impedanzwandler niederohmig auf hochohmig für mikrofon

Erstellt 20 Antworten21 Beiträge
Startbeitrag#1
hallo experten,
bin absoluter tontechniklaie, aber harpsspieler und möchte für ein niederohmiges mikrofon (200 ohm) einen impedanzwandler auf hochohmigen ampeingang selbst bauen. ist das zu schwer, oder gibt es eine einfache schaltung mit widerständen für sowas?
grüß
wildduck
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Antwort#2
Du brauchst keinen Z-Wandler von niederohmig auf hochohmig. Sei froh, daß das Mikrofon niederohmig ist. Es ist eher ein Vor-Vorverstärker notwendig, weil hochohmige Mikrofoneingänge meist geringere Empfindlichkeit haben als niederohmige. Grundsätzlich aber kannst Du hochohmige Eingänge mit niederohmigen Quellen ansteuern, da wir in der Tontechnik nicht mit Leistungsanpassung arbeiten, wo Quell- und Lastwiderstand gleich sein müssen um maximale Leistung zu übertragen.
Schlecht ist eher das Umgekehrte: Wenn Du ein hochohmiges Mikrofon hättest und einen niederohmigen Eingang. Dann müßtest Du einen Z-Wandler benutzen, sonst würde das Mikrofon zu sehr belastet und die Spannunge würde zusammenbrechen.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Das kann sogar ganz ohne funktionieren.
Probiers einfach mal aus und berichte über das Ergebnis.
Es ist möglich, dass das Signal zu laut oder zu leise erscheint - dann sehen wir weiter.
Kaputt gehen kann bei diesem Experiment kaum etwas.
Grüße
Opi
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Antwort#4
Bravo Rainer!
Du warst 3 Sekunden schneller als ich!
:-)
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Antwort#5
Aber mein Musikhändler erklärte mir ganz eindringlich, daß zu seinem mir verkauften 600 Ohm Sony-Mikrofon unbedingt ein genau dazu passender Verstärkereingang von 600 Ohm sein muß und wenn man den nicht hat, dann braucht man einen richtigen Anpaßtrafo. Also immer Mikrofonimpedanz = Verstärkerimpedanz. So sollte das immer sein. Und wenn nicht, dann klingt das eben nicht. Auch mein Pysiklehrer hat uns das mal so gesagt. Das verstehe ich ja. Warum sollte das auch anders sein?
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Antwort#6
So war das mal vor längerer Zeit beim Rundfunk. Das ist die oben erwähnte Leistungsanpassung, die einige gewichtige Nachteile gegenüber der sog. Spannungsanpassung (Mikrofon hat wesentlich niedrigere Impedanz als Verstärkereingang) mit sich bringt.
Suche mal hier im Forum nach "Leistungsanpassung", und du wirst mehr Information finden, als ein normaler Mensch* verdauen kann.
---
*habe ich gesagt, Tonmenschen seien normal? ;)
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Antwort#7
Wenn man ein Mikrofon an einen Gitarrenverstärker (Eingansimpedanz ~1 MOhm) anschließt, kracht das Kabel unerträglich laut. Da wird das Kabel selbst zum (Kondensator-)Mikrofon. Eine Impedanzanpassung wäre schon sinnvoll.
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Antwort#8
Das dürfte normalerweise nicht sein. Höchstens dann, wenn Du das Kabel im "Leerlauf" - also ohne Mikrofon - an den Verstärker anschließt.
Kabel die auf diese Weise sehr laut rascheln, taugen nichts! Die Adern liegen zu lose in der Ummantelung.
Ansonsten Abhilfe: Schalte direkt parallel zum 1MOhm-Eingang einen Widerstand mit 2 kOhm, dann ist garantiert Ruhe.

MfG
Rainer
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Antwort#9
Also immer Mikrofonimpedanz = Verstärkerimpedanz.
So sollte das immer sein. Und wenn nicht, dann klingt das eben nicht.
Mag er sogar recht haben:
Bei geringerem Abschlußwiderstand verringert sich der maximale unverzerrte Ausgangspegel, d.h. sobald die Schallquelle lauter wird, erzeugt das mit dem Vorverstärkereingang belastete Mikrofon zunehmende Verzerrungen.
Schießlich werden Gitarrenamps auch nach ihrem durch Verzerrungen erzeugtem Klang ausgewählt! >:->
Nichts für ungut:
Leistungsanpassung (Ausgangswiderstand = Eingangswiderstand) wird schon lange nicht mehr gemacht, obwohl sie damals durchaus ihren Sinn hatte.
Als Lektüre für Mußestunden sei - mal wieder - auf die "Mikrofonaufsätze" von Jörg Wuttke (Entwickler bei dem Mikrofonhersteller SCHOEPS) verwiesen, die Du auch Deinem Flachhändler empfehlen könntest:


http://www.schoeps.de/D-2004/PDFs/Mikrofonbuch_komplett.pdf
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Antwort#10
Moin...
"Leistungsanpassung (Ausgangswiderstand = Eingangswiderstand) wird schon lange nicht mehr gemacht, obwohl sie damals durchaus ihren Sinn hatte."
...obwohl sie damals ihren Sinn hatte. Genau das ist der Knackpunkt, und deswegen sollte man nicht immer pauschal sagen "heute macht man das anders". Man macht es heute nicht anders, weil man schlauer ist als damals, sondern weil man heute ganz andere (Transistor-)Technik verwendet, die andere Eigenschaften hat.
Wir reden doch aber hier über den Fall, wo Equipment von "damals" benutzt werden soll, ergo kann man sich auch Gedanken darüber machen, wie das "damals" richtig gemacht wurde.
Was GENAU eine "falsche" Impedanz des Mikros an der Röhrenvorstufe bewirkt, kann man wahrscheinlich erst dann definitiv beantworten, wenn man weiß, was für eine Schaltung in dieser Vorstufe steckt. Sicher ist aber eins: diese Vorstufen sind in ihrer Charakteristik (primär wohl Frequenzgang) an die typischen Eigenschaften von Gitarrenpickups mit Impedanzen um einige kOhm angepasst. Es geht hier NICHT um möglichst lineare Übertragung, sonst würde man auch keinen Gitarrenverstärker nehmen.
"Als Lektüre für Mußestunden sei - mal wieder - auf die "Mikrofonaufsätze" von Jörg Wuttke (Entwickler bei dem Mikrofonhersteller SCHOEPS) verwiesen, die Du auch Deinem Flachhändler empfehlen könntest: "
Ich würde sagen, eher umgekehrt: Manch ein von der "cleanen" Technik von heute verwöhnter Tontechniker sollte sich mal mit ein paar "Vintage-Gurus" (keine "Esoteriker"!) unterhalten und kann dabei vermutlich ebenfalls noch viel lernen.
Herr Wuttke hat nicht unrecht, aber seine Aussagen beschränken sich auf die Studiotechnik HEUTE, und auf das Ziel, möglichst unverzerrte, frequenzganglineare Übertragung hinzubekommen. Auf Vintage-Equipment ist vieles davon nicht unbedingt anwendbar. Die Aufsätze sind hier völlig an der Zielsetzung vorbei (obwohl deren Lektüre als Grundlagenbildung sicher nicht schadet).
Jens
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Antwort#11
Die Gitarren-Pickup-Hersteller und die Röhren-Verstärker-Hersteller haben sich ihre Anpassprobleme selbst geschaffen. Sie finden das aber ganz gut so, denn da kann man jetzt unendlich über die Kabelkapazitäten, EQ-Schaltungen an den Pickups, Kupfersorten, Sauersoff-freiheit, gut klingenden ungarischen Röhren oder noch besseren russischen Militärröhren reden. Alles ist schwammig und der Klang ist nicht vorhersehbar. Eine schöne Spielwiese. Möge sie den Kindern noch lange erhalten bleiben.
Man möchte jetzt beim Klang der Mikrofone in Verbindung mit "ihren" Vorverstärkern nachziehen und den Anwendern immer schön Sand in die Augen streuen.
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Antwort#12
Moin...
"Die Gitarren-Pickup-Hersteller und die Röhren-Verstärker-Hersteller haben sich ihre Anpassprobleme selbst geschaffen. Sie finden das aber ganz gut so, denn da kann man jetzt unendlich über die Kabelkapazitäten, EQ-Schaltungen an den Pickups, Kupfersorten, Sauersoff-freiheit, gut klingenden ungarischen Röhren oder noch besseren russischen Militärröhren reden."
Du glaubst doch wohl selbst nicht, was du da erzählst, oder? Es ist doch nicht so, dass die Röhrenverstärker eine neumodische Marketing-Erfindung sind, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das waren ursprünglich mal Verstärker auf dem technischen Stand der 40erJahre. Deren Unzulänglichkeiten wurden dann in den 50ern kreativ benutzt und konnten bis weit in die 90er hinein von der längst etablierten Transistortechnik nicht nachgeahmt werden.
Warum baut man heute die Geigen immer noch aus Holz, mit all den Problemen, die dabei entstehen ("Arbeiten" des Holzes, muss vorher jahrelang gelagert werden, darf nicht feucht werden...) und nicht aus den viel besseren Materialien, die man heute hat? Richtig, weil das Instrument aus Holz KLINGT (und im Gegensatz zu einem Mikro-Preamp SOLL ein Gitarrenverstärker klingen!), und weil es bis heute keinen Kunststoff gibt, der die Eigenschaften von Holz beim Instrumentenbau ersetzen kann. Dafür kann man den Leuten aber heute Polituren, Pflegemittel, Luftbefeuchter für Klaviere etc. verkaufen und
sich stundenlang darüber auslassen, ob ein frisch genadelter Filz beim Klavier oder aber auch der Bogen aus den Schwanzhaaren eines australischen Wallachs besonders edel klingt.
Leute, ein Gitarrenamp ist keine Studiotechnik, sondern ein Teil des Instruments! Wer das begriffen hat, der kann auch vernünftig mitreden.
"Alles ist schwammig und der Klang ist nicht vorhersehbar. Eine schöne Spielwiese."
Das ist doch gerade der Reiz. Aber s.o., das ist bei der Geige auch nicht anders. Bei trockener Luft klingt und spielt die sich auch anders als im "richtigen" Konzertsaalklima. Aber was erzähle ich das jemandem, der über seinen Tellerrand offenbar kaum heraussieht.
"Möge sie den Kindern noch lange erhalten bleiben."
Klingt gerade so, als ob Gitarrenvorverstärker und der klassische Chicago-Bluesharp-Sound eine Erfindung der Techno- oder HipHop-Generatioon wären... Die "Kinder", über die du hier lästerst, sind oft genug bereits grau auf dem Kopf.
"Man möchte jetzt beim Klang der Mikrofone in Verbindung mit "ihren" Vorverstärkern nachziehen und den Anwendern immer schön Sand in die Augen streuen."
Wenn du einen konkreten Vorschlag hast, wie man den typischen Harpsound (den du anscheinend bestens kennst) mit dem üblichen Regieraum-Equipment hinbekommt, dann immer her damit. Du gibst dann sicher auch gern dein Schoeps für die nahe Mikrofonierung der Harp in der Handhöhle her...
Jens
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Antwort#14
""Wenn du einen konkreten Vorschlag hast, wie man den typischen Harpsound (den du anscheinend bestens kennst) mit dem üblichen Regieraum-Equipment hinbekommt, dann immer her damit.""
Ich habe da den einen: Mit EQ und evt. einer Röhren/Distortion-Simulation. Fertig. Darf blo� keiner wissen da� hier nicht das tolle Harp-Mikro am tollen Fender-Amp lief und alle sind zufrieden. Das Klischee hört schlie�lich mit.
Ansonsten hast Du den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen...
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Antwort#15
Wieso sollte ich als Harp-Spieler jedoch erst einen teuren guten EQ, eine (gute, also auch nicht ganz billige) Röhrensimulation und ein teures lineares Mikrofon kaufen, wenn ich dasselbe mit billigem altem echtem Röhrenamp auch hinkriegen kann?
Oder ein POD mühsam so hinprogrammieren, daß es mit Harp brauchbar klingt?
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Antwort#16
Diese Frage war nicht Gegenstand der Diskussion. Es ging nur darum wie man mit Studioequipment einen Bluesharp-Sound hinbekommt...
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Antwort#17
Und noch etwas:
""mit billigem altem echtem Röhrenamp""
Diese Zusammenstellung gibt es heute nicht mehr. Alt=Teuer, Röhre=Teuer,
Röhre+Alt(+Gut)=Unerschwinglich. Da Programiere ich gerne mal einen POD.
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Antwort#18
Nun, da würde ich mit kleinen Schritten beginnen: erstmal "programmieren", "symmetrisch" etc. nach allgemein gültigen Konventionen schreiben.
Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, sollte eine gewisse Körperbeherrschung vorweisen können.
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Antwort#19
Wenn nicht gerade Marshall, Fender, Orange, Vox o.ä. draufsteht, sondern eher sowas wie Dynacord, dann ist alt+Röhre sehr wohl billig zu kriegen.
Einen POD programmieren ist zwar für Leute, die ein paar Vorkenntnisse haben, nicht weiters schwer. Wer sich aber als "absoluten Tontechniklaien" bezeichnet, der dürfte da eine Weile nach dem trial-and-error-Prinzip herumwurschteln und irgendwann aus Verzweiflung aufgeben. Schon allein die Frage, wie er denn sein schwaches Mic-Signal in den POD kriegt, ist da die erste Hürde. Mit einem "echten" Amp, insbesondere mit alten für die direkte Beschallung ohne Umweg über Mikrofon, FOH, PA ausgelegten, ist das, denke ich, leichter.
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Antwort#20
Moin...
Vor allem darf man eines nicht vergessen: Mit POD und dem ganzen drumherum mag es zwar auf der "Platte" nachher so klingen wie gewünscht (was aber viel Arbeit bedeutet!), aber ohne ein gutes und _passendes_ Monitoring während der Aufnahme wird dem Spieler ganz einfach das akustische Feedback fehlen. Man spielt ja "mit" dem Ampsound genau wie ein E-Gitarrist. Letzterem wird es auch kaum gelingen, auf der "nackten" Klampfe ein Solo hinzulegen, was dann bei nachträglichem virtuellem ampnig gut klingt.
Klar, man kann sagen: nehmen wir den POD doch gleich bei der Aufnahme mit ins Monitoring rein. Nur dann muss auch der LS eine passende Laustärke haben, er sollte nach 10 oder 12" klingen (also entweder ein solcher sein, oder eine GUTE LS-Simulation benutzen) - mit Kopfhörer allein geht das m.E.n. schief - usw. Und unterm Strich hat man so gleich viel viel mehr Aufwand, als wenn man sich da einfach einen alten 30W-Würfel hinstellt und lossspielt...
Jens
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