Welche Relais und Kondensatoren & Potis?

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
mich würde mal interessieren, welche Baureihen ihr verwendet.
Und zwar im speziellen welche Kondensatoren, Elkos , Potis und Relais?
1. Die Potis sind für Aux-Wege und Panpots gedacht. Daher sollten die Aux Potis als positiv, die PanPots auch als dual positiv/negativ Logarithmisch erhältlich sein. 10 kOhm schwebt mir vor.
2. Bei den Kondensatoren werden ja vielfach Wimas genommen, aber welche? MKP, MKS, FKP?
Sie sollen für Filteranwendungen verwendet werden.
Welche benutzt ihr?
3. Benutzt ihr bei Kompensations Kondensatoren am OP andere? Tantal?
4. Die Elkos sollen als Koppelkondensatoren dienen.
5. Die Relais sollen symmetrische Audiosignale umschalten und möglichst nicht sehr groß sein.

Vielleicht haben die Entwickler unter euch ja mal Lust ein wenig auszuplaudern...:-)
Vielen Dank im Voraus!
Viele Grüße
Frank
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Antwort#2
1. Pots: Vishay PARV6 (single, Mil.Grade.) & PA11 (o. PA11-LC) (modular)
Und Ohmeg (http://omeg.co.uk/) baut dir auch in Kleinserie alles was du willst, habe ich mir sagen lassen.
2. Filtercaps: Glimmer, Styroflexe, WIMA FKP2 (+-2.5%, niedrige DA, LoESR), FKM2 (+-2.5%, kaum Tempco. der Kapazität, dafür mehr DA). FKP2 wird es zumeist, haben über alles die besten Daten.
3a. Kompensationscaps an OpAmps liegen ja quasi im Signalweg und bekommen oft den vollen Versorgungshub ab ==> was gutes, Glimmer oder gute NPO-Keramiker.
3b. Für Abblock-Caps Elkos+normale Billig-Keramiker, oder gute Tantals ohne Bypass-C
4. Elkos als Koppel-Cs satt überdimensioniert (Kap. und Spannung) und ordentlich vorgespannt. Gute Qualitäten (105°C-Longlife, LowESR)
5. Reedrelais (einfache Schließer), mit Stromrampen angefahren damit es nicht prellt (falls notwendig)
Grüße, Klaus
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Antwort#3
vorgespannt?
Das ist interessant. Ich habe mal versucht, Klangeffekte die durch verschiedene Vorspannung entstehen (müssten?) auszutesten.
Ich kam nicht zu reproduzierbaren Ergebnissen. Wieviel spannst Du vor. Du verlierst doch Headroom dadurch, oder wie löst Du das?
Was hältst Du von gegengepolten Cs in Reihenschaltung, die ein unpolarisierten Elko darstellen sollen. Hast Du tatsächlich (klangliche) Erfahrungen gemacht, oder handelst Du aus Prinzip (wenn ja nach welchem?).
Was ich aus eigener Klangerfahrung immer mache, ist eine massive Überdimensionierung von Koppelelkos sowie etwas Aufwand in der Beruhigung von Versogungsspannungen.
Von wesentlicher Vorspannung bin ich wieder abgekommen.(Aufwand/Nutzen-Abwägung) Hast Du neue Argumente für mich?
Grüße
Opi
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Antwort#4
Herzlichen Dank!!!
Kurze Frage dazu. Woher beziehst du doe PA11 von Vishay?
Gruß
Frank
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Antwort#5
Hallo, Opi!
Das Problem mit Elkos, die periodisch invers vorgespannt werden, ist, dass sie ab einem (je nach Elektrolyt unterschiedlichem Punkt) nichtlineares Verhalten zeigen.
Eine Vorspannung am Elko, die dafuer sorgt, dass auch bei Vollaussteurung einige Volt richtig gepolter Polarisationsspannung verbleiben, sorgt fuer das Ausbleiben solcher Linearitaetsprobleme.
Das Ganze ist im Grossignalbetrieb messtechnisch einfach nachweisbar.
Aus demselben Grund ist der Einsatz von gegenpolig gepolten polaren Elkos als Bipolarelkos oft problematisch...
Gruss
Micha
===
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Antwort#6
Das bedeudet aber, dass Elkos in der Größenordnung der Amplitude vorgespannt werden müssten. Wenn ich das den beteiligten Treiberstufen (mal OPamps angenommen) überlasse, würde das (bei symmetrischer Versogungsspannung) den Headroom um 6 dB reduzieren.
Kein Mensch baut das so. Auch nicht in Geräten, die als High-End oder wenigstens State-of-the-Art gelten. Ich habe auch mit geringen (1 bis 2 Volt) verpolt vorgespannten Elkos experimentiert. Hörbar ist da kaum was. Und die Technischen Daten der heute gebauten Geräte lesen sich trotz mangelnder Vorspannung ganz gut, oder?
Du würdest also jeden Koppel-Elko mit üblicher Weise 15 Volt vorspannen?
Muss ich wohl doch nochmal eine komplette Vorstufe aufbauen - und: mit welcher Impedanz wird die Vorspannung dann eingespeist?
Vielleicht ist das der Grund, warum massiv überdimensionierte Koppelelkos besser klingen? Weil man dann mit der Vorspannung schludern kann, weil sie kleine Ladungsmengen (proportional zur Nennkapazität) auch gegengepolt zur Verfügung stellen können?
Bei überdimensionierter Kopplung konnte ich jedenfalls kaum einen Klangunterschied verschieden vorgespannter Elkos feststellen.
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Antwort#7
Ich halte das vorspannen von Koppel-Elkos nicht für erforderlich. Wenn man sie groß genug dimensioniert, daß an ihnen auch im ungünstigsten Fall (also tiefste vokommende Frequenz und höchste vokommende Signalspannung) keine größere Spannung als 0,5 V abfallen, kann man sich das vorspannen ersparen. Wir haben das bei Lawo auch so gemacht und außerdem 2 in Gegenreihe geschaltet. Alternativ dazu verwende ich bipolare Elkos, sofern sie noch erhältlich sind.
Überdimensionieren halte ich auch nicht für günstig, weil man sich dadurch lange Einschwingvorgänge einhandelt. Im allgemeinen dimensioniere ich Koppelglieder so, daß ihre untere Grenzfrequenz etwa bei 1/10 derer liegt, die im Nutzsignal vorkommt - also so ca. 2 Hz.

Grüße
Rainer
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Antwort#8
Hallo Rainer,
ich hätte da noch eine Frage an dich. Du schriebst in eienm alten Post folgendes:
"Man muß bei Koppelelkos nur dafür sorgen, daß auch im ungünstigsten Fall das NF-Signal nicht größer wird als ein paar Zehntel Volt. Dann gibt es auch keine Verzerrungen wegen Umpoleffekte und Dielektrischer Absorption."
Wie ist das zu verstehen? Wenn ich am Eingang einen Koppelelko setze, laufe ich doch immer Gefahr, dass die "Nutzspannung" höher ist, wenn z.B. ein Signal mit +12 dBu anliegt.
Oder verstehe ich dich völlig falsch...
Gruß
Frank
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Antwort#9
nagut.
Dann sind wir uns ja einig.
Für mich als Nutzer auch schmutziger, hochohmiger PA-Technik gilt eine untere Grenzfrequenz von 2 Hz bereits als "überdimensioniert". Wenn ich etwas eilig baue, liege ich allerdings manchmal auch nochmal den Faktor 10 dazu.
Spannungsfestigkeit dimensioniere ich in der Regel auch um 15 Volt, wobei ich die Meinung vertrete, dass jede XLR-Buchse Phantomspannung ohne Klangeinbußen oder gar Geräteschaden vertragen muss.
Grüße
Opi
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Antwort#10
Das bedeudet aber, dass Elkos in der Größenordnung der Amplitude vorgespannt werden müssten.
Wieviel Spannung fällt denn an einem reichlich dimensionierten Koppelkondensator ab?
Beispiel: 10V_pp Wechselspannung, 1V DC-Vorspannung.
Grüße
;Matthias
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Antwort#11
Mist, zu spät gesehen, dass Rainer das in dem Thread weiter oben schon beantwortet hatte...
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Antwort#12
... gibt's z.B. bei Farnell. Vom PA11 leider nur den Allerweltstyp 2x10kLog, P11 aber diverse.
Es gibt natürlich jede Menge andere Leitplastik-Potis, Bourns z.B. Oder das CP601 welches THEL im Programm hat...
Die pos/neg-Log Tandems sind wohl ein Problem, fällt mir kein lieferbares aus dem Stand ein (ausser du bestellst gleich eine Palette davon bei Vishay, oder halt zwei Dutzend bei Ohmeg ;), habe ich aber noch nie gebraucht.
Grüße, Klaus
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Antwort#13
Hallo Ton_Opa,
Na ja, es gibt da diverse Fälle:
Ich erzeuge absichtlich einen definierten Offset der Schaltung von 2-3V in Fällen, wo sonst die Polarität unklar wäre (Op-Amp Offsets z.B., und da fahre ich oft mit +-20V). Oder beim üblichen Koppel-C nach Masse in der OpAmp-GK, für DC-Gain=1: der geht dann nach -5V, z.B.
Wenn das nicht geht, weil beide Seiten knapp 0VDC sind oder sein müssen: Gegenpolig verschaltete Elkos, in der Mitte hochohmig ans betreffende Rail -- geht auch mit LS-Potis z.B. auf die Weise prima, Fußpunkt ans Rail. Da muss man aber evtl. mit Leckströmen aufpassen.
Habe auch schon mal mit 3x15V aufeinander als Rails gearbeitet, dann von Stufe zu Stufe immer um 15V hin- und hergesprungen (also "Masse" und +-15V immer um 15V verschoben).
Bis auf die letzte Variante sehe ich da keinen großen Mehraufwand um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein.
Grüße, Klaus
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Antwort#14
Hallo Frank,

Die Sache sieht doch so aus:
Am Eingang vor einem Verstärker liegt ein Koppelkondensator, der auch dafür sorgt, daß keine ungewollten Gleichspannungen den Arbeitspunkt der Eingangsstufe verstellen können.
Nach dem Koppelkondensator folgt dann erst mal ein Widerstand nach Masse um den Eingang auf ein definiertes Potential zu legen. Es ergibt sich damit ein kapazitiv-ohmscher Spannungsteiler mit Hochpaßcharakter. Die Kapazität des Koppelkondensators muß nun so groß sein, daß der Spannungsabfall an ihm klein ist gegenüber der Eingangsspannung, weil sonst ja auch ein zu großer Verlust bei tiefen Frequenzen eintreten würde. Es liegt also somit nicht die ganze Eingangsspannung - in Deinem Beispiel +12 dBu - am Kondensator, sondern nur ein kleiner Teil davon. An dem folgenden Widerstand liegt somit die Eingangsspannung, die nur um den Spannungsabfall am Kondensator vermindert ist. Bedenkt man, daß der kapazitive Spannungsabfall sich nicht arithmetisch sondern geometrisch vom Eingangssignal subtrahiert, liegt praktisch die ganze Eingangsspannung am Widerstand und damit am Verstärkereingang an.
Wir natürlich bei gleicher Eingangsspannung die Frequenz so niedrig, daß der kapazitive Spannungsabfall groß ist gegenüber dem am Eingangswiderstand, dann besteht natürlich die Gefahr, daß die Spannungsfestigkeit des Kondensators nicht mehr ausreicht und es zur Zerstörung kommt. Man muß also dafür sorgen, daß auch im ungünstigsten Fall - also tiefste zu erwartende Frequenz und höchster zu erwartender Eingangspegel - der Spannungsabfall am Eingangskoppelkondensator nich unzulässig groß wird.

MfG
Rainer
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Antwort#15
Kennt jemand noch das kleine UHER-Mischpult "Stereo Mix 5" ? Da war ein Panpot drin, mit 2 gegenläufig logarithmischen Kennlinien.
Ansonsten sollte man - wenn man das wirklich braucht - auf Stufenschalter mit entsprechend vielen Stufen zurückgreifen und entsprechende Widerstandsbeschaltung machen. Hat den Vorteil, daß man sich die Widerstände beliebig genau selektieren kann und daß jede Stellung exakt reproduzierbar einzustellen ist.
MfG
Rainer
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Antwort#16
[Stufenschalter]
Ad hoc eine Empfehlung?
(z.B. auch für Mikrofonvorverstärker - auch mit 2 Schaltebenen)
12 Stufen sind noch erhältlich, aber was ich darüber hinaus kenne, wird meist von HiFi-Esotherikern zu "High End"-Preisen angeboten.
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Antwort#17
"Da war ein Panpot drin, mit 2 gegenläufig logarithmischen Kennlinien."
Meinst du wirklich normale "logarithmische" Kennlinien als Tandem-Potentiometer?
Mit "linearen" Potentiometern kann ich mir Panoramaregler vorstellen,
auch mit teuren S-Kurven-Potentiometern als Sonderanfertigung.
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Antwort#18
Es war ein Tandempotentiometer mit 2 gegenläufigen log-Kennlinien.

MfG
Rainer
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Antwort#19
Im Suder 169/269 ist dies auch so gelöst. Ein log und ein rev log als Tandem.
Dies ist m.W. nach noch die beste Variante mit gebräucklichen Kurven.
Dennoch ist so ein Poti kaum zu bekommen.
Von den besseren S Kurven Tandems mal ganz zu schweigen...
Gruß
Frank
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Antwort#20
Hallo Opi,
ich mache es so, wie es z. B. Neumann, Siemens, ANT und LAWO in der Studiotechnik vor mir gemacht haben:
Negative Spannungsschiene an Masse, positive an 18..30V Gleichspannung, Signalbezug auf die negative Schiene - damit hat man dann eigentlich immer genuegend offset, um Polarisationsspannung zu haben, und behaelt den headroom.
Gleichstromtrennung der Ein- und Ausgaenge zusaetzlich durch Uebertrager ist dabei eine sinnvolle flankierende Massnahme...
Gruss
Micha
===
PS:
Bei der Gleichspannungstrennung von T12 oder P48 zieht man das negative Ende der Elkos entweder auf die virtuelle Null der oben beschriebenen Schaltung oder auf die negative Versorgungsspannungschiene...
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