Mir ist schon oft aufgefallen, dass wenn ein Musikstück stark komprimiert ist/wird, das Musikstück auch irgendwie "schneller" (in Bezug auf das Tempo) wirkt. Woher kommt dieser Effekt? Er ist vor allem im Radio zu hören. Oder ist das nur ein psychoakustischer Effekt?
Vielleicht weil schnelle Elemente wie Hihats oder so aus dem Hintergrund nach Vorne geholt werden und es dadurch schneller erscheint!? Hab solche "Effekte" noch nie beobachten können. Ist wohl was psychisches ;) karl
Ich hab gerade eben ein Stück in Bearbeitung, bei dem ich etwas ähnliches beobachtet habe. Ich denke auch, es kann daher kommen, dass tempobezogene Instrumente stärker in den Vordergrund rücken bzw. da länger bleiben. Claus
Hallo, diesen Effekt kann ich nicht bestätigen. Vielleicht reagiert jeder Mensch unterschiedlich. Wer ein gutes Rhythmusgefühl hat, dürfte hiervon überhaupt nicht beeinflußt werden. Interessant wäre es durchaus, einmal zu untersuchen, wie es auf den "allgemeinen Musikhörer" - also den normalen Konsumenten ohne technischen Background - wirkt. Viele Grüße Frank
dass dir der effekt im radio auffällt, mag vermutlich daran liegen dass die meisten radiosender musik ein bis zwei beats schneller spielen als im original. die meisten stücke klingen einfach (komisch) irgendwie "fetziger" - ist also ein von den sendern erwünschter "psychoakustischer" effekt.
Diesen Trick mit dem leichen Beschleunigen beim Abspielen kannten schon in den 1960er Jahren die Philips-Plattenspieler. Alle liefen an der oberen Toleranzgrenze mit + 0,6 % zum Nennwert 33 1/3 und 45 Upm - also 1/2 Ton höher und eben schneller. Damit kaufte man den Philips-Plattenspieler, der frisch und freundliche Musik von sich gab, gegenüber einem normal-spielenden Dual-Plattenspieler. Getrickst wird eben überall.
Zumindest bei dem Sender "Antenne Bayern" ist mir dieser Effekt aufgefallen. Der Sender klingt irgendwie "aufgeblasen" und man hat wirklich das Gefühl, dass die Musik schneller wiedergegeben wird. Wie bekommt man so einen Sound hin?
hallo, das mit der schnelleren Wahrnehmung ist ein lustiger Effekt. Ich erinnere mich an einen Beitrag auf einer Tonmeistertagung. Da wurde das gleiche Stück einmal mit einem Bändchenmikrofon aufgenommmen, wie es früher üblich war. Im Vergleich dazu gab es eine moderne Aufnahme, ich glaube mit einem Stereo-Päärchen. Dann wurden die Beispiele Testpersonen vorggespielt. Das Ergebnis (unter anderem): Die alte Mono-Version mit Rauschen etc wurde schneller wahrgenommen als die moderne Produktion. Also: Auch wenn manche Radiosender die Songs schneller abspielen las geplant, ein wenig Psychoakustik ist immer dabei... Schönen gruß Tim
arpeggio Musikproduktion - Tipps für Musiker und Tonmeister