Mikrofone

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Antwort#21
Hallo Herr Kautzsch,
mit verlaub, aber das MKH20 ist doch eher kugelig wenn es denn tatsächlich aus dem Hause Sennheiser kommt, oder gibt es da beim T jetzt auch schon Nachbauten als '8'?
;-)
Lieben Gruss
Thomas
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Antwort#22
Gut bemerkt. Das Kleinmikrofon mit Richtcharikteristik Acht von Sennheiser heißt MKH30.
Es ist nicht einfach mit den unterschiedlichen Nummern und Bezeichnungen.
Da passiert ganz schnell mal ein Tipp- oder Merkfehler.
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Antwort#23
Ohja, richtig. MKH20 ist die Kugel, MKH30 die Acht. Da hat mich wohl die Neumann-Numerierung verwirrt.
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Antwort#24
Ich hatte mal einen Prof, der meinte:
Ob Dynamisches- oder Kondensatormikrofon, ist doch egal. Den gewünschten Frequenzgang kann man sich ja mit dem EQ hinbiegen.
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Antwort#25
.. Das gilt aber nicht für die Winkelabhängigkeit.
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Antwort#26
Genau das ist der Hacken an dieser Aussage.
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Antwort#28
Genau das ist der Haken an dieser Aussage.
Die Hacken wurden beim Kommiss zusammengeknallt: Jawoll, Herr Major.
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Antwort#29
Ein gutes Mikrofon ist ein Sensor als minimaler Fremdkörper im Schallfeld, also mit wenig Masse.
Anfänger sehen nur imposante Masse für geringes Geld und träumen vom Großmembranmikrofon.
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Antwort#30
@NickNack.
NickNack schrieb:
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Ein gutes Mikrofon ist ein Sensor als minimaler Fremdkörper im Schallfeld, also mit wenig Masse.
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Da stimme ich Dir zu, aber so war meine Aussage Dynamisch vs. Kondensator nicht gemeint.
Der Vorteil eines Kondensatormikrofons (Flächenkondensator) ist doch der, das er weniger Masse hat als ein dynamisches Mikrofon, welches einen Anker benötigt und daher träger ist (siehe Gleichung vom Vorposting). Es sei denn man ist so schlau und verwendet beim Kondensatormikrofon keinen Flächenkondensator, sondern einen Rohrkondensator, dann darf die Membran auch mehr Masse rumschleppen.
NickNack schrieb:
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Anfänger sehen nur imposante Masse für geringes Geld und träumen vom Großmembranmikrofon.
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Ich habe zwar auch ein Großmembranmikrofon (AKG C-4500 B-BC) und es erfüllt genau den Zweck wofür wir es gekauft haben. Auch habe ich mir ein sehr spezielles dynamisches Mikrofon gegönnt (Sennheiser MD 46), war das jetzt unvernünftig?
Aber ich stimme Dir dahingehend zu, das (wenn es klangneutral klingen soll) ich auch Kleinmembraner bevorzuge. (Und die sind auch nicht von schlechten Eltern ...)

Liebe Grüße,
Machiko
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Antwort#31
Hallo Kollege,
Eigentlich haben die anderen Kollegen schon alles gesagt, sodaß es von der Physik her kaum noch etwas zu sagen gibt.
Nur: Lasse Dich nicht begaukelnvon irgendwelchen Händlern die nur auf den Kommerz aussind.
Daß ein Kleinmikrofon nicht für Gesang tauglich sein soll ist eine Behauptung die jeder Grundlage entbehrt. Achte darauf, wenn im Fernsehen beispielsweise eine Opernsendung gebracht wird. Da wirst Du in den allerseltensten Fällen Großmembranmikrofone sehen bei Gesangssolisten.

Kein Geringerer als Dr. G.Boré - langjähriger Mikrofonentwickler bei der Firma Georg Neumann und von Beruf Dipl.Ing. für Elektrotechnik UND Kirchenmusiker mit A-Examen - hat mal zu einem seiner Konkurrenten in einem Privaten Gespräch gesagt, daß er es einfach nicht verstehen kann, daß die Leute so die Großmembraner bevorzugen, haben diese doch physikalisch alle Unzulänglichkeiten die man sich denken kann.
Ich selbst habe gute Erfahrungen mit dem Neumann KM 83 vor Gesangssolisten - klingt besser als jedes Großmembranmikrofon.
Daß Großmembranmikrofone die Bässe besser übertragen würden - weil die Memnbran so groß ist - ist ein weit verbreitetes Märchen. Oft wird dabei auf die Analogie zu Lautsprechern verwiesen, die doch eine große Membran haben müssen um die Bässe besser zu übertragen.
Tatsächlich sind Mikrofone und Lautsprecher reversible Wandler, doch wird bei dem Vergleich mit dem Lautsprecher übersehen, daß dieser LEISTUNG an die Luft abgeben muß während das Mikrofon nur ein Sensor im Schallfeld darstellt, der nicht klein genug sein kann, denn jeder Gegenstand im Schallfeld - egal ob Mikrofon oder sonst was - stellt wellenmechanisch gesehen eine Störung des Schallfeldes dar. Das Mikrofon ist sozusagen "sich selbst im Wege".
Will man klangneutral aufnehmen, sind Kleinmembraner angesagt, egal ob Vokal- oder Instrumentalanwendung. Großmembranmikrofone haben typische Verfärbungsneigung im Präsenzbereich. Ich nehme sie nur dort, wo diese Verfärbung nicht stört, z.B. bei der Aufnahme tieffrequenter Instrumente oder dann wenn ich unbedingt auf die umschaltbare Richtcharakteristik - wie beim U87, U89 und SM69 angewiesen bin.

MfG
Rainer
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Antwort#32
Moin...
"Daß Großmembranmikrofone die Bässe besser übertragen würden - weil die Memnbran so groß ist - ist ein weit verbreitetes Märchen."
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe aber mal eine ganz andere Vermutung als die typische Lautsprecher-Analogie, woher dieses "Märchen" kommen könnte:
Kann es nicht sein, dass bei einem GM-Mikro der Nahbesprechungseffekt stärker ausfällt, gerade WEIL das Mikro - wie du richtig sagst - "sich selbst im Weg ist"? Bevor das missverstanden wird: Mir ist durchaus klar, dass der NBE nicht primär von der Membrangröße abhängt, sondern von der Charakteristik.
Aber gehen wir mal von einer Niere aus - würde da nicht der Druckstau bei einer größeren Membran stärker in Erscheinung treten oder mache ich da einen Denkfehler?
Bzw. sollte in meinem Verständnis die "Reichweite" (also so etwas wie die "Halbwertsentfernung") des Effekts doch von der Membrangröße abhängen.
Insofern würden dann bei NAHER Mikrofonierung (doch wohl der typische Einsatzbereich eines GM) tatsächlich die Tiefen besser übertragen, was wiederum erklärt, warum GMs als Sprechermikrofone für "warme, nahe" Radiostimmen oder eben als Pop-Gesangsmikro so beliebt sind... Man mus nämlich (vorausgesetzt, meine Überlegung stimmt so) für den gleichen Anteil an NBE nicht ganz so dich ans Mikro herangehen und hat so einerseits etwas mehr Bewegungsfreiheit und andererseits mehr Platz für einen vernünftigen Ploppschutz.
Wie gesagt, ads sind nur Vermutungen, aber das könnte erklären, warum GMs allgemein eine bessere Tiefenwiedergabe zugeschrieben wird (wenngleich das im "Fernfeld" natürlich nicht stimmt)...
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Antwort#33
Hallo Jens,

Möglicherweise trifft Deine Vermutung zu (darüber habe ich noch nicht weiter nachgedacht), aber das "sich selbst im Weg stehen" des Mikrofons tritt aber in erster Linie bei hohen Frequenzen ein, sodaß ich diese Überlegung bei tiefen Frequenzen nicht recht nachvollziehen kann, bedenkt man daß z.B. bei 200 Hz die Wellenlänge immerhin noch ca. 1,5 Meter beträgt (und ja nach tieferen Frequenzen noch mehr wird), sodaß selbst bei einem solchen "Monstrum" wie das U87 oder U47 es noch nicht zu merklichen Baßanhebungen kommen kann. Aber es ist nicht der einzige Grund weshalb es zum NBE kommt.
Bei hohen Frequenzen dagegen tritt der resonanzförmige Anstieg durch Druckstau bei GM schon recht früh auf. Das fängt bei ca. 5 kHz schon an.
Grund für den NBE ist ja primär der, daß der Membranantrieb durch den Gradienten erfolgt. Und dieser ist nicht umgekehrt porportional zur Entfernung, sondern quadratisch zur Entfernung. Folglich ist der Anstieg im Nahfeld überproportional größer.
Aber es gibt noch ein anderer Grund der zur etwas stärkeren Baßübertragung führen kann (J.Wuttke führt dies auch in seinen Aufsätzen an): Der Gradient der beim Nierenmikrofon für den Memrbranantrieb sorgt, wird bei GM-Mikrofonen durch einen größeren Umweg gebildet als bei einem KM-Mikrofon, dadurch könnte der Frequenzgang im Baßbereich flacher abfallen als bei einem KM-Mikrofon.
Bei einem großmembranigen Kugelmikrofon (nur Druckempfänger) trifft dies alles nicht zu, dort ist der Baßfrequenzgang nicht besser als bei einem KM.

MfG
Rainer
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Antwort#34
"Aber gehen wir mal von einer Niere aus - würde da nicht der Druckstau bei einer größeren Membran stärker in Erscheinung treten oder mache ich da einen Denkfehler?"
Ja. Bei einer "Niere" ist das Wort "Druckstau" ein Griff in die falsche Kiste.
Ein Druckstau bildet sich nur bei hohen Frequenzen und nur bei Mikrofonen mit Kugelcharakteristik, bei denen nicht der geringste Gradient vorhanden ist. Prinzip: Barometer. Hier gilt: Kleine Membran ergibt hohe Frequenzen (10 -12 kHz) mit Pegelanhebung durch Druckstau. Große Membran ergibt tiefere Frequenzen (6 bis 8 kHz) mit Pegelanhebung durch Druckstau, je frontaler der Schalleinfall ist.
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Antwort#35
"Will man klangneutral aufnehmen, sind Kleinmembraner angesagt, egal ob Vokal- oder Instrumentalanwendung. Großmembranmikrofone haben typische Verfärbungsneigung im Präsenzbereich. Ich nehme sie nur dort, wo diese Verfärbung nicht stört, z.B. bei der Aufnahme tieffrequenter Instrumente oder dann wenn ich unbedingt auf die umschaltbare Richtcharakteristik - wie beim U87, U89 und SM69 angewiesen bin."
- warum nimmst du dann z.B. kein Neumann KM 86 o.ä. Das ist ein Kleinmembranmikrofon und verfügt trotzdem über umschaltbare Richtcharakteristiken.
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Antwort#36
Moin...
"Der Gradient der beim Nierenmikrofon für den Memrbranantrieb sorgt, wird bei GM-Mikrofonen durch einen größeren Umweg gebildet als bei einem KM-Mikrofon, dadurch könnte der Frequenzgang im Baßbereich flacher abfallen als bei einem KM-Mikrofon."
Vergebt mir die "Druckstau-Konfusion" - genau das, was Rainer hier so schön formuliert hat, schwebte mir in Gedanken vor.
Übrigens noch eine weitere Vermutung, die das Märchen von der "bässeren" Wiedergabe der GMs stützen könnte: Da GMs im Höhenbereich stärker färben, wird man sie u.U. - wenn nicht genügend KM zur Verfügung stehen - dort einsetzen, wo hohe Frequenzen nicht so ins Gewicht fallen, bzw. wo eine Verfärbung nicht so auffällt. Das wird tendenziell bei Instrumenten mit einem eher tiefliegenden Grundtonumfang und wenig Obertönen (oder mit einem rein perkussiven Obertonanteil) der Fall sein.
Aus der Aussage "Die KMs heben wir uns für die "hohen" Instrumente auf" bzw. "an den basslastigen Instrumenten stören die GMs nicht weiter" wird durch "stille Post" gerne mal die Aussage "GMs sind für tiefe Töne besser geeignet... ;)
Jens
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Antwort#37
Zitat: "Aus der Aussage "Die KMs heben wir uns für die "hohen" Instrumente auf" bzw. "an den basslastigen Instrumenten stören die GMs nicht weiter" wird durch "stille Post" gerne mal die Aussage "GMs sind für tiefe Töne besser geeignet... ;) "
Da wird von lustigen Tontechnikern gern unbedarften Menschen mit Grinsen erklärt: Kleine Instrumente, wie Piccolo oder Flöte brauchen Kleinmikrofone und große Instrumente, wie Tuba oder Kontrabass brauchen dagegen große Mikrofone.
Sagt da der kleinwüchsige Sänger: Ich brauche aber unbedingt ein "Großmembranmikrofon".
Wer hat letzteres nicht schon einmal gehört :-)
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Antwort#38
Hallo Jens,

""Da GMs im Höhenbereich stärker färben, wird man sie u.U. - wenn nicht genügend KM zur Verfügung stehen - dort einsetzen, wo hohe Frequenzen nicht so ins Gewicht fallen, bzw. wo eine Verfärbung nicht so auffällt. ""
Das ist ja genau das, was ich in meiner Praxis auch mache. Nehme GM vorwiegende bei Kesselpauken, Contrabässen und ggf. noch Celli. Beim "Gebläse" dann z.B. bei einer Tuba.
Bei GM ist in den Höhen der Abfall i.A. stärker als bei KM, wegen der größeren Massenträgheit der Membran.
Subjektiv empfindet man ein höhengeschwächtes Klangbild immer etwas baßlastiger als eines wo die Höhen ungeschwächt sind.
Jeder Hifi-Freak kennt sicherlich den uralten Trick: Will man mehr Baß wenn man schon am Anschlag des Baßreglers ist - einfach Höhenregler etwas zurückdrehen und das ganze dann lauter machen.

MfG
Rainer
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