Es geht letztendlich nicht ohne Kondensatoren, egal ob mit Regelkreis wie es Klaus beschrieb, oder mit Hochpaßfilter. Was hast Du eigentlich gegen Kondensatoren? Der erste Kondensator der Signalkette ist die Mikrofonkapsel! Und der letzte ist das Filtersystem in den Lautsprecherweichen.
Moin... "Es geht letztendlich nicht ohne Kondensatoren, egal ob mit Regelkreis wie es Klaus beschrieb, oder mit Hochpaßfilter." Es geht schon ohne Kondensatoren. Man denke mal an einen RL-Hochpass o.ä., und eine wie auch immer geartete Regelung kann auch rein digital arbeiten (na gut, da hat man dann irgendwo wieder einen C im Wandler stecken). Die Fragen sind nur: a) Warum sollte man das wollen, und b) wie gut geht das in der jeweiligen Anwendung? "Was hast Du eigentlich gegen Kondensatoren? " DAS ist die entscheidene Frage... ;) "Der erste Kondensator der Signalkette ist die Mikrofonkapsel!" Nicht zwingend. Könnte auch eine Spule sein (dynamische Wandler) "Und der letzte ist das Filtersystem in den Lautsprecherweichen." Auch nicht zwingend, s.o. Wenngleich natürlich "Kondensatorfreie" Audioketten irgendwie ein recht akademisch-hypotetisches Konstrukt sind... Jens
Alles schön und gut: Ob L oder C - ohne Blindwiderstände im Signalkreis geht es nicht! Auch unser Gehörgang ist leztlich ein Gebilde aus Wirk- und Blindwiderständen - wenn auch mechanische. Und noch sind wir (gottseidank) noch nicht soweit wie bei Dr. Mabuse, daß jeder eine AES/EBU-Buchse in den Schädel gesetzt bekommt... :-) Aber mit lauter LR-Glieder einen Hoch- oder Tiefpaß aufbauen, das macht heute keiner mehr. Sind viel zu viele Nichtlinearitäten (Hystereskurve des Eisens, etc.). Käme auch viel zu teuer. Außerdem erlaubt eine Induktivität - im Gegensatz zum C - keine galvanische Trennung. Und darum geht es ja bei C-Koppelung/Abblockung.
Hallo Rainer, ""Außerdem erlaubt eine Induktivität - im Gegensatz zum C - keine galvanische Trennung. Und darum geht es ja bei C-Koppelung/Abblockung."" Ich nehme an, diese Aussage ist Dir etwas zu schnell "rausgerutscht". Eine galvanische Trennung ist für mich eine 0%-Kopplung VON einem Stromkreis ZU einem anderen auf elektrischem Wege. Eine Spule oder ein Kondensator innerhalb eines Stromkreises ist immer galvanisch verbunden -- sonst ist es ja kein Stromkreis mehr (wenn man AC und DC betrachtet). Galvanische Trennung ist eine Kopplung von Stromkreisen auf nicht-elektrischem Wege, z.B. magnetisch (Übertrager) oder optisch (Optokoppler). Induktivitäten sind heutzutage auch nicht weniger linear als Kapazitäten, die Nichtlinearitäten sind halt anders geartet. "Gleichgute" Spulen und Kondensatoren unterscheiden sich ebenso preislich kaum, zumindest in der Top-Liga. Spulen und Trafos bedeuten natürlich schon einen Mehraufwand, z.B. platz-/gewichtsmässig und die Abschirmung betreffend, und es gibt kaum billiges Feld-Wald-und-Wiesen-Material, so wie bei Kondensatoren. M.E. sind Verzerrungen durch Hysterese- und Wirbelstromverluste jedoch klanglich "gutmütiger" als z.B. dielektrische Absorption, aber das ist Geschmackssache. Mit einem krummen Drumstick kann man immer noch besser spielen als mit einem, der mit losem Sand gefüllt ist, bildlich gesprochen. Äh, zum DC-Servo finde ich erwähnenswert, dass er von vorneherein eine Ausgangsstufe auf Arbeitspunkt hält, anstatt einen weglaufenden solchen zu haben, wo der DC-Anteil dann HINTERHER abgeblockt wird -- das Ausgangskennlinienfeld ist aber bereits unsymmetrisch verhunzt. Weiterhin gehen die Eigenschaften der Kondensatoren nur unterhalb der Grenzfrequenz des Servos in den Output mit ein und spielen damit keine Rolle. Ein clever gemachter, stabiler DC-Servo ist für mich überzeugender, schaltungstechnisch, denn es wird eine Ursachenbehandlung betrieben und keine Symtombehandlung. Wie immer, ist das alles nur meine eigene Meinung... es gibt viele Wege nach Rom. Grüsse, Klaus S
ich meinte damit eine gleichstrommäßige Trennung wie sie z.B. notwendig ist zwischen Anode einer Röhre und Gitter einer folgenden Röhre oder Collektor eines Transistors zur Basis des folgenden Transistors. Das geht eben nur kapazitiv oder mit Übertrager. Wechselstrommäßig gibt es beim Einfügen eines C's keine galvanische Trennung, sonst wäre es ja kein Stromkreis mehr, da gebe ich Dir völlig recht. Trotzdem: Es wird wohl keiner auf die Idee kommen, und einen aktiven Hoch- oder Tiefpaß mit L-R-Gliedern aufzubauen.