Hi an alle Tontechniker da draußen, ich habe weder Tontechnik studiert, noch übermäßig viel Ahnung, aber mache eben gerne Musik. Wenn man sich professionelle Tracks anhört, so haben sie zumeist einen konstanten Lautstärkepegel von 0db. Das bekomme ich nur schwierig hin. Wenn ich (per Computer) die einzelnen WAV - Dateien reinlade, dann kann ich jede einzeln auf 0db bringen, soweit so gut. Lagere ich jetzt mehrere übereinander übersteuert der Sound logischerweise. Jetzt kann ich in diesem Teil des Arrangements den Sound von jeder Spur wieder soweit absenken, dass ich exakt auf 0db bin. Das Problem was ich habe liegt im Übergang. Beispiel: Ich habe am Anfang nur eine Bassdrum und eine Bassline, dann setzt ab einer bestimmten Stelle Gesang und weitere Instrumente ein. Genau an diesem Punkt muss ich Bassdrum und Bassline von der Lautstärke her absenken. Wenn ich das aber einfach so mache klingt es extrem schlecht, weil auf einmal die beiden Instrumente leiser werden. Ich habe mir bisher immer dadurch geholfen, dass ich sie kurz bevor Gesang und weitere Instrumente einsetzten schon etwas leiser habe werden lassen um einen weicheren Übergang zu erzeugen. Gibt es da noch eine andere Möglichkeit, oder anders gefragt, wie wird ein konstanter 0db Pegel bei professionellen Aufnahmen erreicht? Danke für eure Hilfe. MfG Marcus
Wie wird ein konstanter 0db Pegel erreicht? Ganz einfach: Mit einem Sinus-Generator. Zur Musik gehört immer eine gewisse Dynamik. Das heißt: Nicht alles muss ständig bei 0 dB sein. Im Gegenteil. Musik lebt.
Ich würde die empfehlen diese 0dB Geschichte erstmal zu vergessen und mit ordentlich Headroom(z.B. -15dBFS) zu mischen. Auf keinen Fall soltest du aus technischen Gründen den Pegel anpassen wenn Instrumente dazukommen(künstlerisch geht ja alles...). Lass dir mehr Platz nach oben und alles ist gut. Wenn du wirklich das Bedürfnis haben solltest mit der Lautstärke von Chartproduktionen mitzuhalten (würde ich dir nicht raten), dann kannst du den fertigen Mixdown mit einem Summenkompressor und einem Limiter vergewaltigen und du hast deine 0dB Dynamik. Wie das dann klingt ist eine andere Sache. Das ist jetzt natürlich übertrieben, in maßen "lautmachen" ist bei vielen Musikarten üblich, aber je mehr du "bügelst" desto toter wird der Track. Einzelne Spuren komprimieren bringt auch einen Lautheitsgewinn, wird aber eher dazu verwendet, die Dynamik einzelner Spuren einzugrenzen, damit diese sich nicht in die Quere kommen. (es gibt noch viele andere/künstlerische Anwendungsarten) Spiel ruhig mit allem mal rum, aber wenn du nicht weißt was du tust, solltest du mit Kompression vorsichtig sein.
Also, einen eigenen Track so Lautgezüchtet hin zu bekommen, wie eine aktuelle Chartproduktion ist erstens nicht einfach und zweitens meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert. Zu deinem Problem, wenn ich das richtig vertanden habe mixt du fertige Samples zu einem eigenen Mix zusammen, richtig? Das Problem an diesen fertigen Samples ist oft, das diese auch schon hochgezüchtet sind, was die dynamik und frequenzspektrum angeht. Im Mix lücken schaffen: Soll heissen, schaff dir erstmal Headroom. Beim Mixen musst du nicht auf die 0dB kommen. Computer sei dank, kommt ja jetzt kein Bandrauschen o.Ä. mehr dazu. Dann versuch doch auch mal mit EQ Frequenzmässig platz zu schaffen. Als Beispiel, die Vocals müssen nicht bei 60 Hz rumbrummeln. Wenn alles im gesammten Frequenzspektrum rumdröhnt, kannst du die Sachen welche im Vordergrund stehen sollen nur durch Lautstärke vorheben und dann bist du schnell bei dem Problem, das du jetzt hast. Hoch runter, laut leise. Aber es ist schwer soetwas zu beschreiben ohne es zu hören oder zu zeigen. Also spiel mal rum, es gibt ja immer Apfel Z oder Strg Z. Wenn alles fertig gemixt ist, gibt es zum Mastern immer noch schöne Mehrband Compressoren wenn dir die dynamik zu gross ist. Viel spaß
Danke erstmal an alle für eure Antworten. Ich ergänze mal noch ein wenig, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt. Ich arbeite mit keinen vorgefertigten Samples, sondern erstelle sie selbst. Da ich Dance Musik mache, sind das aber zumeist alles reine Computersounds, sprich also mit virtuellen Synthesizern erzeugte Klänge. Die sind nicht hochgezüchtet, zumindest wäre ich mir nicht bewusst das getan zu haben. Den Einsatz eines Compressors müsste ich aber für mein Problem ja auf den gesamten Song anwenden. Ein digital übersteuerter Sound lässt sich aber am PC nicht wirklich wieder hinbekommen. Frequenz Raum zu schaffen ist eine gute Möglichkeit, die ich auf jeden Fall mal ausprobieren werde. Ich hatte in älteren Song Produktionen schon einmal versucht die Gesamtlautstärke soweit abzusenken, dass auch an den Stellen mit den meisten gleichzeitig klingenden Instrumenten der Sound bei 0db bleibt, hatte aber die Erfahrung gemacht, dass dann Stellen mit nur wenigen Instrumenten zu extrem leise werden. Es gibt noch ein weiteres Problem, was mir in diesem Zusammenhang auffällt. Bei professioneller Dance Musik gibt es einen durchaus beachtenswerten Bass, den man zwar stark hört, ohne das dieser aber die Melodie komplett überlagern würde. Wenn ich den Bass auf dieselbe Lautstärke bringe, überlagert er die Melodie, mache ich ihn leiser ist er wieder nicht gut zu hören. Hat das auch etwas mit EQ Einstellungen zu tun oder wie schafft man es einen Bass zwar laut, aber nicht die Melodie überlagernd zu bekommen? Danke nochmal für die bereits gegeben und hoffentlich noch folgenden Antworten. MfG Marcus
Vielleicht hiflt das hier weiter: 1 Instrument kling laut, 2 Instrumente klingen noch lauter, klar? ok, wenn nur wenige Instrumente spielen, ist es weniger laut als wenn alle Instumente und Stimmen zugleich spielen/singen. Wenn du dieser 0 dB-Pegel bei vollen einsatz einstellst, und die ´leiseren Stellen´ einfach leiser sein lässt, ist alles im Butter. Es IST dort doch auch leiser, oder? Wenn du dort mit knöpfchendrehen den Pegel hoch drehst, wie jemand schon sagte, vergewaltigst du die Musik. Bitte, das letzte aber nicht beleidigend auffassen :-) Ist nur ein Ausdruck. MfG, Evert
Hi nochmal an alle, danke für die vielen Tipps und Hinweise. Das Problem beim leiser lassen ist, dass dann weite Stellen des Songs so leise wären. Nehmen wir als Beispiel einen klassichen Club Mix irgendeines Songs. Am Anfang zumeist nur Bassdrum, Bassline und Percussions. In der Mitte desselben Songs spielen diese Instrumente auch noch, jedoch neben vielen anderen. Wenn ich die am Anfang genauso leise lasse, dass sie mit der selben Laustärke auch noch in der Mitte des Songs erklingen ohne zu übersteuern, wären sie im ganzen Intro einfach nur extrem leise, also muss ich zwangsläufigerweise hochtrimmen. Es klingt dann eben nur im Übergang wieder Schrott, wenn die Bassdrum beispielsweise plötzlich von 0.0 db auf -8.0 db runtergedreht wird und hier erhoffte ich mir eine Möglichkeit um diesen Übergang nicht ganz so krass klingen zu lassen. MfG Marcus
Musik ist und bleibt - auch nach extremer Limitierung zum Glück immer noch (etwas) dynamisch. Ein RMS-Pegel über -13dBFS ist kaum erreichbar. Lediglich ein Sinuston mit konstanter Amplitude "hat 0dBFS" - mit Crestfaktor 1.4 (also in Wirklichkeit ca. -3dBFS).
Das soll ja auch so sein, aber bei professionellen Musikproduktionen bekommen die es auch hin, dass ich am Anfang wo nur Bassdrum und Bassline spielt einen Wert von 0db habe und in der Mitte, wo es noch weit mehr Instrumente gibt, ebenfalls einen Wert von 0db, ohne das dabei zu hören wäre, dass die Bassdrum und Bassline währenddessen um einiges abgesenkt wurde und genau so einen weichen Übergang würde ich eben auch gerne hinbekommen. MfG Marcus
""Ein RMS-Pegel über -13dBFS ist kaum erreichbar."" Schön wärs. Hör Dir mal aktuelle Produktionen an - da gehen auch locker -8dBFS. Entsprechend Seelenlos klingt es dann auch meistens. SEHR GUT gemasterte CDs schaffen es immerhin auch bei -10dBFS noch dynamisch zu klingen. Meine eigenen Produktionen versuche ich bei -12dBFS einzupendeln - für manche Kunden ist das aber schon "zu leise".... Ich bekomme selbst Mixe, die "ungemastert" schon wesentlich zu laut sind. Ein Horror solches Material mastern zu müssen. "L1/L2 - das Standartwerkzeug für den Audio-Legastheniker."
Du verwechselt Peak und RMS-Werte. Letztere sind entscheident für die "Lautheit", nicht die maximal-Anzeige des Peakmeters. Abgesehen davon: Mische/Arrangier niemals nach Anzeige, sondern immer nach Gehör! Mache dich mit der Welt der Dynamikbearbeitung (spez. Kompressoren) vertraut.
Ein simples Lautmach-Tool ist der "Master Limiter" von kjaerhus. Kostenloses VST-Plug. Hat genau einen Knopf, an dem man einstellt, wieviel lauter es werden soll. Also sogar für den völligen ldioten bedienbar. Macht bei -0.2 dBFS dicht. Nicht zu stark eingesetzt, ist das Ding erstaunlich knackig. Daß die Leute, die kommerzielle Produktionen mastern, das hinkriegen, könnte zu einem gaaaanz winzig kleinen Teil auch an ihrer ansonsten natürlich völlig zu vernachlässigenden Erfahrung, die aus noch viel mehr zu vernachlässigender Experimenterfreude stammt, liegen...;)
moin! du siehst also das ganze ist eine kombination aus frequenzselektivem arbeiten, eq plugin automation, kompression, lautstärkeautomation und masterkompression/limiting und transientenbearbeitung. schau mal ob du in deiner daw einen terzbandanalyser findest oder im netz als plugin. lasse BD und bassline laufen, füge das nächste instrument dazu und schaue in welchem frequenzbereich du die übersteuerung bekommst. jetzt hast du viele möglichkeiten und kombinationen daraus. du kannst dei dem hinzugefügten instrument diesen freq.bereich absenken, oder bei BD/bassline, oder beiden, generell oder ab diesem moment (EQ automation) beides leiser machen .... im prinziep funktioniert das ganze wie das "klötzchen in die richtige öfnung stecken" spiel das mein kleiner garde bearbeitet. es gibt halt nur begrenzten platz in jedem frequenzband, da kommt dann auch irgentwann das arangement ins spiel. ist das eigentlich der richtige sound für diese melodie? es ist zuweilen hilfreich erstmal einen plan zu machen. daw aus stift und zettel geschnappt und aufschreiben was, wo (links rechts vorne hinten), mit welcher priorität, wann im mix wichtig ist. niemand hat je behauptet das das nicht in arbeit ausartet und geduld verlangt. und es gibt sachen die gehen halt nicht. hoffe geholfen zu haben.... grüße
moin! bevor ich hier auffe ömme kriege.. du sollst natürlich nicht nach dem terzbandanalyser michen sondern nach gehör. aber als optische kontrolle, wenn man anfängt zu mischen, ist das ganz praktisch um zu verstehen was da eigentlich passiert. grüße
Ja, genau. Niemand sieht auf eine Spektrumanzeige oder ein Pegelmeter während des CD-Hörens (als Konsument). Wenn es Dir gehörmäßig zu leise ist, dann mach was. Wenn nicht, warum dann nicht so lassen? Wie hörst Du denn zu Hause im Wohnzimmer CDs? Mit einem Pegelmesser? Normalerweise nicht... Grüße, Hermann
Ja, genau. Niemand sieht auf eine Spektrumanzeige oder ein Pegelmeter während des CD-Hörens (als Konsument). Wie hörst Du denn zu Hause im Wohnzimmer CDs? Mit einem Pegelmesser?
Ich schon (;->): (1) NTP477-410A vor dem AES3-Eingang des SEK'D 2496S. (2) RTW1119ER bei analogen Quellen (2) DK-Audio MSD-100T/SA (Goniometer+FFT) vor dem Pegelsteller der Endstufe Siehe oben. Natuerlich hoere ich die Aufnahmen zuerst mit dem Ohr. Danach schaue ich aber auch gerne mal auf die Anzeigen, um zu verstehen, wie die Aufnahme gemacht wurde - interessant sind Dynamikbereich, Frequenzumfang und auch die Anzeige des Goniometers... ich sehe das Ganze als Lernhilfe fuer meine 'Arbeit'... Gruss Micha === PS: (1) Music_man und seine Zielsetzung sind mir fremd - ich hasse fehlende Dynamik. (2) Schoenes Bild vom RTW300DV - zumal der in das Marksegment passt (;->)...
also bei mir läuft zu Hause ständig die Anzeige mit. Aussteuerungsmesser und Korrelationsgradmesser. Auch wenn ich nur mal zum Spaß Musik höre. RTW 1119 ständig (sowohl bei analogen als auch bei digitalen Quellen) und RTW 1152EBU bei digitalen Qullen, und künftig noch ein RTW 10800 Surroundmonitor. Korrelationsgradmesser ist Eigenbau.