hochsampeln und qualität

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Startbeitrag#1
hier mal dazu ein neuer thread :-)
ich finds interessant und hätte gern dazu meinungen aus der praxis.
mein ansatzpunkt hierzu: im grafischen macht man genau das um in der bearbeitungsphase (!!!!!) mit bestmöglicher qualität arbeiten zu können. beispiel: ein bild mit 500x500 dpi hat erstmal die und die information. wenn ich jetzt die pixel hochinterpoliere füge ich zwar keine neue information hinzu (im authentischen sinne) aber: softwarekorrekturen wie "nachschärfen", kontrast etc. kann ich viel konkreter und besser einsetzen, so daß am ende ein "besseres" bild rauskommt als bei bearbeitung ohne interpolation.
genauso könnte ich mir bei tonaufnahmen vorstellen, daß alle korrekturen über alghorhytmen (rauschentfernung, störgeräuschentfernung) u.u. bessere ergebnisse bringen, wenn ich vorher daß material künstlich "aufpeppe" und hochinterpoliere.
lg matthias
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Antwort#2
Kann ich eigentlich unterschreiben, allerdings entstehen natürlich durch die Wandlung immer Rundungsfehler, sofern du nicht auf ein ganzzahliges Vielfaches (z.B. von 48kHz auf 96kHz) konvertierst.
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Antwort#3
Die Rundungsfehler entstehen auch wenn man auf geradzahlige Vielfache hochsampled.
Viel wichtiger bei der Bearbeitung wäre aber das Hochrechnen von 16bit auf 24bit.
Bekanntlich macht ein bit mehr an Auflösung das selbe aus wie die 4-fache Samplefrequenz. Und 24bit ist quasi schon hochgerechnet. Es gibt kein reales 24bit Audio.
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Antwort#4
Hallo,
genau das passiert ja auch in nahezu jeder DAW und digitalen Mischpulten. Schon Sonic hat das Eingangssignal um ein paar bit verschoben, so dass man es in einem höheren bit-wort weiter bearbeiten konnte. Die meisten modernen DAW's arbeiten heutzutage mit Fliesskommaberechnungen, also auch da wurde das Eingangssignal dementsprechend in eine höher auflösende Arbeitsumgebung gesetzt.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob dadurch das Ausgangssignal besser wird. Wie schon im anderen Thread durch verschiedene bemerkt, wird ja dieses nicht wirklich verändert, sondern nur die Bearbeitung an sich kann präziser ausgeführt werden.
Gruss,
Dirk
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Antwort#5
Wenn man die Bearbeitung als "Verbesserung" versteht, dann kann man es schon so verstehen, daß das Signal verbessert wird. Nur ist das Hochsampeln nicht dafür verantwortlich sondern dient nur zur Vermeidung von Kollateralschäden.
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Antwort#6
Moin...
"Ich bin mir aber nicht sicher, ob dadurch das Ausgangssignal besser wird. Wie schon im anderen Thread durch verschiedene bemerkt, wird ja dieses nicht wirklich verändert, sondern nur die Bearbeitung an sich kann präziser ausgeführt werden."
Das ist der eine Punkt - aber ich denke, auch "subjektive Verbesserungen" könnten durch "gezieltes Raten" drinsein. Um gleich Missverständnisse zu vermeiden: Mir ist klar (und da sind sich glaube ich auch alle einig), dass verlorene Information nicht wiederherzustellen ist.
Aber: Bei Bildern ist das ganz deutlich, dass z.B. ein Bild mit 500*500 Pixeln sehr "pixelig" aussehen kann. Das gleiche Bild, interpoliert auf 1000*1000 ist zwar nicht schärfer (enthält nicht mehr relevante Information), ist aber angenehmer zu Betrachten - wahrscheinlich, weil der Sehsinn mit Unschärfe besser zurechtkommt als mit einem quadratischen Raster.
Ich habe letztens mal spaßeshalber Audiomaterial, was mit nur 11kHz Samplingfrequenz aufgenommen war (war ein Interviewmitschnitt zu Transkriptionszwecken, also quasi eine Art Diktiergerät) hochgesampelt und dann mit Exciter und co. etwas "angepeppt". Wie das vorher geklungen hat, dürfte sich jeder vorstellen können. Hinterher war es doch deutlich angenehmer (weniger anstrengend) zu hören und auch irgendwie "verständlicher". Vielleicht liegt das daran, dass dem Gehirn ein Teil der Arbeit, die fehlenden Obertöne zu rekonstruieren, abgenommen wird und sich der Hörsinn besser auf seine Hauptaufgabe, nämlich Informationen wahrzunehmen, konzentrieren kann.
Also: Ich denke schon, dass man "Klangqualität verbessern" kann - in Maßen und Grenzen. Und eben nur subjektiv, nicht indem man meint, da würde tatsächlich Originalinformation wiederhergestellt...
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Antwort#7
Hallo Jens,
da fällt mir spontan das alte DCC-Format ein. Damals sicherlich der MD deutlich überlegen, jedenfalls von der psycho-akustischen Datenreduktion her. Nach intensiven Hörtests u.a. mit Tonmeistern hatte man damals ein bestimmtes Verfahren gewählt, die Daten zu reduzieren.
Selbst habe ich auch sehr gerne mit DCC gearbeitet, und habe mir immer ein wenig eingebildet, dass die DCC-Aufnahme "besser" klinge, als das Original - was auch immer das bedeuten mag. Lustigerweise habe ich jetzt so viele Jahre später ähnliche Erfahrungen von Kollegen gehört.
Vielleicht geht das ein wenig in die Richtung von dem, was Du beschreibst?
Gr.
Dirk
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Antwort#8
Hallo Dirk,

was Du hier beschreibst, bezeugt ganz klar, daß das Ohr (oder besser: unser Gehörsinn) mitunter die physikalischen Unzulänglichkeiten und Dreckeffekte als angenehm empfindet. Deshalb gefallen ja auch die gradzahligen Verzerrungen von Röhrenverstärkern vielen so gut.
Was ist eigentlich aus DCC geworden? Es scheint ja wie im Sande verlaufen zu sein.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Moin...
"was Du hier beschreibst, bezeugt ganz klar, daß das Ohr (oder besser: unser Gehörsinn) mitunter die physikalischen Unzulänglichkeiten und Dreckeffekte als angenehm empfindet. Deshalb gefallen ja auch die gradzahligen Verzerrungen von Röhrenverstärkern vielen so gut."
Das meinte ich nicht. Das, was du schreibst, stimmt natürlich auch. Aber was ich meinte, war, dem Gehirn Arbeit abzunehmen, die es bei "verstümmeltem" Audiomaterial ohnehin macht - und zwar ebenfalls nur durch "raten".
Sei es ein Störgeräusch (Rauschen/Brummen/Piepton), das das Gehör sehr effektiv "auszublenden" bzw. zu ignorieren vermag, seien es im Original vorhandene, aber auf der Aufnahme fehlende Frequenzbereiche (von Quellen, deren Spektrum das Gehör "kennt") usw.
Da macht das Gehör/Gehirn letztlich nichts anderes, als auch die fehlenden Teile zu ergänzen bzw. unerwünschte zu unterdrücken. An die Originalinformation kommt es natürlich dabei ebenfalls nicht heran. Wenn man dem Gehirn aber künstlich "verbessertes" Audiomaterial anbietet (also z.B. mit einem "stimmigen" Obertonspektrum), wird das i.A. als die "bessere" Audioqualität empfunden...
Jens
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Antwort#10
mit dem hochsampeln kommen aber auch die schlechten sachen mehr zum vorschein. am besten ist doch immer noch gleich anständig aufnehmen. das fängt beim mikrofon an und hört beim mastern auf. allenfalls zur audiorestauration könnte das hochsampeln eine hilfreiche methode sein.


http://www.alexander-ness.de
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