...wohin mit dem DAT Recorder?

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi zusammen,
im Augenblick bereite ich den endgültigen Transfer aller noch vorhandenen DAT-Bänder auf Harddisk vor. Ich bange ja drum, dass beim Überspielen der Cassetten die Fehlerraten im grünen Bereich liegen... Dann wird das Format DAT, das sich bei mir immerhin gut 15 Jahre gehalten hat, endgültig zu den Akten gelegt. Ich wollte von Euch mal wissen, wann war es bei Euch soweit, oder habt ihr noch DAT-Recorder im Rack?
Seitens Auftraggeber bin ich nämlich schon länger nicht auf das Format angewiesen, jetzt weiss ich nicht, wohin mit der zehn Jahre alten Maschine (DA 30MK2). Aus Platzgründen lagert das Ding schon länger im Karton, denn auf Nostalgie-Optik im Rack steh ich nicht - da hab ich lieber eine Leerblende drin, als ein ungenutztes Gerät.
So wie es aussieht lohnt sich der Verkauf ja kaum, oder eine weitere Wartung. Was würdet Ihr machen? - Funktionstüchtig einlagern und behalten für Zeiten, in denen die Geräte irgendwann mal rar und somit wertvoll werden? Das wäre doch absurd. ...obwohl, irgendwann kommt vielleicht mal die Renaissance des Vintage-16Bit-Crispy-Sounds ;)
Gruss
Stefan
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Antwort#2
Hallo Stefan,

Ich bin in der selben Situation. Mein ganzes Archiv wird im Laufe der Zeit auf HD umgespielt. Die bespielten DAT's behalte ich selbstverständlich und auch die Geräte dazu. Man weiß nie, was mal vorkommen kann. Und sei es,daß mal ein Kunde kommt und will eine Reihe DAT's umgespielt haben.Genauso habe ich mir auch noch einige herkömmliche Tonbänder aufgehoben sowei meine Revox A700 (0,75 mm Trennspur!) nebst Telcom C4. Nur den PCM701 habe ich rausgeschmissen.
Übrigens: In welchem Datenformat legst Du Deine Aufnahmen auf der HD ab? Ich benutze das DDP-Protokoll, wenn es 2-Kanalstereo ist und bei Mehrkanal eben entsprechende wav-Dateien.

Grüße
Rainer
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Antwort#3
Bei einem alten DA30 belibt wirklich nur die Hoffnung auf eine unwahrscheinliche Vintage-Welle.
Das Ding taugt eigentlich nicht mal zum Übertragen der alten Bänder, weil es kaum was über deren Zustand melden kann. Die Kopftrommel ist auch früher oder später runter. Dann dürfte das Ding nur noch Schrottwert haben.
Die einzigen DAT Recorder die es sich aufzuheben lohnt ist die 7040er Serie von Sony, bezw. R500/800 mnit ein paar Modifikationen um den Subcode auslesen zu können. Ein paar professionelle Fostex können das auch.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#4
[Überspielen auf HD]
M.E. kommt man vom Regen in die Traufe:
Wie lange bleiben derzeitige Standards für Festplatten und Computer (oder Harddiskrecorder]) gültig?
Also wird man nicht nur die Festplatten, sondern auch den derzeit aktuellen Computer mitsamt Betriebssystem einlagern müssen.
Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Datensicherheit von eingelagerten Festplatten - sicherlich höher als bei CDRs, die z.T. schon nach 5 Jahren nicht mehr zu lesen sind, aber bestimmt auch nicht für die Ewigkeit. Restaurierung der Daten mag dann zwar noch möglich sein, ob es aber den finanziellen Aufwand lohn?
Nebenbei gefragt: Wieviele Festplatten möchte und kann man einlagern? Schon eine "kleine" Produktion kann 50 GB belegen ...
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Antwort#5
stimmt. Festplatten allein sind kein guter Dauerspeicher.
man braucht schon turnusgemäße Überspielvorgänge und Datenintegritätsprüfungen. Die meisten HSM machen so was.
Ein anständiges BWF mit Codingreport und befülltem BEXT und CUE dürfte das Dateiformat der Wahl sein.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#6
ich bin für 1/4 zoll Analogband. Da haben wir, richtige Lagerung vorausgesetzt, 40Jahre und mehr Lagererfahrung.. Oder noch besser: Schellacks. Die kann man sogar mit einer Stricknadel abspielen.
Aber alles was digitale Speicherung betrifft wird immer eine eher kurzfristige Angelegenheit (im vgl. zum o.a.) sein.
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Antwort#7
Hallo Georg,
Du schreibst:
"ich bin für 1/4 zoll Analogband. Da haben wir, richtige Lagerung vorausgesetzt, 40Jahre und mehr Lagererfahrung.."
Ich beschäftige mich seit über 3 Jahren im Rahmen eines ziemlich großen Projekts sehr viel mit dem Preservieren und 'Retten' von Audiodaten älterer Tonträger.
Zu den Formaten gehören neben Exabytes, LTO's, CD's und U-Matics auch Analogbänder, deren Fertigungstermin teils bis in die Ende 70'er, oder anfang 80'er Jahre zurück reicht (U-Matic und Analogbänder sind bezüglich der Fertigung bzw. Qualität ja oft gleich zu setzen, da von der selben Folie geschnitten....)
Es stimmt zwar, dass wir recht viel über die korrekte Lagerung der Medien wissen ...(können! - wenn wir entsprechende Quellen haben, aber welches kleinere Studio hat die schon, und welches kleinere Studio hat heute noch das Geld, einen Archivraum mit entsprechendem Klima und Luftfeuchtigkeitsmesser auszustatten, wenn das Geld für Lautmacher drauf gegangen ist um im Markt zu bleiben?? ;-)), aber das ist trotz allem nicht der Weisheit letzter Schluss.
Wer im Bereich der U-Matic zwischen 1980 und 1990 Sony BR-Bändern oder ab ca. 1985 bis 1990 (ca. 2 Margen) den Fuji-Bändern oder gar AGFA Bändern (ganz aua!) sein Vertrauen geschenkt hat, dem darf man wohl spätestens heute ein gepflegtes, 80% iges 'Gute Nacht' wünschen.
Da ich u.a. die statistische Auswertung über deutlich mehr als 80.000(!) Datenträger in der Vergangenheit gemacht habe darf ich das Behaupten.
Das Selbe gilt mindestens für den 1/4 bis 2"- Bereich; die Klebestellen müssen nicht selten alle neu gefixt werden, da sie beim Abspielen 'auseinanderfliegen' und weil die 'Versiegelung' längst zersetzt ist und den Kopf nach wenigen Minuten völlig 'verschmiert' hat, oder besser noch: Du findest Pfennig- oder neuerdings Ct'-große Löcher auf dem Band, welche vor 25 (und nicht 40!!) Jahren sicher auch noch nicht geplant waren! (Übrigens bei Artgerechter Lagerung, diese schließt gemeine Pilze o.ä. nicht aus, denn das hat vor 30 Jahren niemand untersucht, und ich bezweifle ernsthaft daß das auch angesichts der schrumpfenden Margen heute jemand tut.)
Das ist heute ebenso nicht zu evaluieren, welchen Tests welche Hersteller Ihre am Markt angebotenen Produkte unterziehen. Man hat heute weniger Wahl im Analogbereich, aber ob die Fertigung etwas 'taugt' weißt Du erst in 20 Jahren oder später.
Das Problem kann man auch im digitalen Bereich wiederfinden: heute wahrscheinlich mehr als 40% der User der "IBM35...irgendetwas...Deskstar" und weitere wegen Kostenersparnis auf Seiten der Hersteller ... dürften sich spätestens heute über die selbst auflösenden Simmeringe der im billig-Verfahren gefertigten HD's freuen, die eigentlich zum Abschirmen der Schmierung der Plattenachse gedacht war, und nicht als 'den Lesekopf verschmierede Quelle auf den Scheiben'...
Ich hab übrigens auch so eine, aber schon mal gesichert, obwohl meine bis heute nicht schmiert....
Solange die Prüfstandarten, -und über welchen Zeitraum diese zum Einsatz kamen- nicht offen gelegt werden, wäre ich sehr unsicher was Deine Äußerung betrifft.
Auch im Analogen Bereich würde ich nicht über 20 Jahre grünes Licht geben, wenn überhaupt...
Auch ich habe, trotz meiner Erfahrungen, noch nicht den 'Idealfall' entwickelt.
Derzeit erstelle ich etwa alle 5 Jahre ein Backup meiner digitalen Medien, und hatte bislang noch keine Ausfälle.
Angesichts der fallenden Speicherpreise ist das auch nicht so schmerzhaft, allerdings werd ich auch angesichts der zunehmenden Speicherdichte diese Intervalle verkürzen.
Dran bleiben.
Lieben Gruß
Thomas
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Antwort#8
Hi Rainer,
in meinem Fall geht es mir zum Einen nur um 2 Spur Masterbänder, die ich vom DAT-Format auf die Harddisk transferieren möchte. Dafür hatte ich das *.wav Format vorgesehen.
Andererseits geht es mir bei meinen DAT Tapes im Augenblick mehr um Datenrettung und weniger um dauerhafte Archivierung, denn dieses ist nicht nur bei mir, sondern - siehe diesen Thread hier weiter unten- ein riesiges, ungelöstes Problem der gegenwärtigen Informationsverarbeitung. Man sollte meinen, mit simplen Nullen und Einsen hätte man es einfacher, als mit kontinuierlichen, analogen Signalen. Information für die Nachwelt aufzubewahren (begonnen von Höhlenzeichnungen, Steintafeln über Bücher bis zu heutigem digitalen Material), wird immer schwieriger, so scheint es.
Tja, wir werden uns in Zukunft auch noch sicher damit rumschlagen müssen, unsere Nullen und Einsen bis zu unserem Lebensende alle paar Jahre von einem Medium zum nächst neueren herüberzuretten. Das Schlimme ist, dass ich meine Energie lieber kreativ nutzen will, anstatt mir darum Gedanken machen zu müssen!
Die einzige Sache, die unsere Mühen erleichtern wird: An heutzutage verfügbarem und weiterhin produziertem Material in digitaler Form (im Audiobereich sind das Schalldokumente jeglicher Art), gibt es derart viel Müll, dass man sich nur mal fragen muss: Was davon lohnt sich eigenlich überhaupt für die Nachwelt zu erhalten? ....da bleibt doch eigentlich gar nicht mehr so viel übrig. :)
Gruss
Stefan
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