Sicherlich nicht die absolut professionelle Lösung, dafür aber so gut wie kostenlos: Ich habe kürzlich aufm Flohmarkt zwei (Consumer-) Mini-Aktivboxen erstanden, für zusammen 10 Schweizer Franken. Die sind entweder batteriebetrieben oder per 6 Volt Minusinnen, und haben je einen Mono-Miniklinkeneingang. Sie klingen auch entsprechend ihrer Größe und ihres Materials nach schepperndem Plastik. Zum Abhören sicherlich ungeeignet, aber als Talkback völlig OK, wie ich inzwischen mehrfach feststellte. Sie schalten sich von selbst nach kurzer Nichtbenutzung ab und gehen bei Überschreiten eines bestimmten Eingangspegels wieder an. Also keinerlei Rauschen während der Aufnahme. Mein Problem damit: man braucht eben entweder Batterien (die natürlich immer dann leer sind, wenn man keinen Ersatz dabeihat) oder Netzteil (aber natürlich gibt es dann keine Steckdose in der Nähe und man hat also noch ne Kabeltrommel mitgeschleppt, um 6 V in eine Mini-Aktivbox zu jagen. Mein Lösungsansatz: Da in der temporären Tonregie sowieso Strom vorhanden ist, wird das Netzgerät einfach dort angeschlossen, und der Strom genau wie der Talkback-Ton durch ein Kabel zum Lautsprecher geleitet. Da man manchmal recht weit weg sitzt, empfiehlt sich EIN Kabel für Signal und Strom, wie das mit der Mikrofonspeisung ja auch gemacht wird. Und zwar idealerweise XLR, weil das eh reichlich vorhanden ist. Nun fragt sich aber noch: wie kommt der Strom mit dem unsymmetrischen Signal durchs Kabel, und wie wirds ausgekoppelt, bevor das Signal in die Box geht? Prinzip Tonaderspeisung, weil die sich auch unsymmetrisch betreiben läßt? Oder lieber Prinzip Phantom? Wo können Probleme auftreten, die ich gerade übersehe? Danke schonmal!
Wenn die Übertragung zum Talkback-Lautsprecher eh unsymmetrisch ist, wieso speist Du die Betriebsspannung nicht über die zweite Ader der symmetrischen Leituing ein?
Hallo, am besten ist es, das Audiosignal frei von den Versorgungsleitungen zum (aktiv)Lautsprecher zu führen. Dabei meine ich NICHT, dass zwei Kabel benoetigt werden, die beiden sollen nur galvanisch von einander getrennt über das Kabel geführt werden. Wenn das Netzgerät kein Masseverbindung am Pult hat, und du nur ein mehradriges Kabel benutzt ist es egal, und ganz einfach: Spannungsversorgung und Audio (Symmetrisch oder Asymmetrisch) über ein Kabel führen - Fertig. Idee: Ist noch Platz am Netzgerät? Dann würde ich daran zwei Steckern montieren. 1x XLR-Buchse: Audioeingang, und 1x 5polig XLR: Multikabel zum Lautsprecher. Achja, denke auch daran, dass die Adern für die Spannungsversorgung ein vernünftigen Querschnitt haben. Und montiere im Lautsprecher ein Elko von 470 bis 1000 uF über die Spannungsversorgungseingang. Hoffentlich konnte ich etwas weiterhelfen. MfG, Evert
Hallo Peter, den letzten Elko am Ausgang eines Netzgeräts nennt man auch Siebelko. Er soll Brumm und Störungen 'sieben'. Allerdings halte ich 470 bis 1000uF am Eingang des Lautsprechers leicht überdimensioniert. Besser wären hier meiner Meinung nach ca. 47uF und parallel dazu 4,7nF da für HF ein Elko wie eine Sperre wirkt (aufgrund seiner Induktivität) und dadurch HF Störungen ungefiltert weitergereicht werden.
der Elko wird benötigt, um die Impedanz vom Netzgerät nach so eine lange Leitung wieder zu verkleinern. Das verhindert Oszillationen im Verstärker. Ok, vielleicht ist 1000 oder 470 uF etwas viel, aber gefühlsmässig finde ich 47 uF wiederum etwas wenig. Halten wir´s in die Mitte: 220 uF :-))) Indertat, auch etwas kleineres wie diese 4,7 nF daran parallel wegen HF Unterdrückung. Ich würde aber keinesfalls die Masseleitung für Audio und Stromversorgung teilen! Weil durch die Masseleitung schon relativ viel Strom von der Versorgungsspannung fliesst. Dieser wechselnder Gleichstrom würde dann zu das Audiosignal addiert werden, und damit Oszillationen verursachen. DAgegen hilft der Elko nicht. Sobald ein Audiosignal am Verstärker ankommt, wird es verstärkt und zum Lautsprecher geführt. Dabei zieht der Verstärker (mehr)Strom aus dem NG; deshalb ´wechselnder Gleichstrom´.
Besser die Versorgungsspannung und Audioleitungen galvanisch von einander getrennt halten, bis die erst am Verstärker zusammentreffen. Und wenn 5p XLR zu teuer wird: 6p DIN gibt es auch noch :-) Nicht 5p ! Es gibt die zwar kaum noch, aber besser auf nummer sicheren gehen wegen Verwechslungsgefahr. Viel Erfolg. Evert
Ah, kapiert. Wenn ich deine Lösung richtig verstehe, bräuchte ich also: 2 Adern Strom, 1 Ader Signal, 1 Masse. Das ist leider nicht mehr mit den sowieso immer vorhandenen (und daher nicht mit Extrakosten verbundenen) XLR3 zu machen...daher dachte ich eben daran, das Phantom- oder Tonaderspeisungsmäßig zu machen. Das Auskoppeln der Speisung müßte dann halt in einem kleinen Kästchen vor der Box (oder im leeren Batteriefach am besten...) passieren. Was hältst du da für sinnvoller: P oder T-artig?
Hi, richtig verstanden! Tja, im Prinzyp ist so etwa alles möglich. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit Phantomspeisung gelingen könnte.... ABER.... Du brauchst 2 Audiotransformatoren, die einen Gleichstrom von vermutlich bis zu 1 oder 2 Ampere vertragen können. An die Mittenanzapfungen wird einerseits den Gleichstrom eingespeisst, und am anderen Ende genauso ausgekoppelt. Leider habe ich hier nicht etwas ähnliches, also kein Verstärker mit asymm. Versorgungsspannung. (alle brauchen Doppelspannungen) Sonnst hätte ich den anderen Vorschlag mit gemeinsamer Masse und nur 2 Adern ausser Schirm, hier doch mal ausprobiert. Ich denke, am sichersten ist es doch mit getrennte Adern. Denke aber auch daran, dass die Spannungsadern einen vernünftigen Querschnitt haben, sonnst bleibt von 6 V nur noch 3 V übrig :-( (Oder noch weniger) Hmmm.... Wenn Du sowieso schon an ein extra Kästchen denkst... dann könnten alle probleme ganz leicht gelöst werden, und normales Kabel benutzt werden. Baue Netzgerät und Verstärker zusammen in 1 Gehäuse, und Du brauchst nur ein LS-Kabel..... Viel Erfolg gewünscht. Evert
So ein Kästchen habe ich mir gebaut, als ich noch kein Mischpult mit Talkback hatte: Netzteil, Vor- und Endverstärker, Pegelregler und knackfreier Taster. Daran angeschlossen ein einfaches Standmikro für Computerzwecke. Da ich's nun nicht mehr brauche, könnte ich es billig abgeben...
Prinzipiell vielen Dank. Aber eigentlich habe ich ja alle Komponenten, es geht ja nur um eine Verfeinerung, die eben am Musiker-Ende keinen Strom braucht. Die Notlösung mit 10 Meter Kabeltrommel geht eigentlich immer... Vielleicht komm ich trotzdem nochmal drauf zurück :)