Sagt mal, wie ist das denn bei Festplatten mit dem Verify. Eine Art "Hinterbandkontrolle" - die ja eine A- und einen W-Kopf benötigt - hat man ja bei Festplatten nicht. Also ist man gezwungen, nach der Aufzeichnung von Daten mindestens mal 1 Plattenumdrehung abzuwarten und daraufhin die Aufzeichnung auszulesen und mit dem Original zu vergleichen. Wie sieht das bei Festplatten in der Praxis aus? Wird sowas grundsätzlich gemacht oder nur in besonderen Fällen? Meine Frage zielt darauf ab, daß beim NAGRA V ein Schalter vorhanden ist mit der Beschriftung "EE" und "Tape". In Stellung "EE" wird das Signal direkt vom Eingang des Gerätes zum Ausgang durchgeschaltet, und bei "Tape" soll eine Art "Hinterband"kontrollfunktion stattfinden. Es ist aber keine Verzögerung beim Umschalten hörbar, wie man das sonst bei HBK kennt. Ob die Verzögerung kompensiert wird weiß ich nicht. Wenn ja, müßte dann auch eine Latenz zwischen Eingang und Ausgang sein (das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert).
Es gab mal Festplatten von Maxtor, die eine Verify-Funktion in der Firmware eingebaut hatten. Wenn die aktiviert ist sind diese Platten beim Schreiben natürlich wesentlich langsamer. http://www.heise.de/ct/faq/hotline/00/19/09.shtml Nachdem moderne Festplatten umfangreiche Fehlerkorrektur- und Diagnosefunktionen integriert haben (ECC, SMART,...) ist eine Verify-Funktion intern eigentlich nicht nötig und verlangsamt nur den Schreibvorgang. Außerdem kann man die geschriebenen Daten ja per Software überprüfen - die meisten Backup- bzw. Datensicherungsprogramme haben eine solche Verify-Funktion, und damit wird auch gleich die gesamte Datenübertragung im Rechner überprüft, nicht nur die korrekte Funktion der Festplatte. Grüße, Andi
Moin... Bei der Beantwortung dieser Frage wäre wahrscheinlich erstmal zu fragen, WAS du mit der Hinter"band"kontrolle primär prüfen willst: a) Übersteuerung / korrekte Wandlung etc.? Dazu müssen die Daten nicht von der Platte erneut gelesen werden, sondern es reicht, wenn statt des analogen Direktmonitorings die Daten aus dem ADC direkt wieder in den DAC gefüttert werden - das geht auch, wenn die Daten gar nicht geschrieben werden. b) Prüfen, ob die Daten inkl. evtl. Vorverarbeitung sauber im "Enddatenformat" angekommen sind - dafür könnte man die Daten aus dem Plattencache wieder auslesen, das geht (im Bezug auf hörbare Latenzen) quasi "sofort". c) oder kontrollieren, ob die Daten physikalisch richtig auf die Platte geschrieben wurden? Dem würde ich erstmal angesichts der im Dateisystem fest eingebauten Fehlerkorrektur mit BER typischerweise um 1:10^12 doch erstmal vertauen ;) "Also ist man gezwungen, nach der Aufzeichnung von Daten mindestens mal 1 Plattenumdrehung abzuwarten und daraufhin die Aufzeichnung auszulesen und mit dem Original zu vergleichen." Selbst wenn man genau das täte (was ich nicht glaube): Dieses "Abwarten" ist bei 7200U/min = 12U/sec mit einer Latenz von knapp 10ms behaftet - nicht ideal, aber für eine echte "Hinterbandkontrolle" sicher nicht zuviel. Wieviel wären denn das beim Tonband gewesen? Wieviele cm liegen da zwischen Schreib- und Lesekopf? Jens
Rainer, Wenn Du bei der NAGRA keinen Versatz bei der Umschaltung hörst, kann das (außer einem Defekt) daran liegen dass gar nicht "Hinterplatte" gehört wird, sondern nur Hinterwandler, oder dass auch bei "Vorplatte" ein Puffer in Höhe der Rücklesevorgängelatenz gebildet wird. Würde ich bei einem Gerät das in erster Linie im Synchronverbund arbeitet als sinnvolle erachten, da man sonst Versätze im Bereich eines Frames hätte. Ansonsten: Um logische oder physische Integrität muss sich bei den Datendichten ein Automat kümmern. Da macht Hinterbandkontrolle vom physischen Medium keinen Sinn. Auch aus Stabilitätsgründen. Denn wer was Daten fahrlässig anfasst, die nicht vertrauenswürdig sind wird im Zweifel mit Abstürzen bestraft. LG, Tonmaus
Es kann sein, dass das umschalten VOR Aufnahmestart passieren soll. Also dass während aufnahme ein umschalten nicht möglich ist. Probier mal vor der Aufnahme auf ¨hinter Platte¨ zu schalten, und noch mal zu hören, ob das wiedergegebene Signal später zurück kommt.
Gleiches gilt auch für den Maranz PMD 671. MfG, und frohe Feiertage, Evert