Hallo zusammen, mal eine Frage rein interessehalber: Bis vor ein paar Jahren spielte ich E-Gitarre in einer Blues-/Swing-Band mit der Besetzung Schlagzeug, Baß, Klavier, Gesang und Gitarre. Nun war es live eigentlich immer so, daß ich bei Soli die Lautstärke mit dem Vol. Poti an der Gitarre angehoben, bzw. bei Rhythmusparts abgesenkt habe. Als wir damals unsere erste CD aufgenommen haben, alles live im Studio habe ich sowohl Rhythmus, als auch Soli in einer Lautstärke eingespielt. Ich hatte dabei den besseren Signal-Rauschabstand im Hinterkopf und war der Meinung, der Tontechniker würde die Sololautstärke beim Mix anpassen. Leider war das dann nicht so. Er erklärte mir, bei einem Lautermachen der Soli würde sich das Stereobild verschieben und würde total unnatürlich klingen. Stattdessen hat er die Instrumente mit dem EQ so bearbeitet, daß alles jederzeit hörbar ist. Nun, die Soli sind zwar hörbar, aber mir fehlt(e) der Druck dabei. Bei einer späteren CD Produktion bin ich dem Problem aus dem Weg gegangen, indem ich die Soli zusätzlich draufgespielt habe. Mich würde nun interessieren, wie Ihr zu dieser Aussage des Tontechnikers steht und wie Ihr das Problem angeht. Bin schon gespannt Viele Grüße Der Musiker
das mit der frequenzstaffelung ist zwar ne tolle sache, wenn er aber sagt, die anhebung der lautstärke bewirke eine änderung des stereobildes, hat er wohl keine lust mit dir zu diskutieren. gruß horst
Meiner Meinung nach bekommt man bei einer Live-Aufnahme im Studio den besten Sound, wenn die Band an sich gut balanciert ist, ähnlich einer klassischen Aufnahme Situation. Es wäre besser gewesen, wenn du deinen Sound selbst geregelt hättest. Je nachdem wieviel Raum-Mikros auf der Aufnahme gewünscht werden und wo die Stützen sich im Panorama befinden, kann es bei einer nachträglichen Lautstärken-Automation der Stütze sehr wohl zum Wandern im Stereofeld kommen. Anderer Weg is natürlich einen mehr Stützen-bezogenen Sound zu machen (also ohne groß Raum-Mikros in den Stereomix einzubinden) jedoch wirkt das gerade bei Jazz etwas tot (zumindest meiner Klanvorsstellung nach). Insgesamt ist aber deine Situation einfach vom Erzählen ausgehend schwer zu beurteilen, weil man keine Signale selbst hörbar unter "den Fingern" hat, und bekanntlich viele Wege nach Rom führen... BG Wolfgang
Hallo Wolfgang, da hab ich wohl wirklich zu wenig Input gegeben. Die Aufnahme entstand nicht mit Raummikros. Die Instrumente wurden zwar gemeinsam eingespielt, aber mit einer 8-Spur-Bandmaschine getrennt aufgezeichnet. Der Gesang kam als Overdub dazu. Gruß Peter
Hi, wenn du ein Solo spielst, dann musst du auch deinen Poti aufdrehen. Eine laute Gitarre klingt nunmal anders als eine leise Gitarre. Versuch mal Flüstern mit dem Fader zu einem Schreien zu machen oder umgekehrt ein Schreien zu einem Flüstern. Ein authentisches Klangbild erreicht man nur, wenn vor dem Mikro gearbeitet wird. Alles andere ist Kinderkram und bestenfalls mal modisch. Gru�! Carsten
Also entweder hatte der Tontechniker nicht wirklich eine Ahnung, oder er wollte Dich verarschen. Die Prämisse bei jedem Mix muss immer die Gesamtmusik, die Botschaft des Songs sein. Welchen Hörer interessiert später noch die Korrektheit der Stereoabbildung, wenn der Song als solcher im Arsch ist? Wenn im Arrangement ein Solo im Vordergrund stehen soll, dann muss ich das auch nach vorn mischen. Kann ich das nicht, sollte ich besser Bananen verkaufen gehen.
Naja, ein bißchen Übersprechen ist natürlich drauf, wenn man live einspielt. Das ist auch gut so, wenn man damit umzugehen weiß. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß ausgerechnet das Lautermachen des GITARREN-Solos etwas an der Balance anderer Instrumente ändern wird. Abgesehen mal von DI-aufgenommenem E-Bass ist der mikrofonierte Gitarrenverstärker wohl das gegen Übersprechen unempfindlichste "Instrument" der Welt. Und selbst wenn die Gitarre durch höhere Lautstärke woanders im Stereobild erscheinen sollte, wäre es doch die Aufgabe des mischenden Tonmenschen, darauf entsprechend zu reagieren, und z.B. mit dem Pan-Pot entsprechend "gegenzusteuern". Man hat ja, deiner Aussage nach, alles auf einzelnen Spuren und wohl größtenteils in mono, da braucht man sich also keine Gedanken um Laufzeitanteile zu machen. Außerdem kann eine Änderung des Stereobildes doch durchaus künstlerisch sinnvoll sein. "Geht nicht" ist m.E. ein Satz, den Tonmenschen besser nicht äußern sollten.
Hallo zusammen, vielen Dank für Euere Antworten. Meine Vermutung hat sich bestätigt, daß dieser Tontechniker nicht unbedingt die erste Wahl war. Wenn ich wieder mal in die Verlegenheit komme, Aufnahmen zu machen, dann werde ich mir bestimmt nichts mehr am Sound "abkaufen lassen". Gruß