Pegelkorrekturen bei verschiedenen Abhörmodi - ein Thema mit Variationen (?)

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,

Sagt mal - wie handhabt Ihr es denn mit den Pegelveränderungen bei verschiedenen Abhörmodi: "Stereo in Mono", "Surround in Stereo bzw. Mono" ?
Als Vorbemerkung sei gesagt, daß ich bei all diesen Überlegungen von nichtkohärenten Signalen ausgehe, sodaß bei Addition zweier Kanäle keine 6 dB- sondern nur eine 3 dB-Pegelerhöhung statt findet.
Konkret: Sicherlich hört Ihr Eure Stereoaufnahmen auch mal zur Kontrolle in mono ab, bzw. Surroundaufnahmen in Stereo oder ggf. sogar nochmal mono.
(Über Sinn und Unsinn von "Kompatibilitätsforderung" will ich jetzt nicht diskutieren).
Dabei tritt ja das bekannte Problem auf, daß der Abhörpegel sich verändert.
Addiert man beide Stereokanäle zu Mono, verdoppelt sich ja die wiedergegeben Leistung, weil ja jeder Lautsprecher nun statt des einen Signals auch noch das Signal des jeweils anderen Kanlas wiedergeben muß.
Folglich müßte man bei der Abhörmatrix jeden Kanal um 3 dB dämpfen wenn in Mono abgehört wird.
Soviel zum Stereoabhören in mono.
Noch komplizierter wird es wenn Surround in Stereo abgehört werden muß oder gar in Mono!
Will man bei 3/2 - Surround in Stereo abhören, müßten dann die hinteren Kanäle zu den vorderen addiert werden und der C-Kanal ebenfalls zu den vorderen. (Den LFE lasse ich bei dieser Betrachtung erst mal weg).
Nun haben wir aber dann statt 5 Kanäle nur 2 und die Gesamtleistung sollte dann ebenfalls so groß sein wie bei 5. Folglich müßte dann die Pegelung derart erfolgen, daß zunächst nach Addition der hinteren Kanäle zu den vorderen, diese um jeweils 3 dB gedämpft werden müßten. Kommt jetzt der C-Kanal noch zu den vorderen müßte dieser zunächst ebenfalls mit 3 dB Abschwächung auf jeden der beiden Kanäle addiert werden um nicht zu laut zu erscheinen.
Und mit welcher Pegelkorrektur hören wir nun in mono ab? Meiner Überlegung nach müßten jetzt die beiden verbleibenden Kanäle um weitere 3 dB abgeschwächt werden.
Ich habe mir jetzt einen neuen Abhör/Meßverstärker für 5.1-Kanal gebaut (mit dem RTW 10800 als Kontrollmonitor) und dabei lediglich die 3 dB-Abschwächung des C-Kanals vorgenommen wenn dieser beim Stereoabhören auf die Kanäle Lv und Rv geschaltet wird.
Muß das ganze über einen Stereo-KH abgehört werden verzichte ich auf die 3 dB-Abschwächung der hinteren Kanäle und lediglich der C- und der LFE-Kanal werden um 3 dB abgeschwächt zu den beiden Stereokanälen addiert.
Wie handhabt Ihr das Problem mit der korrekten Pegelung beim Abhören auf den niedrigeren Abhörmodus?
Ìch glaube daß es da durchaus verschiedene Ansichten gibt. Die grundsätzliche Überlegung ist die: Bei allen Abhörmodi von verschiedenen Aufnahmeformaten dürfen keine Lautstärkesprünge auftreten.

MfG
Rainer
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Antwort#2
Moin...
"Die grundsätzliche Überlegung ist die: Bei allen Abhörmodi von verschiedenen Aufnahmeformaten dürfen keine Lautstärkesprünge auftreten."
...und genau da kann man eigentlich schon (fast) wieder aufhören zu überlegen, weil es eben sehr vom Material und dem konkreten Mix abhängt, ob das passiert oder nicht - selbst wenn man sich vorher für einen Spezialfall eine bestimmte Abschwächung überlegt hat. Dazu unten mehr.
Zuvor würde mich aber interessieren, ob diese Forderung überhaupt nötig ist. Man will ja nicht _wirklich_ stereo und mono vergleichen wie bei einem Blindtest (einen Unterschied wird man ohnehin immer hören), sondern man will nur nochmal kontrollieren, ob sich gravierende Klangunterschiede ergeben. Und das sollte man IMHO auch hören, wenn es einen Lautstärkesprung gibt...
Warum gibt es jetzt materialabhängig (fast) immer einen Lautstärkesprung?
"Als Vorbemerkung sei gesagt, daß ich bei all diesen Überlegungen von nichtkohärenten Signalen ausgehe, sodaß bei Addition zweier Kanäle keine 6 dB- sondern nur eine 3 dB-Pegelerhöhung statt findet."
...genau deswegen. Es gibt ja nicht nur "kohärent" und "inkohärent", sondern jedes normale Stereo-Musiksignal wird einen gewissen Kohärenzgrad haben, mithin wird die Addition beider Kanäle eine Pegelerhöhung von IRGENDWAS zwischen 3 und 6dB bewirken - und zwar relativ unvorhersehbar (gut, man könnte den Korrelationsgrad vorher bestimmen und dann... aber wer macht sowas ernsthaft?).
"Addiert man beide Stereokanäle zu Mono, verdoppelt sich ja die wiedergegeben Leistung, weil ja jeder Lautsprecher nun statt des einen Signals auch noch das Signal des jeweils anderen Kanlas wiedergeben muß.
Folglich müßte man bei der Abhörmatrix jeden Kanal um 3 dB dämpfen wenn in Mono abgehört wird."
Ohne das jetzt wirklich zu wissen, aber ich würde aus meiner "Hörerfahrung" behaupten, dass das in den meisten Pulten bzw. Software mit "Mono-Taste" schon realisiert ist - wenn nicht sogar um 6dB gedämpft wird. Denn einen großen Lautstärkesprung habe ich bisher nie wahrgenommen beim Drückender besagten Taste. Kann man ja auch einfach testen: man gebe mal Mono-Material auf die Stereo-Summe und beobachte, was beim Drücken der Mono-Taste passiert. Wenn sich dann KEIN Lautstärkesprung ergibt, dann wird in der Abhörmatrix vor der Summierung um 6dB gedämpft (was ich mal schwer vermuten würde)...
Jens
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Antwort#3
Egal ob die elektrischen Mischpultsignale kohärent oder inkohärent sind. Über auseinanderstehende Lautsprecher addieren sich diese Signale hörmäßig an den Ohren trotzdem überwiegend inkohärent.
Also 2 Signale gleichen Pegels addieren sich zu Wurzel aus 2 = 1,414 entsprechend 20 x log (1,414) = 3 dB mehr - bezogen auf nur ein Signal.
Und 5 Signale gleichen Pegels addieren sich zu Wurzel aus 5 = 2,236 entsprechend 20 x log (2,236) = 7 dB mehr - bezogen auf nur ein Signal.
Damit liegen zwischen Stereosignal und Surroundsignal genau 4 dB.
Mit diesem Wissen kann man beim Umschalten von Surround auf Stereo und auf Mono darauf eingehen, oder es lassen.
Wenn ich in Stereo vorführe, dann werde ich beim Umschalten auf Surround keine Pegelkompensation (4 dB Minderung) vornehmen, sondern die entstehende Pegelerhöhung dem staunenden Kunden als Erfolgserlebnis präsentieren. :-)
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Antwort#4
Kann man ja auch einfach testen: man gebe mal Mono-Material auf die Stereo-Summe und beobachte, was beim Drücken der Mono-Taste passiert.
Ich habe das mit einem 1 kHz-Messton an meinem Neumannpult gemacht und dabei die Mono-Kompatibeltaste gedrückt. Das Messen an einem Lautsprecher ergab messmäßig genau den theoretischen 3 dB Pegelsprung.
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Antwort#5
...bei der Gelegenheit würde ich gerne mal wissen:
Wie hört Ihr denn einen Stereomix in Mono ab?
1.) Auf beide Kanäle der Abhöre das gleiche Signal geben oder
2.) das Signal auf einen einzigen Lautsprecher (der idealerweise im Center steht)?
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Antwort#6
Den Luxus bei einem Stereo-Lautprecher-Setup im Regieraum noch einen Extra-Lautsprecher im Center zum "Monohören" anzuwählen, findet man höchst selten vor.
Üblich ist das testweise "Monohören" über beide Stereolautsprecher, bei gleichzeitig um 3 dB abgesenktem Pegel. Das ist völlig ausreichend.
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Antwort#7
...ist mir nicht neu :) Aber beim Monohören wirklich nur einen Lautsprecher anzusteuern, sich ggf in die Front zu diesem zu begeben, wenn man abhört, kostet doch nicht mehr?
Ich wollte an dieser Stelle nur mal den Gedanken in den Raum stellen, dass Mono doch eigentlich nur ein einziger Kanal ist und nicht ein gleichgeschaltetes Zweikanalsignal(-3dB) aus beiden Monitoren.
:)
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Antwort#8
Dein Gedanke ist richtig. In der Anfangszeit beim Rundfunk gab es auch die Schaltung: "Mono-Abhörtaste" gedrückt - wird allein auf den linken (!) Stereolautsprecher abgehört.
Jetzt hört man lieber testweise Mono als "Stereo-Phantom-Mitte", auch wenn das nicht ganz korrekt ist.
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