Hilfe bei Diplomarbeit

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
ich bin neu in diesem Forum. Mein Name ist Frank Herrlinger, ich bin 24 Jahre alt und studiere an der FH Köln Photoingenieurwesen & Medientechnik.
Im Moment sammle ich gerade Materialien für meine Diplomarbeit, die ich im Bereich Audiotechnik schreibe. Sie hat das Thema: Die Simulation eines Orchesters am PC. In dieser Arbeit möchte ich einen Vergleich zwischen dem Arbeitsaufwand einer realen Orchesteraufnahme und einer virtuellen Produktion des Orchesters am PC erstellen.
Deshalb nun folgende Frage: Kennt ihr gute Literatur, die sich mit dem Thema Aufnahme (Mikrofonierung, Abmischung, Arbeitsaufwand, Kostenpunkt, ...) eines realen Orchesters beschäftigt? Auch Internetseiten sind gern willkommen - bei google geschaut habe ich schon, da kam aber nix ordentliches zustande. Das ganze darf am besten natürlich sehr technisch sein und sollte kein Werk für Laien sich.
Könnt ihr mir da evtl. helfen? Schon mal vielen Dank im voraus !!
Gruß aus Köln,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden
Antwort#2
Na die unbestrittenen Am-besten-Könner sind die Wiener von VSL (auch wenn viele Kollegen selbst diesen sehr aufwendigen Samples mehr als kritisch gegenüberstehen...)- schau mal hier: http://www.vsl.co.at
Schöne Grüße Rolf


Vienna Symphonic Library
ZitierenPost melden
Antwort#3
Arbeitsaufwand einer realen Orchesteraufnahme?
Da wäre sicher zu fragen: Laienorchester, Kirchen-Posaunengruppe, Dampferkapelle, Orchester
von André Rieu, Barockorchester, Kammermusik-Orchester, großes Mahler-Symphonie-Orchester,
Opern-Orchester?
Live-Aufnahme, Studioproduktion?
Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker? Orchesteraufnahme mit den drei Tenören?
Da wird es gewaltige Unterschiede im Arbeitsaufwand und in den Kosten geben.
ZitierenPost melden
Antwort#4
Wie LarsB schon anmerkte, kann es da deutliche Unterschiede geben.
Wenn ich ein Dorf-Laienorchester aufnehme, dann mit Hauptmikrofon direkt auf DAT, weil "fire and forget". Technik: 2 Neumänner, 1 Zweikanal-Vorverstärker, 1 DAT-Recorder, Mietwert zusammen ca. 120 Euro. Zeitaufwand: Anspielprobe 1 Stunde vor Konzert, Konzertdauer für Aufnahme, Konzertdauer für Einspielen ins Schnittsystem, halbe Konzertdauer für Pausen- und Applauskürzen. Dann schnell ein paar CDs gebrannt, fertig. Insgesamt etwa 1 Tag Arbeit.
Eine qualitativ in etwa vergleichbare Produktion kostet mit Samples wahrscheinlich mehr Arbeit, da man erstmal die Verstimmungen und Unsauberkeiten nachempfinden muß...
Für 9:40 min Kurzfilmmusikaufnahme (6-5-4-4-1-Holz-Harfe mit Pultmikrofonierung + Haupt) haben wir kürzlich incl. Auf- und Abbau 8 Stunden brauchen dürfen, und man hätte manche Stellen ruhig nochmal spielen können. Dazu kommt dann noch einiges an Schnitt und Mischung durch den technik- und kontrollgeilen ;) Komponisten. Komposition einige Wochen, Aufnahme 1 Tag Arbeit plus ein paar Stunden Vorbesprechungen und Planung, Nachbearbeitung einige Tage für den Kreativen.
Mit VSL-Samples würde man eine komplett fehlerfreie, aber nicht ganz so "echte" Produktion in der gleichen Zeit minus die eigentliche Aufnahmezeit schaffen, und müßte keine Musikergagen zahlen.
In beiden Fällen nicht eingerechnet sind bisher die Kosten der Sample-Bibliothek, die wiederum von den Aufnahmekosten der Samples abhängen. Die Wiener Philharmoniker jeden Ton in verschiedenen Lautstärken und Stricharten spielen zu lassen, ist nicht wirklich billig.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Verantwortung des Tontechnikers: er darf/muß bei Sampling-Produktionen sämtliche Aufgaben des Dirigenten und der Musiker bzgl. Dynamikkontrolle übernehmen.
Literatur zu Orchesteraufnahmepraxis ist immer so eine Sache: Vieles ist eben situationsabhängig und nicht in Bücher zu fassen. Eine umfangreiche Wissensquelle sind die Seiten von EBS im Link. Ansonsten: Dickreiter, Handbuch der Tonstudiotechnik. Außerdem die Mikrofonaufsätze von Wuttke und das Neumann-Mikrofonbuch, beide als PDFs bei Schoeps bzw. Neumann herunterladbar.


www.sengpielaudio.com
ZitierenPost melden
Antwort#5
Hi Rolf, danke für deine Antwort.
Ja, du hast recht. Ich selbst arbeite seit nunmehr 5 Jahren mit der VSL 1st Edition und kenne mich, was dieses Thema angeht bestens aus :)
Nur von dem realen Orchester hab ich halt im Moment noch nicht wirklich die Ahnung, deshalb schreibe ich ja die Arbeit, um genau diesen Vergleich anzustellen.
Gruß,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hi LarsB,
ok, da gibt es dann wirklich gewalitge Unterschiede, das stimmt wohl. Ich beziehe mich jetzt einfach mal auf ein "normales" Mittelklasse-Sinfonieorchester, welches wohl für einen Aufnahmetag in der Preiskategorie von 15.000 bis 30.000? liegen dürfte.
Gruß,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden
Antwort#7
Hallo pkautzsch,
danke für deine Antwort. Das ist schon informativ und bringt mich bestimmt einen Schritt weiter.
Gruß,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden
Antwort#8
Hier ist ein mittleres Sinfonieorchester aus Bonn ca. 30 Streicher und 9 Bläser oder ca. 36 Streicher und 12 Bläser und Pauke, also letzteres sind fast 50 Personen.
Meinst du so etwas?


Orchester: Klassische Philharmonie Bonn
ZitierenPost melden
Antwort#9
Vielleicht hilft bei der Kalkulation der Hörfunk-Honorar-Rahmen.


Honorar-Rahmen Hörfunk
ZitierenPost melden
Antwort#10
Hallo Mark Levin,
ja, sowas in der Art meine ich. Kennst du da evtl. ein paar grobe Zahlen was den Aufwand (Tage, Preis, Mitarbeiter) angeht, wenn man in etwa 60 Minuten Musik damit produziert?
Gruß,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden
Antwort#11
Hallo Denise,
danke für deine Antwort, die pdf-Datei ist sehr interessant. Ich werde mal sehen, ob ich damit weiterkomme, dankeschön.
gruß,
Blackster


genloc.network!
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.