Mikrotest

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Leute,
ich hatte die Gelegenheit einen Mikrofontest durchzuführen. Leider nicht mit Paaren, sondern immer nur ein Mikro auf eine Klassikgitarre gerichtet. Hier meine Höreindrücke:
Sennheiser MKH 40 - warmer transparenter, räumlicher Ton, schöne natürliche Höhen.
Neumann KM 184 - brillant, schöne, aber manchmal etwas spitze Höhen, sehr klar aber auch etwas flach.
Brauner Phantom Anniversary - sehr viel Raum, in den Bässen etwas dumpf, gefällt mir für Akustikgitarre nicht so gut.
Neumann TLM 103 - brillant, schöne Bässe nicht ganz so warm und natürlich wie das Sennheiser, aber ein sehr schönes Mikro.
AKG 414 - schöner klarer Klang, natürlich, etwas bassbetont.
Das Sennheiser gefällt mir bis jetzt am besten für Akustikgitarre. Ich habe dann vor dieses Mikro noch einen Röhrenmikrofonverstärker von Universal Audio vorgeschaltet (Solo 610) und war begeistert von der Natürlichkeit des Sounds.
Alle anderen Aufnahmen habe ich mit dem Mikrofonvorverstärker des Fireface 800 durchgeführt. Gefällt mir auch sehr gut, aber Universal Audio gab dem Ganzen noch den Kick.
Mich würden eure Erfahrungen interessieren. Gibt es eventuell noch weitere Empfehlungen für Mikrofon und Vorverstärker speziell für Akustikgitarre?
ZitierenPost melden
Antwort#2
Ähnliche Höreindrücke habe ich bei den mir geläufigen Mics der Liste auch, abgesehen vom 414 - aber da gibt es ja inzwischen so viele Varianten, und ich weiß auch nicht mehr, welche ich vor ein paar Jahren in der Hand hatte. Das schien mir jedenfalls etwas scharf, auf jeden Fall mit einem eindeutigen Charakter.
KM184: man darf auf keinen Fall zu nah ran. Ich nehme die als Gruppenstützen 2 Meter überm Orchester, oder auch mal als ORTF-Hauptsystem.
TLM103: ist halt Großmembran, Charaktermic. Daß das nicht so natürlich klingt wie eine Oberklasse-Kleinmembran, ist ja zu erwarten.
Schoeps MK4 wäre noch etwas, was du probieren solltest. Knapp die Preisklasse des Sennheiser, soll angeblich "musikalischer" klingen. SEHR neutral, daher auch Standard beim Klassik-Rundfunk. Gern werden ja auch charakterstarke (also nicht gerade neutrale!) Röhren-Großmembranen von U47 bis Brauner verwendet - das kommt natürlich auch auf die Musik und die Rolle der Gitarre im Kontext anderer Instrumente an. Da kenne ich mich aber überhaupt nicht aus, die einzige Röhre, die ich besitze, heißt Oktava MKL-2500, und sie macht das, was ich von ihr erwarte. Jazz und entschärfungsbedürftige klassische Sängerinnen sind die Stärken.
Was ich interessant finde: Der Eigenklang eines Röhren-Vorverstärkers führt zu einer stärkeren Illusion von Natürlichkeit als der recht charakterfreie RME-Vorverstärker...? Was will uns das sagen?
ZitierenPost melden
Antwort#3
Danke für deine Antwort.
Inzwischen habe ich meine Meinung zum Brauner etwas revidiert. Ducrh eine etwas bessere Aufstellung erreichte ich auch hier einen schönen natürlichen Klang. Ich schwanke jetzt wirklich zwischen TLM103, Sennheiser und dem Brauner.
Der Universal Audio Vorverstärker hat einen eigenen Sound, klar. Er betont etwas die Brillanz der Bässe. Das ist eine Besonderheit der Gitarre, die ich spiele und das kommt damit sehr schön raus. Wahrscheinlich gefällt es mir deshalb so gut.
Danke für denTip mit dem größeren Abstand des KM 184. Werde ich ausprobieren.
Die Schoeps habe ich schon bei Fernsehaufnahmen gespielt. War live ein wunderbarer Sound.
ZitierenPost melden
Antwort#4
müsste wenn dann "taste" heißen. Es geht ja auch gar nicht darum ein objektiv bestes Mikro für Gitarreaufnahmen zu finden. Aber es interessiert mich auf welchen Geschmack andere gekommen sind. Auch ich habe eine "subjektive" Klangvorstellung, bin aber offen für Erweiterung des Horizontes.
ZitierenPost melden
Antwort#5
ich dachte es heißt thirst in der sprite werbung... aber taste is auch gut...;)
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hallo Achim,
meine 2 Cents dazu:
Nimm das MKH40.
Begruendung:
(1) Der Klang hat Dir gefallen.
(2) Im Gegensatz zu den Grossmembranmikrophonen hat es per se wenig Eigenklang und ist auch mal fuer andere Zwecke nutzbar.
(3) Es rauscht geringfuegig weniger als andere Kondensatormikrophone aehnlicher Membranflaeche - physikalisch bedingt, da HF-Kondensatormikrophon
(4) Als HF-Kondensatormikrophon hat es gegenueber normalen Kondensatormikrophonen einige Handhabungsvorteile unter unguenstigen klimatischen Bedingungen - selbst an der Betauungsgrenze gibt es keine kriechstrombedingten Stoergeraeusche....
Gruss
Micha
===
PS: Ich hatte oder habe alle gaengingen Kleinmembran-'Nieren'-Kondensatormikrophone in Bestand (KM254, KM84, KM140, KM184, C391, C480, C451, MK4-CMC5, NT5, B&K, ...), und finde ausser fuer Zwecke, bei denen ich eine Praesenz/Hoehenanhebung wuensche, meisst das MKH40 passend.
---
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.