Minidisc: Ja oder Nein?

Erstellt 19 Antworten20 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich hätte da mal eine Frage.. ;) Unzwar was haltet ihr von Minidiscs? Ich habe vor mir einen tragbaren MD Recorder anzuschaffen (über EBay). In der Wikipedia steht, die Aufnahmequalität beträgt ca. 292 kbits, stimmt das? Ich schaffe mit meinem MP3 Player 128 kbit/s. Ich habe vor damit unsere Schülerband aufzunehmen und fürs Webradio Interviews durchzuführen. Also was meint ihr: Lohnt es sich so ein Recorder + MDs für ~30-40? anzuschaffen?
MfG und danke schonmal
Flip
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Antwort#2
Ja.
Die Aufnahmequalität ist in jedem Fall vollkommen ausreichend für Deine Anwendungen.
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Antwort#3
Wir hatten an unserem FH-Webradio auch mit 'nem Aufnahmesystem, bestehend aus Minidisc-Rekorder und dynamischen Mikrofon, für Straßenumfragen, Interviews und dergleichen.
Die Qualität war soweit immer optimal. Wenns "gescheit" aufgenommen worden ist (richtiger Sprecherabstand etc.), dann ist der Ton auf alle Fälle sendefähig. Ich weiß auch von einigen Radiosendern, dass sie Interviews mit Minidisc aufzeichnen.
Das einzige, was beim Minidisc ein klein wenig problematisch ist: Man kann halt nicht richtig einpegeln, soweit ich mich recht erinnere, gab es da nur drei Presets (laut, mittel, leise :-p). Das gab hin und wieder schon Probleme. Z. B. bei leise sprechenden Interviewpartnern. Auf alle Fälle Kopfhörer mitnehmen zum Vorhören. Dann müssts eigentlich passen.
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Antwort#4
Ja, unbedingt. Aber Achtung, nicht alle MD-Recorder haben einen Mikrofoneingang. Also unbedingt vorher klären!
Uxma
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Antwort#5
Okay, reicht schon ein Mikro Vorverstärker dafür?
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Antwort#6
Wenn es dabei bleibt: "... unsere Schülerband aufzunehmen und fürs Webradio Interviews durchzuführen", dann ist die sterbende MD völlig ausreichend.
Wenn man jedoch Aufnahmen für eine anständige CD-Produktion nachbearbeiten möchte mit Compressor, Hall und EQ, dann reicht die MiniDisk qualitätsmäßig nicht aus.
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Antwort#7
Genau dafür ist ein MVV gedacht: Mikrofonsignale für Line-Eingänge anzupassen.
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Antwort#8
""Wenn man jedoch Aufnahmen für eine anständige CD-Produktion nachbearbeiten möchte mit Compressor, Hall und EQ, dann reicht die MiniDisk qualitätsmäßig nicht aus.""
Das ist dann doch viel zu pauschal und somit irreführend!
Man kann sehr wohl MD-Aufnahmen noch gewinnbringend nachbearbeiten, genausogut wie andere suboptimale Formate (habe ich jedenfalls schon oft genug...). Die einzige Einschränkung ist, möglichst nicht erneut auf ein datenreduziertes Format aufzunehmen.
Die erste Generation MD-Qualität ist bei guten Geräten vom Original meist nicht zu unterscheiden - sicherlich etwas abhängig von der Beschaffenheit des Audiomaterials. Aber Probeaufnahmen und Interviews?? Muß es da gleich Profi-Qualität sein? Nein! Darf es auch nicht, da unbezahlbar.
Und was überhaupt ist eine "anständige CD-Produktion"? Es gibt welche, die wurden mit deutlich schlechteren Medien produziert, z.B. 1/4" 8-Spur oder 1/2" 16-Spur mit Dolby C. Vergleich da mal die Audiowerte und Du wirst mit Kußhand MD wählen.
Aber heutzutage gibt man sich ja schon der Lächerlichkeit preis wenn man "nur" mit 16 Bit arbeitet...
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Antwort#9
Und was überhaupt ist eine "anständige CD-Produktion"?

Auf den Inhalt kommt es an.
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Antwort#10
... selbst bei Interviews kann eine Nachbearbeitung mit Kompressor u.a. mehr als nur sinnvoll sein - unabhängig vom Aufnahmemedium!
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Antwort#11
Ganz einfach.
Das erklärt sich komplementär durch die Pure Existenz von Unanständigen CD - Produktionen.
Ivonne Catterfelds erstes Album ist zum Beispiel unanständige Musik
Das erste Album von den Onkelz hat unanständige Texte
Und eine neue Genesis - Scheibe wäre unanständig, weil es irgendwie unanständig ist Rentner zur Arbeit zu zwingen.

Wenn Schüler Musik machen und uns noch die jobs Klauen in dem sie das alleine und ohne Zuhilfenahme von teueren Regelverstärkern sogar - ich traue mich kaum es zu sagen - aufnehmen...
Tja dann kann das anständig nicht sein!

Aber jetzt mal im ernst, ich würde aus zwei Gründen gegen MD tendieren:

Der erste Grund ist simpel:
Strengt euch gefälligst an und leiert eurem Musiklehrer, AG - Leiter, Korex oder Direx einfach mehr Geld aus der Tasche!
Wenn das nicht geht dann nehmt diesen MD.
Trotzdem. Bei Leuten die unendlich viel Geld haben, wie zum Beispiel eine Lehranstalt gilt die Devise: "think big"
Und nun zu Grund zwei:
Wenn ihr mehr Geld kriegt holt euch irgendwas was *.wav aufzeichnet, vielleicht so nen kleine "Zoom" oder was (ihr verlangt natülich trotzdem ein °kleines° 2-Kanal-Nagra) und schließt da das Proberaummischpult an.
MD hat nämlich , trotz klar passabler Qualität, den Nachteil, dass man die friemelig degitalisieren muss, wenn mans aufgezeichnet hat und es auch hören will.
Ein Schritt der keinen Spass macht. Den ihr aber werdet machen müssen.
Oder hat jemand noch ein Kassettendeck?
Nun denn..
Gehabt euch wohl
Nikita
PS: Think big hab ich gesagt!
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Antwort#12
""Strengt euch gefälligst an und leiert eurem Musiklehrer, AG - Leiter, Korex oder Direx einfach mehr Geld aus der Tasche!""
Ich hoffe dieser Mensch ist dann nicht so "leierig" und glaubt an die Notwendigkeit von "trendy" Luxusspielzeug (mit einer Halbwärtszeit 1/10 der MD), mit dem ein paar wenige Schüler dann protzen können (und was dann ganz schnell kaputt ist oder geklaut!) sondern steckt das bißchen Geld, daß der Lehranstalt bleibt in dringend benötigte Geschichtsbücher oder ähnliches "Old School"-Gedöns!
Ach, und ja: Während meiner Schulzeit (in den 80gern) benutzen wir wirklich noch ANALOGBAND (bzw. fast immer Cassetterecorder) !
Es ist wirklich eine Farce, wenn hier behauptet wird, MD wäre hier nicht vollkommen ausreichend. Vielleicht sollten sich einige hier weniger dem Studium von bunten Werbe-Katalogen und Broschürchen widmen, sondern sich wirklich mal mit der professionellen Realität beschäftigen: Die besagt, daß nicht das Werkzeug sondern der "Handwerker" entscheidend ist... Aber solche "Handwerker" haben wir hier offenbar nur begrenzt.
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Antwort#13
Also diese Mini-MD-Recorder machen zuweilen üble Aussetzer (bis völlige Fehlfunktion) wenn sie dem Schalldruck *IM* Proberaum ausgesetzt sind. Das hängt vor allem vom Pfund des Drummers auf der Snare ab ;-). Da würde ich eher klassisch analog (g'scheites Tapedeck oder Cassetten-4-Spur) oder neumodisch "richtig digital" wie so ein Zoom etc. anraten.
Ein MD-Recorder der Schalldruck verkraftet, ist der Sony MDR-81 (selten, Broadcastgerät). Meinen gebe ich aber nicht her...
Grüße, Klaus S
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Antwort#14
... denn mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen.
Wer heutige Schulen für Orte der ungebrenzten (finanzellen) Möglichkeiten hält, sollte sich einmal die Realität anschauen ...
Die war zwar schon zu unserer Schulzeit nicht immer ideal, aber dafür gab es damals noch nicht das Politikergeschwafel um PISA, Lernstandserhebungen und Ganztagsschulen. Die Kluft zwischen Sparzwängen und Ansprüchen an die "Schule" dürfte größer denn je sein.
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Antwort#15
Ein Kassettengerät mit nem MD421 tut es auch heutzutage für O-Töne noch vollkommen, solange es eines der besseren ist. Von Sony gibt's irgendwelche Portablen, hab die Typbezeichnung nicht im Kopf. Liegen glaub so um die 200 oder 300 Euro pro Stück. Sind auch sau-robust, und die Qualität ist auf jeden Fall sendefähig. Für eine Schülerband... ich weiß nicht, für Proberaum-Mitschnitte wird's schon reichen.
Von der Qualität schlägt das alte Kassettengerät jeden Marantz PMD670 mit MP3-Kodierung. Das hört man leider wirklich überdeutlich...
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Antwort#16
Einen MD-Recorder sollte man mit externem MicPre betreiben. Das Auspegeln obliegt dem Tontechniker und ist keine Eigenschaft des MD-Recorders.
Gruss,
Mathematiker
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Antwort#17
Hi..
Ach jetz nehmts doch nicht so furchtbar ernst.
Ich geb öfter mal workshops für Schüler und Jugendliche an lokalene Jugendhäusern auf Festivals, zum Teil im Bereich Musikproduktion, zum Teil im Bereich Slampoetry.
Natürlich ist da immer das Ziel echte, harte Inhalte zu vermitteln. Bei der Musikproduktion muss ich zum Beispiel rüberbringen, dass es immer um performance und nur nebenher um irgendwelche Geräte geht.
Schüler wollen nun mal von Hauptmirkofonierungen in schwierigen akustischen Bedingungen nichts wissen.
Es ist einfach so, dass die MD irgendwie auf den Computer muss, weil die ganzen Kumpels und Freundinnen es auch hören wollen und da werden riesige Fehler gemacht. Und es ist ein Vorgang der keine Spaß bringt.
Und was keine Spaß bringt wird nicht gemacht!
Ich sage nicht dass ich das gut heisse, sondern nur das man die Realität berücksichtigen sollte, wenn man überhaupt an Schüler rankommen will.
Ich hab auch, wie erwähnt, öfters mit öffentlichen Trägern zu tun. Entschuldige 300? ist für ein durchschnittliches Gymnasium nichts. Soviel Kosten 15 Basketbälle. Oder 24 Stunden Putzfrau.
Und wenn man das "wozu" ordentlich formuliert, dann ist jeder Rektor froh solch engagierte Schüler zu unterstützen.
Das Geld fehlt den systemischen Ansätzen, wie Ganztagsbetreuung, Nachhilfeangebote; Für kleine einmalige AGs ist das Budget meist vorhanden. Zumindest hier in BW.

Bei meinen poetry - workshops ist ein Programmpunkt:
"Der Teilnehmer kann sich und seine Kunst im Kontext anderer Performativer Konzepte und Korpora generalisieren"
Das so zu sagen würden aber - logischerweise - sau langweilen.
Also machen wir das spielerisch, beim slammen.
Wenn man denen ein MD gibt, ist, wie soll ich sagen, die usability nicht so "geil" wie bei einem Gerät das gleich verwertbares PC - Format aufzeichnet (PCM - Format aufzeichnet).
Das braucht einfach ne USB-Schnittstelle sonst "bockts nicht" sondern "langweilt ends", ausserdem kann das dann noch ausbaufähig für andere Sachen benutzt werden. Die FilmAG zum Beispiel. Wieso sollte es gleich geklaut werden, nur weils ner Schule gehört.
Andererseits ists schon wahr das MD qualitativ völlig reicht.
Und dass Bildung kanpp bei Kasse ist und der Sensationalismus, zusammen mit dem aufkommen von neoliberalen Einzelgängern der Gesellschaft nicht gut tut mag sein.
Ich versteh sonst also eure Positionen völlig.
Nur, Mensch Hafi, man muss sich ja nicht gleich echauffieren und behaupten ich sei "einer-von-denen-die"
Nichts für ungut, guten Freitag
Nikita
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Antwort#18
So kann man diese Aussage nicht stehen lassen. Klar, Sony hat mit seinen portablen Cassettenrecordern TC-D 5 M oder ProII durchaus robuste Geräte gebaut, deren Produktion jetzt nach 30!!! Jahren eingestellt wurde. Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es häufig aber nur ziemlich abgenudelte Geräte, meist aus dem Verleihbetrieb. Ob die dann noch technisch mit einer MP3-Aufnahme von Marantz mithalten können, wage ich zu bezweifeln, vor allem, wenn - wie beim Marantz möglich - die Bitrate hoch eingestellt wird.
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Antwort#19
Hallo!
Also ich bedank mich mal für eure Ratschläge, ich werd mir trozdem so ein Ding besorge, da es ja wirklich nicht teuer ist. Und so ne kleine PreAmp fürs Mic hab ich noch hier ;)
MfG
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Antwort#20
Wenn es MD sein muß, solltest Du einen HI-MD-Recorder kaufen. Der Preis ist nur geringfügig höher, die Geräte können aber über eine Stunde unkomprimiert aufzeichnen. Mit Kompression bekommt man ca. acht bis vierzig Stunden auf eine Disk, je nach eingestellter Bitrate.
Die Aufnahmen können über den USB direkt auf den PC kopiert werden.
Die mir bekannten HI-MD-Geräte verfügen neben einer "Aussteuerungsautomatik" auch über die Möglichkeit, die Gain während der Aufnahme an der Fernbedinung mit einem kleinen Rädchen komfortabel und fast wie analog einzustellen.
Auch wenn ein eingebauter Mic-Preamp vorhanden ist: ein externer Preamp ist natürlich zu bevorzugen.
A Propos Interviews: Ich höre zunehmend öfter Interviews im Radio, bei denen man deutlich hört, daß dort die AGC verwendet wird und diese ständig nachregelt. Wird denn selbst bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zunehmend Consumer-Hardware verwendet?
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