Hallo Tonschaffende, ich habe für die Präsentation unseres Konservatoriums zum Stadtfest eine CD zu erstellen, die über eine PA von einem Festumzugswagen abgespielt wird. Bitte nicht gleich den Verweis auf das PA-Forum, ich brauche nur Tips und Erfahrungen zum Erstellen der CD. Verwendet werden soll ein Querschnitt aus den Konzertmitschnitten des Konservatoriums. Dabei handelt es sich weitestgehend um Kammermusik bzw. kleine Ensembles und Solisten (zB. Klavier solo, Klarinettenquintett, Akkordeonduo, Chello mit Klav., Gesang mit Klav., Blockflötenensemble usw.). Die Aufnahmen sind aus verschiedenen Konzerten, Jahren und Orten, aber alle von mir aufgenommen. Was ist bei einer Abstrahlung dieser Musik über PA zu beachten. Kann ich die CD speziell klanglich bearbeiten? Die Bedienung vor Ort muß Idiotensicher sein, der ZiVi bedient die Anlage. Gibt es Instrumente oder Ensembles die gar nicht geeignet sind ? (Harfe und Konzertgitarre bzw. Mandoline hab ich mal selber rausgelassen) Ich freu mich über Tipps und Tricks, denn so etwas hab ich noch nicht machen müssen. Grüße aus Dresden (800 Jahre, daher der Festumzug...) Torsten
Ich stelle mal eine provokante Behauptung in den Raum: Es wird den Verantwortlichen und dem Publikum leider sch...egal sein, wieviel Mühe du dir mit der Auswahl der Stücke gemacht hast, vor allem bezüglich der Wiedergabe auf einem PA-System, außer den Musikern wird niemand etwas negatives bemerken. Du hast den besten Beweis schon geliefert: Der Zivi wirds bedienen. Genug geheult: Die Sopranistin (so in der Auswahl vorhanden) wird ebenso kritisch sein wie das Solostück der Konzertgitarre. Wenn man überhaupt pauschale "Vorsichtsmaßnahmen" treffen kann, dann imho durch die Auswahl besonders voll klingender Arrangements, die einerseits genug Durchschnittpegel haben um sich ohne maximal aufgerissene Anlage auch im Festzugszuschauergebrabbel durchzusetzen und andererseits durch eine möglicherweise verfärbte Wiedergabe der PA nicht sofort zum Kreissägenmassaker werden. Du könntest auch in den saueren Apfel beißen und genreuntypisch zur Kompression greifen, dann kann man auch vormals "zu dynamische" Aufnahmen verwenden. Ansonsten kann ich nur empfehlen, die PA in Augenschein zu nehmen, in ihrem Endaufbau probezuhören und gegebenenfalls das Schlimmste mit geeigneter Aufstellung und Entzerrung zu verhindern (man sieht auf Festwagen immer wieder mit paralleler Front nebeneinander verspannte Horntops, das phased schon mal wie Sau, und wenns dann noch schlechtes Material ist, hilfts natürlich auch nicht). Aber aus deiner Beschreibung entnehme ich, daß du nicht mal in der Nähe sein wirst, geschweige denn einen (eventuell kostenverursachenden) Einfluß auf die Beschallungstechnik nehmen kannst/wirst. Dann hilft nur noch Augen zu und sich auf den ersten Absatz dieses Posts verlassen (wie gesagt, leider.). Janko
Hallo Chaosstuido, bei einer solchen Präsentation würde ich auf jeden Fall das Musikmaterial komprimieren, damit unter Straßenbedingungen noch ein wenig Freude aufkommt. Geeignet wäre hier der Einsatz eines Multibandkompressors. Hier geht es Unterhaltung, nicht um die Darbietung hochwertigen Aufnahmetechnik. Fast alle PAs die ich in den letzten Jahren gehört habe, waren deutlich baßbetont. Ich würde auf jeden Fall die Aufnahme mit Hochpaßfilter, ca. 45Hz versehen, damit kein unnötiges Gerumpel durchkommt. Eventuell noch leicht absenken zwischen 50..120 Hz. Ansosnten, Augen zu und durch! Gruß M. Hein
Danke Euch, ich sitze bereits eine Nacht über der Sache und hab jeden künstlerischen Anspruch über Bord geworfen ... Genommen hab ich nur Titel mit Ohrwurmcharakter (Hummelflug, Mein kleiner grüner Kaktus, Veronika, Säbeltanz (Akk), div. Bigband-Standarts, div. Walzer (Jugendsinfonieorchester) und amerik. Folklore). Diese etwas mit EQ optimiert und dann gewaltig durch den Kompressor gezwungen. Ist auch eine Erfahrung was dabei rauskommt ... Auch wenn ich zum Festumzug nicht geladen bin, ich werde mich aus Neugier in der Nähe aufhalten. Danke für Euer Mitgefühl und Grüße Torsten
Hi Thorsten, nicht soviele negative Schwingungen...... Sieh es doch einmal anders herum: Dank deiner Hilfe und der "mainstreamorientierten" Nachbearbeitung, versetzt du ein breites Publikum in den Genuß von Musik, die es sonst freiwillig nicht hören würde und erreichst hinterher vielleicht den Effekt, das es "doch eigentlich garnicht so schlimm" war. Auch diese Art von Musikwiedergabe muß von "Künstlern" vorbereitet werden, sonst ist es zum Mißerfolg verurteilt. Gruß M. Hein