Diverse Fragen zu Neumann Mischpult & Phantomspeisung

Erstellt 17 Antworten18 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe ein paar Fragen und vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.
Vorab: Ich möchte einige (ca. 60) Neumann V4xx Module zu einem Mischpult verkabeln. Dazu habe ich mir ein 4 Ampere 24 Volt DC Netzteil besorgt. Die Stromaufnahme der Module liegt bei ca. 3,5 Ampere.
1. Ich plane die Plus Zuleitung für jeweils 8 Module separat vom Netzteil zu führen um "Engpässe" beim letzten Mosul (wenn alle in Reihe verkabelt wären) zu vermeiden. Macht das Sinn, oder kann ich auch ein Kabel vom Netzteil zum ersten Modul legen und von dortaus weitergehen?
2. Die Minus Leitung der Stromversorgung plane ich von jedem Modul einzelnd zu meinem definierten Masse (0V) Punkt zu legen. Macht das Sinn, oder kann ich auch dort alle Module verbinden und nur ein Kabel zurückführen?
3. Was für eine Art Kabel verwendet man am besten für die Spannungsversorgung? Also z.B. mit - Pol als Schirm oder auch als Litze, welcher Querschnitt bei max 4 Ampere, etc....
4. Bzgl der Phantomspeisung meiner V476b: Ich sehe öfter einen 100 Ohm Wiederstand mit anschließendem 220 microF Elko gegen Masse in der +48 Volt Zuleitung bevor sie in die 6,81 Ohm Wiederstände geht. Der Elko soll sicherlich die Spannung stabilisieren und somit rauschmindernd wirken. Aber wozu dient der 100 Ohm Widerstand?
Vielleicht wäre jemand so nett und würde mir helfen.
Vielen Dank im Voraus
Viele Grüße
Hendrik
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Antwort#2
Der Elko soll sicherlich die Spannung stabilisieren und somit rauschmindernd wirken. Aber wozu dient der 100 Ohm Widerstand?
Die Kombination aus R und C bildet den Siebfaktor S und soll die Gleichspannung glätten.
Das hat nichts mit "Rauschen" zu tun.
S = (2 pi f)² *R*C
http://wiki.fed.de/fed-wiki/images/8/89/RC-Glied.pdf
http://wiki.fed.de/fed-wiki/images/1/16/LC-Glied.pdf
http://www.studentshelp.de/p/referate/02/4897.htm
http://members.aon.at/barnyhase2/schule1/referatlinearenetzteile.pdf
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Antwort#3
Du kannst bei diesen Modulen ohne weiteres mit "Stromschienen" arbeiten. Also alle Module an eine gemeinsame Schiene anschließen. Eine Art Sternverdrahtung wie Du sie vor hast ist nicht notwendig, da alle Module nochmals intern mit einem elektronischen Siebglied gegeneinander entkoppelt sind.
Und da die NF-Spannung ja symmetrisch geführt wird, fließt auch der NF-Strom nicht über die Stromversorgungsleitungen sodaß hier keine Verkoppelung statt findet die sonst zu Übersprechen führen würde.
Nimm für die Stromschienen ein dicker Kupferdraht mit so 1...1,5 mm Durchmesser. Schirmkabel braucht man da nicht und sie machen auch keinen Sinn, außerdem wäre der Querschnitt des Schirms zu gering.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Der 100 Ohm-Widerstand ist der Siebwiderstand, der mit dem Elko zusammen einen Tiefpaß bildet.
Er wird aber noch eine andere Aufgabe haben: er wird abrauchen, falls der Elko mal einen Schluß hat. Dadurch geht dann die Phantomspeisung nur auf einem Kanal nicht (ansonsten geht evtl. das Phantomspannungsnetzteil komplett hops).
MfG
DB
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Antwort#5
Hallo
danke für Eure Antworten!
@Rainer: Meinst du 1,5mm massive Kupferdrähte, oder gehen auch Litzen aus verzwirbelten feiner Kupfer drähte? Also die, die man auch für normale Stehlampen etc. verwendet?
Viele Grüße
Hendrik
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Antwort#6
Es geht auch Litze, aber Massivdraht ist besser zu verarbeiten.

MfG
Rainer
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Antwort#7
Hi Hendrik,
1. Verdrahtung der Module untereinander. VVerwende auf keinen Fall blanke Drähte, das gibt irgendwann Kurzschluß. am besten funktioniert als Isolierung das gut alte Galsseidengeflecht. Wenn du dir Drähte "vorreckst", also einmal über die Tischkante ziehst, "stehen" die massiven Drähte besser (die Verformungsenergie verhärtet das weiche Kupfer etwas).
Gruß
M. Hein
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Antwort#8
Glasseidengeflecht: ouuuuuu das Sauzeug! Der das Geflecht bindende Lack stinkt beim Löten buchstäblich wie Scheiße! Ich glaube das gibt es heute gar nicht mehr, höchstens noch aus uralten Lagerbeständen.
Zum Vorrecken des Drahtes:
Ich mache das immer so, daß ich ein Ende in den Schraubstock spanne und das andere Ende mit einer Kombizange festhalte und dann etwas dehne. Der Draht steht dann kerzegerade und ist frei von jeglichen Knicken.

Grüße
Rainer
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Antwort#9
Hallo Rainer,
wie vermeidest du dann Kurzschlüsse? Schrumpfschlauch eignet sich hiefür auch meist nicht besonders. Hellermanntüllen sind zu kurz. Welche zeitgemäße Isolierung wird empfohlen?
Gruß
M. Hein
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Antwort#10
Hallo!
Wie wäre es denn mit ner 1,5er Ader aus ne NYM Leitung? Da könnte man sich die Stellen die man blank haben möchte einfach abisolieren.

Gruß
Sebastian
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Antwort#11
Hallo Rainer,
danke!
Eine kurze Frage habe ich noch bzgl der Audioleitungen. Lege ich den Schirm am V4xx auf das 0V Potential oder auf das Gehäuse?
Viele Grüße
Hendrik
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Antwort#12
Du mußt Gehäuse mit 0-Volt-Potential verbinden und auch denn Schirm. Da diese Baugruppen symmetrische Audiosignalführung haben, kannst Du ohne Probleme auf das "Flächenerdeprinzip" gehen, also ruhig die Schirme beidseitig auflegen. Wir haben da bei Lawo gute Erfahrungen mit gemacht.

Grüße
Rainer
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Antwort#13
Hallo Sebastian,
versuchs mal & du wirst feststellen, das die PVC-Isolierung sich auflöst. Kupfer ist ein sehr guter Wärmeleiter....
Wie gesagt, ich habe auch schon viel ausprobiert, Gewebegeflecht scheint immer noch am besten zu sein.
Gruß
M. Hein
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Antwort#14
Hallo Kollege Hein,

Ich sehe keinen Grund weshalb es bei Verlegung von blanken Leitungen als Stromschienen"bus" zu Kurzschlüssen kommen sollte. Wir haben das bei Lawo auch so gemacht, wobei wir wirklich mit KupferSCHIENEN gearbeitet haben. Die Kontakte der Steckerleisten liegen durchaus soweit auseinander, daß Kurzschlüsse nicht zu befürchten sind, wenn man sauber verdrahtet. Selbst dann wenn das Gerät im mobilen Einsatz verwendet wird.
Natürlich sind die PVC-Isolationen schon etwas schwierig zu verarbeiten. Man muß dann mit sehr heißem Lötkolben sehr schnell löten.
Eine andere Alternative: Den Blankdraht mit Öllackgewebeschlauch überziehen. Den kann man sich vorher in entsprechende Längen schneiden. Aber dieses alte Zeug mit dem gewebeumsponnenen Leiter - ich glaube das gibt es gar nicht mehr.

MfG
Rainer
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Antwort#15
Moin...
"Aber dieses alte Zeug mit dem gewebeumsponnenen Leiter - ich glaube das gibt es gar nicht mehr."
Doch, das gibt es schon noch - aber m.W.n. wirklich nur noch da, wo es keine Alternativen gibt. Hochleistungs-Heizpatronen, wie sie z.B. im Spritzguss zum Einsatz kommen (Machiko dürfte sich da besser auskennen...) haben meistens Zuleitungen, die mit Glasseide isoliert sind. Und es gibt sicher auch noch die eine oder andere Anwendung (Motorelektronik z.B.), wo es etwas "heißer" hergeht und sich viele Kunststoffe eben nicht eignen. Aber ansonsten ist mir das Zeug tatsächlich seit Jahren nicht mehr untergekommen.
Jens
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Antwort#16
Wieso kann man die Module nicht mit "ganz normalen Kabeln" verbinden? Wofür braucht man hier Spezialisolierung oder sogar Kupferschienen? 24 VDC 4 A sind doch nichts, was irgendwie problematisch ist.
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Antwort#17
Statt diesem "Stinkzeug" wie seideumsponnene Drähte, einfach die Blankdrähte mit Silikonschlauch zu überziehen. Der verträgt extrem hohe Temperaturen. Da kann man dann wirklich "löten wie der Ochs' am Ballen" (Ausspruch meines Chefs während meiner Lehrzeit..).

Grüße
Rainer
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Antwort#18
Ich meinte hier nicht die glasseideumsponnenen Drähte, sondern die wo die Umspinnung nochmals lackiert ist. Dieser Lack stinkt beim Löten erbärmlich.
Abisolieren ging allerdings bei diesem Zeugs recht einfach: Man drückt die Isolation einfach kräftig mit einer Flachzange zusammen, dann bricht das Gewebe und man kann es dann bequem mit einer kleinen Schere oder kleinem Seitenschneider abschneiden, ohne dabei den Draht anzuritzen.

MfG
Rainer
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