Inwieweit sind Druckempfänger als Stützen einsetzbar?

Erstellt 40 Antworten41 Beiträge
Antwort#21
Also, ich würde den Trittschallfilter nicht nur bei Kugeln reintun. Stützen müssen da unten nicht immer was bringen.
Aus meiner Sicht ist das kein Kugel-Argument. Weder pro noch kontra.
/Tonmaus
ZitierenPost melden
Antwort#22
Frage: Weshalb nimmst du erst Kugeln (Druckempfänger) und filterst dann den Baßbereich weg?
Da gibt es einen einfachen Versuch dazu. Nimm mal ein Kleinmikrofon mit der Richtcharakteristik Niere und dicht daneben ein Kleinmikrofon mit der Richtcharakteristik Kugel. Stelle die meinetwegen an den Kontrabass.
Dann höre dir beide mal vergleichend an.
Dann mach' den Trittschallfilter rein und höre dir beide Mikrofone wieder vergleichend an.
Dann mache dir Gedanken, warum beide Mikrofone so verschieden klingen, trotz gleichem 0°-Frequenzgang.
Den Mikrofonentwicklern ist selbst noch nicht alles völlig klar.
ZitierenPost melden
Antwort#23
Hier hab ich bei meinen Memos noch ein Beispiel gefunden, wo 2 DPA-Kugeln als Stützen dienen.
Das war eine kleine Live-Radioproduktion (ich war nicht verantwortlich :))
Zwei Nieren als Haupt mics, vermutlich wegen des Publikums im Rücken.
Bild vom Raum siehe hier:
http://vac.antville.org/static/vac/images/la_risonanza.jpg
Ensemble: La Risonanza - http://www.larisonanza.com/
Repertoire: H.I.von Biber - Sonaten
...mit einem Klangbeispiel kann ich leider nicht dienen.
Ich finde es übrigens ganz wertvoll, solche Notizen und Fotos als Ideenquelle zu haben. Auch um zu sehen, wie es andere machen. (Zeichnung ist übrigens ganz simpel mit VISIO gemacht) - Toll wäre es, wenn wir uns mal mit solchen Setup-Beispielen austauschen könnten.
Gruss
Stefan
ZitierenPost melden
Antwort#24
Den Mikrofonentwicklern ist das schon völlig klar, nur den Anwendern nicht.
Der 0°-Frequenzgang ist noch nicht alles, sondern man muß auch den Diffusfeldfrequenzgang berücksichtigen.
Ein Druckgradientenempfänger fängt bereits bei 150 Hz langsam an abzufallen, ein Druckempfänger geht praktisch bis 0 Hz runter. Nimmt man ein Trittschallfilter dazu, dann überlagern sich doch die Frequenzgänge und der Druckgradientenempfänger hat dann zwangsläufig mehr Baßabfall als der Druckempfänger.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#25
"Den Mikrofonentwicklern ist selbst noch nicht alles völlig klar."
Ich denke, das sollten die Herren Entwickler schon wissen. (Damen gibt's in dem Bereich leider kaum.)
Ein sehr wichtiger Aspekt ist das was nicht be 0° passiert, und das ist bei fast allen Mikrofonen doch eine Menge. Das wissen die Mikrofonhersteller sehr wohl und das ist sogar mehrfach publiziertes, quasi Grundwisssen (für einen Mikrofonentwickler allemal) und nennt sich: "Frequenzgang der Richtcharakteristik" oder ähnlich.
/Tonmaus
ZitierenPost melden
Antwort#26
Hallo Stefan,

es ist zwar ganz nützlich, sich mal anzusehen wie die Leute vom Rundfunk ihre Mikrofone anordnen, aber man sollte das nicht als "Evangelium" betrachten. Ich habe im Laufe meiner jahrelangen Aufnahmepraxis schon einige Mikrofonanordnungen des Rundfunks gesehen und bei der einen oder anderen standen mir auch schon mal die Haare zu Berge....

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#27
Sehe ich das auf dem Bild richtig, daß die beiden 4006 ziemlich nah beieinander sind? Das sieht ja fast aus wie die berühmte "Äquivalenz mit Kugeln"...Oder soll man die Kugeln als bewußt schmal abbildendes Hauptsystem verstehen, und die KM184 als "Stützen" für die Front?
Der Verantwortliche wird sich sicher etwas dabei gedacht haben. Ich würde das gerne verstehen...
ZitierenPost melden
Antwort#28
...wobei die Richtcharakteristik mancher Niere wesentlich kugelförmiger für Tiefe Frequenzen ist. Was nicht zuletzt daran liegt, dass eine Niere eben nur zur Hälfte Gradientenempfänger ist.
/Tonmaus
ZitierenPost melden
Antwort#29
Nein, ich wollte diese Anordnung ja auch nur mal so 'im Raum' stehen lassen. :)Diskutieren könnte man, wenn man Hörbeispiele hätte, ich hätte das Setup sicher anders realisiert.
Ich habe bei den Radioleuten auch noch seltsamere Sachen gesehen, die ich mir nur erklären kann, dass sie für unterwegs die falsche Mikrofonkiste in den Wagen gepackt haben (z.B. Cello mit SM58 abgenommen). Einmal hatten 2 Tonleute im Ü-wagen während der Liveaufnahme eine Flasche Wein leergemacht - frag mich nicht, wer mit dem Wagen hinterher gefahren ist... Ich sag jetzt nicht, welcher öffentlich-rechtliche (Klassik)Sender das war... :)
ZitierenPost melden
Antwort#30
wo soll denn das Problem sein wenn der eine z. B. 1/3 und der andere 2/3 trinkt, dann kann der erst doch noch locker fahren ;-) Wenn dann noch ca. 1 Stunde dazwischenliegt entspricht das einer etwas besseren Hustensaftdosierung.
ZitierenPost melden
Antwort#31
Nun, das müssen wir jetzt nicht als OT Diskussion weiterführen. Vielleicht bin ich ein Prinzipienreiter, aber Alkohol im Dienst ist Tabu und aus diesem Grund ein unbrauchbares Arbeitsergebnis abzuliefern wäre für mich schon ein Fehltritt zuviel.
ZitierenPost melden
Antwort#32
Ich muß gestehen, daß ich mir das auch schonmal überlegt habe mit dem SM58. Allerdings als Kontrabaß-Schnurr-Stütze. Vielleicht probiere ich das tatsächlich mal aus, wenn viel Zeit da ist (wann hat man das schon...).
ZitierenPost melden
Antwort#33
SM58® "Vocal Microphone"
The Shure SM58 "unidirectional = cardioid dynamic vocal microphone" is designed for professional vocal use in live performance, sound reinforcement, and studio recording. A highly effective, built-in, spherical filter minimizes wind and breath "pop" noise.
Und das zum Text von pkautzsch:
Ich muß gestehen, daß ich mir das auch schon mal überlegt habe mit dem SM58. Allerdings als Kontrabaß-Schnurr-Stütze. Vielleicht probiere ich das tatsächlich mal aus, wenn viel Zeit da ist (wann hat man das schon...).

Und der Betreff heißt: Inwieweit sind "Druckempfänger" als Stützen einsetzbar?
Zwei Mikrofone an den Bass zu stellen ist doch kein zeitaufwändiger Einsatz.



Das SM58 ist ein Gesangsmikro
ZitierenPost melden
Antwort#34
Ein Grenzflächenmikrofon auf den Boden vor den Bass (oder Cello) zu stellen, hatten wir glaub ich schonmal diskutiert - womit wir dann wieder zurück beim Thema 'Druckempfänger als Stützen' wären. In diesem Zusammenhang wird ja immer gerne erzählt, dass Cellisten dazu neigen, so ein -beispielsweise- Schoeps BLM3 gerne zum fixieren des Stachels zu gebrauchen.
:)
ZitierenPost melden
Antwort#35
"In diesem Zusammenhang wird ja immer gerne erzählt, dass Cellisten dazu neigen, so ein Grenzflächenmikrofon gerne zum Fixieren des Stachels zu gebrauchen."
Es ist ja noch nicht wirklich passiert, aber Cellisten machen gerne den Scherz, in dem sie die Geste des Stachel-Reinsteckens machen, wenn der Tontechniker vorbeikommt. Und dann muss man immer lachend sagen: "Wehe!". :-)
ZitierenPost melden
Antwort#36
Einmal hatten 2 Tonleute im Ü-wagen während der
Liveaufnahme eine Flasche Wein leergemacht
Die Jungs hatten Stil! ;-)
Die fröhlichen Gelage nach den Konzerten gehören doch zu den schönen Seiten dieses Jobs. Dafür rücke ich manchmal gerne nochmals am nächsten Tag zum Abbau aus. Wenn der Termindruck dies nicht erlaubt, trinkt man seine Flasche eben alleine in der Tonregie ...
ZitierenPost melden
Antwort#37
Es ist dann zu zeitaufwendig, IRGENDEINEN Versuch zu machen, der mit Mikrofonen oder Kabeln im Orchester verbunden ist, wenn der Dirigent 10 Minuten vor Probenbeginn die Aufstellung ändert und (verständlich auf engen Bühnen) während der Probe keine Tonmenschen im Orchester haben will. Alternativ auch: der Gottesdienst überzieht 50 Minuten und man kann erst 10 Minuten vor Probenbeginn rein. Sowas passiert leider öfter als man denkt im Mobilaufnahmen-Sektor.
Da schaut man, daß man sein Hauptsystem vor dem Orchester ordentlich macht und ein paar Erfahrungswert-Stützen pi mal Daumen nach der Probe und Mehrspur. Leider.
Zum Shure-Text: Es gibt Menschen, die für jeden Einsatzzweck ein bestimmtes Mikrofon brauchen. Das heißt aber nicht, daß jedes Mikrofon nur einen bestimmten Einsatzzweck hat. Insbesondere die weithin bekannten KMs der großen deutschen Hersteller...aber eben auch mal ein SM58, welches sich z.B. auch gerne für Jazz-Bläser verwendet wird. Warum soll man nicht das Verhalten dieses Mikrofons gezielt nutzen, wenn man sich dadurch Arbeit am anderen Ende der Leitung/der Festplatte ersparen kann. Theoretisch müßte die Tiefenabsenkung außerhalb des Nahbesprechungsbereichs und der Frequenzgang eines beliebigen "Live-Pop-Gesangsmikrofons" einen zum dezenten Zumischen recht brauchbaren Klang ergeben, wenn man (wenig bis gar nicht gefilterte) Druckempfänger als Hauptsystem hat.
ZitierenPost melden
Antwort#38
Hallo,
einen Aspekt, den ich bisher in der Diskussion vermisst habe, ist die prinzipielle Frage, was man denn eigentlich mit seinen Stützmikrofonen zum Hauptmikrofonsignal hinzumischen möchte. Also: soll das Stützmikrofonsignal eine möglichst "optimales" Klangrepresäntation des zu stützenden Klangkörpers enthalten, oder nur einen bestimmten - bewusst gewählten - Anteil dessen Klanges.
Angesprochen wurde ja hier schon das Stützen der Kontrabässe in einem Symphonieorchester. Bei der Verwendung von Druckempfängern als Stützen ist der Bassbereich sehr bevorteilt, während nun gerade dieser bei Hauptmikrofonen ein Problem darstellt, was den Räumlichkeitseindruck angeht. Sinnvoller könnte es dann sein, ein Mikrofon zu wählen, welches vor allem den Mittel-/Hochtonbereich betont, damit der Räumlichkeitseindruck des Bassbereichs des Hauptmikrofons nicht zu stark verändert wird.
Ich denke, die überlegte Wahl von Stützmikrofonen hängt von der jeweiligen Arbeitsweise ab, und kann sehr unterschiedlich sein. Die entsprechende Wahl hängt ab vom Effekt, dass das jeweilige Mikrofon erzeugt.
Grüsse,
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#40
Hallo,
wobei mir beim Durchlesen des links auffällt, dass der Begriff Stützmikrofon nicht immer eindeutig ist. Persönlich würde ich die Outrigger eines Hauptmikrofonsystems nicht als Stützmikrofone bezeichnen, da sie ja eine Erweiterung des Hauptmikr. sind und auch mit diesem eine bestimmte deutliche Korrelation besitzen.
Stützmikrofone i.A. jedoch sind ja eher isolierte Signale, wo Übersprechen anderer Gruppen / Instrumente eher weniger erwünscht ist.
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.