Im FilmerForum wird gelegentlich ein Buch namens "Producing great sound for film and video" (oder so ähnlich) genannt, welches wohl recht umfassend sein soll. Aber: Das meiste am Setton ist "Machen", lernen durch Zuschauen, lernen durch machen, Improvisationsgabe. Das schöne Kochrezepte-Buch ist beim Film wohl noch etwas dünner als woanders, weil eben noch mehr Variablen dabei sind. Bildausschnitt, Darsteller-Positionen, Beleuchtung (durch alles zusammen die Mikrofonposition), Einstreuquellen, Umweltgeräusche sind am Set eher selten unter der Kontrolle des Tonmenschen. Anpassen und bestmögliche Kompromisse. Schon allein die meist verwendete Richtcharakteristik "Keule" ist ein Kompromiß...
Lesenswert ist auch Tomlinson Holman "Sound for film and television", Focal Press 1997, ISBN 0-240-8029108 - kommt mit CD mit Beispielen, und ist eine gute Einfuehrung zum Thema und zur Problematik. Gruss Micha --- PS: Tomlinson Holman sollte man kennen (THX = ' Tomlinson Holman Experience ' - mancher sagt auch 'T. H. Experiments')...
Der Herr Holman kann ja bei seinen Versuchen und Setups zunächst erstmal ohne auf die Kosten zu schauen, aus dem Vollen schöpfen. Bei einem Vortrag von ihm fand ich übrigens seine Ansicht von 'High-Resolution-Audio' recht interessant: Hohe Auflösung bedeutet für ihn mindestens 10.2 (!) Surround und aufwärts. Also kommt es ihm für 'High-Resolution-Audio' auf die Anzahl der Wiedergabekanäle an, während Samplefrequenz und Quantisierung eine ziemlich untergeordnete Rolle spielen. In diesem Zusammenhang etwas brauchbares für Kinoräume zu realisieren ist schon schwierig genug. Denken wir dabei lieber erst gar nicht ans heimische Wohnzimmer :)
Hallo Stefan, ich habe mal an einer 'summer school' teilgenommen, bei der er einen der Kurse zum Thema gab. Das ist zwar inzwischen ungefaehr eine Dekade her, aber ich wage trotzdem zu sagen, dass der gute Mann mit beiden Fuessen fest auf dem Boden steht - und auch noch weiss, wie man mit Mono-Filmton hinreichend gute Ergebnisse erzielt. Zur Formatdebatte (Bitraten und Wortlaengen) fuehrte er an, dass auch mit der eingeschraenkten Dynamik und Bandbreite von Lichttton plausibel klingende soundtracks moeglich sind, und dass man mit mehr Kanaelen eingeschraenkter Bandbreite durchaus bessere Effekte erzielen kann als mit zwei breitbandigen Stereospuren grosser Dynamik... dass man andererseits das Machbare ausnutzen sollte, wenn man den Ton urspruenglich aufzeichnet und abmischt - 'was weg ist, ist weg, und was von vornherein nicht da ist, muss man muehsam und teuer nachstellen...' Auch das Buch ist 'down to earth'... Gruss Micha ---