Hörstrategien

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Mich würde interessieren, wie Ihr mit langen (tagelangen) Mischsituationen umgeht. Wenn man 8 Stunden am Tag an einem Mix arbeitet.
Die besten Monitore nützen nichts, wenn das Ohr müde wird. Bis jetzt habe ich folgende Strategien entwickelt.
-Nicht zuviel mit Kopfhörer arbeiten (oder gar nicht)
-Mit ganz unterschiedlichen Abhörlautstärken arbeiten (zwischendurch ganz leise)
-Mit unterschiedlicher Abhördistanz arbeiten
-Kaffeepausen machen
-möglichst nicht alleine Mischen (A:"Das Kick ist ja viel zu laut" B:"Welches Kick?")
Nichtsdestotrotz habe ich nach einer gewissen Zeit manchmal das Gefühl nur noch Sch***** zu hören. Oder der Mix klingt am nächsten Tag plötzlich ganz anders.
So brauche ich oft tagelang, bis ich die richtige Mischung gefunden habe.
Was habt ihr für Strategien?
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Antwort#2
Hallo
Im Grunde mach ich es auch so wie Du!Kaffeepausengut aber die sollten schon eine halbe Stunde dauern dafür weniger machen. Mit Kopfhörern kann man sowieso net mischen da diese doch nie Linear abrbeiten. Ich versuche immer den Mix so schnell als möglich über die Bühne zu bringen und erleichtere mir das ganze das ich vorher versuche mir ein ganzes Bild zu schaffen so wie es am Ende Klingen soll. Das herumprobieren fällt also somit gösstenteils weg. Klar dazu sollte man die Spuren schon eine Wocher vorher abhören und sich gedanken zu machen.
Und wenn ich mir denke das es fast fertig ist,kontaktiere ich einen Freund der sich gerne für mich Zeit und mit Frischen Ohrn zu mir ins studio kommt.Nach höchstens zwei Stunden
muss das Ding fertig sein.
Ansonnsten übersieht man doch den Punkt wo es net mehr besser wird sondern nur noch anders oder gar schlechter.
Zauberei.
wie lange Mischt du an einem Trak?
Mfg
Max
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Antwort#3
Ich trage die Tracks zunächst tagelang in meinem Discman mit mir rum und höre sie mir immer wieder an, um zu sehen, wo sie hin möchten. Dann iteriere ich, probiere dieses aus, lege es beiseite, probiere etwas anderes aus und fang nochmal ganz von vorn an. Es besteht immer die Gefahr, sich in Details zu verlieren und das Gesamte aus dem Blick zu verlieren. Dann fang ich nochmal neu an.
Nach jedem Mischtag ziehe ich mir das alles meistens auf meinen Discman und stapfe damit durch die Weltgeschichte, da sind dann zig unterschiedliche Varianten von zig unterschiedlichen Tracks drauf, das bringt mich auf Ideen und damit gehe ich dann wieder in's Studio.
Zusätzlich versuche ich, das Zeug überall zu hören. Ich habe in meinem Bekanntenkreis quasi auch Referenzanlagen, wo ich weiss, dass sie ziemlich bescheiden klingen :-)
Nun, das klingt ziemlich konfus, ich gebe aber zu, dass mir das irre Spaß macht, auch wenn es manchmal zum Verzweifeln ist. Für den Profi, der stundenmäßig bezahlt wird, ist das sicherlich nichts.
Wie machen es denn die anderen?
Gruß
Claus
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Antwort#4
Zum Thema: Man verliert sich im Detail und verliert den Überblick.
Ich habe mir überlegt, einen Alzheimer Patienten zu engagieren. Den kann ich dann jede Stunde um seinen unmittelbaren Höreindruck meines neuen Mixes bitten. : ))
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Antwort#5
Bei meinem letzten Album habe ich pro Track (es war recht komplexe Musik, also kein Klavier mit Gesang und punkt) mit einem Techniker-Freund im Schnitt 8 Stunden gemischt - für ca.5.Minuten Musik.
Diese Zeit habe ich in der Regel in ca.6 Stunden am einen Tag, dann eine Woche später (nach unzähligem Abhören im Auto etc) nochmal anderthalb Stunden und am Schluss, wenn das Album fertig gemischt ist, noch ein paar Korrekturen.
Ich muss sagen, dass sich dieser Aufwand extrem gelohnt hat. Ich musste ja zuerst herausfinden, in welche Richtung der Mix generell gehen soll.
Ich bestaune solche Profis, die das 1,2,3 in kürzester Zeit hinkriegen!
In einem kommerziellen Studio hat man natürlich die Zeit nicht, solange rumzualbern.
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Antwort#6
Das isses! Er wird aber immer betonen, dass es früher auf jeden Fall besser klang
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Antwort#7
-Nicht zuviel mit Kopfhörer arbeiten (oder gar nicht)
-Mit ganz unterschiedlichen Abhörlautstärken arbeiten (zwischendurch ganz leise)
-Mit unterschiedlicher Abhördistanz arbeiten
-Kaffeepausen machen
-möglichst nicht alleine Mischen (A:"Das Kick ist ja viel zu laut" B:"Welches Kick?")
Oder der Mix klingt am nächsten Tag plötzlich ganz anders.
Aber als Gegenprobe (vorallem Effekte) zwischendurch ganz nützlich.
Ich persönlich tentiere sonst dazu zuuu trocken zu mischen.
Ständig.
Geht schlecht. Aber was gut kommt, ist mal während einer Kaffeepause die Musik nur duch die Türe im Nebenraum etc. hören.
Auch. Noch Ne Erfahrung: nie mehr als ein Bier trinken.
Hilft nicht wirklich. Das was dir sonst alleine passiert, passiert zu zweit im Konsens.
Manche Dinge bemerkt man zu zweit besser, dafür übertreibt man es bei anderen.
Das sowieso. Nur er sollte dann noch gut klingen.
Was wichtig ist: gegenseitiges Referenzhören mit bekannten Aufnahmen.
Vorallem damit man nicht dazu tendiert Fehler überzukompensieren.
Also die erst dumpfen Gitarren (z.B.) dann schrill zu machen.
(gerade in der Hinsicht ist das gefährlich, zum höheren, schrilleren, lauteren hin)
Wenn ich merke dass Song1 ein bisschen(!) zu dumpf (z.B.) geraten ist und Zeitdruck herrscht, mische ich auch Song2 mit der groben Einstellung.
Es ist dann einfacher das mit dem selben Entdumpfenden Master-EQ auszugleichen also dann noch unterschiedlich mit Gegenhören zu mastern.
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Antwort#8
"Was wichtig ist: gegenseitiges Referenzhören mit bekannten Aufnahmen."
Das könnte ich vielleicht öfter tun. Bleibt noch die Frage, ob es sich um eigene "Referenzaufnahmen" handelt, die man für geglückt anschaut, oder andere Standarts, die man schätzt...
Dankesehr für die Antwort
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Antwort#9
Aber was gut kommt, ist mal während einer Kaffeepause die Musik nur duch die Türe im Nebenraum etc. hören
Das mache ich - auch beim Schnitt - sehr oft. An der "Kaffeebar" hört man (zumindest bei mir) sehr gut, ob die Musik "richtig kommt".
Auch bei den Kontrollen der (halb)fertigen Bearbeitungen in Gegenwart der Musikern koche ich gerne ausgesprochen viel Kaffee ...
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