Livemitschnitt Gala-Programm

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo allerseits,
eine eher ästhetische Frage, die sicher keine klare Antwort hat, sondern eher Geschmackssache ist.
Ich habe demnächst einen Livemitschnitt einer Gala mit verschiedenen Mozart-Werken (was sonst in diesem Jahr...ICH hätte auch nichts gegen Schostakowitsch...). Von Kleiner Nachtmusik über Idomeneo-Arie und Violinkonzertsatz bis zu Motetten alles dabei. Alles live ohne Umbaumöglichkeit, Veranstalter mit Stativallergie (aber natürlich keine Hängemöglichkeit), Gala-Publikum mit viel Geräuschentwicklung. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich für die Solisten das Orchester etwas spreizen möchte (durch etwas "zu klein" gewählten Aufnahmebereich) und dann die Solisten schön in die Mitte einfügen kann oder ob ich eher für die Werke mit Chor mikrofoniere und das (begleitende) Orchester also eher schmal abbilde.
Hat jemand vergleichbare Aufnahmen gemacht? Einzelmikrofonierung nach BR-Art mit ein paar RC1200-Rohren ist leider nicht drin, das wäre für so etwas natürlich die flexibelste Lösung. Reine Hauptmikrofonie muß auch nicht sein, schon weil ich den Raum nur ohne Publikum hören kann vorher.
Danke schonmal :)
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Antwort#2
Orchester mit naher Mikrofonwand aufnehmen. Schön Stereo.
Solisten mit je einem (!) Mikrofon dahin pannen wo er sein soll.
Keine Mikrofonone im Publikum!
Hall künstlich zumischen.
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Antwort#3
Oh ja, Mikrofonwand ist einen Versuch wert. Da hatte ich gar nicht dran gedacht. Danke!
Hihi, und mal das Freeware-SIR ausprobieren mit nem Impuls vom leeren Saal :)
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Antwort#4
Was versteht man hier konkret unter Mikrofonwand? Handelt es sich um daselbe, was anderswo als Mikrofonvorhang bezeichnet wird? Wie hoch und in welchem Abstand zum Orchester würde man die Mikrofone positionieren, so dass diese optisch weniger störend sind? Welche Richtcharakteristik ist zu bevorzugen?
Vielen Dank für eine kurze Stellungnahme.
MA
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Antwort#5
Eine Mikrofon-Wand ist ein Mikrofon-Vorhang. Siehe Link.
Dieses hat bei größeren linienförmig aufgestellten Ensembles einen Vorteil gegenüber einem punktförmigen Hauptmikrofonsystem (XY, MS, ORTF), das das Center zu stark aufnimmt. Hierbei ist nur die kreisförmige Aufstellung der Musiker günstig.


Eine Mikrofon-Wand ist ein Mikrofon-Vorhang
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Antwort#6
Da waren noch die Fragen: Wie hoch und in welchem Abstand zum Orchester würde man die Mikrofone positionieren, so dass diese optisch weniger störend sind? Welche Richtcharakteristik ist zu bevorzugen?
Für eine Klangoptimierung geht die Frage weniger nach optisch, sondern nach akustischer Aufnahmenotwendigkeit. Bei guter Akustik wird man unbedingt Kleinmikrofone mit Kugelcharakteristik (diffusfeldentzerrt) wählen. Sonst wird man eben Nieren- oder gar Supernieren-Kleinmikrofone nehmen müssen. Die Höhe und der Abstand der Mikrofone zueinander und zum Orchester ist je nach Art der Musik, des Raumes und dem Klangwunsch einzustellen.
Maini
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Antwort#7
Für eine Klangoptimierung geht die Frage weniger nach optisch, sondern nach akustischer Aufnahmenotwendigkeit.>unbedingt Kleinmikrofone mit Kugelcharakteristik (diffusfeldentzerrt)>je nach Art der Musik, des Raumes und dem Klangwunsch einzustellen
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Antwort#8
Hallo Peter,
nicht ganz simpel, da die 'Stativallergie' sicherlich den Mikrofonvorhang verhindert.
5 Hochstative vor der Bühne ist dann doch meist zuviel, obwohl sich hier eine Diskusiion mit den Verantwortlichen lohnt.
Rein gefühlsmässig würde ich hier, wenn es der Raum zulässt, vielleicht mal ein Decca Tree andenken. 1 Hochstativ VOR dem Dirigenten ( der meckert zwar auch immmer, aber man kann sich meist mit ihm einigen) - Decca steht also IM Orchester- und zusätzlich 2 Outrigger in den Ecken etwas nach nach innen gedreht.
Wenn du die Aufnahmen im Kasten hast, erzähl mal wie du es gemacht hast und wie die Resultate waren.
Ich drück dir die Daumen
Gerhard
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Antwort#9
DER Dirigent meckert zum Glück nicht über einen Tree, v.a. kann man das C-Stativ ja auch leicht seitlich stellen und mit Galgen in die Mitte kommen. Ich habe da nur gewisse Bedenken bzgl. Zumisch-AB, die doch meist notwendig ist und dann voll im Publikum steht.
Vielleicht ORTF plus Quasi-Straus-Pakete über den Hinterbänklern, die dann auch ein bißchen Chor mitnehmen (Straus damit ich im Nachhinein ein bißchen kontrollieren kann).
Ist in der Tat nicht ganz einfach. aber sonst bräuchte ich ja nicht zu fragen...
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Antwort#10
Hallo Peter,
für die Zumisch A/B habe ich Overhead Stative mit ~2m Galgenausladung und Gegengewichten (habe ich mal bei BigT-T gekauft - Bestell Nr. 136119 um die 80? - bis 3,20m hoch und ausziehbaren Galgen) dadurch kann man die beiden Stative ganz nach aussen stellen und kommt doch noch bis zu 2 m raus aus der Ecke.
Allerdings sind bei 2m Ausladung Gegengewichte zwingend notwendig.
Gruss
Gerhard
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Antwort#11
Hallo PKautsch,
in solchen Anwendungen soll das Gefell KEM970 ein Problemlöser sein. Ich selbst hatte noch keine Gelegenheit die Teile auszuprobieren. Diese Mikrofone sollen phantastisch sein, wenn genau der Fall eintritt das man mit wenigen Mikrofonen das volle Programm aufnehmen soll.
http://www.microtechgefell.de/home.htm
Gruß
M. Hein
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Antwort#12
Vorsicht vor zu hohen Erwartungen an das Microtech Gefell KEM-970 Ebenen-Mikrofon. In Problemfellen mag es anwendbar sein, aber klanglich muss es immer ein Kompromiss sein. Das Gefell KEM-970 besteht aus acht frequenz- und phase-angepassten Kapseln, die über einen angeschlossenen analogen Prozessor geschaltet werden, was zusammen ein 120° horizontales (breites) und 30° vertikales (hohes) Polardiagramm ergibt. Das ist nicht ohne.
Man sieht es hier zu dem günstigen Preis:
http://www.musik-service.de/Mikrofon-Microtech-Gefell-KEM-970-Ebenen-Mikrofon-prx395497371de.aspx
Für Sprachaufnahmen mag es ideal sein. Darum auch Bundestag. Aber für Musikaufnahmen?
http://www.audiobau.net/produkt/?product_id=13&cHash=b318fa1594
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Antwort#14
Sicherlich ein interessantes Mikrofon, das auch unter anderen akustisch schwierigen Bedingungen Sinn machen kann.
Allerdings müssen sich ca. 14.000 ? für ein Stereo-Set erst einmal amortisieren.


Erfahrungsbericht eines Mitentwicklers von der IRT-Seite (PDF-Datei)
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Antwort#15
hm...hätte das jetzt auch eher im Bundestag und bei Aufnahmen, wo man v.a. von oben und unten wenig Schalleinfall gebrauchen kann, eingeordnet. Wenn ich mal das nötige Kleingeld habe, ist es vielleicht einen (Leih-)Versuch wert.
Konkret wird es aber schon auf herkömmliche Weise gehen - ist ja nicht das erstemal, daß ich Kammerorchester+Solo+Chor mit einstelliger Anzahl Mikrofone mache. Nur die Programmzusammenstellung irritiert mich eben etwas, da sich wohl nicht eine Aufstellung finden läßt, die sowohl für Kleine Nachtmusik als auch für Opernchor ideal ist. Das war ja meine ursprüngliche Frage: welchen Kompromiß schlagt ihr vor?
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Antwort#16
Na, das sind doch mal schöne Werbeprospekt-Fotos :)
Als ich letzten Oktober ganz ohne Aufnahme in der Thomaskirche war, hingen da hauptsächlich AK43, mit KM100 am anderen Ende des Kabels...
Irgendwie will mich das KEM 970 nicht so ganz überzeugen bisher. Fürs gleiche Geld kriege ich etliche MK8, die dann auch eine gute seitliche Ausblendung haben. Für horizontale Breite kann ich auch ein XY-Paar aus Achten hinstellen...
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Antwort#17
So, die Aufnahme ist gelaufen - mischen werde ich das Ganze in ein paar Tagen, morgen erstmal Bigband-Mitschnitt...ich stell dann ein paar Auszüge in Gearslutz rein.
Ich habe es dann simpel gehalten und relativ klassisch.
Schöner Saal mit 2,5 Sekunden Fürstbischofshall ;)
Hauptsystem KM183 54cm 3m über Bühnenhöhe, etwas "zu nah" mit gaaanz leichtem Mittenloch (den mitsingenden Dirigenten braucht man ja wirklich nicht auf der Aufnahme, und die Bratschen sitzen eh zu weit weg...).
Dreiervorhang MK21 ca. 2,7 m hoch vor hinterster (einziger durchgehender) Orchesterreihe, für Chor UND Bratschen (C) // Hörner (R) hinter Vc/Kb // Geigen (L).
Holzbläser seitlich außen hinter den Geigen hatten 1 KM184 ebenfalls ca. 2,7 m, Kontrabaß nah wie immer, 1 MK4 für Solisten, und dabei festgestellt, daß Brusthöhe auch für Flöte gar nicht übel ist.
Und das wars schon. Keiner hat gejammert, sondern sie haben sich sogar über die schöne große Blumenvase (war zum Glück vorhanden, gehört aber wohl bald fest zu meinem Livemitschnitts-Gepäck ;) ) vor dem Haupt-Stativ gefreut.
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