"ebenso, daß im klassischen Bereich immer mehr Kleinmembraner zum Einsatz kommen.
Das ist für mich ein Zeichen dafür, daß bei den Klassiktonmeistern ein Umdenken
stattgefunden hat, nämlich die Musik so verfälschungsfrei wie möglich aufzunehmen."
Das könnte aber auch ein Zeichen dafür sein, dass man inzwischen aufgrund der breiteren
Verfügbarkeit von guten Kleinmembranern einfach der Optik halber diese wählt.
"Die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Mikrofontypen (Neumann, Schoeps, DPA etc)
sind teilweise so gewaltig, ...
Gute Kleinmembranen gibt es mindestens seit 1958 (denke z.B. an SCHOEPS M221, auch von Neumann und anderen Herstellern gab's damals vergleichbares); und wirklich ausgeschöpft werden die Möglichkeiten der Großmembrankapsel in Bezug auf Rauscharmut erst seit Neumann TL103 ...
Anno 1950 - '60 mögen weniger die Mikrofonkapseln als viel mehr die Röhren und die ungeregelten Netzteile dazu die erreichbaren Störabstände bestimmt haben - egal ob bei GM oder KM. (Auch heute ist die Entwicklung eines (geregelten) Netzteiles für Röhrenmikrofone mit geringen Störspannungen nicht trivial ...)
Das Argument der vielleicht minderwertigen Kleinmembranen zählt nicht ...
Wenn ich meinen Plattenschrank durchsehe, finden sich darin nahezu ausschließlich Studioproduktionen - einige historische Aufnahmen ausgenommen.
Geht es um Optik, gibt es von SCHOEPS noch die wunderbaren aktiven RC-Rohre, die bei meinen Konzertmitschnitten immer eingesetzt werden. Diese Kombinationen mit niedrigen Stativen oder gar Original Bodenfuß und Stativrohren bieten eine fast unsichtbare Möglichkeit der Mikrofonierung ohne klobige Aufbauten.
Eher teile ich die Auffassung von Rainer, daß wohl ein Umdenken statt gefunden hat:
Eine Stradivari soll nicht nach U47/67/87 oder M149, sondern in erster Linie nach Stradivari klingen. Ob man einen schlecht intonierten Flügel oder indisponierten Sänger lieber mit "Weichspüler" behandelt, ist eine philosophische Frage, die vor Ort entschieden werden sollte. Aber bitte nicht durch Mikrofonwahl aus einem Steinway einen Blüthner oder Bösendorfer machen wollen - das klappt eh nicht. >:->
Also fristet mein M149 gewöhnlich das Dasein eines Reserve-Stützmikrofons ...
An anderer Stelle liest man:
Die Behauptung. ein U87 / U89 / M149 und andere Neumänner mitsamt der Kleinmembranen klängen alle ähnlich, lasse ich mal stehen.