Montiorstandort

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich weiss, dass auch diese Frage schwierig zu beantworten ist, wenn man die Situation nicht genau kennt. Aber trotzdem:
Meine Nahfeldmonitoren (drei unterschiedliche Systeme) befinden sich leider in Wandnähe, der äusserste linke Monitor sogar in Eckennähe. Alle sind ca. 5 cm nah an der Rückwand. Der linke ist zudem ca. 25cm von der linken Seitenwand entfernt. Nun: Es gibt bei mir keine andere Möglichkeit der Aufstellung. (Ich nehme nur meine eigenen Sachen auf, bin aber professioneller Musiker, sollte also schon akzeptabel werden) Ich habe den zwei Hauptsystemen je eine EQ-Korrekturmöglichkeit.
Ich habe mit einem Sinussweep das ganz mal ausgemessen und wie erwartet gibt es Bassanhebungen, besonders beim linken Monitor. Der EQ bringt ja leider nur etwas bei geringfügigen Korrekturen.
Frage: Ist es möglich, mit Noppenschaum etwas zu bewirken? Bringt es was, wenn man die Rückwand (bzw. die Seitenwand) abdämpft? Mir ist klar, dass ich kein Ideal hinkriegen kann.
Das Mischen funktioniert trotzdem, erstens, weil ich um die Art der Tendenzen weiss, zweitens höre ich den Mix auf unzähligen Systemen durch, (auch im Auto und auf diversen Kopfhörern) was meiner Meinung nach sowieso das Wichtigste ist! Wenn es dann überall gut tönt, ist es ok.
Natürlich wäre ich trotzdem scharf auf einen möglichst ausgeglichen Mischplatz.
Gruss Blaubar
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Antwort#2
Monitorstandort natürlich...
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Antwort#3
Hallo blaubar,
kannst Du mal die genauen Maße des Raums angeben, LxBxH, bzw. ob er überhaupt quaderförmig ist? Wo liegt Deine Hörzone? Die Monitore stehen alle hochkant und jeweils nebeneinannder, nehme ich an? Wie weit weg ist die rechte Seitenwand vom rechtesten Monitor?
Pauschal kann man sagen, denke ich, dass eine achsunsymmetrische Aufstellung immer sehr heikel ist, das ist fast ähnlich schlimm wie unsymmetrische Ohren ;-)
Dadurch dass der rechteste Monitor für bestimmte Freqeunzen in einem Halbraum steht, der linkeste aber in einem Viertelraum, ist der linke in dem Bereich (irgendwo im mittleren Bass) schon mal 6dB lauter. Weiter werden links und rechts jeweils unterschiedliche Raummoden angeregt, bzw. verschieden stark, diese Unsymmetrie kann durchaus bis über die 500Hz sich deutlich auswirken. Wenn Du seitliche Refexionen nicht stark abdämpfst, gilt das für die Höhen genauso.
Resultat ist, dass kaum ein irgendwie scharfes und stabiles Stereo-Image zustande kommen kann, alle Phantomschallquellen wandern je nach beteiligten Frequenzen umher und sind generell instabil. Selbst bei Monosignal bekommst Du keine stabile Phantomschallquelle in der Mitte, also einen ausgewogen Stereo-Mix zu machen wird schon schwierig. Man kann zwar immer mit L/R-Tausch versuchen, die Ausgewogenheit zu beurteilen/berichtigen... Mit irgendwelchem EQing kann man leider gar nichts rausholen, ausser evtl. den Viertelraum/Halbraum-Effekt (wenn man die Frequenzen weiss). Die generelle Ausgewogenheit kann man schon durch diverse Abhörhvarienten testen (so wie Du ja schriebts: KH, Auto, HiFi etc), aber wenigstens an einem Platz will man doch auch sauberes Stereo hören können, oder...
Noppenschaum bringt Dir im Bassbereich quasi nichts, selbst wenn er extrem grossflächig ist, extrem dick ist und mit ausreichend Wandabstand montiert ist. Bei den Wellenlängen (Meter) funktioniert das nicht mehr, so die Schallschnelle (Bewegung der Luftmoleküle) bremsen/dämpfen zu wollen. Da musst Du schon echte (teure) Basstraps nehmen. Oder langwierige Eigenexperimente...
Ich könnte Dir nur raten, eine künstliche Symmetrie durch eine rechte Seitenwand zu schaffen, die sich auch bis in die Hörzone ausdehnen muss, und dieselben akustischen Eigenschaften wie die linke Begrenzungswand haben soll.
Grüsse, Klaus S
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Antwort#4
Danke für die Antwort. Also: Der rechteste Monitor ist ca 2m von der rechten Wand entfernt. Der Raum ist ca 5m x 3.5m, also recht klein. Die Decke ist in der Länge gegen die Wände leicht gewölbt (Dach), was akustisch nicht schlecht ist. Der Boden ist aus Holz. Bei meinem Sinussweep Test (bei dem links und rechts unabhängige Signale laufen) kam heraus, dass vorallem unter 200 Hertz eine Linkslastigkeit besteht, die aber nicht extrem ausfällt. Über eine künstliche rechte Wand muss ich nachdenken, wäre halt ziemlich hässlich...
Die äusseren Monitore stehen ca. 1.80 auseinander und sind so angewinkelt, dass ich meinen Kopf im gleichseitigen Dreieck halten kann. Die inneren Monitore sind ca. 1m auseinander und mein Haupfarbeitsgerät. Da bin ich auch stereomässig am meisten zufrieden. Die stehen ja direkt neben den grossen Monitoren, was eine akustisch ähnlichere Situation erzeugt.
Schade, dass das mit dem Schaum nicht funktioniert. Da bleibt mir wohl nichts ausser eine Wand, oder halt, dass ich meine akustischen Verhältnisse möglichst genau kenne und dementsprechend mische. (was bis jetzt eigentlich recht gut funktioniert hat, aber s e h r arbeitsaufwändig ist, wäre nichts für Kommerzielle)
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Antwort#5
Hallo Blaubar,
einige Anmerkungen:
1. Messen: Bitte nur Druckempfänger (Kugel) verwenden, sonst stimmt keines der Meßergebnisse.
2. Manchmal variieren auch die Boxen, also jede Box auch im Nahfeld messen, damit Exemplarstreuungen ausgeschlossen sind.
3. Durch die richtige Aufstellung erreichst du mehr als durch Einsatz eines Equalizers, manche Frequenzgangabweichnungen sind auch nicht durch Equalizer zu beheben.
4. Manchmal ist weniger ja auch mehr, wozu 3 verschiedene Abhören, vielleicht reichen auch 2, aber dafür richtig aufgestellt?
5. Wer behauptet eigentlich das eine Box immer senkrecht stehen muß und vielleicht auch der Hochtöner immer oben sein muß? Wenn der Raum Probleme macht ist erst einmal fleißiges Boxenwürfeln angesagt, bis es stimmt oder klar wird das andere Unzulänglichkeiten einen guten Sound verhindern.
Gruß
M. Hein
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Antwort#6
Danke für die Antworten.
Dass ich drei Abhören habe, ist für mich sehr wichtig. Besonders auch einfache Computer-Boxen und Billigstkopfhörer sind sehr wichtig für mich. Manches was man auf guten Monitoren sehr gut hört, ist schlicht w e g auf Consumer-Systemen. Letztlich ist es bei mir eine erfolgreiche Arbeitsweise: 1 oder 2 möglichst lineare Systeme, die sich möglichst ergänzen (d.h. dass nicht beide Monitorsysteme die gleichen Schwächen oder Fehler haben), bei denen ich sicher noch rumschieben werde.
Die Boxen sind aufrecht, weil so der Hochtöner auf Ohrenhöhe zu stehen kommt. Ich habe die Boxen nicht mit Mikros ausgemessen, sondern mit meinem Gehör, was beim Sinus-Sweep entsetzlich klare Resultate erbracht hat. Ich habe selber gestaunt.
Die EQs bringen in manchen Fällen sehr viel. Man braucht auch etwas Glück mit der Box. Selbstverständlich kann man keine echten Fehler beheben. Aber bei meinen MSP-5 (die viele sch***** finden, mit denen man aber sehr gut arbeiten kann, besonders, wenn man bei 6kHz eine Absenkung macht und in den unteren Bässen etwas anhebt, worauf diese Boxen eben sehr gut reagieren!) funktioniert dies sehr gut. Natürlich werden mir jetzt alle sagen, dass das Müll ist. Ich w e i s s aber, dass es funktioniert. Punkt.
Und eben: Wer hat schon eine perfekte Abhöre. Niemand. Jeder muss mit Tendenzen arbeiten. Auch Dynaudio hat teils massive Schwächen, von Genelec gar nicht zu reden.
Wenn man müde ist, ist man selber die grösste Fehlerquelle, also...
Danke jedenfalls für die realisierbaren Hilfen!!
Gruss blaubar
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