort#17
Moin...
"Ich weiß nicht worüber Du redest, meine Meinung war nur: Besser ein Mehrspurmitschnitt aus den D-Outs des Saalpultes als eine Aufnahme mit Raummikros mit eigenem Pult (es ging wohl gemerkt um eine Musical-Produktion)."
Siehst du, da haben wir schon das Missverständnis. Ich war davon ausgegangen (anhand der Überschrift), dass sofort und live ein Stereomix erstellt werden soll.
Wenn natürlich die Möglichkeit besteht, mehrspurig mitzuschneiden, dann hast du natürlich völlig recht mit den DOs. Und dann ist in der Tat ein separates Pult oder auch nur passend viele Preamps (bei der Split-Lösung) ein Unterfangen, was die Kosten u.U. unnötig in die Höhe treibt...
Jens
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Antwort#18
Moin...
"ich glaube Du hast mich nicht verstanden.
"Mathematiker" schlug (richtig) vor, eine MT-Aufnahme über D-Out aus dem Saalpult zu machen,
darauf schrieb "Dirk F", das man hierzu "genügend Splitter" bräuchte, was natürlich nicht stimmt."
Bis hierhin gebe ich dir völlig recht - dass wir offensichtlich aneinander vorbeigeredet haben, dazu siehe mein anderes Posting unmittelbar vorher.
"Dies brachte ich ein, sowie die Tatsache, das Saalpult-D-Out Multitrack-Mittschnitte in aller Regel völlig unproblematisch sind, und das man eben nicht, so wie Du anbrachtest, sich vom Saal/PA-Sound abhängig macht."
Auch da hast du recht - im Falle eines MT-Mitschnittes jedenfalls. Wobei man natürlich schon in gewisser Weise durch den Saalmix etwas eingeschränkt wird (zumindest bei extremen EQ-/Fadereinstellungen oder eben Dynamics) - was sich meistens, aber nicht immer, nachher kompensieren lässt. Ich habe gerade so einen Mitschnitt meiner eigenen Band in der Mache. Da wünscht man sich manchmal schon den einen oder anderen Kompressor anders eingestellt...
"Du bist dann irgendwie auf die Idee gekommen ein zweites Pult über die D-Outs des ersten zu fahren,"
Wie gesagt: Ich war anhand der Überschrift und dann wieder beim Thema Splitter auf die Situation "Stereo-Mitschnitt" (=Live-Mischung) eingenordet...
"was auch irgendwie dummes Zeug ist, denn dann würde selbst ein splitterloses Y-Split des Signals mehr Sinn machen (sowas habe ich auch schon mit Erfolg verzapfen müssen, viele Multicoresysteme verfahren grundsätzlich nach diesem Prinzip, echte Splitter-Systeme gibt es nur bei wirklich guten Verleihern)."
Auch das ist richtig, wenngleich ich "mehr Sinn" nicht unterschreiben würde. Es geht schon, aber die beste Lösung ist dann schon auch ein Split. Der einzige NACHteil eines Splits in diesem Falle wäre der Preis.
"Deine Einwände zum Sallpult-D-Out Verfahren sind *theoretisch* alle haltbar, aber Du Argumentiest nur im "worst-case"-Modus. Warum sollte ein Techniker eine Spur ausschalten, wenn sie gebraucht wird?"
Da muss ich dir widersprechen: Auf großen Bühnen (Sälen) nicht so das Problem, aber z.B. in all den Fällen, wo das Schlagzeug komplett abgenommen, aber von sich aus schon zu laut ist oder vo der Gitarrist von der Bühne bereits zuviel Pegel gibt, ist der Fader für die Front ganz schnell unten.
"Und: Pegeländerungen sind schon auf der Bühne gang&gäbe, all sowas lässt sich spielend in DAW-Systemen kompensieren."
Solange der Fader nicht GANZ zu ist, ja...
"Wenn ich mal nicht selbst am Pult stehen kann bei so einer Aufnahme gebe ich dem Techniker zumindest ein paar Tips - soo dumm sind die Kollegen i.d.R. eben doch nicht."
Das wollte ich auch nicht unterstellen. Ich denke nur, dass ein Livemix mit zweitem Pult über DOs ein deutlich überdurchschnittliches Maß an Kommunikation und "Vorwarnung" _während_ der Show verlangt ("Achtung, ich geb dem Basser jetzt mehr Pegel!"). Aber die Sache ist ja vom Tisch.
Jens
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