AEG M15A Mehrspur

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Guten Tag,
mir wurden zwei M15A 2" Mehrspurmaschinen angeboten, eine 2" 16 Spuren 19/38cm/s, die andere 2" 24 Spuren 38/76cm/s.
Ist es möglich die entsprechenden Bauteile zwischen den MAschinen zu tauschen, so daß die 16 Spur mit 38/76cm/s und die 24 Spur mit 19/38cm/s arbeitet? Wichtig ist mir vor allen Dingen erstmal die 2" 16 Spur mit 76 cm/s betreiben zu können.
Hat jemand Erfahrung mit diesem "Umbau"?
Danke für Infos, Tips und Hilfe.
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Antwort#2
Hallo,

so ganz einfach ist das nicht, mal nur die Bauteile so zu tauschen. Es müssen nicht nur der Kopfsatz getauscht werden, sondern auch noch sämtliche Entzerrungen umgestellt werden, denn 19 und 38 arbeiten mit 70µs und 35µs bei der CCIR-Entzerrung, während 38/76-er Maschinen bei CCIR beidesmal mit 35µs arbeiten, und bei AES-Entzerrung mit 35µs und 17,5µs. Es müßte also auch bekannt sein, welche Entzerrungsnorm die Maschinen haben.

Nebenbei bemerkt: Was versprichst Du Dir von der Geschwindigkeit "76 cm/s"? Diese Geschwindigkeit ist nämlich problematischer als die 38-er! und zwar im Baßbereich. Die sog. "Kopfspiegelresonanzen" liegen nämlich physikalisch bedingt bei 76 eine Oktave höher als bei 38 und der Baßabfall beginnt ebenfalls eine Oktave höher. In den Höhen macht sich der Qualitätsunterschied kaum bemerkbar.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Danke für die interessanten Infos Rainer. Im allgemeinen hatte ich mir schon eine qualitative Verbesserung versprochen, speziell im Frequenzverlauf nach oben. Aber den Punkt Frequenzabfall im Baßbereich habe ich nicht bedacht. Arbeitest Du mit M15A oder anderen Bandmaschinen?
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Antwort#4
Mit M15 A arbeite ich nicht, habe früher mit den Revox-Maschinen gearbeitet und auch sehr viele davon eingemessen und ich war auch einige Zeit intensiv mit der Magnetbandtechnik (Entw. und Fertig.) tätig.
Die Problematik des Baßabfalls bei hohen Bandgeschwindigkeiten wird sehr oft nicht bedacht. Der Grund ist der, daß bei den hohen Bandgeschwindigkeiten die Wellenlängen für tiefe Frequenzen sehr groß werden und wenn sie in die Abmessungen der Kopfabschirmungen und Kopfspiegel kommen, entstehen magnetische Nebenschlüsse die den Nutzfluß vermindern und somit den Pegel absenken. Da dies periodisch mit ganzzahligen Vielfachen der Halbwellenlänge auftritt, bekommt der Frequenzgang im Baßbereich eine Welligkeit.
Im Hochtonbreich kann man auch schon bei 38 cm/s selbst bei 20 kHz noch mit vollem Pegel von 514 nWb/m arbeiten ohne Verzerrungen zu haben. Von daher bringt die 76-er Geschwindigkeit keine Verbesserung.
Das einzige was eine 76-er Geschwindigkeit rechtfertigt ist, daß bei den breiten Mehrspurbändern die Randspuren etwas besseren Band-Kopf-Kontakt bekommen und die Drop-Out-Wahrscheinlichkeit etwas geringer ist. Aber wie gesagt: Man sollte hier abwägen ob nicht der bessere Frequenzgang im Baßbereich bei 38 zu bevorzugen ist, gegenüber den Randspurproblemen.
Was nur den Frequenzgang im Baßbereich betriftt, so liefert hinsichtlich das Baßabfalls und den Kopfspiegelresonanzen sogar die 19-er Geschwindigkeit die besten Ergebnisse. In den Höhen allerdings gibt es bei Vollaussteuerung bei 20 kHz bei 19 cm/s schon Verzerrungen. Man sieht: Die ganze analoge Magnettonaufzeichnung ist mit Kompromissen behaftet.

MfG
Rainer
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Antwort#5
Hallo Rainer, diese Zusammenhänge sind interessant - das hab ich noch nicht gewusst. (auch wenn ich von diesem Wissen vermutlich keinen mehr Gebrauch machen kann... :)
Eine Sache hast Du nicht genannt: die mechanische Beanspruchung beim Band und der Verschleiss an den Köpfen und der Bandführung steigt erheblich, wenn man 76cm/s fährt. Das sollte man auch noch mitbedenken.
Überhaupt - Analogtechnik und Verschleiss ist ein heikles Thema. Mindestens so heikel, wie Digitaltechnik und Datenverlust ;)
Gruss
Stefan
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Antwort#6
wobei Verschleiss bei Analogtechnik sehr gut beobachtbar und "planbar" ist; Datenverluste kommen unverhofft.
Andererseits lassen sich mit gutem Speichermanagement Datenverluste vermeiden - analogen Verschleiss wird es aber immer geben.
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Antwort#7
Hallo Georg,
du schriebst:
..wobei Verschleiss bei Analogtechnik sehr gut beobachtbar und "planbar" ist...
Einverstanden, aber du hast den Zusatz: 'Ersatzteile sind aber fast nicht mehr bezahlbar ist' vergessen.
Ich habe gerade gestern eine neue Andruckrolle für meine alte Analogmaschine erhalten.
Für den Preis muss ne alte Frau ganz schön lange stricken :-)
Liebe Grüße
Gerhard
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Antwort#8
also ich persönlich finde rd. 50? für eine 1/4" Andruckrolle auch recht hoch (wenn ich mich richtig erinnere), allerdings durchaus verständlich wenn man die Auflagengröße bedenkt...
Wobei, wenn man andererseits wieder bedenkt dass so ein Ding selbst im Dauerbetrieb gut 10 jahre hält, da finde ich z.b. die Preise für kurzlebigen Elektronik(schrott) doch schon viel höher.
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Antwort#9
Super, deine Schätzung
du hast den tatsächlichen Preis nur um 14 Cent verfehlt !!!
Ich muss die alte Kiste ja hegen und pflegen denn:
1. wird sie doch noch manchmal gebraucht und
2. Ich warte dass mir mal jemand einige Tausender dafür bezahlt.
viele Grüsse
Gerhard
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