Hallo, ich wollte mal ein paar Meinungen von euch einholen, bevor ich mich an das Bauen mach. Der Bandraum ( auch Aufnahmeraum ) hat eine schlechte Akustik, folglich sind die Aufnahmen recht schlecht. Da dachte ich mir, das ich vor dem Gitarren-Amp eine kleine Wand mit zwei Ablegern rechts und links baue um den großen Hall im Raum einzudämmen. Würde sich so eine Konstruktion lohnen, oder würdet ihr sagen, dass es nichts bringt?
Auch wenn hier mal in einem Thread das "Reflexion Filter" von sE ziemlich verrissen wurde: Für Aufnahmen in beschlssenen Räumen soll es laut gearslutz-Forum ziemlich gut sein. Für solche Aufnahmen ambitionierterer Homerecording-Freunde ist es ja auch gemacht. Mit einer einfachen Wand vorm Amp ist es nicht getan, damit schadest du dir möglicherweise sogar. So eine Wand hält nämlich nicht nur die Reflexionen von außen ab, sondern fügt selbst neue hinzu. Das klingt dann wie im Gästeklo. Du mußt dann also genügend Absorbtionsmaterial auf die Wand kleben - das wird, wenn es gut sein soll, sicherlich nicht ganz billig, sondern dürfte sich geschätzt durchaus in der Region des sE-Dings bewegen, wenn nicht sogar teurer.
Ja, also das ich Dämmmaterial auf die Wand klebe, war für mich schon selbstverständlich. Es ging mir halt nur um deine/eure Meinungen, ob es sich lohnen würde, solwas zu bauen...
Du kannst es ja mal grob durchrechnen, was du für das Material bezahlst - die Arbeit wirst du wohl als Freizeitvergnügen ansehen, sonst müßtest du die Arbeitszeit auch noch berechnen. Das dann verlgeichen mit dem Preis dieses sE-Dings. Das müßte es inzwischen ja auch beim großen T geben, mit 30-Tage-Geldzurück. Ausprobieren kostet dich also gar nichts, und vielleicht macht es ja was du willst, und du sparst dir ne Menge Arbeit. Nein, ich bin kein sE-Vertriebsmensch.
Hallo Peter, Du schreibst: "Der Bandraum ( auch Aufnahmeraum ) hat eine schlechte Akustik, folglich sind die Aufnahmen recht schlecht." Dieser Satz beinhaltet zwei Aussagen, die nicht zwangsläufig etwas miteinander zu tun haben müssen. 1) Schlechte Raumakkustik 2) Schlechte Aufnahmen Vorab mein Outing: ich kenne die von Dir angesprochenen Stellwände nicht. ;-) Trotzdem meine Meinung: Man kann oft trotz eines 'schlecht klingenden Raumes' annehmbar gute Aufnehmen machen, geeignete Mikrofone und etwas know-how vorausgesetzt.
Deine Aussagen werfen für mich einige Fragen auf: welcher musikalische Stil wird über welchen Amp gespielt, wie und mit welchen Mikrofonen wird (wie) mikrofoniert wenn Du von 'schlechten Aufnahmen' sprichst. Fühlt sich denn der Gitarrist (der ja vermutlich Du selbst bist??) überhaupt wohl mit seinem Gitarrensound wenn es zu Aufnahmen kommt? Wenn nicht: liegt es am Raum, an den Verstärker- oder Gitarreneinstellungen, oder am spielen selbst? ;-) (Also hier liegt in meinen Augen der Unterschied zwischen guter Aufnahme und guter Raumakkustik...) Du sprichst ja kurz an, dass es sich anscheinend um 'zu viel Hall' handelt... Benutzt Ihr möglicherweise ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik?... Dann könnte man den Hallanteil schon durch eine 'Niere' in naher Speakerposition reduzieren.. .. dazu braucht man nicht zwangsläufig eine Wand, wenn es 'nur' um die Aufnahme geht. Oder geht es Dir auch um das Musizieren an sich, bei dem sich die Gitarre im Raum verliert und der Gitarrist nicht wohl fühlt? Das sind nach meiner Meinung zwei völlig unterschiedliche 'paar Schuhe', und in letzterem Fall würde es dann schon Sinn machen an der Raumakkustik etwas zu ändern. Ob das dann über Stellwände sein muss kann ich nicht beurteilen. Wie geht es denn den anderen Mitmusikanten mit der Raumakkustik? Lieben Gruss Thomas
Ja, also von meinem Gitarrensound bin ich schlichtweg begeistert, darum geht es auch nicht, wir sind eine kleine Band ( mit einem wie ich finde extrem großen Potential ) und können uns leider nich viel gutes Equipment leisten, ich nehme das alles über einfache Miks auf, die nicht teurer als 20 Euro sind, das wird wohl auch ein Grund der schlechten Sounds sein, dennoch wollt ich mal gerne Expertenmeinungen hören, ob das Sinn macht . Ich will einfach mehr Dynamik in den Aufnahemn, die klingen sehr platt, wie ich finde!
Hallo Peter, Du gibst Dir schon selbst die Antwort auf die Frage, ob Du die von Dir gefragte Wand brauchst oder nicht, wenn Du schreibst: "...ich nehme das alles über einfache Miks auf, die nicht teurer als 20 Euro sind, das wird wohl auch ein Grund der schlechten Sounds sein..." Ich würde mir an Deiner Stelle das Geld für den Bau einer Wand sparen und es für ein besseres Mikrofon zurücklegen, ggf. etwas sparen. Mit einem solchen 20E Billigmikrofon kann man Aufnahmen machen, die in Richtung Effekt zielen, aber in der Regel wirst Du damit keine besonders präsenten Aufnahmen machen können. Für etwas über 80 E bekommst Du immerhin schon ein Shure SM57, das sollte schon mal besser sein als ein 20E Mikrofon, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass wenigstens die Hälfte aller Gitarrenverstärkeraufnahmen die Du gut findest unter anderem damit gemacht wurde. Vielleicht leihst Du Dir für das Geld aber auch einfach mal ein solches Mikrofon aus und probierst, ob Deine Aufnahmen damit besser klingen, also mehr nach Deiner Vorstellung!? Lieben Gruss Thomas
""Mit einem solchen 20E Billigmikrofon kann man Aufnahmen machen, die in Richtung Effekt zielen, aber in der Regel wirst Du damit keine besonders präsenten Aufnahmen machen können."" Generell richtig - das gilt aber ausgerechnet nicht oft für E-Git Aufnahmen. 20 EUR-Mikros unterscheiden sich klanglich mitunter nur sehr marginal von den "großen" Vorbildern SM57/58. Die Kapseln der Shures selbst kosten ein paar Euros. Und mit der schlechten Raumakustik hat das erst recht nichts zu tun. Ich würde vorschlagen an allen Parametern rumzudrehen die es gibt: Gitarre/Amp/Box/Mikro/Positionierug (!) bzw. Speaker Simulator oder DI oder REC-Out am Amp bzw eine Kombination, je nach Soundvorstellung. EQ am Pult/Rechner, Kompression. Raum - unwichtig beim Close-Miking. Spuren doppeln. Lernen, wie das Mikrofon den Gitarrensound "übersetzt". Das Kochrezept "SM57 direkt vor Speaker" funktioniert nicht immer (aber meistens)- und wenn dann auch mit fast jedem anderen Mikrofon. Mehr Dynamik heißt meistens: Das Arrangement/die Spielweise für die Aufnahmesituation optimieren. Ein nicht unbedingt einfacher Weg für Einsteiger.
"Und mit der schlechten Raumakustik hat das erst recht nichts zu tun." Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Raum bei E-Gitarrenaufnahmen keine Rolle spielt. Natürlich steht an erster Stelle der Instrumentalist selbst, dann das Instrument(Git + Amp), dann die Recordingkette und dann natürlich der Raum. Selbst wenn man bei hohen Lautstärken mit einem SM 57 aufnimmt hat man einen, wenn auch kleinen, Raumanteil. Ich nehme EGItarren hauptsächlich mit einem RoyerR121(Bändchen Mikrofon,Achter Charakteristik)auf. Hierbei wird der Raum extrem wichtig. NAtürlich wird ein toller Raum mit super Equipment nie einen guten Gitarristen ersetzen können, aber pauschal zu sagen, dass die Raumakustik keine Rolle spielt, ist schlichtweg falsch. Grüsse Jens
""NAtürlich wird ein toller Raum mit super Equipment nie einen guten Gitarristen ersetzen können, aber pauschal zu sagen, dass die Raumakustik keine Rolle spielt, ist schlichtweg falsch."" Raumakustik spielt insofern eine Rolle als das sie *bei hohen Amp-Lautstärken* (die keiner braucht!) immer noch einen kleinen Einfluß hat - auf ein Achter Bändchen ungleich mehr als auf ein 57er direkt am Speaker. Aber hier liegt sicher nicht der Fehler. Und insofern spielt das eben auch keine Rolle - erst recht nicht wenn man bedenkt das diese kleinen Unterschiede dann selten Qualitativ einzuordnen wären! Ich kann aus dutzenden solcher Aufnahmen aus 20 Jahren heute nicht mehr heraushören wo sie ursprünglich stattgefunden haben. Was anderes ist das ganz klar bei den m.E. sinnvollen Aufnahmen aus gewisser Distanz... Studiobesitzer, die ihre Räumlichkeiten sehr gut finden werden dazu neigen zu behaupten das ALLES dort besser klänge. Dies ist aber eher Wunschdenken. Gruß, Christopher
"Studiobesitzer, die ihre Räumlichkeiten sehr gut finden werden dazu neigen zu behaupten das ALLES dort besser klänge. Dies ist aber eher Wunschdenken." Hallo Christopher, ich sage ganz bestimmt nicht dass in meinem Studio alles besser klänge als in anderen Räumen. Meine Erfahrung bezüglich Raumakustik, beziehe ich auf meine unzähligen Aufnahmen als Gitarrist und glaube mir, manchmal sind hohe Amplautstärken notwendig, aber auch da kann man nicht pauschal sagen: laut=gut Bevor ich mein jetziges Studio baute, war ich in einem sehr viel kleineren und nicht akustisch designten Raum. ICh habe dort mit dem gleichen Equipment deutlich schlechtere Aufnahmen gemacht, als in anderen Studios. Aber wie gesagt sind bei Produktionen die Prioritäten bezüglich E Gitarrenaufnahmen sicherlich zuerst einmal woanders zu setzen. Für mich allerdings spielt bei meinen eigenen Aufnahmen der Raum eine grosse Rolle. Grüsse Jens