Warum auch immer du so wenig Dynamik haben willst, daß selbst der L3 überfordert ist, verstehe ich zwar nicht. Aber ich weiß ja auch nicht, um was für Material es sich handelt. Was heißt denn "er schafft es nicht"? Pumpt er, oder ist einfach nicht so viel Drive einstellbar wie du gerne hättest? Wenn der L3 es *wirklich* nicht schafft, und nicht nur ein bißchen mit den Einstellungen gefrickelt werden muß, könntest du ja vorher noch eine Verstärkungsstufe haben. Alles, was auf die Summe geht, stattdessen in eine Stereogruppe, die insgesamt im Pegel anheben, und dann in die Summe schicken oder so. In einem modernen Programm wird intern ja mit 32 bit gearbeitet, da kann also faktisch nichts übersteuern. Früher hätte man mal gesagt: sinnvolle Gainstruktur im Gesamtsystem, sinnvolle Kompression der Einzelspuren oder Stems, sinnvolles Summen-Limiting... Heute gibt es auch professionelle (!!!) Mastering-Leute, die einfach den Masterfader im Samplitude hochschieben und den Mix ins digitale Clipping fahren. Daß das beschlssen klingt, merken die meisten Verbraucher wohl nicht. Ein interessanter Thread dazu war gerade kürzlich aktuell:
Totgemastert (II) - oder Ein Königreich für den Roughmix!
Mehr Pegel und lauter sind nicht das Gleiche. Spitzen-Pegel (peak level) geht höchstens bis 0 dB-Full-Scale in der Digitaltechnik. Lautheit hat mit Psychoakustik und besonders mit der langjährigen Erfahrung des Tontechnikers zu tun. Mau-Mau
Hat jemand Tips wie ich Audiomaterial lauter bekomme? Es ist üblich, dass man bei der fertigen CD den Lautstärkeregler am Wiedergabeverstärker einfach lauter dreht. Das sollte doch kein Problem sein.
jo, merci. hab mein material mal in einem studio mastern lassen und es klang um einiges lauter und fetter als alle bisherigen selbstversuche. da es sich um vinyl-material handelt ist die lautheitsempfindung sehr wichtig. digital uebersteuern find ich natuerlich auch schrott, vorallem weil die hohen clippinggeraeusche auf jedem kanal komplett anders ausfallen und so extem rausstechen. ich clipp manchmal etwas mit meiner tla-roehre, bring aber max. 1 dB. revox bandmaschinen sollen das besser koennen wenn ich blos eine haett :-( werd mal mit den einstellungen am l3 experimentieren...
Bandmaschinen haben ja auch eine völlig andere Charakteristik als digitale Masterfader... Clipping ist nicht gleichzusetzen mit analoger Übersteuerung, und diese wiederum nicht mit Limiter. Im analogen Bereich gibt es einen fließenden Übergangsbereich ("Sättigung"), und diesen nutzt man aus, wenn man mit Röhren oder Bandmaschinen mehr Lautheit macht. Mit zunehmendem Pegel wird nicht nur die Kompression stärker, sondern es setzen allmählich Verzerrungen ein, die oft als "Präsenz" empfunden werden. Das Ganze gibts auch als Simulation... Der Limiter hingegen begrenzt den Pegel (und wenn man mehr Pegel hineinschickt, begrenzt er eben öfter), fügt aber keine Verzerrungen hinzu.
Den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Spitzenpegel und die Auswirkung des Durchschnittspegels auf das Lautheitsempfinden braucht man jemandem, der von langjähriger Erfahrung des Tontechnikers spricht, wohl nicht näher zu erläutern. Oder?
Mau-Mau hat schon nicht Unrecht! Der Durchschnittspegel ist zwar schon das richtige Stichwort, aber es gibt doch noch einige Faktoren mehr! Zum Beispiel harmonic distortions, mit welchem Q- Faktor EQt wird, Dopplungen oder erste Reflektionen eines Halls...
Natürlich gibt es außer dem Durchschnittspegel noch andere Faktoren. Den "Pegel" implizit für irrelevant zu erklären, ist aber trotzdem unrichtig, solange nicht klar ist, daß der Spitzenpegel gemeint ist. Wenn schon von Spitzenpegel die Rede ist, sollte der Durchschnittspegel und seine Auswirkungen nicht unter den Tisch fallen. Mastering besteht doch letztlich immer aus verschiedenen Faktoren, angefangen beim Pegel über Spektrum und harmonische Verzerrungen nach Gusto bis hin zu den rein technischen Aspekten des Red-Book-Standards, und nicht zuletzt auch aus dem zusätzlichen Ohrenpaar!
Da hast du schon völlig recht. Weglassen ist wohl nicht ganz richtig... aber vielleicht wäre es für den Musikmarkt besser, wenn das nicht jeder wüsste ;) Nee, ernsthaft - es geht mir mehr darum nicht jedem immer gleich auf die Finger zu hauen. So richtig eindeutig falsch war da nämlich nix. Deine Antwort zum Thema gefällt mir übrigens sehr gut!
Nur immer alles schön platt fahren.... Liegt es vielleicht daran, dass mir 90% aller neuen CD`s nach 10min. derart auf die Nerven (Ohren) gehen? Sicher, es gibt auch Scheiben, die trotzdem ihren Reiz haben. Die sind dann aber auch von absoluten Profis gemastert worden. H-Blocks z.B. Aber im Grunde ist mir das.... Es gibt ja noch genug alte Scheiben. Gruss, Thomas
Jumpy-Thomas: Nur immer alles schön platt fahren.... Die jüngeren unter uns verstehen gar nicht, wovon du redest. Da ist schon ein Gewöhnungsprozess eingetreten. Totogemastert. Zum optischen Verständnis; siehe den Link:
Ich glaube auch, dass gerade eingefleischte Hifi-Fans deshalb an der schwarzen Scheibe festhalten. Ich meine mit Hifi-Fans wirklich Leute, die von Musik was verstehen und auch fähig sind Details zu hören. Es gibt auch welche, die bei George Duke meine O300 "clippen" hörten. Tja, anscheinend noch nie eine Bass Saite auf den Bund schlagen hören ;-) Apropo Totogemastert. Die 4er Toto (CD) ist nicht einmal komplett ausgesteuert ;-) Ok, es ist vielleicht Geschmackssache... Viele Grüsse, Thomas
Material von Vinyl oder FÜR Vinyl? Wenn letzeres, überlass es doch dem der die Platte schneidet. Der kennt sich damit aus, wie es sein muss, ohne dass die Nadel aus der Rille fliegt. Grüße, Tonmaus
mein tip: nehme mal kurz gesangsunterricht! nicht daß du singen lernen sollst. aber einfach mal etwas hören lernen und begreifen, daß du nicht lautstärke suchst, sondern klangvolumen. so wie ein richtig gutes essen geschmacksvolumen hat. und das hat nicht mit pegel, aber viel, viel viel mit einer harmonischen zusammensetzung von frequenzen, sprich mit einer ganzheitlichen stimulation des ohres+körpers zu tun! hör dir mal ne alte orgel an- die ist gar nicht laut, aber trotzdem satt, prächtig, voluminös und grandios... ja- man kann sich geörsmäßig durchaus in rausch, trance und extase bringen ohne die gehörsnerven zu schädigen! leider ist die junge generation nicht mehr in der lage ihren ohrorgasmus mit normalen lautstärken zu produzieren. so -genug obergelehrt. aber, mal was ganz anderes: welche gefühle (!)soll denn deine "laute" musik rüberbringen? lg matthias