Schulorchester aufnehmen

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Startbeitrag#1
Hallo Leute
Ich hätte da mal ne Frage (ne recht lange sogar).
Ich muß morgen für einen Kollegen einspringen und ein Schulorchester aufnehmen.
Die Aufnahme findet in einem Gaststättensaal mit ca 8x12m und 3m Deckenhöhe statt.
Der Saal ist holzvertäfelt und mit Dielenboden ausgelegt. Da steht auch noch ne Menge Schmotter rum (Tische, Stühle...), so daß die effektiv nutzbare Fläche etwas kleiner ausfällt.
Ich kann also das Ding nicht mit Hauptmikrofonie und evtl. ein paar Stützen als Klanggebilde aufnehmen, sondern muß einzelne Instrumentengruppen isoliert Mikrofonieren.
Das Orchester besteht aus 50 Personen.
Mein Problem ist (wie hoffentlich aus der angehängten Graphik ersichtlich), die Zusammenstellung und Mikrofonierung der Bläsergruppen.
Desweiteren stehen mir auch nur 24 Aufnahmekanäle zur Verfügung.
Da ich Aufnahmen in dieser Größenordnung (Musikeranzahl) sehr selten bis gar nicht auf meinem Plan stehen habe, bräuchte ich noch ein paar Anregungen oder Gedankenanstöße.
Hier erstmal meine Gedanken, soweit vorhanden:
Die Rhythmusgruppe incl. Percussion, Pauke und E Piano mache ich ?normal?, soll heißen Drums breites AB mit 414 in 8er Stellung (um durch den geringen Aufnahmewinkel mögliches Übersprechen zu minimieren), SN und BD einzeln;
Bass und E Piano über DI;
E Gitarre über Mikrofon (57/TLM103);
Percussion wieder breites AB, aber diesmal mit Sennh 441;
Pauke mit Beta52 oder so nem Sennheiser BD Mic;
6xTrompete über AB in ca. 20cm mit RE20 (ca140´ effektiv) in ca 150cm Höhe;
11xSax (3 Tenor, 8 Alt) in Dreiergruppen mit je einem AKG391 in Niere in ca 2m Höhe;
5x Tenorhorn in breitem AB mit RE20 in ca 180cm Höhe an der Wand (von Hinten mit Schaumstoff abgestellt) stehend;
10x Klarinette keine Ahnung 2x AKG451B
10x Flöte (ich weiß nicht mal ob Quer oder sonstwas) keine Ahnung 2x AKG451B

+ein Sparechannel und ein paar Mikrofone (1x AKG451B, 1x AKG Solidtube, ein paar 57er)
+ein Paar Trennwände (bzw Wirtshaustische)
Weiter weiß ich leider nicht mehr.
Was mach ich mit den Klarinetten und den Flöten? Sollte ich es mit je einem Stereopärchen probieren, aber reicht das auch für den Pegel den zB die Flöten bringen? Ich müßte ja bei der Masse an Instrumenten (je 10) schon etwas weiter weg, um alle mit dem Winkel draufzukriegen, und der Rest vom Orchester wird ja recht laut.
Ich wäre echt dankbar, wenn einer von Euch noch ein paar schnelle Einfälle hätte.
Danke im Voraus
Marco
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Antwort#3
Hallo Marco,

das kann man weitestgehend so machen wie in Deiner Skizze. Es ist nur die Frage, ob man dem Schlagzeug so viele Mikrofone zuordnen sollte. Die solltest Du lieber dann auf die übrigen Instrumente verteilen die nur 1 Mikrofon zugeordnet bekommen haben.
Als Anhaltspunkt habe ich Dir mal die URL angegeben, wo ich die Aufstellung und Mikrofonierung einer Blaskapelle dargestellt habe. Vielleicht gibt Dir das noch ein paar Anregungen. Ich hatte da dem Schlagzeug nur 1(!) Mikrofon zugeordnet, weil es nicht so sehr dominieren sollte.

Grüße
Rainer


Aufnahme Friedberger Stadkapelle
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Antwort#4
Hallo Rainer
danke erst mal für die schnelle Antwort.
Wir nehmen drei Titel auf (Säbeltanz, YMCA und La Vida Loca).
Deshalb dachte ich die SN und BD einzeln mitzunehmen, um bei den etwas moderneren Titeln auch einen etwas direkteren Drumsound zu haben. Aber warscheinlich hast du recht, und ich könnte selbst in diesem Fall zumindest das SN Mic sparen.
Wie sieht das mit Klarinetten und Flöten aus. Sind die Pegelmäßig so stark, um eine etwas entferntere Stereomikrofonierung zuzulassen? Mittendrin sitzen ja die Trompeten und die Saxe. Und wenn ja, was würdest du da empfehlen?
Und als letztes, macht es Sinn trotz der etwas breit gezogenen nicht wirklich homogenen Aufstellung ein Hauptpärchen aufstellen?
Danke
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Antwort#5
Bei den Flöten solltes Du nicht zu entfernt aufgestellte Mikrofone nehmen, trotz ihres durchdringenden Charakters. Bei den Klarinetten ebenfalls. Ich habe die bei der abgebildeten Skizze auch relativ nahe aufgestellt.
Ein Hauptmikrofonpaar stellen ist grundsätzlich nicht verkehrt. Erst mal ausprobieren, wegnehmen kann man es immer noch.
Nimm wenn es irgend möglich ist, kleinmembranige Mikrofone, wegen a) der geringeren Verfärbungsneigung, und b) wegen der besseren Richtcharakteristik. Die Ausblenddämpfung nach hinten ist bei KM besser als bei GM. Ansonsten kann man mit den Richtcharakteristiken spielen, wenn man nicht genug Mikrofone anschließen kann. Soweit ich es noch in Erinnerung habe, hatte ich damals die verwendeten U89 auf "breite Niere" gestellt um die breitgezogene Instrumentengruppen besser zu erfassen.
Bei den Hörnern könntest Du noch versuchen, die nicht von hinten aufzunehmen, sondern von vorne, weil sie dann etwas indirekter klingen. Hörner machen sich meist besser wenn sie etwas indirekter erscheinen.
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Antwort#6
Guck Dir mal das Bild an, die Flöten saßen ganz vorne und wie ich deren Mikrofone angeorndet habe.

Grüße
Rainer


Mit Bild
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Antwort#7
Wie wäre es denn, in der aktuellen Situation je drei Achten über Flöten und Klarinetten zu packen, mit Off-Axis zum Schlagzeug und zum Blech?
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Antwort#8
leider habe ich keine Achter mehr.
Nur noch Nieren.
Aber ich glaube ich werde jetzt versuchen je ein Pärchen in AB möglichst tief und in flachem Winkel aufzustellen, und sechs Personen im (fast) Halbkreis herum zu setzen. Dder Rest dann möglichst mittig in die Reihe dahinter.
Oder ist relativ steil von oben besser? Aber dann ist glaub ich der Abstand der Äußeren zu weit.
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Antwort#9
Bei der genannten Größe des Raumes mußte ich - ehrlich gesagt - schlucken.
Die Friedberger Stadtkapelle hatte als Aufnahmesaal (den Bildern nach) einen adäquaten Aufnahmeraum, das "Sälchen" einer Gaststätte wird da nicht mithalten können.
Mein Beileid an alle, die unter diesen Bedingungen arbeiten und Ergebnisse abliefern müssen.
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Antwort#10
Die Idee mit den Achten und der Nullstelle zur "Störquelle" habe ich auch schon oft mit Erfolg praktiziert.
Wichtig ist nur, daß man unbedingt eine Spinne verwendet wo man die Achten einspannt. Denn Achtermikrofone sind außerordentlich empfindlich gegen Trittschall.

Grüße
Rainer
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Antwort#11
Danke für die Tips.
Die Sache ist eigentlich ganz gut gelaufen.
Hauptmikros habe ich kein gestellt, da ich die leisen Instrumentengruppen sowieso weit weg von der Raummitte gezogen habe, um sie möglichst gut zu isolieren.
Abgesehen von den Klarinetten habe ich auch eine "ganz gute" Trennung hinbekommen.
Zum glück muß ich das nicht mischen. Das macht dann mein Kollege.
Also nochmal vielen Dank
Marco
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