Hallo,
ich habe in Ton_Opis Beiträgen einen Hinweis auf die Folgen des Rundfunkgebührenstaatsvertrages gelesen. Unter anderem sind PCs mit Internetzugang wohl ab dem 1.1.2007 gebührenpflichtig.
Das Thema wurde auf der von Ton_Opi verlinkten Seite aus der Sicht eines Kleinunternehmers erörtert. Jedoch werden auch alle privaten Handybesitzer mit einem Handy mit FM Empfänger, UMTS Geräte usw. betroffen sein. Das heißt, dass wohl alle zahlen müssen, die eines dieser Geräte besitzen.
Ich gehöre zu den Menschen die wie etliche hier in diesem Forum zumindest mittelbar mehr aus den GEZ Töpfen einnehmen als sie dafür ausgeben. Ich lebe vom System. Jeder, der Inhalte schafft oder Geräte erzeugt ist letztlich Nutznießer des Systems, machen wir uns da bitte nichts vor. Aber, was hier passiert halte ich doch für äußerst bedenklich, gerade weil es meine Lebensgrundlage ist.
Gegen die Gebührenpflicht eines Handys mit FM Empfänger ist wohl auch nicht zu sagen. Genauso wenig gegen die eines Computers mit TV Karte.
Jedoch denke ich, dass man sich im Punkt Internet PCs endgültig vergaloppiert hat. Ton_Opis Seite hatte ein Spiegel Online Interview und ein Forum hierzu verlinkt, wo sich mehrere richtige Hinweise fanden:
- Jeder Rechner mit Internetanschluss wäre erst mal verdächtig. Das ist ein Hammer.
- Es spielt weiter keine Rolle, ob das Gesamtsystem überhaupt für den Empfang geeignet ist. Selbst Server ohne Bildschirm und Lautsprecher wären gebührenpflichtig. (Narrentum oder Vereinfachung zum eigenen Nutzen?)
- Die Anbieter der Inhalte sorgen im Grunde nicht für eine angemessene Infrastruktur, dass die Inhalte auch genutzt werden können. Die live streams sind schlichtweg von saumäßiger Qualität (schon beim Radio, das Fernsehen vergessen wir mal), und das liegt aus technischer Sicht nicht in erster Linie an den zu Verfügung stehenden Bandbreiten beim Empfänger, sondern an der genutzten Infrastruktur. Das Internet ist nur bedingt zum Empfang von Radio und TV geeignet. Und das liegt NICHT in erster Linie an der Bandbreite. Wofür soll man hier also zahlen?
- Man hat es sich zu einfach gemacht. Das Internet ist auch als Business Modell nicht mit terrestrischem, Satelliten, oder Kabelbroadcast zu vergleichen. Auf den herkömmlichen Empfangswegen ist keine Möglichkeit gegeben eine Abrechnung an den Nutzer zu koppeln. Auch eine verschlüsselte Digitalausstrahlung wird ja pro Box bezahlt, nicht pro Haushalt. Im Internet wäre das aber überhaupt kein Problem den Zugang nach jeder beliebigen Abrechnungsmethode zu regulieren. Ob es dann noch jemand nutzen will, ist das Problem des Anbieters. Auch wenn dieser ein öffentlich rechtliches Unternehmen ist. Es wäre aber nicht mehr als recht und billig, genau das einzufordern.
- Oder es wäre eben jetzt endlich der konsequente Schritt zu gehen und auf eine steuerfinanzierte Finanzierung umzuschwenken.
Ich habe den Eindruck, dass hier eine unselige Mischung aus technischem Flachverständnis, Selbstbedienungsmentalität, gemischt mit einem Klüngeldenken (irgendwie muss die Bundesliga und das Olympische Kommittee ja finanziert werden, und knapp 30% der Hollywood-Budgets kommen tradionell aus Deutschland über das Kerngeschäft, DVDs, TV-Rechthandel und Medienfonds) das nichts mehr mit dem urprünglichen Gedanken eines durch die Gebühren unabhängigen öffentlich rechtlichen Rundfunks zu tun hat dazu führt letztlich die Axt an den eigenen Baum zu legen. Hier geht es schon nicht mehr um den Ast auf dem man sitzt. Es wurde ganz klar überzogen und das Risiko, dass das in eine komplette Umgestaltung der Finanzierung führt halte ich für relativ groß. Eine steuerfinanzierte Finanzierung wäre aber auf jeden Fall das Ende der relativen Unabhängigkeit.
Im Grunde ist das ein Dilemma. Denn wenn aus dem Internet keine Wertschöpfung erzielt werden kann, muss man das eben lassen. Die "ÖRes" müssen das strategisch aber besetzen. Sonst gibt's unerwünschte Konkurrenz.
So geht's aber nicht, finde ich. Der Herr von der GEZ der in Spiegel Online interviewt wurde und meinte das Ganze sei überwewertet, weil ja ohnehin nur die 2% der Menschen potentiell betroffen seien, die keinen Fernseher hätten, irrt sich gewaltig. Es geht um die Wahlfreiheit, die damit aufgehoben wird, und damit einen wichtigen Grundsatz der Rechtfertigung für das System. In der offensichtlichen Abgehobenheit juristischer Argumente die zu solchen Einschätzungen führen hätte er zumindest das erkennen können.
Desweiteren erwarte ich massive Beschwerden, da eben nur eine geringe Menge an Computern mit hergebrachten Empfängern wirklich vergleichbar ist. Die Firmen, die sich die Mühe machen Streams über Paketfilter zu blocken (kein Problem übrigens) werden auch nicht zahlen wollen, und dann fällt wahrscheinlich die bisher übliche Praxis, dass alles bezahlt werden muss, was zum "Empfang bereit gehalten wird". Die gesamte Vereinafcherei, die der GEZ das Leben so einfach macht könnte fallen, wenn man hier zu weit gegangen ist. Auch das müsste ein Jurist erkennen. Der scheint mir jedoch eindeutig "Arroganzversichert".
Ich denke, man sollte von allen Seiten darauf einwirken zu sachgerechteren Lösungen zu kommen. An einem schließlichen Zusammenbruch des Systems können meiner Ansicht noch nicht mal diejenigen ein Interesse haben, die bei den "Privaten" arbeiten. Das habe ich selber einige Zeit getan, und GEZ bashing war zwar beliebt, aber man wusste schon was man daran hat, dass die ARD zumindest nicht nicht noch mehr an Werbung verdienen muss.
Zum Glück verlasse ich dieses Land in Kürze. (Ob's da besser ist weiß ich noch nicht...)Aber ansonsten käme mir ab 2007 kein Inspektor von der GEZ mehr ins Haus. Und wenn er auf der Straße mein Handy sehen wollte, würde ich ihm den "Effenberg" meiner rechten Hand als Empfangsantenne verkaufen.
Grüße,
Tonmaus
ich habe in Ton_Opis Beiträgen einen Hinweis auf die Folgen des Rundfunkgebührenstaatsvertrages gelesen. Unter anderem sind PCs mit Internetzugang wohl ab dem 1.1.2007 gebührenpflichtig.
Das Thema wurde auf der von Ton_Opi verlinkten Seite aus der Sicht eines Kleinunternehmers erörtert. Jedoch werden auch alle privaten Handybesitzer mit einem Handy mit FM Empfänger, UMTS Geräte usw. betroffen sein. Das heißt, dass wohl alle zahlen müssen, die eines dieser Geräte besitzen.
Ich gehöre zu den Menschen die wie etliche hier in diesem Forum zumindest mittelbar mehr aus den GEZ Töpfen einnehmen als sie dafür ausgeben. Ich lebe vom System. Jeder, der Inhalte schafft oder Geräte erzeugt ist letztlich Nutznießer des Systems, machen wir uns da bitte nichts vor. Aber, was hier passiert halte ich doch für äußerst bedenklich, gerade weil es meine Lebensgrundlage ist.
Gegen die Gebührenpflicht eines Handys mit FM Empfänger ist wohl auch nicht zu sagen. Genauso wenig gegen die eines Computers mit TV Karte.
Jedoch denke ich, dass man sich im Punkt Internet PCs endgültig vergaloppiert hat. Ton_Opis Seite hatte ein Spiegel Online Interview und ein Forum hierzu verlinkt, wo sich mehrere richtige Hinweise fanden:
- Jeder Rechner mit Internetanschluss wäre erst mal verdächtig. Das ist ein Hammer.
- Es spielt weiter keine Rolle, ob das Gesamtsystem überhaupt für den Empfang geeignet ist. Selbst Server ohne Bildschirm und Lautsprecher wären gebührenpflichtig. (Narrentum oder Vereinfachung zum eigenen Nutzen?)
- Die Anbieter der Inhalte sorgen im Grunde nicht für eine angemessene Infrastruktur, dass die Inhalte auch genutzt werden können. Die live streams sind schlichtweg von saumäßiger Qualität (schon beim Radio, das Fernsehen vergessen wir mal), und das liegt aus technischer Sicht nicht in erster Linie an den zu Verfügung stehenden Bandbreiten beim Empfänger, sondern an der genutzten Infrastruktur. Das Internet ist nur bedingt zum Empfang von Radio und TV geeignet. Und das liegt NICHT in erster Linie an der Bandbreite. Wofür soll man hier also zahlen?
- Man hat es sich zu einfach gemacht. Das Internet ist auch als Business Modell nicht mit terrestrischem, Satelliten, oder Kabelbroadcast zu vergleichen. Auf den herkömmlichen Empfangswegen ist keine Möglichkeit gegeben eine Abrechnung an den Nutzer zu koppeln. Auch eine verschlüsselte Digitalausstrahlung wird ja pro Box bezahlt, nicht pro Haushalt. Im Internet wäre das aber überhaupt kein Problem den Zugang nach jeder beliebigen Abrechnungsmethode zu regulieren. Ob es dann noch jemand nutzen will, ist das Problem des Anbieters. Auch wenn dieser ein öffentlich rechtliches Unternehmen ist. Es wäre aber nicht mehr als recht und billig, genau das einzufordern.
- Oder es wäre eben jetzt endlich der konsequente Schritt zu gehen und auf eine steuerfinanzierte Finanzierung umzuschwenken.
Ich habe den Eindruck, dass hier eine unselige Mischung aus technischem Flachverständnis, Selbstbedienungsmentalität, gemischt mit einem Klüngeldenken (irgendwie muss die Bundesliga und das Olympische Kommittee ja finanziert werden, und knapp 30% der Hollywood-Budgets kommen tradionell aus Deutschland über das Kerngeschäft, DVDs, TV-Rechthandel und Medienfonds) das nichts mehr mit dem urprünglichen Gedanken eines durch die Gebühren unabhängigen öffentlich rechtlichen Rundfunks zu tun hat dazu führt letztlich die Axt an den eigenen Baum zu legen. Hier geht es schon nicht mehr um den Ast auf dem man sitzt. Es wurde ganz klar überzogen und das Risiko, dass das in eine komplette Umgestaltung der Finanzierung führt halte ich für relativ groß. Eine steuerfinanzierte Finanzierung wäre aber auf jeden Fall das Ende der relativen Unabhängigkeit.
Im Grunde ist das ein Dilemma. Denn wenn aus dem Internet keine Wertschöpfung erzielt werden kann, muss man das eben lassen. Die "ÖRes" müssen das strategisch aber besetzen. Sonst gibt's unerwünschte Konkurrenz.
So geht's aber nicht, finde ich. Der Herr von der GEZ der in Spiegel Online interviewt wurde und meinte das Ganze sei überwewertet, weil ja ohnehin nur die 2% der Menschen potentiell betroffen seien, die keinen Fernseher hätten, irrt sich gewaltig. Es geht um die Wahlfreiheit, die damit aufgehoben wird, und damit einen wichtigen Grundsatz der Rechtfertigung für das System. In der offensichtlichen Abgehobenheit juristischer Argumente die zu solchen Einschätzungen führen hätte er zumindest das erkennen können.
Desweiteren erwarte ich massive Beschwerden, da eben nur eine geringe Menge an Computern mit hergebrachten Empfängern wirklich vergleichbar ist. Die Firmen, die sich die Mühe machen Streams über Paketfilter zu blocken (kein Problem übrigens) werden auch nicht zahlen wollen, und dann fällt wahrscheinlich die bisher übliche Praxis, dass alles bezahlt werden muss, was zum "Empfang bereit gehalten wird". Die gesamte Vereinafcherei, die der GEZ das Leben so einfach macht könnte fallen, wenn man hier zu weit gegangen ist. Auch das müsste ein Jurist erkennen. Der scheint mir jedoch eindeutig "Arroganzversichert".
Ich denke, man sollte von allen Seiten darauf einwirken zu sachgerechteren Lösungen zu kommen. An einem schließlichen Zusammenbruch des Systems können meiner Ansicht noch nicht mal diejenigen ein Interesse haben, die bei den "Privaten" arbeiten. Das habe ich selber einige Zeit getan, und GEZ bashing war zwar beliebt, aber man wusste schon was man daran hat, dass die ARD zumindest nicht nicht noch mehr an Werbung verdienen muss.
Zum Glück verlasse ich dieses Land in Kürze. (Ob's da besser ist weiß ich noch nicht...)Aber ansonsten käme mir ab 2007 kein Inspektor von der GEZ mehr ins Haus. Und wenn er auf der Straße mein Handy sehen wollte, würde ich ihm den "Effenberg" meiner rechten Hand als Empfangsantenne verkaufen.
Grüße,
Tonmaus
