Kontabass-Sax Abnahme

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Liebe Kollegen,
ich habe die Anfrage eines Ensembles, das mit mehreren Saxofonen spielt, dabei ist auch ein Kontrabass-Saxofon. Hat wer Erfahrung mit diesem Instrument bzw. mit der Mikroauswahl? Danke für eure Antwortem! Peter
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Antwort#2
Wieder einmal unbeantwortete Fragen: Willste beschallen oder oder willste aufnehmen?
Soll es synthetisch effektvoll oder natürlich und richtig angenehm klingen? Alles ist ja heute möglich.
Anfrage eines Ensembles, das mit mehreren Saxofonen spielt,
dabei ist auch ein Kontrabass-Saxofon. Hat wer Erfahrung mit
diesem Instrument bzw. mit der Mikroauswahl?

Mindestens das Kontrabass-Saxofon der Gruppe muss genauso wie eine Bass-Klarinette ein Stützmikrofon bekommen, weil im Saxophonsatz dieses Instrument das leiseste ist und nicht lauter zu spielen geht. Da sollte man mit dem Stützmikrofon nie zu nah rangehen.
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Antwort#3
Ich denke hier geht es nur um Spaß Sound - also nix ernstes. Also gib dem Affen Zucker.
Obwohl ein Bass-Saxophon mit einem Pickup noch lang nicht genauso klingt wie mit einem richtigen Mikrofon abgenommen, so kommt es dem gewünschten Sound im Vergleich zu den alten quäkigen Pickups, wie King, Maestro und so weiter, schon nahe. Zunächst ist ein Pickup eine gute Hilfe in akustisch schwierigen Situationen, wie der Gefahr von Feedback und Einstreuen anderer lauter Instrumente, vorausgesetzt, man ist bereit, sein Instrument (S -Bogen beim Saxophon) für den Pickupanschluss anbohren zu lassen.
Die Motivation, wie zu psychedelischen Zeiten den Blasistrumentenklang durch Wahwah-Pedale und Ringmodulatoren zu schicken, gibt es kaum noch. Aber ein interessanter Anwendungsbereich ist die Kombination mit einem Pitch to midi-Konverter wie einem Brass Synthi. Dieses System ist in der Lage, Tonhöhen ohne jede hörbare Verzögerung zu erkennen. Verzögerungsfreies Transponieren und Oktavieren ist kein Problem, selbst harmonisch richtiges mehrstimmiges Spiel ist in gewissen Grenzen möglich.


Electronic Effects for the Saxophone
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Antwort#4
Hallo Forum!
Es geht um eine CD-Studio-Produktion, 6 Saxofone von Sopran bis kontrabass mit Rhythmusgruppe, Stil: Moderner Jazz. Peter
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Antwort#5
6 Saxofone von Sopran bis kontrabass mit Rhythmusgruppe, Stil: Moderner Jazz
Also ist das demnach eine Naturklang-Aufnahme ohne Effekt-Tonabnehmer, was bei dem Wort Sax-Abnahme eben nicht zu erkennen war.
Da wird man eine passende Akustik wählen (kein Wohnzimmer), die Saxofone im Halbkreis aufbauen, ein schönes Stereo-Hauptmikrofon positionieren (vielleicht ein ORTF-Stereosystem) und an jedes Sax ein nicht zu nahes Stützmikrofon stellen.
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Antwort#6
Für Jazz bietet sich natürlich eine nicht zu nahe Einzelmikrofonierung an, und evtl. ein Raum-Stereopaar dazu für "Fülle", "Druck", "Volumen", Homogenität, und wie man das, was aus so einem Raummikrofon hinten rauskommt, noch bezeichnet.
Gute Kleinmembranen helfen immer. Man muß dabei allerdings den Klang "hinterher" gelegentlich etwas verbiegen und gestalten. Für Jazz wird gerne auch Großmembran benutzt, und auch das dynamische gute alte Sennheiser MD421 sieht man da öfter. Auch mit "Verbiegen" verbunden. Welches Mikro du nimmst, ist Geschmackssache.
Oft zeigt das Mikrofon, gerade bei Live-Konzerten, in die Schallstürze, dort hat man allerdings nicht unbedingt den besten Klang, denn das Sax strahlt natürlich auch aus den Löchern ab. Je mehr du in die Schallstürze zeigst, umso heller (oder auch: greller) wird der Klang. Probiere ein bißchen aus mit dem Winkel und dem Abstand. Von zwei Einzelmikrofonen rate ich dir ab, man handelt sich schnell Phasenprobleme ein, wenn man das dann summiert. Du hast EIN Instrument, was auf der künstlichen Stereobasis an EINEM Punkt erscheinen soll, also gib dir Mühe und mach den gewünschten Klang mit EINEM Mikrofon. Das eigene Hören und die eigene Vorstellung, wie es denn klingen soll, kann dir niemand abnehmen :-)
Alternativ kann man natürlich auch ein Haupt-Stütz-Verfahren in Erwägung ziehen. Aber nur wenn der Raum gut ist und man weiß was man tut.
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Antwort#7
... Kontrabass-Saxophone sind selten. Gebaut werden sie derzeit nur von Orsi/Italien und Eppelsheim/Deutschland. Alte Kontrabässe sind problembehaftet: Um den Fertigungsaufwand in Grenzen zu halten, wurden sie teilweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Teilen anderer tiefer Saxophone zusammengestückelt (Bariton/Bass), und entsprechend klangen sie auch: Schlechte Intonation und für die Größe im Klang zu dünn.
Aufnahmen des Multiinstrumentalisten Scott Robinson/USA mit Kontrabass-Saxophonen klingen mir persönlich zu dünn/zu "quakend", was einerseits an einem unzureichenden Instrument liegen mag, andererseits aber wohl auch mit der Aufnahme zu tun hat. Ein herkömmlicher Kontrabass reicht bis zum gegriffenen Bb hinunter, das entspricht einem klingenden Kontra Cis mit etwa 35 Hertz. Wird jetzt ein zu hoch eingestellter Hochpass benutzt und das Mikrofon weiter vom Instrument wegpositioniert, klingt das Kontrabass-Saxophon nur noch quakend und albern.
Für Sonic habe ich den Bb-Bass und auch den Eb-Kontrabass-Prototypen von Eppelsheim getestet und im Rahmen dieses Tests auch zum Play-Along gespielt, dabei verschiedene Mikrofonierungen probiert, unter anderem mit viel Abstand, mit zwei Mikrofonen ...
Ich habe mich schlußendlich für eine Mikrofonierung ca. 40 cm über dem Trichter mit einer Niere entschieden, den Low Cut auf 40 Hz gestellt und später im Mix sogar die Bässe ca. 3-4 dB@80 Hz angehoben. Dann klang der Kontrabass so, wie er in natura auch war: Voluminös und fett.
Im Ensemble mit weiteren tiefen Saxophonen und einer Rhythmusgruppe mit einem Bass muss man sehr genau hören und Entscheidungen treffen, wem man den Bassbereich gibt. Aber nochmal: Ein frequenzmäßig unten beschnittenes Kontrabass-Sax klingt m. E. lächerlich, das kann man sich sparen!
Viele Wege führen zum Ziel, obige Ausführungen spiegeln MEINEN Geschmack wieder, wobei auch Eppelsheim selbst und sein amerikanischer Endorser offensichtlich ähnlicher Ansicht sind. Ein Klangbeispiel sollte unter www.eppelsheim.com als MP3 vorliegen.
Viel Spaß beim Soundtüfteln!


Studio 12
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Antwort#8
"Ich denke hier geht es nur um Spaß Sound - also nix ernstes. Also gib dem Affen Zucker."
Du hast offenbar Erfahrung mit Bass- und Kontrabass-Saxophonen.

" (...) Pickup eine gute Hilfe in akustisch schwierigen Situationen, wie der Gefahr von Feedback und Einstreuen anderer lauter Instrumente, vorausgesetzt, man ist bereit, sein Instrument (S -Bogen beim Saxophon) für den Pickupanschluss anbohren zu lassen."

Beim Preis eines Bass-Saxophons (Dein Bild) oder gar eines Kontrabass-Saxes, von dem hier die Rede ist, ist es für mich nur schwer vorstellbar, in solch eine Wertanlage ein zusätzliches Loch für irgendwas zu bohren ...



Studio 12
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