Hallo M. Hein,
es ist zwar müßig, weil Du die Argumente offenbar nicht verstehen WILLST,
aber zu kommentieren gibt es genug:
""Wenn ich bei einem Druckgradientenempfänger die rückseitigen Öffnungen verschließe, entsteht ein Druckempfänger.""
Nein. Wie schon gesagt: Es entsteht eine Random-Situation. Wenn wirklich eine statische Kugel entstünde, wäre das Feedback vermutlich zuende.
""Ich bin fast geneigt die Frage nach den Ignoranten noch einmal in den Raum zu werfen und auf das "Feedback" zu warten.....""
Kugel koppeln nicht pauschal schneller als Nieren... Die Richtcharakteristik ist ein Faktor, der nur in einigen wenigen Anwendungsgebieten einen Einfluß auf das Koppelverhalten hat!
Viel wichtiger sind:
a. die Linearität der Komponenten (sp. der LS)
b. Statisches oder dynamisches Position der Mikrofone (Bewegung ist kritisch für eine Richtwirkung!)
c. die Höhe der aktuell benötigten Lautstärke
d. die Möglichkeit des Technikers, Problemfrequenzen auch dynamisch zu erkennen und auszufiltern
Am wichtigsten sind aber:
e. die Art der Beschallung / z.B. Entfernung der LS zur Schallquelle
f. Die relative Eigenlautstärke der Klangquelle. Ein Geige z.B. ist hier viel unkritischer als ein leiser Sänger oder eine klassische Gitarre!
g. wie schon gesagt: natürlich die Entfernung des M. zur Schallquelle... (so höher die Entfernung, desto mehr Richtwirkung notwendig...)
h. habe ich noch was vergessen?
Erst wenn dieser Katalog KOMPLETT abgearbeitet ist lässt sich beurteilen ob Nieren "ein Muß" sind. Du unterstellst dies ja pauschal und das ist nicht Sinnvoll.
Denke mal auch darüber nach:
Nieren & Co. werden auf Bühnen sehr zurecht verwendet, aber eben NICHT primär wegen ihres vermeintlich besseren Koppelverhaltens sondern wg. der besseren Isoliereung der Klangquellen - genau wie im Studio.
""2. Warum funktionieren Omnis auf großen Bühnen & im Background & im Musical?
- Weil dort Fachleute sitzen""
Fachleute? Ach, und nur da?
""- Weil fast ausschließlich mit In-Ear Monitoring gearbeitet wird, es fehlen die Schallquellen die eine Rückkopplung erzeugen können.""
Das ist reine Annahme und so nicht richtig. Beweis: Schon zu Zeiten, als IEM noch gar nicht "Erfunden" war wurde so gearbeitet.
""- Weil man bei Sprache / Gesang gerne Omnis verwendet wegen der besseren "Plop"-Unterdrückung & des fehlenden Nahbesprechnungseffektes.""
Aha. Und warum dann bitte nicht für eine Violine??? Du stehst Dir mit Deiner Argumention selbst im Weg.
""Weil die FOH-Anlage sehr stark nach vorne richtet, Rückkopplungsgrenze für Omnis liegt deswegen höher, auch die Entfernung zu den Boxen ist meist sehr groß.""
Auch das sind Allgemeinplätze. Das *kann* immer der Fall sein, wissen tut man hier zunächst nichts - jedenfalls nicht in unserem Beispiel.
""Weil es bei Open-Air Anwendung oftmals deutlich weniger Probleme mit Rückkopplung gibt.""
Wenn es um die PA geht - schon. Aber koppeln tun meist ohnehin nur die Monitore. Also völlig egal, ob In-oder Outdoor.
""Weil die Mischerleute die Funktion eines durchstimmbaren Hochpaßfilters & eines Equalizers kennen & anwenden.""
Aha. Soll heißen: Wenn man mit Filtern umgehen kann, geht jedes Nikro? Meine Rede. Aber solche Leute finden sich nicht nur bei "Major-VAs" der Sorte Musical und Open Air. Gerade beim Musical werden aus Kostengründen gerne Leute hingesetzt, die eine vorgefertigte Produktion nur "abfahren".
""3. Warum ein Sinn macht ein Mikrofon mit Richtcharakteristik zu verwenden:
(...)Der Störschall wird ausgesendet von den Lautsprecherboxen und führt zu einer Rückkopplung.""
Es ist meist NICHT der "Störschall", sondern eben das Nutzsignal selbst, welches ein Feedback erzeugt. Beispiel: Es "pfeifft" erst, wenn der Redner ans Mikrofon tritt und spricht und nicht, wenn es ungenutzt bleibt.
""4. Die ursprüngliche Frage:
- Geige abnehmen im geschlossenen Raum
- Boxen sind in der Nähe
- Rückkopplungsgefahr wurde in der Frage schon erwähnt
- Anwender wahrscheinlich kein ausgebildeter Tonmeister""
Wo gibt es Tonmeister in der Beschallung? Nirgends.
Abgesehen davon: Das hier war die "eigentliche Frage":
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/58739.htmDa lese ich nichts von der Qualifikation des Technikers und auch nichts über Rückkopplung. Es ging eigentlich nur um eine praxisnahe Anbringung.
Mein simples Fazit am Rande: Wenn Kugeln einen klanglichen Vorteil bringen spricht wenig dagegen sie zu verwenden.
Gruß,
Christopher