Hallo, ich bin auf der Suche nach einem möglichst linearen (Frequenzgang) Mikrofon, auch bez. auf die Richcharackteristik, mit höchster Impulstreue. Welche Empfehlungen könnt ihr aussprechen. Ich möchte also bewusst so wenig Färbung wie möglich. Vielen Dank für eure Antworten. Beste Grüße Wolle
ich bin auf der Suche nach einem möglichst linearen (Frequenzgang) Mikrofon, auch bez. auf die Richcharackteristik, mit höchster Impulstreue.
Beim Frequenzgang muss man immer fragen aus welcher Richtung soll er linear sein. In der Frontrichtung ist der Frequenzgang mehr oder weniger gerade gebogen worden. Also welche Richtcharakteristik soll das Mikrofon haben? Bei den neueren Klein-Mikrofonen mit Kugelcharakteristik sind ohne Frage in der Spitze dabei: Neumann: KM 130, KM183, Schoeps: MK 2, Sennheiser: MKH 20 DPA: 4006
Hallo Blauber, ich habe mich bez. der Richtungsabghängigkeit etwas unklar ausgedrückt, sorry. Der Schall soll aus allen Einfallsrichtungen möglichst linear (20Hz bis 20Khz) und möglichst impulstreu aufgezeichnet werden. Also omni-direktional. Die von dir benannten Mikrofone gehen in die Richtung. Klingen aber dennoch im Detail anders. Welches ist denn das linearste? Ich denke auch an noch kleinere Mikrofone und Kapseln, um die Beeinträchtigung durch den Mikrofonkörper (das Mikrofon selbst) zu vermindern. Sollte ich da eher bei hochwertigen Messmikrofonen schauen? Wolle
Aus allen Einfallsrichtungen exakt linearer Frequenzgang gibt es nicht. Das Mikrofon müßte dann derart klein sein, daß es mindestens noch um eine Zehnerpotenz kleiner ist als die Wellenlänge der höchsten zu übertragenen Frequenz. Auch ein Meßmikrofon hat diesbezüglich keine idealen Eigenschaften, nur: Bei Meßmikrofonen kennt man genau die Kalibrierkurve. Ansonsten scheint immer wieder Unklarheit darüber zu herrschen über den Zusammenhang zwischen Frequenzgang und Impulsverhalten. Ein Übertragungssystem ist - solange es im "linearen" Kennlinienbereich (also Ausgangsgröße folgt linear mit der Eingangsgröße) betrieben wird - immer "impulstreu" solange der Frequenzgang linear ist und umso mehr "impulstreu" je breitbandiger das System ist. Der Zusammenhang kann über die Laplace-Transformation nachgewiesen werden.
Die beste Frequenzlinearität auf Achse und bei guten Exemplaren in einem weiten Achswinkel haben Nieren, nicht Kugeln. Das wird oftmals übersehen. Selbstverständlich Kleinmembraner ;)
Hallo Erdie, Kleinmembran ist klar. ;-) Welche "perfekte" Niere in Bezug auf den Frequenzgang könntest du empfehlen? Nachteil der Druckgradienten-Empfänger ist natürlich die Entfernungsabhängigkeit des Frequenzgangs von der Schallquelle im Nahbereich. Der Frequenzgang soll möglichst glatt sein. Dass dies im Bezug auf die Tiefen bei einer Niere nur eingeschränkt möglich, bzw. entfernungsabhängig ist, ist prinzipbedingt klar. Was bewirkt eigentlich eine Linearisierung des Frequenzgangs (zum Ausgleich des Näheeffektes, mithilfe eines Filters, außer der Frequenzgangkorrektur?
Du erwartest eine "eierlegende Wollmilchsau" - was hast Du mit dem Mikrofon vor? Ein Mikrofonentwickler kann nur einen Kompromiß aus teils widersprüchlichen bzw. entgegengesetzten physikalischen Bedingungen finden. Von daher mußt Du aus dem Angebot den für Dich richtigen Kompromiß finden. Alle Deine Forderungen wird wohl kein Mikrofon erfüllen (können) ...
Hallo Tonzauberer, so wie ich es verstehe, wird der Ausgleich der Richtwirkung mit Hilfe der Nose Cone mit einem Höhenboost bei Schalleinfall auf der 0 Grad Achse erzielt. Da die DPA Omnis sowieso schon einen (zugegebenermaßen gut klingenden) leichten Höhenboost bei ca 15-17khz (on axis) besitzen, denke ich, dass prinzipbedingt die Größe des Mikrofons (der Kapsel) einer besseren Richtwirkung im Weg steht. Aber vieleicht hat B&K was im Programm? Wie sieht es mit den DPA 4090/4091ern aus? Diese scheinen mir nach einem besseren Kompromiss auszuschauen.
Hallo Rainer, Darum auch meine Tendenz zu "kleinerem" Mikrofon. Ich wäre also bereit eine geringere Empfindlichkeit in Kauf zu nehmen. Und wie ich in meinem Ausgangsposting schrieb: "möglichst". Vielen Dank für die Hinweise zu Impulstreue und Laplace Transformation. Hast du einen Tip für ein "möglichst" lineares Mikrofon?
durch den Nosecone wird der freq.gang so verbogen, das aus allen schalleinfallswinkeln der selbe freqgang erreicht wird. die neuen 4090/91 haben eine sehr kleine Kapsel, aber dadurch auch einen recht hohen Eigengeräuschpegel. Das ist nämlich dsa Problem - je kleiner die Kapsel, desto mehr rauschen.
Zusatz: Eine Kompenieren des Nahebesprechungseffekts ist nur bedingt wirksam weil bei extrem tiefen Frequenzen bistimmte Raummoden, die senkrecht zur Mikrofonachse liegen, ausgeblendet werden können. Ausserdem ändert sich das Verhalten je nach Mikrofonposition extrem. Insofern sind Druckempfänger besser. Oder Du nimmst ein freifeldentzerrtes Druckmikrofon. Erdie
Hallo Wolfgang, die mir bekannten linearst Mikrofone sind die DPA (ehemlas B&K) Mikrofone. Wenn du die Druckempfänger auswählst, geht es wandlermäßig und meßtechnisch zur Zeit nicht besser. Ich habe auch schon einmal die B&K Meßmikrofone ausprobiert, das Rauschverhalten war aber schlechter als bei Stuidomikrofonen, was eventuell daran liegen könnte, daß diese Mikrfone auch schon gut 30 jahre alt sind. Wenn sehr leise Signale aufzunehmen sind, ist die (alte) Variante mit 200V Polaristionsspannung zu bevorzugen, auch würd ich zu einer 1/2" Kapsel raten, die bis ca. 10kHz akustisch optimal arbeitet. Wenn es nur um die Akustik und nicht um das Rauschen geht, kommt dann auch noch eine 1/4" Kapsel in Frage. Ob zur Vollständigen Frequenganglinearisierung auch noch die "Noose-Adapter" benutzt werden, halte ich für eine Ermessensfrage. Insgesamt solltest du für die die Frage beantworten, ob du "musikalische" oder "meßtechnisch optimale" Aufnahmen machen möchtest. Ich habe schon mehrfach Versuche in diese Richtung unternommen, aber bin wahrscheinlich eher an mir selbst gescheitert..... Ich wäre sehr gespannt auf deine Erfahrungen. Qualitativ dürften die DPA-Mikrofone zu den hochwertigsten Mikrofonen überhaupt zählen. Gruß M. Hein Gruß M. Hein
Hallo Micha, Ich möchte möglichst wenig Färbung durch das Mikrofon selbst haben. Ich möchte darüber hinaus das Mikrofon zu messtechnischen Zwecken einsetzen ... Färbende Mikrofone habe ich schon... Beste Grüße Wolfgang