Beratung Sprach-Mikrofon

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Einen freundlichen Gruss an alle!
Im technischen Bereich absoluter Laie suche ich ein optimales Mikrofon zur Erstellung von Tonbriefen.
Anforderung = bestmögliche Aufnahmequalität zur Aufzeichnung von Sprache auf Tonträger wie MC-Cassette oder CD (über Computer) innerhalb eines normalen Wohnraumes bei ausschliesslich persönlicher (nicht gewerblicher) Nutzung.
Ein CAROL-Dynamic-Microphone UDM-226 als einfache Einsteigelösung von Conrad erwies sich hier sehr schnell als qualitativ unbefriedigend.
Ziel meines Interesses wäre u.U. ein Neumann-BCM705 (wegen der mehrstufigen Körperschallentkopplung, integriertem Poppschutz sowie Auslegung auf Sprache), wobei ich nicht weiss, ob ich damit bei meiner vorhandenen technischen Grundausstattung nicht weit über deren Möglichkeiten hinausschiesse.
Was wäre daher EURER Ansicht nach für die Aufnahme von Sprache auf MC oder CD via Cassetten-Deck oder Computer der bestmögliche vertretbare Kompromiss hinsichtlich Qualität ?
Für alle (auch mir als Laien verständlichen) Hinweise möchte ich mich bereits jetzt schon ganz herzlich bedanken,
pewamerit
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Antwort#2
@pewamerit.
Wir standen anfänglich vor einem ähnlichen Problem, als wir feststellten, das unser Sennheiser e855 mit einer Soundblaster Audigy2 NX nichts taugt.
Wir hatten damals nach einer vernünftigen Lösung gesucht und uns dann für ein AKG C 4550 B-BC entschieden, das sich hervorragend für Männerstimmen eignet (Frauen sind nicht so begeistert).
Dazu haben wir dann noch einen Mikrofonvorverstärker gekauft, der auch in jedem Fall dringenst nötig ist ...
... unsere Wahl fiel dann auf den Quadmic von RME, weil damals M-Audio den DMP3 nicht liefern konnte.
Wenn es Neumann sein soll, dann tut es auch ein KM-184 (liegt in der ähnlichen Preisklasse) und ist universeller einsetzbar (leichter zu händeln).
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Antwort#3
Also für solche Zwecke ein Neumann oder wie auch immer in dieser Qualitätklasse einzusetzen ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Für den Zweck einen reinen Sprach-Briefes tut es auch ein Vivanco EM 32. Das ist weit billiger als eines der o.g. Steckt man dann noch einen Schaumstoffwindschutz drauf, hat man auch das Problem mit den Explosivlauten im Griff.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Ist Neumann nicht ein bisschen übertrieben?
Ich hätte - sofern keine High-End Ansprüche vorliegen - irgendein preisgünstiges Dynamisches vorgeschlagen. Wie "x-ray" oder T-Bone so. Oder halt SM58, SM57.
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Antwort#5
@ThomasT.
"Ist Neumann nicht ein bisschen übertrieben?"
Na ja, ich habe mich nach der Preisklasse gerichtet die pewamerit mit seinem dynamischen Neumann Rundfunkmikrofon vorgegeben hatte.
Und in dieser Preisklasse kann man schon ein KM-184 bekommen.
"Ich hätte - sofern keine High-End Ansprüche vorliegen - irgendein preisgünstiges Dynamisches vorgeschlagen. Wie "x-ray" oder T-Bone so. Oder halt SM58, SM57."
Meine Erfahrungen mit einem e855 der einem e945 sind nicht so berauschend ...
... wobei sich ein Sennheiser MD 46 für Reportageeinsätze gut macht. Das MD 46 klingt zwar nicht so brilliant wie einige günstige Kondensatormikrofone, aber es rauscht weniger.
Wenn es etwas günstiger sein soll kann ich das dynamische Sennheiser MD 46 wirklich empfehlen (stets mit MZW 1032-PRO Windschirm), aber ich dachte an die Vorgabe von $\pm$ 500 Euro, und die Benutzung in geschlossenen Räumen.
Wer einfach nur Geblubber aufnehmen möchte, der braucht nicht so einen Aufwand treiben ...
... wer allerdings seine Hörer weniger monoton fesseln möchte, sollte schon ein anderes Mikrofon wählen, vor allem wenn man extra für diesen Spezialfall eine nicht unerhebliche Investition tätigen will.
Die Mikros in der Werbung und im Radio sind ja auch nicht die billigsten, und deren Aufwand/Nutzen hat sicherlich einen anderen Hintergrund.
Und pewamerit hat ja schon schlechte Erfahrungen mit einem (für ihn) ungenügenden Mikrofon gesammelt und ist von sich aus einige Ligen weiter nach oben gegangen (Mikrofon der 500 Euro Klasse).
Zitat pewamerit:
"Anforderung = bestmögliche Aufnahmequalität zur Aufzeichnung von Sprache auf Tonträger wie MC-Cassette oder CD (über Computer) innerhalb eines normalen Wohnraumes bei ausschliesslich persönlicher (nicht gewerblicher) Nutzung."
Und da kann ich dann ein KM-184 mit einem M-Audio DMP3 mit ruhigem Gewissen empfehlen (auch wenn ich das dynamische Neumann Rundfunkmikrofon nicht kenne) ...
... vor allem kann er diese Kombination auch für andere Aufgaben wählen, und hervorragende Aufnahmeergebnisse erzielen.
Wer möchte kann auch alle Aspekte seiner Stimme mit einem Schoeps MK 41 CMC-6u mit B-5 D Besprechungsschutz und AS-20S Spinne einfangen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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Antwort#6
Kommt auf die Qualitätsanforderungen an.
Professioneller Sprecher oder Telefonqualität?
Für mein Talkback habe ich eine 1.50Euro Elektretkapsel mit SSM Preamp mit Compressor...
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Antwort#7
Hallo an alle,
ich hatte mir vor einiger Zeit von einer Rundfunksprecherin einen Text auf Musik-Cassette sprechen lassen. Die Qualität dieser Aufnahme war selbst für Laien hörbar WESENTLICH besser als jeder Mitschnitt aus dem Radio auf UKW! Also muß eine gute technische Ausstattung auch entsprechend akustischen Gewinn bringen.
Auch bei Erstellung von persönlichen Tonbriefen kommt es letztlich auf das individuelle Qualitätsbewusstsein an:
Bei der Arbeit, die ich z.B. in eine Besprechung einer Oper mit zahlreichen Musikbeispielen setze (Sachrecherche, Text schreiben, Musikbeispiele aussuchen, alles zusammenstellen und einspielen) ist mein Sprachbeitrag mit Abstand das schwächste Glied, - und es tut zumindest mir als Verfasser weh, diesen Text in deutlich schlechterer Qualität zu hören. Zwar kann ich meine Wohnung nicht in ein Studio umwandeln, versuche aber wenigstens im Rahmen der Gegebenheiten für das sonstige Equipment ein Optimum zu finden. Letztlich ist es auch bei Einstieg in eine etwas teurere Qualitätsklasse längerfristig gesehen die kostengünstigste Lösung. Es stellt sich dabei allerdings auch die Frage: ab wann schießt man wirklich mit Kanonen auf Spatzen? Und eben diese Suche um einen Kompromiss bewegt mich.
Als technischer Laie bin ich im Internet durch die vielen Möglichkeiten und Fachbegriffe absolut überfordert.
Deshalb präsentiere ich mein "Problem" mit der Bitte um sachkundige Hilfe und Rat vertrauensvoll diesem Gremium.
Optional wurde nun auch ein Neumann KM 184 mit Vorverstärker DMP3 von M-Audio ins Gespräch gebracht, für die ich bei E-Bay jeweils (im Moment noch) günstige Angebote finde.
Könnte diese Zusammenstellung der Aufgabe qualitativ entsprechen?
Und welche Höchstgebote empfehlen sich für 1) KM184 und 2) DMP3?
Mit freundlichem Gruß
und im Voraus natürlich wieder herzlichen Dank für alle Bemühungen und Beiträge,
pewasog
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Antwort#8
Die Frage, ab wann du "mit Kanonen auf Spatzen schiesst", musst du dir selber beantworten. Was ist dir entsprechende Qualität wert, hast du gerne qualitativ hochwertige Geräte in der Hand (egal, ob sich das ganze auch finanziell rechnet)? Ich persönlich habe meine anfänglichen Tonhobbyambitionen mit Neumann KM84/83 "befriedigt", inzwischen mach ich auch so manche professionelle Produktion (Klassik) und verwende sie noch immer.
Mit den Neumann KM184 (ebay bis 350?) und einem DMP3 (ebay etwa 120?) kannst du sicher hochqualitative Ergebnisse erzielen. Falls das Budget ein Problem darstellt, kann ich dir auch die Oktava MK012 empfehlen, mit denen man sehr gut arbeiten kann (neu mit Garantie bei oktava-online http://stores.ebay.at/Oktava-online um etwa 130?)
Grüße
Hermann
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Antwort#9
Die Entscheidung für ein KM ist zuerst einmal ok. Aber für Sprecherzwecke würde ich mich eher nach einem kompletten Channel Strip umsehen. Der DMP3 kann einfach nur verstärken und sonst nix. Je nach Sprecher wünscht man sich schon mal die Möglichkeit einer Klangbearbeitung durch einen Equalizer oder Kompressor.
Channelstrips: (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Mindprint Envoice
Focusrite Trackmaster
Focusrite Voicemaster
Toft Audio EC-1
dBx Provocal
SPL Track one
usw.
Gruss
Gerhard
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Antwort#10
Hallo,
Km184 halte ich für keine glückliche Wahl, wenn du - wie du sagst - tontechnischer Laie bist. Die zusätzliche Flexibilität des km184 bringt dir keinen Vorteil und es ist doch erheblich aufwendiger aus einem km184 eine gute Sprachaufnahme zu zaubern, als aus einem Sprechermikrophon (klar, gewusst wie ists kein Problem, aber einfacher ists mim Sprechermic)
Die üblichen Verdächtigen wären hier neben dem von dir genannten Neumann, das ich nicht kenne,
* EV Re20
* Shure sm7
(* Rode Broadcaster)
Allesamt dynamische Mikrophone mit sehr gutem Poppschutz.
Den von Gerhard vorgeschlagenen Channelstrip finde ich eine sehr gute Idee. Hier ist der gelistete SPL Track One oder wenns noch netter sein soll Channel One sicher eine gute Entscheidung.
Das alles zusammen ist zwar eine ordentliche Investition, aber - sofern das Geld vorhanden ist - sicher eine sehr gute Ausgangsbasis um für viele Jahre zufrieden zu sein
Lieben GruÃ?
Armin
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Antwort#11
Leider vermag ich den Dialogen nicht ganz zu folgen:
was -bitte- ist ein "Channel Strip" bzw. "Channel one"?
Und ein Equalizer verändert doch die Tonaufnahme erst, NACHDEM sie auf Band gebracht worden ist - oder?
Lieben Gruß
pewamerit
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Antwort#12
was -bitte- ist ein "Channel Strip" bzw. "Channel one"?
"Channel one"
Und ein Equalizer ver�ndert doch die Tonaufnahme erst, NACHDEM sie auf Band >gebracht worden ist - oder?
Ein "Channel Strip" ist im allgemeinen eine Kombination aus:
- Mikrofinvorverstärker
- Equalizer
- Compressor (nicht immer)
- Desesser etc. pp. (nicht immer)
Also quasi wie ein einzelner Kanalzug aus einem Mischpult.
Daher der Name.
http://www.soundperformancelab.com/Channel_One/in_kuerze.html
oder halt von der Konkurrenz der schon erwähnte EnVoice:
http://www.mindprint.de/cms.php?scr=products&mode=1&r=p&pr_kat=5
Ein Equalizer verändert das Signal dort wo er eingeschleift wird.
Also in dem Fall nach dem Mikrofonvorverstärker und _vor_ dem Band.
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Antwort#13
Und ein Equalizer verändert doch die Tonaufnahme erst, NACHDEM sie auf Band gebracht worden ist - oder?
Ein Equalizer weiß nichts davon, ob er bei der üblichen Tonaufnahme sogleich oder erst bei einer Nachmischung eingeschleift wurde.
Viele klassische Live-Aufnahmen müssen gleich in Stereo oder Surround fertig gemischt sein. Da hilft nur, EQs sofort einzusetzen.
Darius
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Antwort#14
@a:w.
"Km184 halte ich für keine glückliche Wahl, wenn du - wie du sagst - tontechnischer Laie bist. Die zusätzliche Flexibilität des km184 bringt dir keinen Vorteil und es ist doch erheblich aufwendiger aus einem km184 eine gute Sprachaufnahme zu zaubern, als aus einem Sprechermikrophon (klar, gewusst wie ists kein Problem, aber einfacher ists mim Sprechermic)"
Worin liegt denn der erhebliche Mehraufwand gegenüber einem (spezialisiertem) "Sprechermikrofon"?
Wenn man ein Mikrofon nicht grade knutscht, spielt es nach meiner Erfahrung keine Rolle ...
... und zur Not gibt es ja noch den Kleiderbügel/Strumpfhosen Poppschutz. Aber der Schaumstoffpoppschutz beim KM 184 reicht ja völlig aus ...
... wobei ich mich just frage, ob die Sprecher bei Tagesschau und Co. extrem auf die Technik achten müssen, damit eine klare Aufnahme zustande kommt.
Erfordert ein längerer Redebeitrag nicht andere Anforderungen als eine (intime) Anmoderation durch einen ins Mikro anmoderierend hauchenden Rundfunkmoderator? Ich persönlich spreche lieber in mein Kleinmembraner, als das ich in mein "Hightechsuperduperradiomoderatorenmikrofon" (AKG C 4500 B-BC) hauche. Das Neumann KM Mikrofon klingt besser als das Spezialmikrofon ...
... an dynamische Mikrofone zu diesem Preis mag ich gar nicht denken. Wenn ein Mikrofon als Sprechermikrofon stets in Betrieb ist mögen die Schwerpunkte/Anforderungen anders geartet sein.
Schutz vor Einstrahlung durch Computermonitore ...
... spezieller Schutz vor Essensresten/Speichel usw. usf. ...
... Schutz vor ungeschickten oder grobmotorigen Radiomoderatoren.
Aber für gelegentliche oder häufigere Sprachaufnahmen?
Und da klingt das Neumann auch bei unbedarften Laien (Lieschen Müller) super.

Liebe Grüße,
Machiko
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Antwort#15
Nun, die Tagesschausprecher & Co werden ja nicht in ihrem Wohn/Schlaf/sonstwasdaheim-Zimmer aufgenommen, sondern in definierter Akustik. Und sie werden über Fernsehlautsprecher wiedergegeben, was die Bandbreite doch etwas beschränkt. Der ganze Müll, den die Mikrofone da mit aufnehmen, kommt aus solchen Lautsprechern doch gar nicht raus. Man könnte dort übrigens genauso gut ein SM58 in Nahbesprechung hinstellen - den Unterschied würde man auf dem heimischen Fernseher sicher nicht wegen des Klanges bemerken (wohl aber wegen des häßlichen Mikros im Gesicht des Sprechers).
Man sollte doch für Heimaufnahmen versuchen, möglichst wenig vom (nicht optimalen) Raumklang aufzunehmen. Also möglichst dicht am Mund des Sprechers sein. Da würde ich nicht unbedingt ein KM184 benutzen, welches eine Menge Nachbearbeitung (welche einiges tontechnisches Wissen voraussetzt - pewamerit sagt ja selbst, daß er dieses nicht besitzt) braucht. Ein Universalmikrofon braucht hier m.E. wirklich niemand. Lieber ein typisches "Nahbesprechungsmikrofon" vom Schlage eines SM58 oder - wenns denn Neumann sein soll - ein KMS.
Konkret: das KM184 erfordert einen gewissen Abstand zur Schallquelle. Damit wird der aufgenommene Diffusschallanteil größer. Bei zu geringem Abstand klingt meiner Erfahrung nach gerade das KM184 sehr "eng" - die Baßanhebung durch den Nahbesprechungseffekt könnte man ja auch per EQ kompensieren. Zu viel Raum auf der Aufnahme hingegen ist nicht kompensierbar, wird aber bei ausreichendem Abstand mit Sicherheit passieren.
Mein Favorit für Wohnzimmersprachaufnahmen ist übrigens das Oktava 219. Klingt komisch, ist aber so.
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Antwort#16
@pkautzsch.
"Nun, die Tagesschausprecher & Co werden ja nicht in ihrem Wohn/Schlaf/sonstwasdaheim-Zimmer aufgenommen, sondern in definierter Akustik. Und sie werden über Fernsehlautsprecher wiedergegeben, was die Bandbreite doch etwas beschränkt. Der ganze Müll, den die Mikrofone da mit aufnehmen, kommt aus solchen Lautsprechern doch gar nicht raus. Man könnte dort übrigens genauso gut ein SM58 in Nahbesprechung hinstellen - den Unterschied würde man auf dem heimischen Fernseher sicher nicht wegen des Klanges bemerken (wohl aber wegen des häßlichen Mikros im Gesicht des Sprechers)."
Ich kann Dir mit ruhigem Gewissen größtenteils zustimmen.
Aber dennoch macht es einen Unterschied aus, ob Du eine Person und ihre Emotionen sehen kannst, oder ob Du lediglich blind bist und darauf angewiesen bist die Emotionen aus der Stimme herauszuhören.
Und hier eignen sich dynamische Mikrofone nach meiner Erfahrung weniger, weil man zum "Theaterschauspielern" neigt ...
... mit anderen Worten man übertreibt etwas mit den akustischen Gesten.
Mit Kondensatormikrofonen ist es da etwas anderes. Es ist dann wie beim Film. Dann sind weniger akustische Gesten im Text ausgedrückt mehr, weil dann alles erheblich natürlicher und selbstverständlicher wirkt. Das ist dann auch für die Zuhörer weniger anstrengend, wenn sie den Beitrag beim bügeln oder abendessen oder auf der Arbeit hören.
Grade beim dynamischen Sennheiser e855/945 hatte ich später in meinen Aufnahmen Effekte bemerkt, für die ich mich heute schäme. Erst mit Monitoren (Genelec 8020-A mit 7050 B) bemerkte ich dann erhebliche Plosiveffekte beim Ansprechen der Mikrofone. Ob der Sender jetzt diese Effekte, vorm senden, herausgerechnet hat vermag ich nicht zu sagen ...
... peinlich ist mir diese Unsauberkeit immer noch.
Nach meiner Erfahrung klingen Beiträge am besten wenn sie locker und entspannt gesprochen werden, das dürfte eine andere Situation sein als beim singen von Liedern.
Auch hören Radiohörer eher mit der Stereoanlage oder Autoradios, die ja auch schon in einer anderen Liga spielen können als ein Fernseher.
"Man sollte doch für Heimaufnahmen versuchen, möglichst wenig vom (nicht optimalen) Raumklang aufzunehmen. Also möglichst dicht am Mund des Sprechers sein. Da würde ich nicht unbedingt ein KM184 benutzen, welches eine Menge Nachbearbeitung (welche einiges tontechnisches Wissen voraussetzt - pewamerit sagt ja selbst, daß er dieses nicht besitzt) braucht. Ein Universalmikrofon braucht hier m.E. wirklich niemand. Lieber ein typisches "Nahbesprechungsmikrofon" vom Schlage eines SM58 oder - wenns denn Neumann sein soll - ein KMS."
Natürlich ist ein Wohnzimmer etwas anderes als ein Studio. Keine Dämmung, und ungenügende Dämpfung.
Selbstredend werden Sprecher sich dann mit eigenen kleinen Tricks zu helfen wissen.
* Spreche nicht bei Hauptverkehrszeiten wenn Autos vorm Haus vorbeifahren.
* Spreche möglichst dann wenn keine Kinder draußen spielen.
* Vermeide Deine Beiträge dann zu sprechen wenn Vögel draußen zwitschern.
* Wenn Du kannst, dann spreche in einem anderen Zimmer als in dem, wo Dein Computer grade arbeitet.
* Entferne Uhren und meide Gaszähler und andere Immobile Geräuschquellen.
* Nimm eine entspannte stehende Körperhaltung an und halte die Hände frei ...
... trage geräuscharme Kleidung. usw. usf.
Selbstredend wird man dann meistens ins Mikrofon reden wenn das ganze Haus und die Tiere in der Nachbarschaft schlafen. (4:00-6:00 [Uhr] haben sich da bewährt, bevorzugt am Wochenende.)
Von anderen Tricks wie aufgehängte Decken, Kleiderschränke usw. usf. möchte ich gar nicht reden.
Auch hören sich heruntergeleierte Texte (abgelesen) immer etwas schlechter an, es sei denn man ist ein ausgebildeter Schauspieler und Dozent für Sprecherziehung.
Aber auch diese Sprachexperten verbringen Stunden und Tage mit einem einfachen Text bis sie wissen wie sie ihn vortragen. (Ein befreundeter Schauspieler/Prof. für Spracherziehung mag übrigens einige Profisprecher im Fernsehen gar nicht hören, weil sie weniger natürlich klingen, sondern wie "Sprachfetischisten", aber dann kommen auch noch andere Aspekte mit ins gesprochene Wort (Lokale Dialekte die eine Stimme erst richtig charmant machen können).)
Und hier hat sich nach meinen Erfahrungen das KM 184 als recht "unproblematisch" erwiesen.
Aber das ist ein anderes Thema als das Thema der Mikrofonauswahl.
Denn selbst ein Sennheiser e855 nimmt Uhren und andere Geräuschquellen liebend gerne auf, da wird dann auch ein KMS von Neumann nicht unempfindlicher sein.
Ich weis auch nicht ob es sich bei pewamerit um einen Mann oder eine Frau handelt. Mag ein Mann weniger empfindlich beim sprechen sein, so bevorzugen Frauen nicht ohne Grund lieber ein Kondensatormikrofon, wenn sie darüber verfügen können.
"Konkret: das KM184 erfordert einen gewissen Abstand zur Schallquelle. Damit wird der aufgenommene Diffusschallanteil größer. Bei zu geringem Abstand klingt meiner Erfahrung nach gerade das KM184 sehr "eng" - die Baßanhebung durch den Nahbesprechungseffekt könnte man ja auch per EQ kompensieren. Zu viel Raum auf der Aufnahme hingegen ist nicht kompensierbar, wird aber bei ausreichendem Abstand mit Sicherheit passieren."
Deine Argumente sind nachvollziehbar ...
... dies waren auch meine Überlegungen mit zum KM-41. Dennoch habe ich beide Mikrofone verglichen, und das KM-184 macht sich für Wohnzimmeraufnahmen nicht viel schlechter ...
... andererseits rauscht das Neumann hörbar weniger als das Schoeps.
Die Aufnahmen mit dem Neumann im Wohnzimmer klingen für meine Ohren perfekt, und dürften dann auch die Hörer am anderen Ende des Radios zufrieden stellen.
Ich brauche mich nur auf meine Beiträge konzentrieren und mache mir dann keine allzugroßen Gedanken über die Technik.
Selbstredend muß man mit seinem Mikrofon auch erst die Mikrofoneinstellungen finden ...
... diese Arbeit wird unserem pewamerit nicht abgenommen.
"Mein Favorit für Wohnzimmersprachaufnahmen ist übrigens das Oktava 219. Klingt komisch, ist aber so."
Wie es Euch gefällt. ;-)

Herzliche Grüße,
Machiko
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Antwort#17
"pewamerit" ist männlich, 60 Jahre alt, Krankenpfleger und lebt in Italien.
Tonbriefe zu verschicken entstand aus dem Beweggrund, damit wesentlich mehr "persönliches Feeling" als das geschriebene Wort vermitteln zu können. Durch Wahl und Einschiebung eines Musiktitels ist es außerdem möglich, manches "zwischen den Zeilen versteckte" auszudrücken, das durch das geschriebene oder gesprochene Wort allein nicht möglich ist.
Als ausgesprochener Opernliebhaber hat es sich im Laufe der Zeit ferner ergeben, daß ich immer öfter auch um eine inhaltliche Besprechung und Veranschaulichung von Aufführungen gebeten wurde. Als Perfektionist strebe ich dabei sowohl sprachlich als auch technisch ein gewisses Qualitätsniveau an und ließ meinen Text anfänglich von Rundfunksprechern vortragen. Aus finanziellen Gründen ließ sich das aber nicht lange durchführen.
Ich benutzte dann eine Revox B77 Bandmaschine mit einem qualitativ guten Uher-Mikrofon, an dessen Typ ich mich allerdings nicht mehr erinnere. Meinem Umzug nach Italien vor einigen Jahren fiel das Revox aus Platzgründen und das Mikro im Zuge von Transportschwund zum Opfer.
Die technische Grundausstattung besteht nun aus aktuell
1 Tapedeck Nakamichi Dragon
1 Tapedeck Grundig CCT903
1 CD-Player Yamaha CDX480
1 Dynamic Micrphone UDM226 Imp600 Ohm von Carol
sowie 1 Computer mit 2 DVD-Laufwerken und Musikbearbeitungssoftware
mit denen ich OHNE UMBAUMASSNAHMEN IM ZIMMER (meine Frau!!!) trotzdem unter den gegebenen Umständen bestmögliche Qualität erreichen will.
Der gemessene Durchschnitts-Lärmpegel (Italien!) i.d. Wohnung liegt bei 56 DBA, draussen bei 69 DBA (Zentrumlage!).
Dafür nun suche ich ein Mikro, welches an meinem Arbeitsplatz aufgestellt das Optimum aus den Gegebenheiten macht, während ich den Text von Bildschirm oder Blatt ablese. Darüberhinausgehendes technisches Wissen in Sachen Aufnahmetechnik oder -(nach)bearbeitung ist nicht vorhanden. Equipment noch weniger.
Finanziell bin ich kein Krösus, jedoch der gewachsenen Überzeugung, daß bestes Arbeitsmaterial auf Dauer gesehen am billigsten kommt. Das Mikrofon meiner Wünsche würde ich daher auch primär gebraucht bei Ebay suchen.
Ist es also doch ein KM184
oder vielleicht eher ein SM58
oder ein EV Re20
oder gar ein Shure smt ???
Euer nach wie vor etwas irritierter, - trotzdem immer neugierigerer pewamerit aus Italien
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Antwort#18
@pewamerit.
Wenn mein AKG C 4500 B-BC keine Niere wäre könnte ich es Dir wärmstens empfehlen. Aber so wie Deine andere Ausrüstung aussieht wirst Du wohl erst ab Sennheiser oder Neumann glücklich werden. Mein Sennheiser e945 ginge zwar auch, aber damit klingt es nicht ganz so gut, da das gesprochene eher einen geringeren Pegel liefert als Gesang.
Leider kenne ich das KMS-105 und das e865 nicht, aber ich träume von dem Neumann Mikrofon. :ö)
Wenn ich Deine Randbedingungen jetzt betrachte, dann wird es wohl eher ein Neumann KMS-105 mit WSS 100 Windschutz als ein Sennheiser E-865 Mikrofon mit MZW 4032 Windschirm werden.
Dazu würde ich mir aber ein K&M 252 Mikrofonstativ gönnen.
Zum Vorverstärker können Dir die hervorragenden Tontechniker in diesem Forum sicherlich besser weiter helfen als ich, vor allem wenn es sich um einen Mikrofonvorverstärker oder Channestrip in Deiner Preisklasse handelt, der dann eine Tiefenanhebung wieder kompensieren kann.
Wichtig in diesem Zusammenhang wäre noch ein guter geschlossener Kopfhörer zur Selbstkontrolle. Wir haben mehrere AKG K271er, der ist für mich zur Stimmenkontrolle ideal.
Das Electro Voice RE-20 Studiomikrofon würde ich auf keinem Fall nehmen, sehr viele Radiomacher raten von diesem Ding ab. Der Sound dieses Mikrofons wird stellenweise als "Zahnputzbechersound" bezeichnet, sie bevorzugen in der Regel ein Neumann Großmembraner. (Neumann TLM-103 mit Spinne)
Aber für eine Niere scheint Deine Umgebung dann doch nicht zu taugen.
Ich hoffe, ich habe mich in diesem Forum gegenüber den Tonprofis nicht zu sehr aus dem Fenster gelehnt, und würde mich darüber freuen wenn Du uns Deine Entscheidung mitteilen würdest ...
... sowie wie zufrieden/unzufrieden Du mit unserer Hilfe warst. :-)

Herzliche Grüße,
Machiko
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Antwort#19
Hallo pewamerit!
Eigentlich möchte ich nicht zur weiteren Verwirrung beitragen ...
Ich bin nur über Deine Aufnahmesituation gestolpert:
Der gemessene Durchschnitts-Lärmpegel (Italien!) i.d. Wohnung
liegt bei 56 DBA, draussen bei 69 DBA (Zentrumlage!).
[Mikrofon]
In dieser Situation ist meines Erachtens nur ein _Mikrofon für Nahbesprechung_ aus geringem Abstand geeignet.
Mag sein, daß sich das für Dich passende unter dem Begriff "Headset" findet: Ein Mikrofon, das an einem Kopf- oder Nackenbügel montiert ist und in geringem Abstand vor dem Mund positioniert ist.
Als Beispiel ein Mikrofon, das zur Übertragung von Formel 1-Rennen benutzt wird:
http://www.schoeps.de/D-2004/headsets.html
Sicherlich eine der teuersten Lösungen ...

[Vorverstärker]
Unter den Aufnahmebedingungen einen "high end"-Miklrofonvorverstärker zu wählen, dessen Rauschen 20 dB unter den Umweltgeräuschen liegt, halte ich schlichtweg für Geldverschwendung. Wichtig wäre ein sinnvoller Hochpaß, der tieffrequente Störungen unterbindet.
Als ketzerischer Vorschlag sei auf den img Stage Line MPA-102 verwiesen:
http://www.monacor.de/de/produktseite_stageline.php?artid=3982&spr=DE&typ=u
http://www.monacor.de/de/FLE/MPA102.pdf (Anleitung)
Für einen UVP von 86,50 ? bietet das Gerät von den Anschlüssen alles, was Du brauchst, um den Vorverstärker an einen Stereocassettenrecorder anzuschließen(!), und einen Hochpaßfilter mit 100 Hz.
Einziger Wermutstropfen: Für phantomspannungsgespeiste Mikrofone stehen nur 24 Volt zur Verfügung, die meisten Kondensatormikrofone benötigen jedoch 48 V, nur einige lassen sich mit einer Betriebsspannung zwischen 9 und 48 V betreiben.
Als Havarie-Gerät habe ich selber einen ähnlichen vierkanaligen Mikrofonverstärker; das Teil ist sauber konstruiert und enthält dieselben ICs (z.B. SSM201x), die man auch in wesentlich teueren professionellen Geräten findet.

["Channel Strip"]
Bevor ich in einen solchen investiere, würde ich erst einmal die Wirkungsweise von Kompressoren, Klangregelungen (EQs) und anderen Manipulatoren in den entsprechenden Bearbeitungsmodulen der Audiosoftware auf dem Computer ausprobieren. Möglicherweise bietet Deine Software bereits alles, was Du benötigst ...
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Antwort#20
Hallo pewamerit,
..was ist ein 'Channelstrip' .. war deine Frage.
Man hat hier versucht, alle zur Bearbeitung eines Signals notwendigen 'Geräte' mehr oder weniger sinnvoll hintereinanderzuschalten und das Ganze in ein Gehäuse zu packen. Nehmen wir mal als Beispiel den Channel One von SPL. Zuerst kommt der Mikrofonvorverstärker, der das kleine Signal vom Mikrofon einfach nur verstärkt.
(genau das und nicht mehr macht dieses M-Audio Teil)
Dann durchlauft das Signal den DeEsser, der die störenden 'S' Laute wegnehmen soll.
In der nächsten Bearbeitungsstufe kommt ein Kompressor zum Einsatz, er soll die
Dynamik sinnvoll bearbeiten und als Limiter das nachfolgende Aufnahmegerät vor Übersteuerungen schützen. Anschliessend geht's in den 3 Band Equalizer, der wie der Name sagt, 3 verschiedene Frequenzen gleichzeitig bearbeiten (anheben/abschwächen) kann. Dann erst geht's zum Aufnahmegerät und parallel zum Kopfhörerausgang.
Du hast halt wesentlich mehr Möglichkeiten deine Stimme zu bearbeiten und ihr bei der Aufnahme deinen 'Wunschklang' zu geben (Man kann sie allerdings auch verschlimmbessern)
Gruss
Gerhard
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