sound devices 722, 744T

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
hi alls,
in einer der letzten zeitungen sah ich diese interessanten sound device HD-recorder. noch nie davon gehört.
da mir das risiko bei aufnahmen mit laptop auf dauer zu hoch sein wird (bzw. es ist einfach nicht lösbar!) bin ich an portablen aufnahmemöglichkeiten interessiert. knackpunkt leider immer die preamps.
wie sind da diese teile? auf welchem level spielen die preamps und wie zuverlässig und in welcher qualität sind die teile portable zu gebrauchen?
und: welches modell empfiehlt sich, wenn zuverlässigkeit und klangqualität im vordergrund stehen sollen?
danke für eure ratschläge und antworten im voraus- lg matthias
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Antwort#2
hallo,
ich habe selbst mit dem 722 oft gearbeitet, sobald man mit dem Menü und den Einstellungen sich zurecht gefunden hat, läuft alles spielend. Qualität der Preamps ist sehr gut auch die zuverlässigkeit, nur solltest du für längere aufnahmen stets mindestens 1 besser 2 ersatzackus dabei haben.
Grüße
Dirk
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Antwort#3
hi matthias,
ich habe den SD702 (ursprünglich wegen seiner hervorragenden Preamp- und Wandlereingenschaften) für Audio- und Akustische Messtechnik evaluiert. Der 702 ist der 'kleinste' der 7er Brüder und ist bis auf die Möglichkeit direkt auf HD aufzunehmen, mit dem 722 identisch, aber eine 8GB CF Karte reicht ja für 8 Stunden Stereo bei Standard 24/48 Auflösung. Der Vorteil des geringeren Stromverbrauchs, eines Gerätes ohne HardDisk ist für mich auch nicht unwichtig.
Ich muss sagen, dass die Qualität des Gerätes (aktuell ist die FW-Rev. 1.74) im täglichen Umgang meine Erwartungen fast noch übertroffen haben.
Es ist aber offensichtlich, dass die SD 7er-Serie voll auf die Bedürfnisse der Filmindustrie zugschnitten ist. Macht man den Ton am Set, lädt man seine gespeicherte Konfiguration ein (jeder Input kann auf jeden Track geroutet werden, Monitoring nach Belieben, auch M/S...) man bedient den Recorder fast intuitiv, gibt die momentan gedrehte Szene vor und die Takes werden automatisch hochgezählt, FalseTakes aussortiert und Copy-Flags gesetzt. Da muss man kein Script mehr führen.
Der 702 ist also keineswegs eine Nagra-V für Arme. Die SD 7er Recorder spielen sicher auch in der gleichen Liga. Wer auf den praktischen Nagra-Drehschalter verzichtet, kann mit den SDevices Recordern durchaus glücklich werden. Die Knöpfe sind auch aus dem Vollen gedreht - kein Plastikfeeling und so...
TimeCode brauchen ja eigentlich auch nur Filmtonleute. Leider gibts TC nicht als Option zum Nachrüsten, da muss man sich vorher enweder für den 702 oder 702T (ca. 500euro mehr) entscheiden. Eine Tastatur anzuschliessen reisst wegen der Anschaffung eines Interfaces auch nochmal ein Loch ins Budget, genau wie jedes weitere Zubehör.
Ein Vertriebsmensch erklärte mir auf der letzten AES, dass im kommenden Firmware-Update geplant ist, bei den 70X Recordern auch ohne Umweg über Computer, eine Firewire-HD zum Backup anzuschliessen. Dann gibts nach meinen Bedürfnissen kaum noch einen Grund, sich den teureren 722er anzuschaffen.
Achso, nochwas: hier in Europa sind die Sound Devices-Recorder so ca. 25-30% teurer, als in den USA und kein SD-Händler darf ausserhalb seines Landes liefern.
Und zum Schluss: Die Recorder der 7er Serie, die übrigens mit den weit verbreiteten Sony-Camcorder Akkus betrieben werden können, lassen ich untereinander verkoppeln: für 2/4/6/8 Spuren. etc. je nach Bedarf... das ergibt ein wesentlich kleines und leichtes Setup, als bei Nagra, Deva, CantarX...
Aber ich mache jetzt für Sound Devices keine weitere Werbung, dafür werde ich ja nicht bezahlt ;)
Gruss
Stefan
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Antwort#4
Ja, ich durfte mich auch mit dem 744T beschäftigen und muss sagen, dass das schon ein schönes Teil ist. Die Bedienung ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, aber läuft bald leicht von der Hand. Vorteil ist, dass auf jeden Tastendruck sofort und unmittelbar reagiert wird. Als Computermensch kennt man sowas ja kaum noch ;-) In die Menüs muss man zum Glück recht selten, aber wenn man rein muss, dann ist es etwas nervig, da man die Auswahl zwischen über 70 Punkten hat. Die Löschfunktion für Dateien ist ja nun endlich mit der neuen Firmware implementiert - das war das größte Manko des Geräts.
Die Vorverstärker sind schon sehr gut, mir ist aber aufgefallen, dass sie nicht übermäßig viel Output haben. Mit einem Stereomikro von Neumann zog ich eine Atmo von Naturgeräuschen, und bei voll aufgedrehten Potis hatte ich dennoch nur einen Pegel von etwa -35dBfs.
Thema Stromversorgung: So genial das Konzept mit den Sony-Camcorder-Akkus auch ist, so unzuverlässig ist es auch. Ich hatte z.T. sehr schnell leere Akkus, das war allerdings wie gesagt mit der Festplattenversion. Hier sollte man immer das Netzteil parat haben oder bei mobilem Einsatz über eine alternative Stromversorgung (z.B. Bleigel-Akkus) nachdenken.
Schade auch, dass man sich mit TA3-Adaptern auf XLR eindecken muss. Nur zwei Eingänge sind mit XLR ausgestattet, alle anderen, auch Ausgänge, sind in Mini-XLR. Auf die paar Millimeter hätte es nicht ankommen sollen, meine ich.
Das klingt ja alles sehr negativ ... soll aber nicht so gemeint sein. Zu einem solchen Preis bekommt man kein anderes voll professionelles und wirklich brauchbares Gerät.
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Antwort#5
"Die Vorverstärker sind schon sehr gut, mir ist aber aufgefallen, dass sie nicht übermäßig viel Output haben. Mit einem Stereomikro von Neumann zog ich eine Atmo von Naturgeräuschen, und bei voll aufgedrehten Potis hatte ich dennoch nur einen Pegel von etwa -35dBfs."
Laut Hersteller 70dB gain...das ist mehr als viele anderen portablen und nicht-portablen Geräte; einzig eine Rundfunkkassetten können 75 oder 80 dB. Mehr habe ich noch nicht gesehen


Tonzauber - einfach klassisch
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