Hallo, ich hab mir zu Hause zusätzlich zum Studio einen kleinen Abhörplatz eingerichtet, um zu Hause ein paar Schneideabeiten machen zu können. Setup: PC mir Motu-Soundkarte, von da in ein kleines Mackie 1202 Pult, von da auf die Monitore. Nun habe ich hier ein seltsames Phänomen: Mein Flachbildschirm bewirkt ein leichtes Brummen auf meinen Monitoren. Wenn ich den Bildschirm ausschalte ist es weg. Eigentlich ein klarer Fall: Brumschleife. Aber das eigenartige ist, wenn ich an dem Kanal des Mackie-Mischpultes, an dem die Soundkarte ankommt den Volumen-Poti (beim 1202 gibt es keine Fader) in eine bestimmte Position bringe (ca. +2dB) ist das Brummen komplett weg!! Und zwar unabhängig davon wie weit ich den Master-Poti des Mischpultes aufdrehe. Wenn ich aber den selben Volumen-Poti z.B. ganz ausstelle ist das Brummen wieder da. Wie kann das sein? Ist es vielleicht doch keine "normale" Brummschleife? Gruß, Lars
Was ich vermute, daß noch an einer anderen Stelle Brumm in den Kanal gelangt - vielleicht vom Netzteil des Mischpultes her - dessen Phasenlage entgegengesetzt zu der Brummschleife der Soundkarte ist. Bei einer bestimmten Verstärkung heben sich dann die Brummkomponenten auf. Eine andere Erklärung habe ich momentan auch nicht.
Das Poti bewirkt eine Veraenderung des Widerstands. Moeglicherweise ist es in dieser speziellen Position fuer die Elektronen "guenstiger", ueber den Mischpultkanal zu laufen anstatt ueber den Flachbildschirm; dh., durch die Brummschleife fliesst weniger Strom, das Brummen ist weniger hoerbar (sollte aber noch messbar sein!). Bist Du sicher, dass es keine magnetische Einstreuung ist? Gruss Mathematiker
Stimmt das wäre eine gute Erklärung. Klingt logisch: Im Mischpult kommen zwei Störungen an, die Gegenphasig sind. Durch die Potieinstellung (bzw. den eingestellten Widerstand) heben sich beide Störungen dann bei einer bestimmten Einstellung auf.
Trotzdem bleibt ein Hacken: Eine der Störungen kommt definitiv vom Bildschirm. Wenn ich den jedoch ausschalte oder (habe es kurz getestet) dort die Masse vom Netzkabel abklebe ist die gesamte Störung weg. Wenn eine Störung wegfällt, müsste man dann aber doch in jedem Fall noch die Zweite hören. Gruß, Lars
Ich würde auch auf eine Phasenauslöschung tippen. Brumms an den absurdesten Stellen und vor allem überall mit anderer Phasenlage kommen häufig dann vor, wenn es sich um hochfrquente Einstreuungen handelt, - Steinalte Dimmer oder allzu günstige Schaltnetzteile. Es handelt sich prinzipiell um eine Brummschleife, jedoch funktioniert diese bereits auch auf sehr kleinen Leitungswegen, weil irgendwo eine HF-Quelle sitzt, die extrem auf Netzkabel oder sogar über Funk schmutzt. Zunächst bitte prüfen, ob Rechner und Flachbildschirm wirklich Kontakt zum Schutzleiter haben ( defekte Dreierdose, defekte Verlängerung, Steckkdose oder Netzkabel). Dann einmal prüfen, ob der Brumm auch aufhört, wenn nur die Verbindung zur Grafikkarte unterbrochen wird. Ist das der Fall, handelt es sich tatsächlich um eine Brummschleife. Abhilfe kann schaffen: unbedingt Netzteil von TFT und PC-Netzstecker in unmittelbarer Nachbarschaft in der gleichen Dreierdose betreiben. Auch den Sitz der Grafikkarte im Rechner prüfen (Massekontakt). Kurze Kabelwege aller Komponenten zum Netzschutzleiter gewährleisten. spielt die Orientierung des TFTs eine Rolle? Manche Displays sind als sehr effektive Funksender bekannt. Wenn es sich um eine Brummschleife handelt, kann man vielleicht für den TFT ein Ersatznetzteil ohne Schutzkontakt (nur mit Euostecker) besorgen. Billige Schaltznetzteile sind als "Brummschleudern" bekannt und verderben vielen Leuten den Spaß an Ihren Laptops. Am TFT bewirken sie ähnliche Störungen. Grüße OPi
Also wenn es an dem Widerstand liegen würde, müsste das Brummen ja auch weggehen, wenn ich den Poti weiter aufdrehe. Dann wird es für die Elektroden ja noch "günstiger". Es entsteht aber sowohl unterhalb, als auch oberhalb von der besagten 1dB Einstellung. Aber wie meinst Du das mit der "magnetischen Einstreuung". Wie könnte das das Phänomen erklären? Die müsste doch auch Unabhängig von einer Potieinstellung sein, oder? Gruß, Lars
Hallo, ja ich vermute auch ganz stark, dass es am Netzteil des Bildschirms liegt. Wenn ich entweder das Kabel zur Grafikkarte abziehe, oder den Bildschirm ausschalte, oder die Masse am Netzstecker kuzzeitig abklebe ist das Brummen weg. Es ist übrigens kein 50Hz Brummen, ich tippe auf ca. 200 Hz Grundfrequenz. Aber irgedwie kann ich mir dann trotzdem nicht erklären, wie diese Einstreuung mit zwei unterschiedlichen Phasenlagen am Mischpult ankommen kann. Vielleicht fehlt mir da aber auch nur das entsprechende theoretischen Wissen. Kann mir das jemand näher erklären? Gruss, Lars
Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Der witz besteht darin, dass ein massiver Störer über verschiedene Wege quasi mehrere Brummschleifen bildet. Einerseits brummt das Pult an sich - das ist eine Brumschleife zwischen Ausgang und angeschlossenem Verstärker und gleichzeitig wird auch das Audiosignal der Soundkarte gestört - und zwar durch eine Brummschleife zwischen Pult-Eingang und Rechner. Durch einen extremen Hochfrequenz-Angriff kann sogar eine Brummschleife im Pult hörbar werden.
Die billig Netzteile benötigen den Schutzleiter meist gar nicht aus Gründen der Gerätesicherheit, sondern einzig um die Störströme ihrer Abschirmung abzuleiten. Ohne Schutzleiter betrieben, sind diese Teile monströse Funken. Hochfrequenz lässt sich einfach schon durch kleine Kapazitäten (im Kabel oder vielleicht durch HF-Abfangschaltungen) in der Phase verschieben, dass Dir vielleicht auch zeitweise eine Auslöschung des Trägers gelingt. Die Schaltfrequenzen der Netzteile liegen meist um die 50 kHz. TFT können selbst auch heftige Hochfrquenz erzeugen, die aber meist deutlich höher liegt. Du könntest auch einmal versuchen, die Grafikarte direkt mit einem großen Querschnitt auf Schutzpotential zu zwingen. Das Kabel zwischen Netzteil und TFT sowie das VGA-Kabel sind nicht die niederohmigsten. Hier können sich größere Spannungen bilden. Masseführung in Rechnern ist ebenfalls eine Wissenschaft für sich. Auch hier treten an verschiedenen "Ecken" des Motherboards ganz verschiedene Potentiale auf, wenn man diese einmal auch in punkto HF untersucht.
Hallo Lars, Nach deiner Beschreibung fließt offensichtlich ein single-ended-Störstrom über den SL des TFT. Häng mal den TFT (mit Schutzkontakt) an eine *aufgewickelte* 20m- oder 50m-Kabeltrommel, aus Plastik. Damit bekommst du für diese single-ended-Störströme u.U. schon genug Induktivität und auch ohmschen Widerstand, dass sie praktisch weg sind. Und natürlich *alles* an die selbe Mehrfachsteckdose. Grüße, Klaus
Ich dachte an Induktion, die ja ebenfalls Stroeme erzeugt. Reale Teile sind ja nie nur Widerstaende oder nur Kondensatoren. Da muss man (wenn man in der Schaltplansymbolik bleibt) immer beruecksichtigen, dass es sich um Widerstand plus Kondensator plus Spule handelt. Um eine genauere Aussage zu machen, muesste ich aber den Aufbau genauer kennen. Gruss, Mathematiker