Quasi-Grenzflächensystem

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
in den Unterlagen von Eberhard Sengpiel sieht man desöfteren den Gebrauch von 2 / 3 Druckmikrofonen in aufrecht stehende Plexiglaswände eingelassen, so z.B. bei Kammermusikaufnahmen mit Klavier.
Wer hat Erfahrungen hiermit und kann mir die Vorteile solch einer Konstruktion erklären gegenüber der Verwendung von z.B. Gross-A/B als Raumsystem?
Grüsse,
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#2
Einige Äußerungen zu Grenzflächensystemen hier im Forum
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/45399.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/34251.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/26440.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/26433.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/23744.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/21439.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/18779.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/18381.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/18362.htm
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/18352.htm
Das Stöbern macht diekt Spaß und das Lesen auch.
Gruß Luki
ZitierenPost melden
Antwort#3
Das PZM wurde 1978 vom Ed Long und Ron Wickersham angeblich erfunden. Ken Wahrenbrock vermarktete die ersten PZM Prototypen und die Firma Crown übernahm 1981 diese PZM Produkte.
Eine wellenschlagende Kritik dazu folgte mit: Stanley P. Lipshitz and John Vanderkooy, "The Acoustical Behavior of Pressure-Responding Microphones Positioned on Rigid Boundaries: A Review and Critique", AES Preprint Number: 1796, AES Convention, April 1981
Siehe: http://www.sengpielaudio.com/ZweiVerschiedeneGrenzflaechenmikrofone.pdf
Um 1980 machte Ebs mit normalen KM 83 Mikrofonen (Neumann) die ersten Grenzflächen-Aufnahmeversuche. Während andere ihre falsch ausgerichteten platten Dinger ungünstig auf die Erde legten und sogar unter das Klavier, (Wohin soll man sie auch packen) fand Ebs die Plexiglas-Reflexionswände (2 m hoch, 1 m breit und 5 mm dick auf Rollen), die üblicherweise zum Nachvornespiegeln der Signale hinter den Hörnern verwendet wurden, ganz praktisch für das Einstecken dieser Kugel-Kleinmikrofone in genau passend gebohrte Löcher.
Damit ließen sich prima Streichquartett-, oder Klavier-Raumsignale mit schöner Klangfarbe aufnehmen, die durch den Abstand von etwa 7 Metern hinter dem Hauptmikrofonsystem gleich ein natürlich-akustisches Predelay um 20 ms brachten. Sicherlich braucht man für Stereo nur zwei davon. Aber zu dieser Zeit war das kompatible Monosignal für den Rundfunk noch sehr wichtig. Darum gab es manchmal ein extra Center-Raummikrofon, dass dafür sorgte, dass auch Mono gehört, der Raumanteil nicht zu trocken wurde. Heute klingen alle Aufnahmen Mono abgehört viel trockener als in Stereo. Auch Echo-Return wird nur noch auf hart L und R gestellt. Warum eigentlich?
Ein typischer praktischer Tip von Ebs ist: Echo-Return ganz leicht mit Panpots einengen!
ZitierenPost melden
Antwort#4
""Ein typischer praktischer Tip von Ebs ist: Echo-Return ganz leicht mit Panpots einengen!""
Inwiefern verbessert *das* wirklich die Monokompatiblität?
Nach meiner bescheidenen Erfahrung wird das "Zusammenfallen" des Klangbildes beim Monoabhören leicht reduziert, weil das Stereobild schon weniger weit ist... und das ist dann alles.
Außerdem kommt es auf Art des Effekterzeugers an - ganz sicher ist jedenfalls kein "Echo" gemeint...
Vielleicht mag das *ebs* mal erläutern - und somit wieder etwas langersehntes
(und wertvolles)
beitragen ;-)

Gruß,
Christopher
ZitierenPost melden
Antwort#5
Glossary
Echo return:
Also known as 'Echo receive' or 'Effects return', a control on the mixing console that adjusts the amount of signal received from an echo unit or reverb unit. The echo return signal is combined with the program buss signal.
Echo send:
Also known as 'Effects send', similar to an auxiliary send, the control on a mixer that determines the level of channel signal sent to a dedicated echo unit or reverb device.
Ganz sicher ist jedenfalls kein "Echo" gemeint, aber das ist ein englischer Fachbegriff, der nicht ganz korrekt einfach "Hall"-Rückweg und "Hall"-Hinweg bedeutet.
Sicher sind die absolut gegenphasigen Anteile im zugemischten Stereo-Hallsignal effektvoll und an Klangempfindung und Raumklangwirkung nicht zu überbieten.
Es ist eine klar künstlerische Entscheidung, ob das jedoch immer so sein muss.
Jedenfalls führt ein Übersprechen im Hallrückweg durch basiseinengende Panpots zu einer deutlich besseren Kompatibilität zwischen Mono und Stereo, das man hören kann, wenn man die Monokompatibel-Taste dückt und hinhört.
Tatsache ist, dass diese Taste immer weniger benutzt wird und somit auch der Gedanke vom Einengen des Hall-Rückwegs nicht einmal im Arbeits-Repertoire der Tontechniker vorhanden ist.
Natürlich ist das Zumischen eines getrennten Centerhalls schon etwas eleganter.
Aus Effektgründen vermeidet man beim Surround-Sound sogar, dem Center einen Nachhallanteil zu geben. Das steht aber alles voll in der Entscheidung des Klangdesigners.
Wenn man Angst vor dem "Zusammenfallen" des Klangbildes hat, dann kann man es doch einfach lassen. Aber man sollte es schon einmal ausprobiert haben, selber hören und dann entscheiden.
Jedenfalls gehört das Hören auf Monokompatibilität ohne viel Zeitverbrauch unter anderem zu meinen Tätigkeiten beim Mischen. Selber wissen ist Macht.
So ist sicher der Tipp von Ebs gemeint: Gib mal den Hallrückweg auf zwei Regler, spiele einengend mit den Panpots und der Mono-Kompatibel-Taste. Entscheide mit dem Gehör, ob man "Effekt" braucht oder mit "eingeengtem Hall", dafür aber "kompatibler" leben kann. Es ist nur ein Praxis-Tipp und mehr nicht, der eventuell noch von Fall zu Fall neu zu entscheiden ist.
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.