Tannoy System 600A (aktive Nearfields) -- eine sinnvolle Modifikation

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Startbeitrag#1
Hallo,
Falls es (noch) Besitzer der aktiven Version von der Tannoy System 600 gibt (also die Sys600A)...
... hier (m)ein einfacher Modifikations-Vorschlag --vor allem die Netzteil-Elektronik hat es nötig-- um aus dem Monitor das rauszuholen, was in den Treibern wirklich steckt. Das Gehäuse hat auch eine leichte Nachbehandlung nötig. Der Mod ist schon von 2001, habe aber erst jetzt nochmal Bilder davon gemacht und das Ganze ins Netz gestellt.
Besitzer von der Sys800A oder der Reveal aktiv könnten davon ebenfalls profitieren (wenn die Netzteilschaltung die selbe ist, was ich annehme). Auch ein rauh klingender Verstärker (oder was auch immer) kann vom Prinzip dieser Modifikation Nutzen haben. Etwas Elektronik- und Lötkenntnisse etc. sind natürlich vonnöten.
***keine Esoterik-Tweak, dafür echtes und billiges (unter 30?) Techniker-G'schäft***
Grüsse, Klaus S (das war jetzt auch mal wieder ein praxisorientierter Beitrag von mir, gell... ;-)
http://elbuitre.de.hm/audio/tannoy/modifikation_tannoy_sys600a.html


Tannoy System 600A (aktive Nearfields) -- eine sinnvolle Modifikation
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Antwort#2
Hallo Klaus,
wie machte sich das erkannte Problem im Netzteil bemerkbar - im Klang und/oder auf dem Oszilloskop?!
Gruss
Micha
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PS: Unter dem URL machst Du auch ein paar dunkle Bemerkungen ueber den TL084 - wo siehst Du das Problem mit dem Teil?
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Antwort#3
Hallo Micha
""wie machte sich das erkannte Problem im Netzteil bemerkbar - im Klang und/oder auf dem Oszilloskop?!""
Im Klang; ein Oszilloskop brauchst Du da nicht mehr anklemmen, bei dem extremen Gegrissel was da rauskommt, ehrlich. Schon ohne Signal kam so ein leichtes Gezirpe, mit 100Hz getriggert, und wenn man mal eine Bassspur, einen Sinus oder einen Sinusburst anlegt, dann hört es jeder sofort. Am besten z.B. 102Hz, da schwebt das Gezirpe dann mit 2Hz, also war klar, dass es das Netzteil sein muss (ich habe längere Zeit beruflich u.A. Schaltnetzteile entwickelt, also war ich entprechend sensibilisiert).
Ausserdem war es bei den beiden Boxen recht unterschiedlich, damit war der Verdacht da, dass es auch mit der Verdrahtungsinduktivität zusammenhängt.
Beim Hören mit Musik war diese Rauheit bei allen Pegeln einfach unerträglich, nicht bloss bei lauten, wo der Basstreiber dann zusätzlich massiv Break-Up zeigt (das kam dann hinterher ans Licht).
Achso, zum Testen /Prüfen brauchte ich auch kein Oszilloskop, ein kapazitiv (wegen der Gleichspannung) an die jeweiligen Versorungsspannungen angeschlossener Audioübertrager lässt einen sofort und unmittelbar hören, wie der "Restdreck" auf der Spannungversorgung "klingt". So ein differenzieller und galvanisch getrennter "Messverstärker" ist überaus praktisch, übrigens (in dem Fall war es ein Lundahl Moving-Coil Übertrager, der gerade zur Hand war).
Eigentlich wollte ich primär das Problem mit den Windgeräuschen beheben, bei der Analyse mit den Sinusbursts kam aber ans Licht, dass eben die Schaltung auch ein massives Problem hat.
Wie das auf dem Oszilloskop aussieht (für einen wesentlich milderen Fall, schätze ich), kann man auf der Seite von Charles sehen:
http://www.mother-of-tone.com/current.htm
Ich behaupte ja schon seit langem (und nicht auf Verdacht, sondern aus Erfahrung), dass dieser Standardfehler viele Geräte, speziell Poweramps, verhunzt. Die Schulbuchschaltung darf man nur verwenden, wenn sie mit den Bauteilen gemacht wird, für die sie ursprünglich entwickelt wurde: "weiche" Standard-Netztrafos, "weiche" Röhrengleichrichter, old-school-Elkos, dann ist alles Prima. Mit Ringkern + harten langsamen Dioden + Low-ESR-Elkos funktioniert es nicht, das ist Fakt.

""Unter dem URL machst Du auch ein paar dunkle Bemerkungen ueber den TL084 - wo siehst Du das Problem mit dem Teil?""
Ist zwar ein TL074, aber das ist in dem Fall egal... diese Feld-Wald-und-Wiesen-Serie aus den frühen 80ern ist halt schon ziemlich nichtlinear. Bewährter Test um das sofort zu hören/sehen (ein Standard-Test zur Beurteilung jeglicher Op-Amps):
Normale invertierende Schaltung mit z.B. zwei mal 10kOhm aufbauen, aber direkt vom Minus-Eingang 100Ohm (oder 10Ohm) nach Masse legen. Verstärkung ist dann immer noch -1, aber die Wirksamkeit der Gegenkopplung wird um den Faktor 100 (oder 1000) reduziert. Falls der Amp dann schon wegen der Offsetspannung/~drift aus dem Ruder läuft, dann den 100R kapazitiv ankoppeln. Man mag glauben, dass die Gegenkopplung im normalen Betriebsfall das ausregelt, aber bei hohen Frequenzen (schau dir mal den Frequenzgang der Leerlaufverstärkung an) und/oder nicht-ohmscher Last spielt das sofort eine wichtige Rolle.
Der Test ist ünrigens von Burr-Brown, um damit die Verzerrungen ihrer besseren Op-Amps überhaupt solide messen zu können.
Also der TL07x ist schon vom Preis-Leistungsverhältnis her OK, aber schon lange nicht mehr Stand der Technik. Sein schlechter Einfluss in der Verstärkerschaltung der Box ist vergleichsweise marginal, das stimmt schon, im Unterscheid zu den Netzteilgeschichte.
Grüsse, Klaus S (sorry für den extensiven tech-talk, aber ich denke davon profitieren doch alle, oder?)
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Antwort#4
Hallo Klaus,
danke fuer die Beschreibung des Netzteil-Effektes - das ist deutlich eine krasse Fehlkonstruktion - zu niederohmig und damit ein zu kleiner Stromflusswinkel - bei Studiogeraet, und selbst bei den ueblichen Hifi-Dosen einer gewissen Mindestqualitaet (ich rede nicht von Esoterik, sprich High-End) ist mir das noch nicht vorgekommen. Bei manchem Geraet konnte man etwas auf dem scope sehen, oder einmal, bei einer Nelson-Pass-("Threshold")-Endstufe aus den 1980igern - mit 0,1F je Kanal im Netzteil -,hat man den hash in benachbarten Radios gehoert, bis
ich einen Zehn-Ohm-Widerstand vor der Primaerwicklung des Netztransformators (Kochtopfgroesse) einfuegte... nur hoerte man im Lautsprecher an der eigentlichen Endstufe schon vorher nichts - da war das PSRR des Verstaerkers auch bei hohen Frequenzen sehr gut.
Zu den TLxxx aus den 1980igern ist zu sagen, dass man diese Teile sinnvoll innerhalb der Datenblattparameter einsetzen muss, und dann keinerlei Probleme mit ihren nichtidealen Eigenschaften hat - ich habe die Teile sowohl in Mess- als auch in Audioschaltungen verbaut, ohne Nachteile zu haben - sprich Austausch gegen modernere Nachfolgetypen brachte in den Schaltungen keine sinnvolle Verbesserung, wie es auch bei einem sauberen Entwurf zu erwarten ist.
Die Messchaltungen waren durchaus breitbandig - sie wurden in der Stoerspannungsmesstechnik (Teilentladungsmessungen) eingesetzt, und verhielten sich wie berechnet...
Wenn man natuerlich anfaengt, von Bauteilen mehr zu verlangen, als was laut technischen Daten erwartet werden kann, bekommt man das entsprechende (schlechte) Resultat.
Gruss
Micha
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