Kennt jemand Respa-Akustikplatten?

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Nachdem ich jetzt schon einige Zeit hier im Forum lese, wüßte ich nun gerne Eure Meinung zum Thema Akustikplatten.
Bei einigen Konzerten hatte ich die Möglichkeit, mit sogenannten RESPA-Akustikplatten zu spielen (siehe Foto, der Klavierspieler bin ich :) ...). Dabei konnte ich als Vorteil hauptsächlich ausmachen, daß wir uns untereinander besser gehört haben. Bei einem Konzert in einer ehemaligen Kirche war dies sogar sehr deutlich hörbar. Bei einem Aufbau ähnlich jenem wie auf dem Foto zu sehen konnten wir uns entschieden besser gegenseitig hören, ohne die Platten war das nur sehr schwer möglich, da die Akustik viel verschwimmen ließ.
Hier einige Hörproben aus meinem Konzertmitschnitt aus Denzlingen (Foto):
http://www.zizal.de/Itamar Freilach.MP3
http://www.zizal.de/Habdala.MP3
(Falls irgendwas nicht gehen sollte: unter www.zizal.de kann man die Aufnahmen über Downloads/Musik auch erreichen)
Meine Fragen an Euch:
Kennt jemand überhaupt diese Akustikplatten? Was haltet Ihr davon?
Wäre ein ähnlicher Effekt (besseres gegenseitiges Hören) auch mit einer Wand an der gleichen Stelle zu erreichen gewesen?
Die Platten sollen auch klangliche Verbesserungen bringen (siehe auch www.respa.de). Kann dazu jemand etwas sagen?
Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten...
Schöne Grüße
Jan


Zizal
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Antwort#2
http://www.respa.de/start.htm
Ohne allzuviel Ahnung vom Fach zu haben bin ich doch über die sehr vollmundigen "Versprechen" auf der Website gestolpert.
"Sehr auffällig ist die nach der RESPA-Installation erheblich verbesserte, sehr gleichmässige Präsens des Orgelklanges überall im Saal.
Die Orgel klingt durch die Verstärkung der Obertonfrequenzen deutlich intensiver, brillanter, gleichzeitig aber auch weicher. Die Farben der einzelnen Register wirken typischer, setzen sich somit deutlicher von einander ab.
Der Orgelklang nach der RESPA-Installation zeichnet sich über alle dynamischen Stufen hinweg durch eine auffällige Verbindung von Intensität und Durchsichtigkeit aus."
In jedem Fall dürften die Platten sehr teuer sein, es sollte also genau überlegt werden obs nicht auch ein paar günstige Konstruktionen vom Schreiner um die Ecke tun. Über den wissenschaftlichen Hintergrund der wird auf der Website ja nicht allzuviel gesagt ..
Sehr interessant finde ich auch:
http://www.respa.de/kreis_resonatoren.htm
"Mit RESPA-Resonanzmuster bedrucktes glasklares Polycarbonat 4 mm, mit Schutzbeschichtung, in Stahlrahmen eingefasst, inkl. RESPA Hängkonstruktion"
Ob man durch bedrucken einer Plexiglasscheibe nun wirklich akustisch etwas bewegen kann ? Das erinnert mich dann doch schon fast ein wenig an die allseits bekannten Klangschälchen, mit dem Unterschied dass eine Plexiglasscheibe von 140 cm Durchmesser wohl schon etwas bewirkt, aber Resonanzen durch den Aufdruck?? Den Referenzkunden scheint es ja gut zu gefallen was RESPA leistet, du schreibst ebenfalls von positiven Erfahrungen..
Entschuldigt meinen inhaltslosen Beitrag ;)
mfg Tom
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Antwort#3
Auf die Gefahr hin, OT zu werden:
Bei Gitarren gibt es eine Bebalkung der Decke, die die Resonanzeigenschaften wesentlich bestimmt. Vielleicht soll man das Wort "Aufdruck" der Respa-Webseite etwas weiter gefaßt verstehen - wieso sollte Respa genau erklären, was sie machen, damit es dann jeder nachmachen und die Preise drücken kann. Entweder als "farbgefüllte Vertiefung" oder als dickeres Aufbringen massereichen Materials. In beiden Fällen (eingraviert oder aufgebracht) ergibt sich eine bebalkungsähnliche Struktur, die freilich sicherlich schwächer ausfällt als bei der Gitarre. Könnte schon sein, daß da ein leichter Effekt auftritt.
Auch die "Akustikwände" sind letztlich ja nichts anderes als Kästen mit Bebalkung, die bestimmte Frequenzen bedämpfen und bei anderen in Resonanz geraten.
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Antwort#4
Besseres gegenseitiges Hören hängt doch in erster Linie von den Erstreflexionen eines Raumes ab. Da helfen erfahrungsgemäß wohlplacierte Wände, ob die nun resonieren oder nicht. In Stuttgart (Stiftskirche) habe ich mal ausfahrbare Reflektorwände gesehen, die ziemlich nach Stellwand-Material aussahen. Für Reflexionen braucht man sicherlich keine teuren patentierten Spezialanfertigungen, sondern vor allem Masse. Das Foto von euch zeigt ja einen (Theater- oder Mehrzwecksaal-) Bühnenvorhang im Hintergrund: daß von dem zu wenig Reflexionen kommen, ist klar.
Was Respa da über Resonanzen schreibt, muß man wohl hören. Wenn sie da vollmundig sagen, daß der Klang im Raum wesentlich verbessert wird, dann hängt das sicherlich von der Interaktion eines bestimmten Raums mit einer bestimmten Konfiguration von Respa-Elementen ab, wie das mit anderen Akustikelementen auch ist. So ganz glaube ich nicht an die Versprechung "Stell Respa hin und alles wird gut", wie man die Homepage leicht verstehen kann. Es wird zunächst einmal *anders* klingen. Das wird oft als Verbesserung empfunden, insbesondere von dem, der es hingestellt hat, damit es besser klingt.
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Antwort#5
Die verschiedenen Arten von "Resonatoren" sind für Tontechniker interessant.
Die Gedanken dazu sind ja allgemein bekannt und man kann immer Möglichkeiten zum Ausprobieren finden, wobei es nicht die Produkte der Firma sein müssen, die mit dem Zauberwort "Spektral-Abstimmungen" so übertrieben wirbt.
Der "Stand-/Wandresonator" ist so etwas wie ein Hornklang-Reflektor
Die "Akustikwand" geglückt fast immer solistisch spielende Musiker.
Der "Klavierresonator" hinter dem Klavier, wenn das Instrument etwas Abstand von der Wand hat, sorgt immer für besseren Klang zu Hause.
Die "Kreis-Resonatoren" über dem Musiker helfen sicher, den eigenen Klang etwas besser zu hören.
Die "Bodenresonatoren" helfen als Bodenfläche immer den Streichern, wenn sie sonst im Studio auf der Auslegeware spielen müssten.
Das "Resonanzpodest" hilft dem Harfenklang.
Das "Solistenpodest", wie hier bei einem Cellisten, verbessert den Klang.
So wie der Pop-Schlagzeuger ein Recht darauf hat, einen Kopfhörer zu fordern, um sich besser zu hören, so dürfen sich auch die Klassik-Musiker Stellwände zum besseren hören wünschen.
Man muss nur darauf achten, dass der Klang für die Tonaufnahme dadurch nicht verschlechtert wird.
So kann man einem Cellisten seitwärts Wände zum Schallspiegeln auf seine Ohren stellen, was aber den Schall der vor dem Cello stehenen Aufnahmemikrofone nicht beeinflusst.
Bei Flöten gibt es ein Problem. Die nah an einer Wand spielende Flöte findet den verstärkten Klang an den Spieler-Ohren recht angenehm, aber der Klang ist eher nicht gut für die Tonaufnahme. Da gibt es Kammfiltereffekte zu hören, die sehr unangenehm sein können, wenn die Flöte sich bewegt. Bewegende Kammfilter klingen viel schlimmer und fallen mehr auf, als "stehende" Kammfilter.
Podeste machen sich immer gut für Solisten, besonders wenn es ein Cello ist. Klar, der Stachel auf der Resonanzfläche bringt was, aber auch Sänger und selbst eine Klarinette fühlt sich auf so einem Podest sehr wohl, auch wenn man hier sicher nicht von einer Resonanzwirkung sprechen kann.
Die Produkte sollte man sich im Link ansehen und dann die Ideen mit in seine Aufnahmen nehmen. Das macht sich immer gut.
... und besser nicht an Geheimnisse, wie Holzlackierung oder Plexiglas-Bedruckung glauben. Da wird nämlich nichts spektral abgestimmt.


Spektral-Abstimmungen
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