wir würden gerne Gesangsstunden aufnehmen, im speziellen klassischen Gesang mit Klavierbegleitung; Das Problem hierbei ist, dass kaum finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Momentan nehmen wir mehr schlecht als recht mit einem MP3-Player mit Mic-Eingang (iRiver H340) und einem (Sprach-)Mikrofon von Philips (Philips SBC ME 570 vermutlich). Das führt dazu, dass bei hohen Frequenzen oder großer Resonanz der Stimme ein "rauschen" auf der Aufnahme den Ton ueberdeckt; bei einem anderen MP3-Player (Creative) mit eingebautem Mikro "knallt" der MP3-Player bei solchen Tönen mehrmals, meist sehr viel höher, als die Stimme sänge, hörte man sie noch; Der Klang dessen ist nervtötend. Ausserdem ist insgesamt der Stimmcharakter sehr muffig und Feinheiten sind nicht zu hören, was wiederrum die Sängerin entmutigt.
Nun wurde in einem Musikgeschäft geraten, einen tragbaren Recorder zu kaufen (z.B. Boss Micro-BR Portable Digitalrecorder od. Edirol R-09 SD-Card Recorder WAV/MP3 24bit/48) und damit aufzunehmen. Zusätzlich sollte man vielleicht das Mikrofon austauschen. Insgesamt (Recorder + SD-Karte + Mikrofon) übersteigt das aber eigentlich unsere finanziellen Möglichkeiten.
Gibt es einen billigeren Weg, qualitativ gute Aufnahmen hinzubekommen? Könnte man vielleicht mit dem vorhandenen irgendwie vernünftige Aufnahmen zustande bringen? (Laptop + Mikro ging nicht, die Soundkarte des Laptops hat auch bei ausgeschaltetem Mikro ein Grundrauschen bei 50Hz. Erdung schlecht?)
Wenn nicht, hat jemand Erfahrung mit solchen Aufnahmegeräten und kann zusätzlich ein Mikro nennen, mit dem klassischer Gesang halbwegs gut und detailreich aufgezeichnet werden kann, und das ganze dann noch zu einem günstigen Preis (alles zusammen < 550 Eur)?
Klavier und Gesang mit einfachsten Mitteln wurde hier vor kurzem diskutiert: http://f11.parsimony.net/cgi-bin/topic-flat.cgi?Nummer=16949&Phase=Phase1&ThreadNummer=59852 Sehr preiswerte Mikrofone aus Russland mit für den Preis gutem Klang: http://f11.parsimony.net/cgi-bin/topic-flat.cgi?Nummer=16949&Phase=Phase1&ThreadNummer=59918 Die Mikrofoneingänge von Soundkarten sind i. A. Monoeingänge, deren Qualität für Internettelefonie ausreicht. Die mir bekannten MP3-Player mit eingebautem Mikrofon erreichen gerade mal Diktiergerätequalität. Für mehr wird diese Zusatzfunktion auch nicht beworben. Nur sehr wenige MP3-Player mit Aufnahmefunktion bieten eine einigermaßen akzeptable Tonqualität bei der Aufnahme, die Mikrofoneingänge sind i. A. nicht brauchbar.
Danke erstmal! Ich hab' den Thread gelesen, dachte aber, dass ein klassischer Sänger möglicherweise anders behandelt werden will. Die Sängerin, um die es da geht, beschallt schon ohne Mikrofon ohne Probleme einen Saal, daher dachte ich, dass vielleicht "normales" Equipement generell zu empfindlich ist und übersteuert. Könntest du mir nur noch sagen, ob eine externe Soundlösung (ein A/D-Wandler oder so ein dings: http://www.musik-produktiv.de/shop2/shop04.asp/artnr/100019206/sid/!x38deatc/quelle/listen (Alesis IO/2 DAW-Hardware) auch ausreichen könnte? Wir wollen im Grunde einfach ein Mikrofon in den Raum stellen und das ganze so aufnehmen; Der Verkäufer des Musikgeschäftes aber kam glecih mit einem 8-Spur Digitalrecorder ums Eck (Kostenpunkt 700 Euro..) Die Aufnahmen müssen nicht veröffentlichungstauglich sein, aber sollten ausreichen, um den Gesang beurteilen zu können und auch kleine Fehler in der Intonation oder der Resonanz herauszuhören. Danke und lg Nec
Auch ein billiges Audiointerface ist immer besser als ein Laptop-Onboard-Soundchip oder ein MP3-Player mit Mikrofoneingang. Die Schwachstelle bei einem Interface in dieser Preisklasse ist i. A. der Mikrofonvorverstärker. Wenn es nicht viel kosten darf und etwas Rauschen nicht stört, ist das eine brauchbare Lösung.
Wenn du schon einen Laptop zur Verfügung hast, lass die mal das 'Tapco Link USB' zum Testen kommen. Hat 2 für diese Zwecke absolut brauchbare Mikrofonvorverstärker und vor allem die Möglichkeit über einen 'Mix' Regler das Mikrofon latenzfrei auf den Kopfhörerausgang zu mischen. Ausserdem ist die benötigte Software (Tracktion 2 von Mackie) schon dabei. Und das Ganze für 139?. Damit ist die Aufnahmeseite schon brauchbar abgedeckt. Aber bei einem Gesamtbudget von 550? sind jetzt noch ca. 410? für ein gutes Mikro (aber nicht Ständer, Popschutz und Kabel vergessen!) übrig. Mein Tip hier: Rode NT2A für ca. 330?. Ich weiss, jetzt wird die Schoeps/Neumann Fraktion wieder aufjaulen, aber für das Geld ist das ein excellentes Mikro. Und damit solltest du fein arbeiten können. Den gleichen Setup benutzt meine Tochter (studiert Musik/Geige) und ist damit sehr zufrieden. Erzähl dann mal wie du dich entschieden hast. LG Gerhard
Hallo Tobias, ich wuerde mich bei dieser Anwendung nicht am Rauschen des Mikrophonverstaerkers aufhaengen - mit einem halbwegs ordentlichen Kondensatormikrophon mittlerer Preisklasse (NT5, ...) und den ueblichen Schalldruecken ist der Aufnahmepegel hoch genug, um das Verstaerkerrauschen im irrelevanten Bereich verschwinden lassen - meisst ist das EIN des Mikrophones schon deutlich hoeher als das des Einganges. Gruss Micha --- PS: Meine Standard-Mikrophonverstaerker sind von Lawo und ANT - hinreichend rauscharm nach IRT-Pflichtenheft. Ich habe mal Vergleiche mit billigen Mikrophoneingaengen (Behringer, Tascam, Soundcraft) bei hohen und mittleren Verstaerkungen gemacht - der Unterschied ist meisst nur wenige dB...
Rode NT2A für ca. 330?. Ich weiss, jetzt wird die Schoeps/Neumann Fraktion wieder aufjaulen, aber für das Geld ist das ein excellentes Mikro.
AUFJAUL ! Für die genannte Situation halte ich sogar dieses für "überdimensioniert" - schließlich geht es nur darum, den Gesangsschülern einmal vorzuführen, wie ihre Stimme oder Interpretaion klingt. Der Hinweis auf ein 'Tapco Link USB' oder vergleichbares Gerät mit PC ist nicht schlecht. Ich würde aber eher zwei (!) preiswertere Mikrofone als das Rode benutzen. Sicherleich erreicht man bessere Aufnahmen mit z.B. einem Behringer B-5 für Gesang und einem weiterem B-5 für's Klavier als mit nur einem Mikrofon. Eine Alternative mag auch das Beyerdynamic MCE 530 (Stereoset) sein - alle genannten Mikrofone liegen bei knapp 100 ? Straßenpreis pro Stück (und das MCE wurde sogar schon in Tonstudios gesichtet) ... Auch für eine Tonaufzeichnung eines Klassenvorspiels als Dokumentation für die Mitwirkenden reichen die genannten Geräte völlig aus. Selbst wenn noch Kabel, Stative etc dazugerechnet werden, bleiben 100 ... 150 ? vom Budget übrig. Das reicht für zwei Klavierstimmungen (viel wichtiger als die höhere Qualität wesentlich teuerer Mikrofone!) oder neues Notenmaterial. ;-))
Einspruch ! Nec schrieb weiter unten: ...Die Sängerin, um die es da geht, beschallt schon ohne Mikrofon ohne Probleme einen Saal.... Da bist du ganz froh, wenn du bei einer Sopranistin am Rode NT2A nochmal 5 oder 10dB Vordämfung reinschalten kannst. Wenn Kleinmembran, dann vielleicht mit einem Rode NT55 anfangen (hat auch eine zuschaltbare Vordämpfung und Wechselkapseln) und später ein zweites dazukaufen. Gruss Gerhard
Noch was vergessen: Das NT2A verträgt mit Vordämpfung 10dB bis zu 157dB SPL bei 1%THD. Damit kann man einer Sopranistin schon mal in den Hals gucken :-)
""Das NT2A verträgt mit Vordämpfung 10dB bis zu 157dB SPL bei 1%THD. Damit kann man einer Sopranistin schon mal in den Hals gucken :-) "" Garantiert nicht der Weg zu einem natürlichen Gesangssound. Abgesehen davon ist keine Sängerin auch nur annähernd so laut. Zwei KM-Mikros der Holzklasse in Klein-AB mit Abstand aufgestellt werden deutlich mehr bringen als ein "gesoundeter" U87-Clone in Pop-Manier. Das sind nicht nur meine Erfahrungen, sondern Konsens der "Klassik-Aufnehmer" hier im Forum.
Es bleibt ein "mit Kanonen auf Spatzen schießen"! Es geht sicherlich nicht darum, die Unterschiede zwischen zwei Stradivaris zu dokumentieren. >:-> Ebensoweing ist das Anliegen des Fragestellers, "professionelle Ergebnisse" zu erhalten noch um die Suche nach einem neuen und teueren Hobby. In der Buchhaltung gibt es das Gebiet der Kosten/Nutzen-Rechnung, damit sich nicht irgend jemand in Wunsch- oder Wahnvorstellungen verliert. Ein preiswertes Kontroll-Instrument wird ein Gesangslehrer gegenüber dem Finanzamt eher rechtfertigen können als ein "Studiomikrofon" ... 1. (s. Betreff!) Bei klassischem Gesang klemmt man dem Sänger kein Mikrofon vor den Mund. Vergessen wir nicht: Der "klassische Sänger" singt im Raum, nicht ins Mikrofon. 2. Den Sänger zu hören, der 10 m vor einem Düsentriebwerk dieses übertönt, habe ich eh keine Lust. Ansonsten: Etwas realitätsfern ... Ob die Stimme eines Sänger auch im Piano "im Raum trägt", ist keine Frage des erzeugten Schalldrucks! 3. (Das Aufjaulen der SCHOEPS-Fraktion:) Bleiben realistisch: Bei der genannten Anwendung ist nicht nur ein SCHOEPS für 1.000 ? übertrieben, sondern auch schon das genannte Rode für 300 + ... Der Unterrichtsraum, in dem die Aufnahmen statt finden werden, ist von der idealen Akustik einens Konzertsaales wie auch eines Studios sicherlich meilenweit entfernt.
Ich bleibe dabei: Lieber an den Mikrofen sparen als an den Stimmungen für das Klavier zur Korrepitition!
Ein Röde um eine Gesangsstunde aufzunehmen, jetzt schiesst ihr aber mit Kanonen auf Spatzen. Ich nehme meine Stunden mit einem Minidiskrecorder und einem kleinen Sony-Stereomic auf. Das reicht allllllemal.
Laptop + Mikro ging nicht, die Soundkarte des Laptops hat auch bei ausgeschaltetem Mikro ein Grundrauschen bei 50Hz.
nebenbei: wenn das ganze also eingangsbeschaltungsunabhängig ist und es sich um Einstreuungen innerhalb des Laptops handelt: erstmal alle unbenötigten Kanäle im Windowsmixer deaktivieren - hilft oft. Unter den "erweiterten Einstellungen" befindet sich meist auch noch ein "Mic-Boost" - sollte berücksichtigt werden. (an meinem Rechner bringt der CD-Player-Zug einen extrem hohen Störpegel mit, deaktivieren bringt hier viel...)
An der Würzburger Musikhochschule kleben in jedem Unterrichtsraum Grenzflächenmics an der Decke, die dann auf einen Roland-HD-Recorder mit CD-Brenner gehen. Die Lösung ist a) unauffällig, b) praktisch wegen direktem CD-Brennen, c) relativ billig, d) fast schon Overkill. Mit einem MD-Recorder oder von mir aus auch Ipod und einem Stereopärchen China-Elektretmikrofone sollte das Ganze brauchbar werden - wichtiger ist, nicht zu nah zu mikrofonieren, und evtl. durch Grenzflächen-Technik eine Wand bzw. die Decke des Raumes reflexionsmäßig zu eliminieren. Es gibt da diese recht preisgünstigen Grenzflächen bei To(n)mann...
Bez. MP3-Player: Wie schon geschrieben führt das Aufnehmen am MP3-Player mit einem handelsüblichen dynamischen Mikrofon (und dem eingebauten) dazu, dass ein lautes Rascheln den Ton komplett überdeckt. Dies passiert etwa ab e'', manchmal auch früher. Den Grund kennen wir nicht. (Der zweite MP3-Player knackst ohrenbetäubend laut)
Was bedeutet des weiteren das hier: "Zwei KM-Mikros der Holzklasse in Klein-AB mit Abstand aufgestellt werden deutlich mehr bringen als ein "gesoundeter" U87-Clone in Pop-Manier." KM-Mikros? Klein-AB? MIttlerweile denken wir daran, einen günstigen portablen Recorder mit 2 XLR-Eingängen (48V Phantomspeisung) und SD-Karte bzw. HDD zu kaufen und dazu ein passendes Mikrofon, etwas in der Gegend eines Behringer B2 oder AKG P200? (beides Groszmembrankondensatorstudiomikrofone)? Was wäre davon zu halten? Auch stellt sich die Frage, wie das Aufnehmen zu gestalten ist; Ich hielte es für besser, ein oder zwei Raummikros aufzustellen als die Abnahme der Stimme direkt vor dem Mund, was sich ja scheinbar mit den Meinungen hier deckt. Wäre ein Mikrofon wie die oben beschriebenen für diesen Zweck geeignet? Danke nochmal und lg, Nec
Was bedeutet des weiteren das hier: "Zwei KM-Mikros der Holzklasse in Klein-AB mit Abstand aufgestellt werden deutlich mehr bringen als ein "gesoundeter" U87-Clone in Pop-Manier."
KM-Mikros? Klein-AB?
U87: eines der bekanntesten Großmembranmikrofone von Neumann: http://www.neumann.com/?lang=de&id=current_microphones&cid=u87_description "gesoundeter U87-Clone in Pop-Manier": I. A. billiger und schlechter Nachbau der hochwertigen Neumann-Mikrofons, dessen klangliche Eigenschaften an die Anforderungen der "Billig-Kundschaft" angepasst ist. KM: Kleinmembranmikrofon Klein-AB: Stereoanordnung; die Mikrofone, i. A. Druckempfänger (Kugelcharakteristik) stehen in kleinem Abstand nebeneinander. Das heißt: Du solltest Dir 2 Kleinmembranmikrofone anschaffen und diese in der vorgeschlagen Art (Klein-AB) in passendem Abstand (hängt vom Raum ab) aufstellen anstatt dem Sänger ein Großmembranmikrofon direkt vor den Mund zu stellen.
Statt billiger Großmembran-Mikrofone lieber billige Kleinmembraner: Da wirkt sich Sparen nicht ganz so desaströs aus, und sie klingen letztlich besser. Behringer C-2 oder t-bo(h)ne oder ähnliches, in der Preisklasse bis ca. 100 Euro je Mikrofon, reicht völlig. Wenn man sie etwa 30 cm nebeneinander stellt, wird das Ergebnis brauchbar sein. Und hier noch der Disclaimer, bevor die Besserwisser kommen: Für die volle Stereobasis-Ausnutzung braucht man nach sengpielaudio.com 51,5 cm Abstand. Wenn man weniger Abstand hat, "springt" die Sängerin nicht zwischen den Lautsprechern hin und her --> besser ist das in diesem Fall. Professionelle Klassik-Aufnahmen sollte man mit Mikrofonen der namhaften Traditionshersteller Schoeps, Neumann, DPA usw. machen, niemals mit billigen Chinamikrofonen; außerdem in einem guten Saal, niemals im Übungsraum. Hier geht es aber um Proberaum-Mitschnitte zur Selbstkontrolle, und nicht um kommerzielle Tonträgerproduktion.
Danke, besser hätte ich meine Bemerkung nicht erläutern können. Allerdings braucht man für "AB" keine Kugeln bzw. Druckempfänger. Bei vermutlich ungünstiger akustischer Umgebung würde ich stark zu den obligatorischen Nieren raten.
Das hört man ja immer mal wieder, wenn man Nieren-AB macht: "Aber AB geht doch nur mit zwei Kugeln!". Das ist falsch. Was zutrifft: "Mit zwei Kugeln geht nur AB". Schön, daß ich nicht der Einzige bin, der das immer mal wieder auszusprechen wagt. Danke hafi! :)
@pkautzsch. Wie sieht es eigentlich mit Kugeln bei Atmoaufnahmen aus? Ich stehe an einer Straße und möchte mit zwei Kugeln den Verkehr aufnehmen ... ... dann habe ich die Kugeln immer auf die Fahrbahn hin ausgerichtet (also mehr in Richtung ORTF), damit wenigstens die Höhen noch eine Richtung haben (damit man später noch an der Brillianz hört ob das Kfz von links oder rechts kommt). War dies ein Fehler meinerseits? =====8