Hat jemand schon mal das o.g. Werk aufgenommen? In diesem Werk kommen Ferntrompeten vor, also solche die weitab vom Orchester stehen. Wenn ja, wie habt Ihr diese mikrofoniert? Habt Ihr überhaupt für sie Stützmikrofone benutzt oder habt Ihr bewußt darauf verzichtet um die Wirkung auch als Fernwirkung herauszustellen? Ich habe dieses Werk in den 90-er Jahren mal aufgenommen in einer großen Kirche. Die Ferntrompeten standen hinter einem Hochaltar und ich habe sie nicht weiter gestützt sondern bewußt den indirekten Schall so wie er war wirken lassen. Es könnte sein, daß ich dieses Werk im Herbst noch mal aufzunehmen habe - möglicherweise in der selben Kirche. Wie sind da Eure Erfahrungen - wie habt Ihr das realisiert?
Hi Rainer, ich habe das Verdi-Requiem auch schon mal aufgenommen. Die Ferntrompeten wurden bei mir auch nicht gestützt. Letztendlich würde ich es aber so machen: Wenn parallel zur Vor - Ort Mischung eine Mehrspur mitläuft, eine Stütze vorsehen. So hat man die Wahlfreiheit. Im Vorspiel der Vor-Ortmischung in einer Anspielprobenpause würde ich den Dirigenten in die Regie bitten, und die Ferntrompetenpassage, die ungestützt ist, vorspielen. Viele Grüße Holger
Hallo Rainer, ich denke, dass beim Verdi Requiem die Ferntrompeten das kleinere Problem sind, vielmehr die Dynamik.... aber das weisst Du sicherlich. Ich habe oft mit Fernorchestern etc. gearbeitet und kann eigentlich nur sagen, dass es selten auf die selbe Art und Weise funktioniert. Meist ist die akustische Lage zu unterschiedlich, auch von den Instrumenten her. Am besten vertraut man doch auf eine Lösung, die auch im Aufnahmeraum überzeugend klingt. Dies kann bedeuten auf dem Balkon hinter dem Podium, im Saal selber oder z.B. unter der Bühne. Das ganze ändert sich natürlich, wenn es um einen live-Mitschnitt geht. Ich würde da im Vorfeld mit dem Dirigenten überlegen und mich auf eine für das Konzert akustisch günstige Lösung einigen. Dies funktioniert wie gesagt für die Aufnahme auch meist bestens. Gr. Dirk
Moin Rainer, das hängt auch ein bisschen von deiner Gesamtmikrofonierung ab. Wenn du für den Raum 2 Kugeln stehen hast sollte das eigentlich ok. sein. Ich würde aber, wie Holger schon sagte 2 Stützen stellen und die sicherheitshalber auf 2 Tracks der Mehrspur aufnehmen. Nachträglich kannst du dann immer noch die beiden Spuren mit Delay und Hall wunderbar einbauen. Schönes Wochenende Gerhard
Ohne es bisher aufgenommen zu haben (aber ein paarmal gesungen), würde ich eher zu dezenten und eher "ein bißchen zu weit weg" aufgestellten Stützen tendieren. Nicht um die Fern-Trompeten weniger fern klingen zu lassen, sondern weil dieses Taaa-tatataaaaaaa-tatataaaaaaa sich doch immer mehr verdichtet und auf diesen ff-Ausbruch "Tuba mirum spargens sonum" zuläuft - da ist rhythmische Klarheit m.E. sehr wichtig. Auch bzgl. der Lokalisation ist ein bißchen Klarheit nicht verkehrt - wenn das zu sehr im Hall verschwimmt, geht der Pingpong-Effekt, den Verdi sicherlich im Kopf hatte, verloren.