Hi zusammen, eine Aufnahme für unsere Soultruppe steht an und da stellt sich mir die Frage: wie mikrofoniere ich die Bläser? Wir covern Stücke der üblichen Verdächtigen aus diesem Bereich wie Tower of Power, Earth Wind & Fire usw. Die Section besteht aus Posaune, Trompete, Tenor-u. Altsax, bzw Bariton. Für das Recording stehen bislang folgende Mikros zur Verfügung: 2 x MD441U 2 x MD421 2 x SM57 AT4040 AT4033 Nevaton MC416 TLM103 2 x Oktava MK-012 3 x KM184 Leihweise könnte ich noch jeweils ein RE20, C414XLS, Brauner Phantom, AT4050 und zwei C3000B bekommen. Tja, nehme ich die Section komplett oder einzeln auf? Lieber mit dynamischen oder eher mit Kondensern? Oder dynamische nah und Kondenser als Hauptmikro? Der Raum klingt allerdings nicht so toll (Bunkerproberaum). Wir könnten aber auf einen ganz gut klingenden Raum im Gemeindezentrum zurückgreifen. Wäre super wenn ich den ein oder anderen Tip bekommen könnte. Gruß, Alfons
Ich könnte mir vorstellen, dynamische Mikros relativ nah für jedes Instrument einzeln, und ein Hauptsystem im guten Raum für ein bißchen "Masse". Wenn du jedes Instrument einzeln hast, kannst du hinterher mehr bearbeiten, das läßt sich dann wahrscheinlich leichter in den Gesamtmix einbauen. Unbedingt auf Einzelspuren aufnehmen! Die Sennheiser-MDs sieht man ja öfter an Saxophonen, und für Posaunen habe ich öfter TLMs gesehen - selbst gehört bisher nicht. Wahrscheinlich auch Kunsthall drauf, nehme ich an? Ich habe mal sehr gute Erfahrungen (allerdings mit einer Bigband) gemacht, wo ich jeder Section (Sax/Trp/Pos) ein Stereopaar hingestellt habe. Da mußten ja auch nicht einzelne Instrumente ausbalanciert werden. Ich hatte 2 KM184 für 7 Saxe, 2 MK4 für 5 Trompeten, und irgendeine Oktava-Großmembran-Niere für 4 Posaunen. Die saßen nicht live-mäßig, sondern in einem großen Dreiviertelkreis. Und nie ähnlich klingende Instrumente nebeneinander, sondern schön weit voneinander weg, das vermeidet unkontrollierbares Übersprechen. Viel Vergnügen beim Ausprobieren!
Wenn ich mich richtig erinnere, hatte UweL hier mal einen Link auf den Aufsatz von Carlos Albrecht bezüglich Mikrofonierung einer Big Band veröffentlicht. Bemutze mal die Suchfunktion. mfg Gerhard
... übrigens: Im Rahmen der Diskussion um Bigband-Aufnahmen wurden auch Aufnahmen von C. Albrecht angesprochen. Im letzten Jahr wurde bei Bauer die aktuelle Platte von Tom Gäbel eingespielt, Tonmeister: C. Albrecht - eine fantastische Platte (Bigband, Streicher, Tom Gaebel alias Frank Sinatra)
Hallo Alfons, Meine Präferenz würde lauten: MD441 für Posaune und Trompete MD 421 für Saxophon Wenn ihr einzeln einspielt würde ich mir die Mühe machen und das Neumann auspacken. Shure ist überhaupt nicht mein Fall, aber das sind persönliche Vorlieben. Die dynamischen Mikes sind hier voll in ihrem Element. Posaune und Trompete ca. 0,5m weit weg, Saxophone auch ca. 0,5m, NICHT direkt auf den Trichter zielen, auch die Klappen anvisieren. Grundsätzlich die Abstände deutlich größer wählen als wenn ihr live auf der Bühne steht, dann klingen die Instrumente erwachsener. Bläser abschließend mit Hall versehen und über den Transientendesigener schicken, fertig ist derBlues-Brrothhers-Sound. Gruß M. Hein
Hallo, wenn der Raum nichts hermacht: Die vier Sensheimer MDs (es gehen aber praktisch alle Mikros!) an die Instrumente & fertig. Ich würde den Sax-en die MD441 anbieten, Posaune ein 421 oder SM7, TP ein 421 oder SM57 oder KM.... Abstand nicht zu gering wie im Livebetrieb bei den Blechen, beim Holz etwas näher wg. des Übersprechens. Falls der Raum doch was taugt: Zwei KMs noch zusätzlich in den Raum (evt. X/Y, ORTF) mit max. Abstand zum Ensemble.
Hi, da gehen die Meinungen und Erfahrungen ja ganz schön auseinander ;-) Brauchbare Ergebnisse wird man sicher mit jeder Variante erzielen. Was micht wundert ist, daß Ihr bei der Einzelmikrofonierung eher die dynamischen Miks bevorzugt. Spricht was dagegen dies mit den vorhandenen/geliehenen Kondensern zu realisieren? (Vor-Nachteile?) Welche wären denn für Bläser prädestiniert? Habe die MD421 und 441 bislang nur für Drums eingesetzt. Wie sind sie denn qualitativ betrachtet am Gebläse? Gibts da was deutlich besseres an dynamischen? Gruß, Alfons PS: Danke schon mal für die Antworten Schätze mal, daß ich wohl die verschiedenen Möglichkeiten durchprobieren muß.
""Spricht was dagegen dies mit den vorhandenen/geliehenen Kondensern zu realisieren? (Vor-Nachteile?) Welche wären denn für Bläser prädestiniert?"" Es spricht nicht viel dagegen, aber überhaupt nichts dafür. Wenn 3 Bläser auf engen Raum zusammenstehn macht es Sinn für eine brauchbare Trennung der Signale relativ nahe zu mikrofonieren. Kondenser können bei Bläsen (bzw. immer) auf kurze Distanz zu scharf/unnatürlich klingen, jedenfalls zeigt sich dieses Problem nicht bei den erwähnten und zur Verfügung stehenden dynamischen Mikros. Natürlich funktionieren auch Kondensator-Mikros - wenn die akustische Umgebung geeignet ist und ggf. der Eigenklang bestimmter GM-Typen (z.B. U87) erwünscht ist, speziell bei Solo-Situationen. Aber für einen Bläsersatz, der eher im Hintergrung gemischt sein wird funktioniert wirklich praktisch jedes Mikrofon (selbst SM58/57 und Nachbauten sowie die ganzen Clipmikros für Bläser), es gibt auch nicht DEN Bläsersound, aber ist gibt EQs*. Ein prädestiniertes Kondensator-Mikro (weil es IMMER funktioniert!) wäre ein Kleinmembran-Typ, in dieser Situation eher eins mit Hyper/Super-nieren o. Achter-Charakteristik. *Vor 11 Jahren habe ich sowas mal in einem kleinen Raum gemacht mit einem CAD-E300 (Ts), C3000 (Tb) und D3600 (Tp) und auch das hat prima funktioniert... ""Habe die MD421 und 441 bislang nur für Drums eingesetzt. Wie sind sie denn qualitativ betrachtet am Gebläse? Gibts da was deutlich besseres an dynamischen?"" Nein! Es gibt Dynamische, die etwas anders klingen, aber trotzdem mit ihrem Sound und an bestimmten Plätzen"die Besten" sind: SM7 (auch 57/58), RE20/27, M88, MD 431/531 sowie sämtliche guten Bändchenmikros (z.B. M160 & Co.). Für Bläser werden gerade die 421/441 und das RE/PL 20 besonders gerne eingesetzt.
Hallo, wir arbeiten mit den verschiedenen Blasorchestern / Besetzungen sehr oft mit Einzelmikrofonierung, vor allem wegen den akustischen Gegebenheiten der Aufnahmeräume. Dabei verwenden wir nahezu immer Kondensatormikrofone. Nach meiner Erfahrung ist doch das Hauptproblem die Isolierung der Schallquelle und die damit verbundenen Klangfarbeneffekte. Bei der Verwendung von Kondensatormikros habe ich doch meist mehr Übersprechung von benachbarten Instrumenten, aber auch anderen Gruppen, die wegen der instrumentspezifischen Abstrahlcharakteristik ihren Klang einstreuen. Das Problem bei dynamischen Mikrofonen ist oft ihre Qualität, und gute sind meist teuer und nicht beliebig flexibel einsetzbar um ihre Anschaffung zu rechtfertigen. Mit geschickter Wahl der Richtcharakteristik, vor allem aber der Aufstellung des Mikrofons, lässt sich i.A. aber gut arbeiten, auch mit Kondensatormikrofonen. Leider sind die wenigsten Orchester / Bands bereit, ihre Aufstellung zu ändern, demnach muss man sich andere Lösungen ausdenken. Gruss, Dirk
Posting: "Habe die MD421 und 441 bislang nur für Drums eingesetzt. Wie sind sie denn qualitativ betrachtet am Gebläse? Gibts da was deutlich besseres an dynamischen?" Antwort: Nein.
""Das Problem bei dynamischen Mikrofonen ist oft ihre Qualität, und gute sind meist teuer und nicht beliebig flexibel einsetzbar um ihre Anschaffung zu rechtfertigen."" Hallo Dirk, das ist schon eine kontroverse Meinung. Gute dynamische Mikros sind nicht unflexibel und auch nicht teurer als ein Mittelkasse-KM-Kondenser (mal abgesehn vom Phantasiepreis für ein neues 441...), ein brauchbares GM kostet im Schnitt sogar doppelt so viel. Ein gebrauchtes 441/541 gibt es für 200-250 EUR, ein besseres/flexibleres Mikro egal welcher Art wird es in dieser Preisklasse kaum geben (abgesehen von ähnlichen Dynamischen und einigen KM-Typen). Was daran liegt das "beim Volk" Mikros heute bestimmte optische Bedingungen zu erfüllen haben, um als "gut" anerkannt zu werden: Groß müssen sie sein und Kondenser. Gruß, Christopher