Live-DVD, Tips zur Audioaufnahme

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
nächste Woche werde ich eine Audio-Aufnahme von einem Konzert machen. Gleichzeitig wird von einem anderen (recht professionellem) Team eine Videoaufzeichnung stattfinden. Anschließend soll beides zusammen geführt werden. Der Haken: Ich habe keinen Abhörraum und kann während des Konzertes die Aufnahme nicht kontrollieren (da ich das Konzert selbst dirigieren werde).
Im Konzert spielt ein Gitarrenorchester aus ca. 60 Gitarristen! Es gibt auch noch ein paar Bläser-Solisten sowie einige Sänger (das ganze ist teilweise Musical-ähnlich. Die Sänger werden sich also auch auf der Bühne bewegen). Das Konzert ist in einer Stadthalle mit ca. 600 Plätzen - recht trockene aber gute Akustik. Es wird auch eine PA-Mikrofonierung geben, allerdings soll sie nur sehr dezent eingesetzt werden, um den akustischen Klang leicht anzuheben (jedoch nicht zu überdecken).
Ich werde einen Hardiskrecorder mit 8 Spuren benutzen.
Nun meine Frage (ihr ahnt es schon): Wie könnte die Mikrofonierung aussehen.
Ich habe im Moment folgende zwei Pläne:
A:
- Decca-Tree mit Outtrigger (Mikrofonwand) = 5 Spuren
- Surroundmikros in groß AB Anordnung über dem Orchester (Bühnendecke) = 2 Spuren
- Ein Subgruppen-Signal vom Saal-Mischpult, auf dem nur die Sänger sind = 1 Spur
oder
B:
- Nur eine AB-Hauptmikrofonierung vor der Bühne. Später mit einem Surround-Hall in Samplitude die zusätzlichen Kanäle erzeugen.
Ich denke Version A ist etwas riskanter, aber ich hätte Lust es mal auszuprobieren, vor allem weil ich bisher noch keine Surroundaufnahmen gemacht habe. Ich arbeite hier nicht für einen Kunden, sondern nur aus Gefälligkeit für meine Musikerkollegen. Insofern denke ich, dass ich mir ruhig einige Experimente erlauben darf.
Version B- wäre natürlich die unkomplizierteste Lösung.
Für mich sehe ich das ganze als eine gute Gelegenheit, um erste praktische Erfahrungen mit Surroundmikrofonierung zu sammeln. Angelesen habe ich mir schon so einiges. Aber die Gelegenheit für eine Anwendung habe ich nächste Woche zum esten mal.
Hat jemand noch mehr Ideen zur Mikrofonierung?
Vielen Dank schonmal.
Gruß,
Lars
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Antwort#2
Du hast den Knackpunkt genannt: Ich habe keinen Abhörraum und kann während des Konzertes die Aufnahme nicht kontrollieren.
Also Tonaufnahme als Blindflug.
Wie das beim Flugzeug endet, ist ja bekannt.
Schade.
Diese typischen Meinungen hier sind ja bekannt: Stell ein ORTF hin, dann Augen (und Ohren) zu und durch. Das ist aber so richtig nicht brauchbar.
Bei Musical-Gesang und "Begleitung" muss man je nach Notwendigkeit mitregeln können. Alles andere ist ein flaue "Dokumentation". Mehr nicht.
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Antwort#3
In Mehrspurtechnik ist das nachträgliche Nachregeln kein Problem.
Außerdem verstehe ich die Frage so, daß er letztendlich ein "Hauptsystem" hinstellen möchte. An einem Hauptsystem gibt es überhaupt nichts nachzuregeln, wenn die Aufnahme einmal läuft.
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Antwort#4
Hallo,
dass das kein professionelles Ergebnis werden wird, ist mir klar. Für meine Kollegen ist die Dokumentation des Konzertes maßgeblich. Und ich dachte mir, ich kann die Gelegenheit nutzen um erste Erfahrungen im Surround-Bereich zu machen. Und da ich in dieser Stadthalle öfter Aufnahmen mache, weiß ich dann zumindest beim nächsten mal was nicht funktioniert.
Da ich keine Regelmöglichkeiten während des Konzertes habe, möchte ich, wie richtig erkannt, ein Hauptsystem nutzen und nur den Sängern einen eigenen Kanal geben, um nachträglich wenigstens das Verhältniss Sänger/Orchester etwas nachregeln zu können. Natürlich werde ich das Ganze sehr großzügig aussteuern müssen, um keinen overload zu riskieren.
Die Frage ist im Grunde: Macht Decca überhaupt einen Sinn, wenn man wenig Kontroll-Möglichkeiten hat. Oder sollte ich z.B. eher so eine SPL-"Atmos"-ähnliche Aufstellung mit Nierenmikrofonen ausprobieren. Oder eben lieber ganz auf Surroundaufnahme verzichten und statt dessen lieber nachträglich in Samplitude, die Surroundkanäle emulieren. Eine weiter Idee war noch statt Decca lieber eine normale Klein-AB Aufstellung mit Mittenstütze, dann hätte ich im nachhinein noch die Möglichkeit zu wählen.
Und wenn doch Surround-Mikrofonierung, was für Ideen habt Ihr für die hinteren Kanäle. Ich dachte mir, lieber über dem Orchester an der Bühnendecke, um die Publikumsgeräusche nicht zu dominant drauf zu haben.
Übrigens habe ich mit Ortf und Gitarrenorchester bisher noch keine guten Aufnahmen hinbekommen, klang irgendwie immer sehr sehr unspektakulär (eben wie ein Probenmitschnitt). Ein Klein-AB Aufstellung klang für meine Ohren bisher immer ausgewogener. Das mag an der Art der Ochesterinstumente liegen. Mit Decca-Tree habe ich aber zugegebener Maßen noch gar keine Aufnahme gemacht. Aber würde da halt gerne mal eine Erfahrung sammeln.
Noch Ideen?
Gruß,
Lars
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Antwort#5
Letztlich wird es natürlich darauf hinauslaufen, einen eigenen Center-Kanal zu kriegen. Drei Frontmikros in irgendeiner Form sind also sinnvoll.
Irgendwo habe ich mal was gelesen, daß jemand nur ein ganz leises Center-Signal gemacht hat, damit sich der Käufer nicht beschwert, es sei "kein Surround" - aber eigentlich ist es eine AB-Anordnung gewesen.
Zum Thema "Surround-Hauptmikrofon" gibt es was bei EBS. Er schreibt da letztlich, daß ein festes Setup wie das Atmos kaum sinnvoll sein könne, und begründet dies auch in üblicher Weise recht schlüssig.
Vielleicht kennst du einige der folgenden Links schon:
http://www.dpamicrophones.com/Images/DM01488.pdf
http://www.dpamicrophones.com/Images/DM01468.pdf
und andere Zahlen in den Dateinamen wie z.B. .../DM01470.pdf - einfach mal durchschauen.
http://www.tonmeister.de/symposium/2005/np_pdf/A16.pdf
Einige unterschiedliche Anordnungen werden da beschrieben.
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Antwort#6
Wenn es eh nur eine unwesentliche Dokumentation ist, dann schadet auch eine SPL-"Atmos"-ähnliche Aufstellung nicht. So eine Spinnen-Anordnung hat noch nie einen räumlich überzeugenden Klang gebracht, wie Klangvergleiche immer wieder zeigen. Bald ist ja die Tonmeistertagung, da wird man Hörgelegenheiten haben.
Gruß Julius
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Antwort#7
moin!
--- Mit Decca-Tree habe ich aber zugegebener Maßen noch gar keine Aufnahme gemacht. Aber würde da halt gerne mal eine Erfahrung sammeln. ---
ich werde den eindruck nicht los das du mit diesem post die erlaubnis zum experiment erbittest.
ist hiermit erteilt!
wenn ich recht entsinne hast du 8 spuren zur verfügung.
mach doch 3 tree, 2 nach aussen, bleiben 3 zum stützen des gesangs.
ist die kamera - audio syncronisierung geklärt?
nicht das dir das bild wegläuft.

grüße
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Antwort#8
Hallo Lars,
kannst Du, wenn das Konzert über die Bühne gegangen ist, Deine Erfahrungen posten?
Ich stehe auch ab und zu vor ähnlichen Situationen, meine Frau leitet ein Bundinstrumentenorchester, freue mich somit immer über Erfahrungsberichte.
Die Idee mit dem Decca Tree trage ich auch schon eine Weile mit mir herum, der Raum sollte dafür aber sehr gut klingen.
Viele Grüße und gutes Gelingen
Torsten


conanima
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Antwort#9
Stelle einen Kugelvorhang mit 5 Kugeln, 2 Kugeln nach hinten für die Atmo und lass dir den Solistenkanal von der PA geben und fertig.
Hast ein schönes Hauptmikrofon. (Wenn die Musiker im Halbkreis sitzen, dann das mittlere Mikro nach vorne!!!)
AEG = Aufstellen, Einschalten, Geht !!!
Gruss
gerhard
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Antwort#10
----ich werde den eindruck nicht los das du mit diesem post die erlaubnis zum experiment erbittest.---
Ja, vielleicht hast Du recht und ich wollte wirklich nur ein "OK" hören. Aber andere (vielleicht bessere) Lösungsvorschläge und Erfahrungsberichte würden mich auch interessieren.
Ich denke mal die Decca-Aufstellung werde ich jetzt einfach mal ausprobieren. Wo ich aber noch sehr zweifel, ist was ich mit den hinteren Surroundkanälen mache. Der Saal ist ausverkauft und es ist zu erwarten das auch viele Familien mit Kindern kommen. Entsprechend erwarte ich einen recht hohen Geräuschpegel vom Publikum.
Daher dachte ich, ich gehe mit den zwei Mikros für die hinteren Kanäle einfach nach oben in die Nähe der Bühnendecke statt zum Publikum hin. Dann wären auch Übersprechungen mit der PA etwas minimiert. Dann dachte ich noch, daß ich dafür evtl. 8-ter Mikros nehme und die "unempfindliche" Seite aufs Orchester richten.
Also was haltet ihr davon: Zwei 8-ten in AB-Aufstellung ca. 8 Meter über dem Orchester für die hinteren Kanäle? Oder hat jemand eine andere Idee?
Gruß,
Lars
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Antwort#11
Wenn du Achten hinstellst, dann zeigt die eine Hälfte davon aufs Publikum, oder?
--> Bad Idea.
In den oben genannten DPA-Surround-Papers stand irgendwo was von "Nieren senkrecht nach oben zeigen lassen". Ich meine, Kollege Leifislive hätte das kürzlich mal erfolgreich ausprobiert.
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Antwort#12
moin!
bei all dem experimentierwillen brauchst du mehr kanäle...
bist du zufällig berliner?
grüße
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