Hallöle zusammen, ich plane gerade ein Jazz-Konzert (Voc, Piano) in einer Kirche, die ca 2-3 Sekunden Nachhall hat (leer). Nun hatte ich folgende Idee, um den Hall etwas zu dämpfen (natürlich dämpfen die Zuhörer nachher auch noch gut): Hinter die Musiker auf die gesamte Altarraumbreite eine Traverse ziehen, einen Molltonvorhang an die Vorderseite gehängt, einen zweiten mit möglichst viel Faltenwurf an die hintere Stange der Traverse gehängt, so dass die zwei Vorhänge einen Variablen Abstand zwischen 20-40 cm haben, um einen möglichst breiten Frequenzbereich dämpfen zu können. Bringt das was oder ist das vergebliche Liebesmüh, was meint ihr? Ich bin auch gerne für andere Anregungen offen. Danke und liebe Grüße SebastianR
Grundsaetzliche Frage: Willst Du beschallen oder aufnehmen? Fuer das Aufnehmen bist Du in diesem Forum richtig. Da hilft wohl am Besten, eine nahe Mikrophonierung zu verwenden. Eine rueckwaertige Daempfung kann zwar hilfreich sein, man muesste aber die Geometrie und die Oberflaechen besser kennen um serioes sagen zu koennen, ob es die Akustik bessert. Gruss, Mathematiker
... es geht schon ums Beschallen, auch wenn ich sonst meistens aufnehme. Die Kirche ist ca 15 Meter hoch, hat ein Haupt- und zwei Seitenschiffe, Platz für ca. 200 Leute, Holzdecke, Altarraum ca. 8 Meter breit, der Molltonvorhang also ca 8*3,50 Meter... Es geht darum, den Raum akustisch trockener zu bekommen. Grüßle Sebastian
Naechste Frage: Was willst Du trockener machen? Den Spiel-Bereich fuer Deine Mics oder den Publikumsbereich? Hast Du eine Skizze der Geometrie (Grundriss & Aufrisse)? Woraus bestehen die Waende? Gruss Mathematiker
ich kann natürlich genausowenig sagen wie die anderen, wir kennen ja keine genauen Raumabmessungen, bei einer 15m hohen Kirche kombiniere ich aber folgendermaßen: großes Volumen, große Flächen mit niedriger Absorption (ist ja auch gewünscht in einer Kirche)...dem wird der 8*3,50 Vorhnag vermutlich nicht viel entgegenzusetzen haben. Die Gedanken würd ich also weniger in Frequenzabhängigkeit etc. (der Vorhang hängt wenn ich das richtig verstanden habe nicht an einer Wand - Wellen aller relevanten Wellenlängen werden also auch "im Schnellemaximum" bedämpft) und mehr in Lautsprecherart und -aufstellung investieren. Versuch so viel wie möglich in die ohnedies ganz gut absorbierenden Menschenmassen und so wenig wie möglich in die Wände zu richten. Wird schon werden...das Publikum hat in einer Kirche sowieso nicht die Erwartungshaltung jetzt gleich einen trockenen Bar-Jazz zu hören :). Viel Erfolg und beste Grüße Andi
...also einen Grundriss habe ich gerade nicht parat, Raum ist vielleicht 20 Meter lang, ca. 13 Meter breit (2,50 Seitenschiffe, 8 Meter Hauptschiff), Steinwände, die Seitenschiffe sind ca 3-4 Meter niedriger als das Hauptschiff. Das Ziel ist einfach, im Zuschauerraum weniger Hall zu haben, also ein besseres Direkt/Difusschallverhältnis. Da ich an den Seitenwänden der Kirche schlecht was anbringen kann (große Fenster, sehr hohe Wände ohne Befestigungsmöglichkeit) erschien mir diese Lösung als einfachste Möglichkeit, den Difusschall etwas zu bedämpfen. Außerdem lösen wir damit ein optisches Problem. Und wir können den Schall der Monitorboxen, die ja an die Wand hinter den Musikern strahlen auf jeden Fall etwas dämpfen, die Frage ist eher, ob so eine Konstruktion mit zwei Vorhängen hintereinander was bringt. Ein weiterer (dritter) Molltonvorhang (ungefähr gleiche Größe) wird an der Rückseite des Raumes (Gegenüber Altarraum) von der Empore gehängt, also halb vor die Emporenwand und freihängend. Liebe Grüße Sebastian
OK, Du willst die Vorhaenge sowieso hinhaengen. Wenn Du ein besseres Verhaeltnis Direktschall/Diffusschall im Publikumsbereich haben willst, und Deine Kirche besteht aus drei Schiffen, so hilft wahrscheinlich sowieso nur, mehrere Arrays aufzustellen, gut auszurichten und geeignet Delay einzusetzen. Gruss, Mathematiker
Hy Habe auch vor kurzem in einer kirche gemischt also grundsätzlich hast du nur mit Piano und Gesang garnicht so ein Problem. schlimm wirds wenn du eine richtige Band mit Schlagzeug abmischen musst. am meisten bring aber immer eine Delayline etwa in der mitte des Raumes. Den das Problem ist ja das der Sound, je weiter du dich von den Speakern entfernst, durch den Hall immer diffuser wird. gruß hardy
Ich würde kmplett mono Fahren und nuch EINEN (Monocluster) Schallpunkt an der Bühne (vieleicht fliegen) und einen als Delayeinheit verzögert in die Mitte der Kirche Monitore so leise wie möglich so laut wie unbedingt nötig -> mein Motto je weniger Schallquellen desto einfacher (weniger Reflexionen und Indifferenzen) MfG Benne
Vielleicht betont wenig Bass/Tiefmitten auf die PA zu legen... wenn man die Kirche als recht perfekten Hallraum sieht und dadurch das eher tiefenbetonende Leistungsspektrum der Speaker für den Klangeindruck entscheidender wird als der On-Axis Frequenzverlauf. Dazu kommt, dass die Vorhänge und das Publikum bei tieferen Frequenzen immer wirkungsloser werden dürften. Optimal trocken wäre es natürlich bei: stark dezentral, stark bündelnde LS, perfekt verzögert, so nahe ans Publikum wie möglich (Hallradius)... Grüsse, Klaus S
Danke für alle Tipps! Wir haben sowieso mehrere Lautsprecher in der Kirche platziert (zwei von vorne und 3 Paar hängend von oben auf das Hauptschiff, so alle paar Meter), allerdings ohne Delay dazwischen, vielleicht probier ich da noch was... Liebe Grüße Sebastian