suche (wie gesagt) ein Ansteckmikro / Lavaliermikro, das zum K6 passt; und bin auf diese beiden gestoßen (ME 1o2 bzw 1o4). Es heißt, 'sie unterscheiden sich in der Richtcharakteristik'. Kennt sich jemand mit denen aus und kann evt. das eine oder andere empfehlen? Danke!
---------------------- auf der Sennheiserseite steht:
ME 102 Artikel-Nr. 03837
Allgemeine Beschreibung Das Minimikrofon-Modulsystem ME 102/104/105 erfüllt professionelle Ansprüche an Klangqualität und Robustheit. Es wird für alle Bereiche der Liveübertragungstechnik eingesetzt, wenn bei Gesangs- und Sprachübertragung ein kleines und unauffälliges Mikrofon gefordert ist. Kratzfeste, matte Oberfläche: anthrazit oder nickel. Merkmale Hohe Sprachverständlichkeit Körperschall- und windunempfindlich durch in den Tiefen leicht abfallenden Frequenzgang Geringes Eigenrauschen Kapseln mit unterschiedlicher Richtcharakteristik; schnell auswechselbar Wahlweise mit Winkelstecker (Kupferkabel, besonders körperschallarm) oder geradem Stecker (Stahlader, besonders reißfest)
Hallo Beate, Du schreibst, dass Du passend zum K6 die Lavaliers ME102 und ME104 gefunden hast. Deinem Satz: "Es heißt, 'sie unterscheiden sich in der Richtcharakteristik'." könnte man entnehmen dass Du nicht weißt was das bedeuten soll. Mal stark vereinfacht: das ME102 hat eine Kugel-Charakteristik, was im Idealfall bedeuten soll, dass z.B. Sprache aus dem selben Abstand gesprochen immer gleich laut aufgenommen wird, ganz gleich aus welcher Richtung gesprochen wird (also z.B. von vorne, Seite, hinten). Das ME104 hat Nieren-Carakteristik, was bedeutet, dass es von vorne besprochen am empfindlichsten ( und 'lautesten') ist, zu den Seiten und nach hinten zunehmend 'leiser'. Grundsätzlich: Die klangliche Verfärbung bei seitlicher Einsprache ist bei der 'Niere' größer als bei der 'Kugel', das heisst die Stimme klingt bei der 'Niere' dann nicht mehr so neutral... Eine 'Kugel' nimmt mehr Raumanteil/ -klang mit auf, was von Vorteil oder auch Nachteil sein kann, je nach Anwendung. Wenn das Mikrofonsignal über eine Beschallung zurück in den Raum gegeben wird, kann es mit einer 'Kugel' leichter zu Rückkopplungen kommen als mit 'Niere'.
Nun fragst Du: "Kennt sich jemand mit denen aus und kann evt. das eine oder andere empfehlen?" Ohne zu wissen was genau Du damit machen möchtest ( Theater, Talkshow, Rahmenbedingungen...) kann man keine generelle Empfehlung aussprechen. (Siehe oben) Lieben Gruss Thomas
Hallo Thomas danke für deine ausführliche Antwort. ja, in der Tat, ich kenne mich nicht besonders gut aus 'benutze' normalerweise nur die Technik, die mir jemand zusammengestellt hat, aber jetzt will ich mir selber Mikroausrüstung zulegen. Ich habe das K6 mit ME66 gekauft, und nehme das dann z.B. für Dreharbeiten, wo ich den Ton angele (angeln lasse ;) ) hab hier gelernt, dass ein Ansteckmikro tats. Laveliermikro heißt, und hab eben diese (ME1o2 und 1o4) in einem Katalog gefunden. für ca. 15o Euro netto (es gab auch noch viel teurere). Dieses Ansteckmikro will ich benutzen, um Interviews zu filmen, d.h. der Ton soll dann von der Person mit dem angesteckten Laveliermikro aufgenommen werden, in einem 'normalen' Raum. Meine Fragen z.B. sollen nicht gleichberechtigt aufgenommen werden (eben von weiter weg), die schneid ich hinterher eh raus. und ich will das Mikro auch für die Aufnahme von off-texten benutzen, dachte, das wäre dann einfacher als z.B. das ME66 hinzustellen (von wegen gleicher Abstand, gleiche Sprechrichtung und so). d.h. das 1o4 wäre für diese Zwecke das bessere? (also eins mit Nierench.?) richtig?
... wobei für meine Zwecke auch das Kugelmikro nicht 'falsch' sein dürfte, oder? Also reine statische Sprachaufnahme mit angestecktem Mikro? Danke und Gruß Beate
Es geht hier allein um Wortverständlichkeit. Damit hat das Mikrofon in der Nähe des Mundes zu sein. Also umgehängt vor der Brust, oder wie man es immer mehr sieht, als Kopfbügelmikrofon. Wenn das Mikrofon nicht sichtbar sein soll, dann ist auch eine Stelle über dem Ohr im Haaransatz gut anwendbar oder bei Opernaufführungen wird so ein Mikrofon üblicherweise an der Stirn in den Haaransatz der Perücke gebastelt.
d.h. für die Verständlichkeit (wenn nur der Ton der Person mit dem Mikro aufgenommen werden soll) ist es letztlich egal, ob das Mikro 'Kugel' oder 'Niere' ist?
Hallo Beate, Du fragst, ob für 'reine statische Sprachaufnahme' die Kugel nicht falsch ist. Und Ian erklärt dazu ein paar Anwendungen, vergisst aber auf die Situation einzugehen; Wenn Du ein Interview führst und hinterher Deine Off-Fragen dazu schneiden möchtest ist es oft ratsam, nicht so viel Raumanteil in den Antworten zu haben, da es bei den Blenden oder Schnitten ansonsten leicht zu 'Kollisionen' in der Räumlichkeit des wahrscheinlich nah besprochenen (ME66) Fragentextes kommen kann. Die Kopfbügel- oder Perrücken-Miks die Ian anspricht sind üblicher Weise Kugeln, aus den bereits genannten Gründen... allerdings hast Du dann auch immer entsprechend viel 'Raum' in Deinen Aufnahmen. Wenn es Dir aber um eine möglichst weite Ausblendung der Umgebungsgeräusche geht, also dem Raumanteil und vielleicht auch Deinen Fragen (diese werden nicht völlig unhörbar sein), dann ist die Niere 'besser'. Also: eher unsichtbar verstecken kann man die Kugel besser, bei 'statischen' Aufnahmen kann man mit einer Niere aber den Raum besser 'ausblenden', und das kann wichtig sein, wenn Du hinterher Deinen Off-Text über ein ME66 einsprichst. Ich würde für Deinen Anwendungsfall eher die 104 Kapsel emfehlen, aber diese bringt auch ggf. ein Problem mit sich: wenn das Mik zum Mund ausgerichtet wird und der Sprecher sich mit dem Kopf abwendet (weil von der Seite befragt in diese Richtung antwortend) , ist dieses sehr deutlich zu hören. Selbst mit 'Nachregeln' ist das Ergebnis nicht immer schön, achte einfach mal im Fernsehen darauf... ;-) Wenn Du oft mit 'nicht geübten Befragten' zu tun hast ist bestimmt die Kugel besser.
Tja, nu isses an Dir... Lieben Gruss Thomas Ps.: egal wofür Du Dich entscheidest: falls Du die Mikrofone selbst an's Revers steckst achte immer darauf, dass die Kapseln auch ordentlich verschraubt sind, denn sonst hörst Du schlimmstenfalls nur noch böses 'Krachen' auf Deiner Tonspur....
Kugelmikrofone sind problemloser anzubringen, denn sie müssen nicht so genau wie Nierenmikrofone auf den Mund ausgerichtet werden. Das ist ja im Haaransatz oder hinter dem Ohr schon etwas schwierig. Bei Benutzung als alleiniges Aufnahmewerkzeug, würde ich die Richtcharakteristik Kugel für diesen Zweck bequemerweise wählen. Wenn damit jedoch Beschallung gemacht werden soll, PA heißt das modern, dann würde ich aus Rückkopplungsgründen eher die Richtcharakteristik Niere wählen und das Mikrofon gut auf den Mund hin ausrichten und vom Lautsprecher wegdrehen.
moin! das ganze ist immer situationsabhängig, einige beispiele: 1. interview mit einem, interview ungeübten, zeitzeugen in dessen einfamilienhaus, ruige umgebung -> kugel 2. interview mit einem politischen vertreter in dessen büro, laufender komputer lüfter, rauschende klimaanlage, brummende neonrören, raschelnde hose, knarzender ledersessel, nervöses rumklicken mit der kulimine, klingende telefone im nebenraum und kirchenglocken durchs fenster -> niere (doch das kommt öfter alles gleichzeitig vor als man denkt)
schlauerweise hast du beide varianten dabei und entscheidest je nach situation. ansonsten nimm die niere damit bist du auf der sicheren seite. es gibt fast nichts blöderes als wenn du im schnitt um den verqueren kram verständlich zu machen sätze umstellen musst und im hintergrund dauernd das telefon an und aus geht. hoffe geholfen zu haben grüße