Kleineres Rockkonzert - Aufnahme

Erstellt 33 Antworten34 Beiträge
Startbeitrag#1
hallo zusammen
in näherer zukunft veranstalte ich ein kleineres rockkonzert und möchte dieses auch irgendwie aufnehmen.
nun meine frage:
Welche(s) Mikro(s) nehme ich am besten? wo im Raum positioniere ich diese am besten?
Direktes aufnehmen vom mischpult ist sicher nicht so sinnvoll, da das nur den individuellen sound für den Raum abgibt.
also wie und womit mach ich das am besten`?
danke schonmal
greetz drift
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Antwort#2
"Irgendwie" gibt es schonmal gleich gar nicht. Entweder du möchtest es aufnehmen oder nicht. Wenn du es noch nie gemacht hast, ist es am besten, du bezahlst jemanden, der das kann, und fragst ihn lieb, ob du ein bißchen was abschauen darfst. Aufnehmen ist nichts, was "so nebenbei" gemacht werden kann, auch wenn das viele Menschen denken.
Wenn du es doch selbst machen willst, dann wirst du viel ausprobieren müssen.
Wie du schon ganz richtig festgestellt hast, gibt das FOH-Pult einen auf den Raum abgestimmten Klang ab. Genauso mußt du auch deine zusätzlichen Mikrofone auf den Raum abstimmen. Aber denke nicht, daß du nicht auch das FOH-Pult verwenden kannst! Benutze ein Mehrspurgerät mit genügend Spuren und geh aus dem Direct Out oder dem Insert des FOH raus. Jedes Mikrofon auf eine eigene Spur. Und dann kommen dazu noch deine Raummikrofone, und evtl. mehr Schlagzeugmikros etc...was du halt für nötig und sinnvoll hältst. Aber das kommt wiederum auf den Raum und auch die Musik an! Ohne ein bißchen Erfahrung oder zumindest Probeaufnahmen geht das leider nicht (darum fängt ja auch kaum ein Tonmensch als Quereinsteiger auf verantwortungsvollem Posten an, sondern man arbeitet sich hoch oder studiert es, oder beides)...
Was du an Raummikrofonen hinstellst, ist zum großen Teil Geschmackssache. Manche Leute nehmen Richtrohre an den Bühnenseiten, die aufs Publikum ausgerichtet sind, andere stellen eine Stereoanordnung übers FOH-Pult, oder man hängt 10 Mikros von der Decke ab, oder oder oder. Sollte nur niemand vom Publikum umschmeißen können.
Ich habe gerade erst eine Jazz-Liveaufnahme gemacht, wo 90% des Gesamtsounds von einem klassischen Hauptmikrofon kommen. Das geht bei Rock vielleicht nicht ganz so gut.
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Antwort#3
hallo
danke für die schnelle antwort
also so super proffesionell will ich das ja garnicht machen, ich will lediglich den klang abgreifen und auf cd haben(einfach gesagt). ich hatte mir das so vorgestellt:
ein Mikro(weil bei rockkonzert kommt eh nur mono), das in der mitte des raumes(bzw. über dem Pult hängt) und dann auf pc oder md aufnimmt.
müsste doch eigtl. auch gehen oder?
jetzt ist nur meine frage, welches mikro dafür am besten ist
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Antwort#4
"Machen" kann man das schon - nur vermutlich wirst du das Ergebnis nicht mögen. Die Frage die sich stellt ist einfach folgende: Willst du eine "Aufnahme" mit dokumentarischem Charakter machen (man könnte auch sagen "Krach auf Band"), dann funktioniert dein Vorschlag wunderbar. Soll sich das ganze jemand freiwillig anhören, wirst du um deutlich mehr Aufwand - so oder ähnlich wie bereits beschrieben - nicht herumkommen.
Janko
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Antwort#5
also das sollte zu demozwecken dienen.
man müsste aber doch mit einem entsprechenden mikrofon auch so aus dem raum den klang abgreifen können, dass es sich einigermassen vernünftig anhört. es gibt ja mikros für bass drums abzunehmen, die wären doch auch bei so einer rock veranstaltung nicht schlecht für eine aufnahme, da sie robust sind und die musik sehr basslastig ist. und gesang können die bestimmt auch aufnehmen
also ich will einen guten klang ohne viel aufwand
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Antwort#6
Ja, was gut für eine Bass -Drum ist, wie das robuste dynamische Mikrofon SM57 oder SM58 von Shure muss auch gut für das Abgreifen des Mono-Gesamt-Sounds sein.
Na, denn fröhliches Abgreifen! Have Fun!
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Antwort#7
Hallo Driftwood,
besorge dir 2 Sennheiser MD 441 & 2 K&M OVERHEADSTAtIVE sowie einen guten Vorversärker, bzw. nehme 2 FOH-Kanäle und gehe direkt aus dem Pult auf das Aufnahmegerät.
Die Mikros ca. 1,5 ... 2m (Mischpultbreite) auseinander, möglichst hoch hängen (ca. 3m) und auf keinen Fall direkt auf die Hochtonhörner ausrichten. Vorher Probeaufnahme machen & mit Kopfhörer abhören, nicht über die PA abhören!
Stative müssen frei stehen & dürfen keinen Trittschall aufnehmen (typisch ist Tischklopfen, Fuß auf einem Stativarm, Stativ ans Pult getapt, etc.) Austeuereung auf ca. -15....-12 dB AUF KEINEN FALL AUF 0dB auspegeln!!!!
Wenn du es so machst und KEIN Gesangsmikrofon dorthin hängst, wird es eine brauchbare Erinnerung, mehr nicht.
Gruß, Keep on Rockin'......
M. Hein
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Antwort#8
Daß ein Demo technisch minderwertig sein dürfe, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Noch bevor das Intro zuende ist und die erste Strophe beginnt, hat man schon gehört, obs schei*e oder gut klingt. Und wenns schei*e klingt, dann wird der A&R relativ schnell ausschalten, denn er hat noch genug andere Demos anzuhören. Freilich: allein technische Qualität reicht nicht aus. Es muß gute Musik von guten Musikern gespielt und gut aufgenommen sein...
Vielleicht ist der Mix Mono. Der Raum ist aber immer stereo, außer wenn man auf einem Ohr taub ist, und darum brauchst du auch zwei Mikrofone. Das geht, wenn man weiß was man tut, klar, keine Frage. Gibt halt nicht unbedingt den typischen Rock-Sound, aber viele Klassik wird tatsächlich mit zwei Mikrofonen aufgenommen (man glaubt es nicht: ich habe das kürzlich sogar beim Rundfunk erlebt!), und Jazz auch gelegentlich. Meist werden für solche reine Hauptmikrofon-Aufnahmen gute Kleinmembran-Kondensatormikros verwendet, z.B. Neumann, Schoeps, DPA. Beim Rockkonzert würde ich derart teure Mikros allerdings nicht in Reichweite von pogenden Menschen oder fliegenden Flaschen montieren, sondern höchstens von der Decke abhängen. Einfacher und sicherer ist es tatsächlich, die Bühnenmikrofone übers FOH-Pult oder eine Split-Box anzuzapfen und halt noch ein Raumpaar irgendwo hin zu packen. Wenn die Musik schon bassig ist, muß das nicht noch mit dem Mikrofon übertrieben werden. Amateuraufnahmen sind oft zu bassig (oder höhenarm, wie man das nennen will...).
Bevor jetzt jemand sagt, meine guten Schoepse sind zu edel für so blöde Rockmusik: Die Leute von Schoeps schreiben im Katalog, daß ihre Mikrofone für ALLES gut sind.
Pragmatischer weil robuster ist vielleicht trotzdem der Tip mit dem Sennheiser 441.
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Antwort#9
"Daß ein Demo technisch minderwertig sein dürfe, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Noch bevor das Intro zuende ist und die erste Strophe beginnt, hat man schon gehört, obs schei*e oder gut klingt. Und wenns schei*e klingt, dann wird der A&R relativ schnell ausschalten, denn er hat noch genug andere Demos anzuhören. Freilich: allein technische Qualität reicht nicht aus. Es muß gute Musik von guten Musikern gespielt und gut aufgenommen sein..."

Eine nette Meinung, die bei Studiotechnikern weit verbreitet ist.. wohl auch um Aufnahmen zu verkaufen. Allen A&Rs mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, meinten dass ihnen die Qualität der Aufnahme recht egal sei, DENN einen guten Song erkennt man auch in annehmbarer Aufnahmequalität!
Und diese Fähigkeit kann man wohl jedem A&R zugestehen, der sich ja den lieben langen Tag mit Musikhören beschäftigt....
Lieben Gruß
Armin
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Antwort#10
"...DENN einen guten Song erkennt man auch in annehmbarer Aufnahmequalität!
Und diese Fähigkeit kann man wohl jedem A&R zugestehen...."
Hmmmm .... ;-)
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Antwort#11
Hallo,
meinten dass ihnen die Qualität der Aufnahme recht egal sei
Das liegt aber vor allem daran, dass die meisten A&Rs keinen blassen Schimmer haben von dem, was in Aufnahmestudios so vor sich geht. Die durchschnittliche Qualität der Popmusikdemos ist heutzutage sehr hoch, viele Amateure stecken sehr viel Zeit in ihr Hobby und wissen oft ziemlich gut, was sie wollen.
Ich möchte mal die Behauptung in den Raum stellen, dass heutzutage ein A&R nun wirklich nicht mehr die Referenz ist für die Bewertung von Musikaufnahmen.
Dirk
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Antwort#12
hallo
also ich habe 2 sennheiser md 421 ohne bassfilter zur verfügung, wenn ich die jetzt mittig des raumes an beide seiten aufhänge müsste das doch gehen.
würde der klang den die beiden mikros aufnehmen nicht auch reichen? also wie gut sind die aufnahmen?
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Antwort#13
würde der klang den die beiden mikros aufnehmen nicht auch reichen? also wie gut sind die aufnahmen?
So etwas ist doch von hier aus nicht wahrzusagen.
Außerdem, was ist für dich "gut" und reicht aus?
Dir reicht Kleinschrift aus. Ich finde diese ätzend.
Da siehst du, was ausreichend sein kann.
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Antwort#14
""also ich habe 2 sennheiser md 421 ohne bassfilter zur verfügung, wenn ich die jetzt mittig des raumes an beide seiten aufhänge müsste das doch gehen.
würde der klang den die beiden mikros aufnehmen nicht auch reichen? also wie gut sind die aufnahmen? ""
Die 421 sind mehr als tauglich für diese Aufgabe. Lass' Dich nicht beirren:
Die Qualität der Mikrofone (sowie der restlichen Aufnahmetechnik, solange sie sich von Diktiergeräteniveau abhebt...)
ist hier hundermal unwichtiger als die Qualität des Sounds, der widerum durch die Qualität des Raumes, der Anlage, der Band (!!!) und des Technikers entstehen kann.
Daher ist der Hinweis daß Schoeps "für alles gut" sei (ach was?) hier der vollkommene Holzweg! Klar sind das tolle Mikros, nur bringen die Dich gar keinen Schritt weiter.
Den Raumsound kannst du leicht abschwächen indem Du mit den Mikros möglichst nahe an die Bühne gehst (also nicht in den Raum zum Pult stellen, sondern eher von den Seiten auf die Bühne richten, AUSPROBIEREN!)
Ich habe solche Versuche vor 20 Jahren zur Genüge unternommen. Durch ein nachträgliches EQen (von jemanden mit etwas Praxis) lässt sich einiges Herausholen. Noch viel besser wäre allerdings die 4-Spur-Variante: Zwei Raummikros und zwei Mixerspuren ODER (besser) vier Instrumentengruppen (ggf. Drums, Bass, Git, Gesang) über Subgruppen herausziehen und auf den Raum gleich verzichten...
Zu (welchen) Demozwecken (auch immer?) kann man dann später mal die Gesänge alle neumachen.
Gruß,
Christopher
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Antwort#15
weil bei rockkonzert kommt eh nur mono
Wieso?
(Auch wenn sich diese Unsitte bei einigen Livemischern tatsächlich hält, alles in die Mitte zu pannen, damit auch ja kein Standort in der Halle benachteiligt wird...)
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Antwort#16
""(Auch wenn sich diese Unsitte bei einigen Livemischern tatsächlich hält, alles in die Mitte zu pannen, damit auch ja kein Standort in der Halle benachteiligt wird...)""
Das ist mitnichten eine Unsitte. In den USA z.B. sind viele Anlagen komplett Mono.
Den Stereoeindruck bekommt man schon durch den Raum, und Panning ersetzt kaum einen aufgeräumten, plakativen Mix. Und der Gast ganz links hinten möchte vielleicht den rechten Gitarristen oder die Hihat auch gut hören - bezahlt hat er dafür.
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Antwort#17
Bei der Zwei-Mikro-Raumaufnehm-Methode kommt die Psychoakustik ins Spiel.
Bei einem Rockkonzert mit Spitzenpegeln von 120dB hört man anders als bei "Zimmerlautstärke". Das was live druckvoll und fett kommt (mal guten Saalsound vorausgesetzt) hört sich dann nur noch dünn an.
Man kann mit EQ und (Multiband-)compressor noch was verbessern, aber mehr als Doku-charakter wird es so nicht haben.
Richtig wäre nur alles auf Einzelspuren aufnehmen.
Dabei u.U. zusätzliche Mikros benutzten für Signale die nicht über PA gehen.
Raummikros zusätzlich.
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Antwort#18
Doch es ist eine Unsitte!
Sicher ersetzt Panning keinen aufgeräumten Mix. Was in Mono matschig klingt wird auch mit Stereo nicht wesentlich besser. ABER: Stereo klingts _deutlich_ besser!
Und ich kann damit ein _zusätzliche_ Trennung erreichen. [1]
Beispiele:
- Tomläufe/Breaks kommen räumlicher
- dreh mal Gitarren, die das gleiche spielen, einmal rechts-links und einmal beide auf Mitte, der Unterschied ist meines Erachtens krass.
- Keyboard oder Einspieler "vom Band" spielen oft mit gepannten Soundeffekten.
Das wird völlig versaut!
- Tricks zum "fettmachen" wie Gitarre mit zwei Mikros abnehmen und links-recht pannen ist unmöglich.
Je nach Location kommt der Stereo-Effekt auch über Backline, stimmt.
Auch wird man nicht so extrem mischen, dass ein rechts stehender die linke Gitarre nicht mehr hört o.ä. Ein Mischer sollte schon bewusst mit Pan-Pot umgehen können.
Und du verlangst ja auch nicht, dass sich die Musiker eines Symphonieorchesters alle hintereinander hinsetzen...
[1] noch so ein Unsitte unter manchen Tontechnikern:
Weil sie erfahren haben (oder meist auch nur von Hörensagen gehört haben!) dass zur Lösung des Problems X man besser erstmal Lösung A probiert als Lösung B, versuchen sie nun Lösung B mit allen Mitteln zu vermeiden als zu verteufeln.
Beispiel hast du ja genannt:
Problem: Mix aufräumen
Lösung A: EQ bedienen; Lösung B: pannen
Folge: pannen wird vermieden, extreme Folgerung: pannen macht alles schlechter
Beispiel 2:
Problem: Sound aufnehmen
Lösung A: Mikrofon positionieren ; Lösung B: EQ
Folge: EQ wird vermieden, extreme Folgerung: EQ wird verteufelt
Die Welt ist nicht schwarz-weiss...warum denken Tontechniker nur immer so?
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Antwort#19
Hallo,
wir haben mal einen Livemitschnitt mit einem MD-Player und einem einfachen Stereo XY Mikro gemacht. Das Mikro war in ca. 2m Höhe an einer Säule beim FOH-Mixer.
Resultat: Ziemlich diffus, keine Richtungsinfo, viele Nebengeräusche (Stimmen, Gläserklirren) obwohl die PA recht laut war.
-> als Kontrollmitschnitt okay, als Demo meiner Meinung nicht zu gebrauchen.
Wenn's schon eine Aufnahme mit Stereomikrofon sein soll, dann auf alle Fälle nahe an die Bühne rangehen.
Gruß
Der Musiker
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Antwort#20
Solange es "anhörbar" ist, mag das stimmen. Man muß sicherlich keine perfekte Studioproduktion anbringen. Aber die Qualität muß eben ANNEHMBAR sein, und das ist sie nicht, wenn man ein (1) Bassdrum-Mikrofon wie das D112 in den Raum hängt.
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