Erdies Hoerprobe

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
da ich momentan ein Projekt begonnen habe, welches zum Ziel hat, die Johannes Passion von Heinrich Schütz mit einem 8 Köpfigen Laienchor aufzunehmen, traue ich mich jetzt zum ersten Mal mit einer Hörprobe in dieses Forum mit der Bitte um Tips, was man evtl. verbessern könnte. Jetzt ist es noch früh genug ;) Zunächst mal werde ich noch nicht verraten, wie die Aufnahme zustande gekommen ist, um möglichst objektiv an die Sache heranzugehen. Ich würde mich über konstruktive Anregungen bzw. Kommentare sehr freuen.
Hier ist es:
http://www.erdie.de/beispiel1.mp3
Grüße
Erdie
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Antwort#2
hi,
klingt schön.
ich würde jedoch näher ran mit der mikrofonkombination, da ich finde dass zu viele diffusschall anteile drinne sind und die stereo basisbreite könnte auch weiter auf gemacht werden.
gruß und viel spaß
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Antwort#3
Hi,
danke für den Kommentar. Zu Deinen Bemerkungen: Das Stativ war schon so nahe dran, daß der Dirigent es beinahe umgeschmissen hätte, die Kirche hat , wie die meisten Kirchen, sehr viel Hall. Zum Glück klingt er wenigstens gut. Und mit der Basisbreite muß ich Dir Recht geben, ich wollte eigentlich einen Halbkreis stellen, so daß die äußeren Sänger im 90 Grad Winkel auf das AB System singen. Leider ging das nicht wegen der örtlichen Gegebenheiten und ich hatte kein weiteres Stück dabei um meine Schiene zu verlängern. Die 50 cm hätten ja gerade so gereicht wenn die Sänger so gestanden hätten wie ich geplant hatte. Wegen des Halls wären Nieren statt Kugeln eine Alternative. Ich bin noch in der Aufbau - und Lernphase und meine Kugeln sind wesentlich hochwertiger als die Nieren, deshalb wollten nicht möglichst die Kugeln nehmen. Das wird sich noch ändern, denn in Kürze werde ich für die MBHO 603 2 Nierenkapseln kaufen. Dann ist das Problem auch beseitigt.
Bei den Solostellen, die später aufgenommen werden, wollte ich noch mit Stützen arbeiten, in dieser Hörprobe soll nur der Chor "verwertet" werden.
Grüße
Erdie
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Antwort#4
hallo,
warum nimmst du nicht beide mikrofonvarianten (4 diskrete spuren / 2 stereo gruppen), dann kannst du hinterher A-B vergleichen oder gar mischen.
mit den nieren würde ich mal NOS (2x 45grad versatzwinkel-30cm kapselabstand) versuchen.
wenn du zwei achten zur verfügung hast vielleicht mal mit blumlein versuchen.
http://www.schoeps.de/D-2004/blumlein-stereo.html
gruß und viel spaß
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Antwort#5
Stimmt, was Du sagst, beim nächsten Mal werde ich das berücksichtigen.
Grüße
Erdie
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Antwort#6
Als Freund kleiner Besetzungen oute ich mich mal a priori, kenne aber sehr wohl die daraus erwachsenden Ansprüche.
Die Probleme hier rühren nach Ohrenschein eher aus interpretatorischen und musikalisch handwerklichen Bereichen als aus aufnahmetechnischen. Derlei Engpässe treten natürlich bei kleinen Besetzungen sehr viel deutlicher hervor als im großen Karpfenteich.
Der Dirigent und die Sänger sollten so mit dem Raum umgehen, dass der musikalische Satz Heinrich Schützens zusammengeht, laufen kann. Das gilt auch für dramatische Turbae. Schütz ist Generalbassmusiker, selbst wenn der "Continuo" hier nicht mitwirkt, latent aber sehr wohl da ist. Deutlichst wird das in seiner Matthäuspassion, wo der B.c. vielleicht sogar auf dem Papier stand, dann aber 'unterdrückt' wurde.
Infolgedessen muss sauber, ja bieder ensemble- (also satz-)bewusst gesungen werden, damit man den Hörer 'quoad harmoniam' nicht an die Wand fährt. Dafür kann man einen Raum sehr gut als Stütze heranziehen, auch wenn der vorliegende vielleicht etwas kühl wirkt. Das müssen aber die Musiker machen, die hier gegen den Raum agieren.
Ich denke, dass mit Nieren mancherlei lediglich deutlicher wird, weil die wirksamen Raummoden reduziert werden, der Gesamteindruck wird aber aufgrund des problematischen Primärsignales (ich formuliere ein wenig um den Brei) nicht gewinnen. Der Tonmeister tut sich beim Kampf gegen unselige musikalische Entscheidungen erfahrungsgemäß etwas schwer, zumal sich Musiker heute weniger denn je dreinreden lassen, weil ja alles technisch zu lösen ist.... (hüstel); oder etwa nicht....
Um meinen Eindruck zu stabilisieren oder aber zu revidieren, würde ich ganz gerne einmal in den Introitus hineinhören.
Hans-Joachim
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Antwort#7
Hallo Hans-Joachim,
ich singe ja auch noch selber mit und hatte einen Freund zum starten und stoppen der DAW Software mitgebracht. Die Gedult des Chorleiter schien schon überstrapaziert, als ich 2x in den Abhörraum gehen mußte um diesen besagen Freund einzuweisen, ich konnte mich leider nicht vorher mit ihm treffen. An diesen WE ist mir klar geworden, wie schwer es ist, mit technisch unerfahrenen Musikern umzugehen ..
Wie hast Du das eigentlich genau gemeint? Sprichts Du auf Inhomogenität der Stimmen an? Dass es hier noch Probleme gibt, ist mir bewußt, ich kenne diese ziemlich genau ..
Erdie
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Antwort#8
Ich glaube jetzt mir ist klar, was Du meinst. Leider habe ich darauf nur wenig Einfluß
Erdie
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Antwort#9
Die Probleme der Klangbalance des Chores sind weit gravierender als die Fehler der Aufnahmetechnik.
Solange der Chorleiter kein Bewußtsein für die besonderen Erfordernisse einer Aufnahmesituation hat (und mit der Leistung des Ensembles zufrieden ist), verdient er nichts besseres.
Zur Beurteilung der Aufnahme finde ich die zwanzig Sekunden Material zwar etwas knapp, aber mir geht die Überhalligkeit ein wenig auf den Senkel.
Wenn Dir "Niere" zu "trocken" ist, ordne eine Niere und eine Kugel wie bei einem "Straus-Paket" an, zeichne die Mikrofonsignale aber einzeln auf. Damit hast Du in der Nachbearbeitung und Mischung alle Möglichkeiten, den Hallanteil zu steuern und sogar die Hallfarbe selbst zu manipulieren.
AB wäre hier auch meine Wahl - die Aufnahme gewinnt an räumlicher Tiefe und verschleiert - im Gegensatz zu einer XY-Anordnung mit besserer Lokalisierbarkeit der Einzelstimmen - ein wenig die Inhomogenität des Klankörpers.
Ich glaube nicht - sofern die Basisbreite der AB-Mikrofone nicht zu weit gewählt wird - daß Solisten zusätzlich gestützt werden müssen.
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Antwort#10
Hallo Juppy,
der Chorleiter ist sich der Probleme der Klangbalance schon bewußt denke ich. Nur läßt sich das nicht von heute auf morgen ändern. Diese Aufnahme sollte auch das Gefühl für die Aufnahmesituation verbessern. Ich war diesbezüglich der einzige mit einer gewissen Erfahrung. Du kannst Dir noch folgendes anhören:
http://www.erdie.de/beispiel2.mp3
Weiter Beispiele könnte ich vorbereiten.
Grüße
Erdie
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Antwort#11
""Wenn Dir "Niere" zu "trocken" ist, ordne eine Niere und eine Kugel wie bei einem "Straus-Paket" an, zeichne die Mikrofonsignale aber einzeln auf. Damit hast Du in der Nachbearbeitung und Mischung alle Möglichkeiten, den Hallanteil zu steuern und sogar die Hallfarbe selbst zu manipulieren.""
Sicher eine gute Idee. Noch besser evtl. mit einer Kugel und einer Acht (on-axis, nicht quer), damit könnte man nachträglich alle Richtcharakteristiken einstellen -- sogar frequenzselektiv, wenn man in mehrere Bänder splittet und darin verscheidene Pegel fährt oder evtl. sogar verschiedene Dynamikbearbeitung macht. Mit einer weiteren Acht 90° quer zur ersten kann man sogar nachträglich die Richtachse um 360° drehen... und mit einer vierten, 90° zu beiden, sogar deren Neigung...
Grüsse, Klaus S
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Antwort#13
... schade dass der raum nur 3 dimensionen hat....;) aber zeitlich kann man sie dann per fader automation auch noch verändern....;)
alles nicht ganz ernst gemeint, aber ich mag solche ideen... schade, das das dann immer so aufwendig wird...
grüsse
leif;)
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