Delay zwischen zwei Mikrofonen im Filmbereich

Erstellt 3 Antworten4 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallöchen Allerseits.
Ich habe eine Frage bezüglich einer Filmsituation.
Folgendes:
In Verwendung ist ein Nagra zweikanal Flashcard-recorder und zwei Mikros:
Eine gutversteckte Grenzfläche eines billigen Herstellers und eine schöne MKH 416er Keule an der Angel. Da eine Nachvertonung nicht in Frage kommt muss der O-Ton perfekt (wie eben möglich) sein.
Die Frage bezieht sich aber nun auf die Post Pro.
Die Grenzfläche bleibt nämlich fix im Raum, während die Angel sich (mit dem Spiel) bewegt. Auf der Angel ist ausreichend wenig Diffusschall. Angel und Grenzfläche müssen aber bei einer Monosummierung gegeneinander verzögert werden. Wie gestalte ich diese Verzögerung am geschicktesten dynamisch. Eigentlich nur indem ich die Angelspur zerschneide und etliche Clips hinschiebe (auf Sicht und Ohr), gel??
Geht das irgendwie eleganter? Wie löst ihr dieses Problem in der Praxis?
Vielen Dank für alle Antworten auf noch so blöde Fragen und einen schönen Abend
Liebe Grüsse Nikita
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Antwort#2
Wieso müssen denn beide Mikros gleichzeitig offen sein?
Normalerweise spricht nur eine Person. Da kann man also die Spur nehmen, auf der diese Person besser drauf ist, und wenn Person B spricht, dann nimmt man die Spur, auf der Person B besser drauf ist.
Ganz abgesehen mal davon, daß sich die meisten Mehr-Mikrofon-Probleme durch optimiertes Angeln vermeiden lassen. Es muß ja auch wirklich nicht alles immer ganz nah und präsent klingen - bei einer Totalen darf ein 416 durchaus auch mal 2 m vom Sprecher entfernt sein. Spart viel Arbeit hinterher.
Ich habe in höchstens 5% aller Fälle mehr als das Angelmikrofon benutzt.
Zweimal in engem Zugabteil, wo jeder Sitzende sein 416 ans Gepäcknetz montiert gekriegt hat (aber es spricht ja immer nur einer, also kein Problem!), einmal eine lange Steadicam-Geschichte, die durch enge Türen ging, wo die Angel niemals an Cam+Operator vorbei gepaßt hätte, einmal eine Balkon-Ultraweite mit 416 im Blumenkasten (!!!).
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Antwort#3
Eigentlich sollte man den O-Ton so sauber wie möglich aufnehmen, um der Nachbearbeitung alle Möglichkeiten (filtern, komprimieren ...) offen zu halten, das heißt nur die Angel offen, nur den Sprecher, oder im Sonderfall auch mal zwei Angeln, die dann aber auch möglichst direkt auf die Agierenden ausgerichtet sind. Eine Atmo kann hinterher gezogen werden und nachträglich untergemischt werden. So kann bei Bedarf auch in Ruhe eine Stereobasis ausgewählt werden, die durchgängig unter die ganze Szene gemischt werden kann. So ganz "echt" ist das Ganze dann natürlich nicht mehr, aber allemal besser und praktikabler als alles sofort untrennbar zu vereinen. Außerdem können so Tonsprünge beim Bildschnitt dezent überspielt werden.
Auch beim Gebrauch von zwei Angeln kann es schon zu Delay kommen, welcher dann feinfühlig vermieden werden sollte (durch geschicktes Angeln mit Ausnutzung der "toten Zonen" einer Keulencharakteristik). Auch Kammfiltereffekte kommen vor, das hört man manchmal sogar in Kinoproduktionen oder Tatorten.
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Antwort#4
Eigentlich sehe ich das auch so, wie meine vor-Poster.
Aber noch ne andere Bemerkung zum Delay beim Filmton: Ich weiss nicht, wie das bei den NAGRAs ist, aber von den Sound-Devices Recordern der 7er-Serie kenne ich die Möglichkeit, dass man für die einzelnen Tracks zueinander individuelle Delays (von 0 bis 30millisek in Stufen von 1 Mikrosekunde) einstellen kann. Der einzige Verwendungszweck hierfür ist meiner Ansicht nach nur der Ausgleich der Verzögerung einer Funkstrecke, wenn man gleichzeitig noch ein kabelgebundenes Mikrofon betreibt.
Ich habe dieses Feature noch nicht benutzt, jedoch denke ich mal, dass man da den Delay-Wert aus den technischen Daten des drahtlosen Mikros einstellt (- wenn überhaupt... :))
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